{"id":690781,"date":"2026-01-03T18:30:50","date_gmt":"2026-01-03T18:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690781\/"},"modified":"2026-01-03T18:30:50","modified_gmt":"2026-01-03T18:30:50","slug":"studie-zu-tempo-30-weniger-unfaelle-kaum-laengere-fahrzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/690781\/","title":{"rendered":"Studie zu Tempo 30: Weniger Unf\u00e4lle, kaum l\u00e4ngere Fahrzeit"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Tempo 30 auf Stra\u00dfen f\u00fchrt laut einer Studie zu weniger Unf\u00e4llen und in der Regel dauert die Fahrt trotz geringerer Geschwindigkeit kaum l\u00e4nger. Das teilte die Bj\u00f6rn-Steiger-Stiftung mit und kommt nach einer Untersuchung von 14 St\u00e4dten zu dem Ergebnis: Eine fl\u00e4chendeckende Einf\u00fchrung einer solchen Geschwindigkeitsbegrenzung besitze ein erhebliches Potenzial, Innenst\u00e4dte sicherer, ges\u00fcnder und lebenswerter zu gestalten.<\/p>\n<p>Die Bj\u00f6rn-Steiger-Stiftung hat nach eigenen Angaben Studien ausgewertet, die Innenst\u00e4dte mit Tempo-Limits betrachtet haben, darunter Berlin, Belfast, Graz, Helsinki, London und Toronto. Die Stadt Graz in \u00d6sterreich habe bereits 1992 als erste europ\u00e4ische Gro\u00dfstadt beschlossen, dass auf 80 Prozent ihres Stra\u00dfennetzes nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden d\u00fcrfe. Seither zogen andere St\u00e4dte nach. Nicht immer sind Autofahrer begeistert.<\/p>\n<p>Wie wirkt sich Tempo 30 auf das Unfallrisiko aus?<\/p>\n<p>In Berlin zum Beispiel gelten laut der Senatsverwaltung f\u00fcr Verkehr h\u00e4ufig vor Grundschulen und Kinderg\u00e4rten sowie auf Abschnitten, wo vermehrt Unf\u00e4lle passierten, Tempolimits &#8211; zum Schutz der Kinder. Sie seien auch n\u00f6tig, um die Nachtruhe zu sch\u00fctzen. Die Hauptstadt hatte zuletzt aber auch Kritik f\u00fcr ihre Entscheidung geerntet, 30er-Zonen auf einigen Abschnitten abzuschaffen.<\/p>\n<p>Der Bj\u00f6rn-Steiger-Stiftung zufolge hat eine niedrigere Geschwindigkeit einen positiven Effekt auf die Sicherheit. So liege die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die t\u00f6dliche Verletzung eines Fu\u00dfg\u00e4ngers bei einem Zusammensto\u00df mit einem Fahrzeug, das etwa 24 Kilometer pro Stunde (km\/h) f\u00e4hrt, bei 3,5 Prozent &#8211; bei Tempo 49,9 bereits bei 37\u00a0Prozent.<\/p>\n<p>Zum Beispiel in Graz sei die Zahl der Unf\u00e4lle zwei Jahre nach Einf\u00fchrung der Regelung um 12 Prozent zur\u00fcckgegangen, im italienischen Bologna ein Jahr nach Beginn des Tempolimits im Gro\u00dfteil des Stadtgebietes um 13 Prozent. In der schottischen Stadt Edinburgh sei die Zahl bei Unf\u00e4llen verletzter Menschen innerhalb von drei Jahren um 43 Prozent gesunken. In allen betrachteten St\u00e4dten nahm demnach die Zahl der Unf\u00e4lle, Verletzten und Get\u00f6teten ab.<\/p>\n<p>Brauchen Autofahrer l\u00e4nger?<\/p>\n<p>Untersucht wurde zudem, ob mit Einf\u00fchrung von Tempo 30 weniger Fahrzeuge unterwegs waren. R\u00fcckg\u00e4nge seien zum Beispiel in Edinburgh und Bologna festgestellt worden. Belastbare Ergebnisse l\u00e4gen aber nicht f\u00fcr alle untersuchten Gebiete vor, hie\u00df es in der Studie der Stiftung, die sich um moderne Nothilfe und Projekte k\u00fcmmert, die Leben retten.<\/p>\n<p>Sind Autofahrer l\u00e4nger unterwegs, wenn nur noch 30 erlaubt sind? Die Studie verweist auf eine Auswertung von GPS-Daten im Vereinigten K\u00f6nigreich, wonach sich die Fahrtzeiten nach der Einf\u00fchrung in Wohngegenden um drei Prozent und im Stadtzentrum um f\u00fcnf Prozent erh\u00f6hten. Das entspreche einer Zunahme der Reisezeit von weniger als einer Minute auf einer f\u00fcnf Meilen (rund 8 Kilometer) langen Strecke.<\/p>\n<p>Was sind Schlussfolgerungen?<\/p>\n<p>\u00abInsgesamt erweist sich die Einf\u00fchrung von Tempo 30 als wirkungsvoller Hebel f\u00fcr die Stadtentwicklung\u00bb, sagte der Leiter der Bj\u00f6rn-Steiger-Unfallforschung, Siegfried Brockmann. \u00abSie verbessert die Verkehrssicherheit, reduziert Emissionen und L\u00e4rmbelastung und steigert gleichzeitig die Lebensqualit\u00e4t.\u00bb<\/p>\n<p>Brockmann forderte die St\u00e4dte in Deutschland auf, die M\u00f6glichkeiten der Stra\u00dfenverkehrsordnung konsequenter zu nutzen: \u00abAn hochfrequentierten Schulwegen und vor Zebrastreifen muss grunds\u00e4tzlich Tempo 30 gelten.\u00bb<\/p>\n<p>Was sagen andere Studien?<\/p>\n<p>Das Umweltbundesamt hatte in einer Studie von 2023 festgestellt, wegen der deutlich positiven Wirkungen auf die L\u00e4rmentlastung und die Verkehrssicherheit sei es sinnvoll, \u00abTempo 30 als inner\u00f6rtliche Regelgeschwindigkeit einzuf\u00fchren\u00bb. 2024 bekamen St\u00e4dte und Gemeinden vom Bund mehr Spielraum f\u00fcr die Einrichtung von Tempo-30-Zonen.<\/p>\n<p>Die Umwelthilfe beklagt auf ihrer Webseite, bisher gebe es in Deutschland auf Hauptverkehrsstra\u00dfen nur vereinzelt Tempo-30-Anordnungen und dann auch nur auf kurzen Strecken oder zu bestimmten Zeiten. Das reiche nicht aus, um positive Effekte zu erzielen. \u00abDeswegen fordern wir bundesweit Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Tempo 30 auf Stra\u00dfen f\u00fchrt laut einer Studie zu weniger Unf\u00e4llen und in der Regel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":690782,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,1209,4418],"class_list":{"0":"post-690781","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-nordrhein-westfalen","12":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115832598319510872","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=690781"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690781\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/690782"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=690781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=690781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=690781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}