{"id":690357,"date":"2026-01-03T14:28:12","date_gmt":"2026-01-03T14:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690357\/"},"modified":"2026-01-03T14:28:12","modified_gmt":"2026-01-03T14:28:12","slug":"so-blickt-russland-auf-den-angriff-auf-venezuela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690357\/","title":{"rendered":"So blickt Russland auf den Angriff auf Venezuela"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Nach der n\u00e4chtlichen Milit\u00e4roperation gegen <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/venezuela\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venezuelas<\/a> Staatschef Nicol\u00e1s Maduro reagiert das offizielle Moskau bekannt k\u00fchl. Das russische Au\u00dfenministerium verurteilte den amerikanischen Einsatz als \u201eAkt bewaffneter Aggression\u201c und sprach von \u201etiefer Besorgnis\u201c. Wichtig sei nun, so die diplomatische Formel im Au\u00dfenministerium, eine weitere Eskalation zu verhindern und einen Ausweg \u201edurch Dialog\u201c zu finden.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Lateinamerika m\u00fcsse eine \u201eZone des Friedens\u201c bleiben, Venezuela das Recht haben, sein Schicksal selbst zu bestimmen. \u201eWir bekr\u00e4ftigen unsere Solidarit\u00e4t mit dem venezolanischen Volk und unsere Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Kurs seiner bolivarischen F\u00fchrung, der darauf abzielt, die nationalen Interessen und die Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes zu sch\u00fctzen\u201c, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Tass das russische Au\u00dfenamt. Moskau unterst\u00fctze die Erkl\u00e4rung der venezolanischen Beh\u00f6rden und der Staats- und Regierungschefs der lateinamerikanischen L\u00e4nder, die eine sofortige Sitzung des UN-Sicherheitsrates fordern. Russland, hei\u00dft es weiter in <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/moskau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Moskau<\/a>, sei bereit, Vermittlungsbem\u00fchungen zwischen Caracas und Washington zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Kriegsblogger: Operation war \u201eschnell, effektiv und sauber\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Ganz anders f\u00e4llt der Ton jenseits der offiziellen Verlautbarungen aus. In der russischen Kriegsblogger-Community wird die \u201eTrump-Operation\u201c nicht prim\u00e4r moralisch bewertet, sondern vor allem operativ analysiert und mit Blick auf den eigenen Krieg gegen die Ukraine seziert. Der einflussreiche kremlnahe Telegram-Kanal \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/web.telegram.org\/a\/#-1001513431778\">Dwa Majora<\/a>\u201c bringt eine Interpretation offen auf den Punkt: Wenn Washington in der Lage sei, binnen kurzer Zeit das politische Zentrum eines Gegners zu treffen und dessen Staatschef festzusetzen und au\u00dfer Landes zu bringen, stelle sich zwangsl\u00e4ufig die Frage, \u201ewarum Russland die gesamte Kiewer F\u00fchrung nicht in der ersten Woche der Spezialoperation ausgeschaltet hat\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Jahrelang, so der Vorwurf in russischen Milit\u00e4rkreisen, h\u00e4tten russische Experten den \u201ezivilisierten Ansatz\u201c Moskaus gepriesen. \u201eNun zeige sich, dass Kriege offenbar auch anders gef\u00fchrt werden k\u00f6nnten\u201c, hei\u00dft es in dem Kriegsblog. Nicht ohne eine gewisse Bitterkeit wird anerkannt, dass die Amerikaner \u201eohne falschen Respekt\u201c gehandelt h\u00e4tten. Die Operation sei \u201eschnell, effektiv und sauber\u201c gewesen. Auch in anderen russischen Milit\u00e4rblogs wird die Handlungsf\u00e4higkeit des amerikanischen Milit\u00e4rs gelobt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Lesart wird auch von Milit\u00e4ranalysten und ehemaligen Funktionstr\u00e4gern aufgegriffen. Der fr\u00fchere Roskosmos-Chef und heutige Abgeordneter Dmitri Rogosin bezeichnete den Schlag als \u201eklassische milit\u00e4rische Operation\u201c. Der kremlnahe Politologe Jurij Barantschik spricht von einem Mangel an \u201epolitischem Zynismus\u201c, der sich f\u00fcr Russland zunehmend als strategischer Nachteil erweise. Technisch, so seine These, h\u00e4tte Moskau \u00e4hnliche Aktionen gegen die ukrainische F\u00fchrung oder Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/wolodymyr-selenskyj\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> mehrfach durchf\u00fchren k\u00f6nnen. Dass dies unterblieben sei, liege weniger an milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten als an kulturellen und politischen Hemmschwellen bei der Entscheidungsfindung.<\/p>\n<p>Pentagon habe ersten Durchgang \u201egewonnen\u201c<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zugleich analysieren die russischen Experten die US-Operation als Teil einer gr\u00f6\u00dferen Strategie. Der Moskauer Politikwissenschaftler Dmitri Nowikow sieht in dem Schlag eine praktische Umsetzung der neuen amerikanischen Sicherheitsstrategie: politischer Druck, ein schneller milit\u00e4rischer Sto\u00df, anschlie\u00dfend ein R\u00fcckzug. Nowikow zufolge, der von der Zeitung <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/news\/2026\/01\/03\/1167828-ekspert-otsenil-dalneishee\">Wedomosti<\/a> zitiert wird, w\u00fcrde ein Machtwechsel zugunsten der Opposition Venezuela in einen Zustand schlecht gesteuerten Niedergangs st\u00fcrzen. \u00dcbern\u00e4hme hingegen das Milit\u00e4r die Kontrolle, mit dem Washington durchaus zu einer Einigung kommen k\u00f6nne, w\u00e4re ein f\u00fcr die USA wie f\u00fcr die venezolanische Bev\u00f6lkerung g\u00fcnstigeres Ergebnis m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Besonders aufmerksam wird in Russland registriert, dass der Einsatz offenbar nahezu widerstandslos verlief. Kommentatoren sprechen von einem vollst\u00e4ndigen Versagen der venezolanischen Luftverteidigung, von einem Szenario \u201ewie aus den 70er- oder 80er-Jahren\u201c, in dem amerikanische Hubschrauber ungehindert \u00fcber der Hauptstadt des Feindes operieren. Den ersten Durchgang, so das Fazit vieler russischer Milit\u00e4rblogger, habe das Pentagon \u201ein jeder Hinsicht gewonnen\u201c.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Russland z\u00e4hlt Venezuela seit Jahren zu seinen wichtigsten Verb\u00fcndeten au\u00dferhalb des postsowjetischen Raums. Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/wladimir-putin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wladimir Putin<\/a> unterst\u00fctzte Maduro politisch, \u00f6konomisch wie auch milit\u00e4risch und pr\u00e4sentierte das Land als strategischen Partner in Lateinamerika. F\u00fcr Moskau war Caracas ein sichtbares Zeichen russischer Pr\u00e4senz im amerikanischen Hinterhof. In russischen Milit\u00e4r- und Politkreisen macht nun ein altes Zitat des verstorbenen nationalistischen Politikers Wladimir Schirinowski die Runde. Schon vor \u00fcber sechs Jahren sagte Schirinowski in einer Talkshow: \u201eTrump nimmt Venezuela, und wir die Ukraine.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach der n\u00e4chtlichen Milit\u00e4roperation gegen Venezuelas Staatschef Nicol\u00e1s Maduro reagiert das offizielle Moskau bekannt k\u00fchl. 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