{"id":690552,"date":"2026-01-03T16:22:11","date_gmt":"2026-01-03T16:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690552\/"},"modified":"2026-01-03T16:22:11","modified_gmt":"2026-01-03T16:22:11","slug":"brandkatastrophe-von-crans-montana-erster-club-verbannt-feuerfontaenen-so-reagieren-stuttgarts-wirte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690552\/","title":{"rendered":"Brandkatastrophe von Crans-Montana: Erster Club verbannt Feuerfont\u00e4nen \u2013 so reagieren Stuttgarts Wirte"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Killesberg macht der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Perkins_Park\" title=\"Perkins Park\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Perkins Park<\/a> den Anfang: Aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden verzichtet einer der bekanntesten Stuttgarter Clubs vorerst auf Feuerfont\u00e4nen beim Servieren von Champagner. Damit reagieren die Betreiber auf die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Brandkatastrophe\" title=\"Brandkatastrophe\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brandkatastrophe<\/a> im Schweizer Ferienort Crans-Montana, bei der nach bisherigen Erkenntnissen Feuerfont\u00e4nen auf Schampusflaschen als Brandursache gelten. Auch im Stuttgarter Nachtleben sowie auf dem Cannstatter Wasen war Pyrotechnik bei teuren Bestellungen bisher weit verbreitet \u2013 und wird nun grunds\u00e4tzlich hinterfragt.<\/p>\n<p>\u201eAus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden empfehlen wir unseren Mitgliedern, die Feuerfont\u00e4nen bei Champagnerflaschen wegzulassen\u201c, sagt Michael Presinger, Mitbetreiber des Perkins Park und Vertreter des Diskothekenverbands im Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverband (Dehoga). Ein dauerhaftes Verbot sei damit zwar noch nicht beschlossen, doch das Signal ist klar: Die Branche zeigt sich betroffen und sensibel.<\/p>\n<p>Dehoga-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer verweist auf strenge Regelungen in Deutschland  <\/p>\n<p>Ein reflexhaftes Verbot h\u00e4lt Jochen Alber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbands (Dehoga) in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>, f\u00fcr nicht zielf\u00fchrend. \u201eIch denke, dass die baulichen Umst\u00e4nde ebenfalls kausal waren. Am Tischfeuerwerk allein wird es nicht gelegen haben. Da d\u00fcrften sich mehrere Faktoren ungl\u00fccklich verkettet haben\u201c, sagt Alber.<\/p>\n<p>Zugleich verweist der Dehoga-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auf die vergleichsweise strengen Regelungen in Deutschland. \u201eIch gehe davon aus, dass die brandpolizeilichen Bestimmungen hierzulande eine h\u00f6here Sicherheit bieten. Der Brandschutz wird im Rahmen der baurechtlichen Genehmigungsverfahren tats\u00e4chlich gro\u00dfgeschrieben.\u201c Einschr\u00e4nkend f\u00fcgt er jedoch hinzu: Das gelte nur f\u00fcr genehmigte Veranstaltungsfl\u00e4chen. Alber: \u201eWie wir alle wissen, bewegt sich in der Stadt so manche Veranstaltung au\u00dferhalb von Genehmigungen. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich meine Hand dann buchst\u00e4blich nicht ins Feuer halten.\u201c<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.1e7865a2-0740-4702-ac80-a76a4f066cdc.original1024.media.jpeg\"\/>     Muskul\u00f6se Schampus-Boys servieren auf dem Cannstatter Volksfest teure Flaschen mit Feuerglanz.    Foto: Schwabenwelt    Clubbetreiber zeigen sich betroffen <\/p>\n<p>Auch Stuttgarter Betreiber reagieren betroffen, sehen die Ursache des Ungl\u00fccks aber nicht allein bei den Feuerfont\u00e4nen. Denis Gugac, Betreiber des Comodo und des Zubrovka, sagt: \u201eIch denke, die Hauptursache war eine andere. Wir achten alle schon sehr enorm auf Brandschutzma\u00dfnahmen.\u201c In einem Video, das er in sozialen Medien gesehen habe, scheine sich Schallschutzmaterial an der Decke entz\u00fcndet zu haben. Gugac: \u201eDie Frage ist nat\u00fcrlich, welches Material dort verwendet wurde. Das gilt es zu pr\u00fcfen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Gastronomen schmerzt das Ungl\u00fcck emotional sehr. \u201eDas ist nat\u00fcrlich das Schlimmste, was einem Betreiber passieren kann\u201c, sagt er, \u201euns nimmt das alles sehr mit.