{"id":690486,"date":"2026-01-03T15:43:11","date_gmt":"2026-01-03T15:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690486\/"},"modified":"2026-01-03T15:43:11","modified_gmt":"2026-01-03T15:43:11","slug":"jelena-bulajic-in-der-kunsthalle-muenster-untitled-after","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690486\/","title":{"rendered":"Jelena Bulajic in der Kunsthalle M\u00fcnster: \u201eUntitled (after)\u201c"},"content":{"rendered":"<p>13.12.2025\u2009\u2013\u200929.3.2026,\u00a0<strong>Jelena Bulaji\u0107<\/strong>:\u00a0Untitled (after), Kunsthalle M\u00fcnster<\/p>\n<p>Mit\u00a0Untitled (after)\u00a0zeigt die Kunsthalle M\u00fcnster die erste institutionelle Einzelausstellung von Jelena Bulaji\u0107 in Deutschland und gibt damit einen \u00dcberblick \u00fcber das Schaffen der serbischen K\u00fcnstlerin. Bulaji\u0107\u2019 Arbeiten sind Werkzeuge zur Erforschung der vermittelten Sicht auf die Welt, Spekulationen \u00fcber die Dimensionen von Realit\u00e4t. Sie besitzen eine eigene Logik des Zeigens und Offenbarens, gehen aus einer intensiven Besch\u00e4ftigung mit dem Bildnerischen hervor, dessen Bedingungen und M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Die Ausstellung bringt verschiedene Werkgruppen der K\u00fcnstlerin zusammen, darunter neue Arbeiten, die f\u00fcr die Pr\u00e4sentation in der Kunsthalle entstehen und erstmals auch Skulpturen. Die Zusammenschau der unterschiedlichen Werke, das Spiel mit Figuration und Abstraktion f\u00fchrt eine Konzeption des Bildermachens vor Augen und fordert eine Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrnehmung ein. In einem Augenblick, in dem wir allzeit von digitalen Bildern umgeben, mit der immergleichen Rezeption \u00fcber den Bildschirm konfrontiert sind, nutzt Bulaji\u0107 die Bedingungen von Malerei und Skulptur, um zu sehen. Dabei scheint ihr eine Auseinandersetzung mit dem, was wir Bilder nennen, gerade vor dem Hintergrund der allgegenw\u00e4rtigen Bilderflut von besonderer Bedeutung. Es geht um die Schulung der Sinne. Ihr Spiel mit der Wirklichkeit erfordert Konzentration, ein genaues Hinsehen und Befragen von dem, was wir sehen.<\/p>\n<p>Bulaji\u0107 ergr\u00fcndet das Medium Malerei in seinen unterschiedlichen Facetten. Ist es vordergr\u00fcndig das Motiv, das die Aufmerksamkeit der Betrachtenden auf sich zieht, so sind beim zweiten Blick vor allem Taktilit\u00e4t und Oberfl\u00e4che von Bedeutung. Mit einer Mischung aus Marmorstaub, gemahlenem Granit, Kalkstein und Kaolin malt die K\u00fcnstlerin ihre Inhalte und Texturen. In den vergangenen Jahren erweiterte sie die traditionellen Vorstellungen von Portr\u00e4ts und die Behandlung der Oberfl\u00e4che als dualistische Reflexion physischer Schichten: Strukturen der menschlichen Haut, des Wassers, der Gesteine sowie die Farbe mit all ihren physischen Qualit\u00e4ten sind das \u201eLebensmaterial\u201c ihrer Werke und machen deren K\u00f6rperlichkeit aus, die \u201eHaut\u201c des Bildes. Das Wasser, die Gesteine und die abstrakten Arbeiten sind \u201eblo\u00dfe Oberfl\u00e4chen aus Farbe und Pigment\u201c, so Bulaji\u0107. In der Gegen\u00fcberstellung beziehungsweise Zusammenschau ihrer fotorealistischen Werke mit ihrer abstrakten Serie\u00a0White on Black\u00a0begegnet man der Frage, was ein medial vermittelter Realismus eigentlich bedeutet. Denn auf unterschiedliche Art sind die Werkgruppen Bekenntnisse zum Medium Malerei und deren Qualit\u00e4ten nach der Fotografie. Es ist kein abbildender Realismus, vielmehr wird dieser in Frage gestellt. Es ist die T\u00e4uschung von der sich die K\u00fcnstlerin fasziniert zeigt, die Entt\u00e4uschung, mit der sie selbst arbeitet. Die Bilder legen ihr Gemachtsein offen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund ihrer Besch\u00e4ftigung mit der Materialit\u00e4t der Farbe, mit der Oberfl\u00e4che der Malerei, erscheint Bulaji\u0107 Hinwendung zum Medium Skulptur, als ein konsequenter n\u00e4chster Schritt. Ihre Serie\u00a0After Stone\u00a0(2025) reflektiert die Ambivalenz von Fragilit\u00e4t und Stabilit\u00e4t und untersucht Fragen der Best\u00e4ndigkeit und Verg\u00e4nglichkeit.<\/p>\n<p>\u00dcber die K\u00fcnstlerin<\/p>\n<p><strong>Jelena Bulaji\u0107<\/strong>\u00a0wurde 1990 in Vrbas, Serbien geboren; sie lebt und arbeitet in Belgrad, Serbien und Herceg Novi, Montenegro. Ihre Werke waren in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen: Salon des Museum of Contemporary Art, Belgrad (2024), carlier | gebauer, Madrid (2024), Dots Gallery, Belgrad (2023), Museum of Contemporary Art of Vojvodina, Novi Sad (2019), The Saatchi Gallery, London (2016), Workshop, London (2016). Zu den Auszeichnungen, die ihr verliehen wurden, geh\u00f6ren unter anderem der GAM MA Fine Art Prize, City &amp; Guilds of London Art School (2013), der Ni\u0161 Art Foundation Award (2013), das Elizabeth Greenshields Foundation Grant (2012) und das Grand Diploma for Drawing, XIV INTERBIFEP (2011).<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter: <a href=\"https:\/\/www.kunsthallemuenster.de\/de\/programm\/jelena-bulajic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.kunsthallemuenster.de\/de\/programm\/jelena-bulajic\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"13.12.2025\u2009\u2013\u200929.3.2026,\u00a0Jelena Bulaji\u0107:\u00a0Untitled (after), Kunsthalle M\u00fcnster Mit\u00a0Untitled (after)\u00a0zeigt die Kunsthalle M\u00fcnster die erste institutionelle Einzelausstellung von Jelena Bulaji\u0107 in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":690487,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,8970,1209],"class_list":{"0":"post-690486","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-muenster","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115831937608125082","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=690486"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690486\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/690487"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=690486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=690486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=690486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}