\u201c Nat\u00fcrlich k\u00f6nne man Champagner auch ohne Feuershow genie\u00dfen. Doch ein Club lebe vom Erlebnis, betont Gugac. <\/p>\n<p>Pyrotechnik bei teueren Flaschen ist auch in Stuttgart weit verbreitet. Es gibt wohl viele G\u00e4ste, die zeigen wollen, dass sie sich etwas leisten k\u00f6nnen. Der Service mit Feuerregen animiert andere ebenfalls zu gro\u00dfz\u00fcgigen Bestellungen. In Stuttgart seien die Auflagen besonders streng, betont der Comodo-Chef, was sehr gut sei: \u201eWir d\u00fcrfen keinerlei entflammbares Material verbauen und achten extrem auf schwer entflammbare Materialien. Die Stadt pr\u00fcft das sehr genau.\u201c<\/p>\n<p> Strenge Vorgaben als Sicherheitsnetz <\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich Tim Bemsel, Betreiber des vor einigen Wochen neu er\u00f6ffneten Havana-Clubs in der fr\u00fcheren Dixieland-Hall, der sich im Keller befindet und \u00fcber eine schmale Treppe erreichbar ist \u2013 auch dort geh\u00f6ren Feuerfont\u00e4nen zum Angebot. \u201eIn deutschen Discotheken und in der Gastronomie gilt, dass alles verbaute Material dem B1-Standard entsprechen muss\u201c, sagt Bemsel. \u201eW\u00e4re das in der Schweiz der Fall gewesen, w\u00e4re nie und nimmer etwas passiert.\u201c Bemsel ruft zu einem bewussten Umgang mit Sicherheit auf: \u201eMan sollte sich beim Ankommen ob im Club oder im Hotel erst einmal vergewissern, wo sich die Fluchtwege befinden.\u201c<\/p>\n<p> Sicherheitsexperten r\u00e4t zur Differenzierung <\/p>\n<p>Der Sicherheitsexperte Marc Wenger, der seit 30 Jahren im Stuttgarter Nachtleben t\u00e4tig ist, hat mit einem Social-Media-Beitrag zur Katastrophe in der Schweiz binnen eines Tages etwa 2500 Kommentare ausgel\u00f6st. Er pl\u00e4diert f\u00fcr eine differenzierte Betrachtung. Entscheidend seien baurechtliche Faktoren wie Deckenh\u00f6he, Raumgr\u00f6\u00dfe und verbaute Materialien. \u201eMan sollte das vom Einzelfall abh\u00e4ngig machen\u201c, sagt Wenger, \u201ees macht einen Unterschied, ob die Decke aus Beton oder Holz ist.\u201c Unverzichtbar sei die Vorbereitung: \u201eFeuerl\u00f6scher sollten immer parat stehen.\u201c Auch die Frage, ob Feuerfont\u00e4nen etwa in Bierzelten weiterhin zul\u00e4ssig seien, m\u00fcsse anhand der Begebenheiten vor Ort untersucht werden. <\/p>\n<p>Wasenwirt Michael Wilhelmer sagt, er habe \u00fcberall \u201eB 1- Ausstattung an den Decken\u201c und verwende nur gepr\u00fcfte Font\u00e4nen mit CE-Kennzeichnung. Dies sei in Crans-Montana wohl anders gewesen. <\/p>\n<p> Zwischen Erlebnis und Verantwortung <\/p>\n<p>F\u00fcr ein generelles Verbot von Feuerfont\u00e4nen mag sich bisher im Stuttgarter Nachtleben niemand aussprechen. Der Schritt des Perkins Park zeigt aber, wie gro\u00df die Betroffenheit in der Szene ist. Die Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Debatte \u00fcber Showeffekte, Sicherheit und Verantwortung neu ausgel\u00f6st. Clubbetreiber betonen: Das Erlebnis bleibe wichtig \u2013 doch die Sicherheit der G\u00e4ste habe Vorrang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf dem Killesberg macht der Perkins Park den Anfang: Aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden verzichtet einer der bekanntesten Stuttgarter Clubs vorerst&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":690553,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4657,1634,58254,3364,29,159701,30,49584,1441,159700,5329],"class_list":{"0":"post-690552","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-stadtreporter","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-brandkatastrophe","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-feuerfontaene","14":"tag-germany","15":"tag-perkins-park","16":"tag-stuttgart","17":"tag-stuttgarter-clubs","18":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115832091203209712","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=690552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690552\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/690553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=690552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=690552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=690552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}