{"id":69097,"date":"2025-04-28T22:23:09","date_gmt":"2025-04-28T22:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69097\/"},"modified":"2025-04-28T22:23:09","modified_gmt":"2025-04-28T22:23:09","slug":"das-muessen-sie-ueber-die-elektronische-patientenakte-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69097\/","title":{"rendered":"Das m\u00fcssen Sie \u00fcber die elektronische Patientenakte wissen"},"content":{"rendered":"<p>Seit dem 15. Januar wurde sie getestet, nun wird die elektronische Patientenakte bundesweit eingef\u00fchrt. Sie soll die Behandlung im Krankheits- oder Notfall entscheidend verbessern.<\/p>\n<p>Die elektronische Patientenakte (ePA) ist &#8211; vereinfacht gesagt &#8211; eine Art digitaler Aktenordner f\u00fcr Gesundheitsdaten. Sie speichert sensible Patientendaten wie Blutwerte oder die Medikamentenliste. Verbraucherzentralen und Arztpraxen sehen darin auch eine Gefahr. Die Akte k\u00f6nnte anf\u00e4llig f\u00fcr einen Cyberangriff sein. Das Bundesgesundheitsministerium beruhigt: Die Patientendaten w\u00fcrden sicher auf deutschen Servern gespeichert.<\/p>\n<p>Die elektronische Patientenakte soll die bisher in Praxen und Krankenh\u00e4usern abgelegten Patientendaten digital zusammentragen und die Zettelwirtschaft beenden. Laborwerte, R\u00f6ntgenbilder, Arztbriefe, Befunde und Medikationspl\u00e4ne, aber auch der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft f\u00fcr Kinder und das Zahnbonusheft k\u00f6nnen dann elektronisch archiviert und schnell abgerufen werden. Sowohl Arztpraxen als auch Versicherte selbst k\u00f6nnen darin Dokumente ablegen.<\/p>\n<p>Ziel ist es, wichtige Informationen zur Gesundheit des Patienten ein Leben lang digital zu speichern, damit sich \u00c4rztinnen und \u00c4rzte schnell einen \u00dcberblick \u00fcber die Krankengeschichte verschaffen k\u00f6nnen. Auch bei neuen Patienten k\u00f6nnen Mediziner sofort sehen, was bisher gemacht wurde. Bei der Verschreibung von Medikamenten k\u00f6nnen sie zudem erkennen, ob unerw\u00fcnschte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln drohen. Zudem k\u00f6nnen unn\u00f6tige Doppeluntersuchungen  vermieden werden. Mit der ePA soll das Gesundheitswesen effektiver, schneller, unb\u00fcrokratischer und damit auch kosteng\u00fcnstiger werden. Der Austausch von Dokumenten zwischen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken soll so erleichtert werden. Alle Fragen rund um die elektronische Patientenakte beantwortet das Bundesgesundheitsministerium\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/epa-vorteile\/\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Bundesgesundheitsministerium: Die elektronische Patientenakte f\u00fcr alle\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer nofollow\" data-pjax=\"0\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>An der ePA wird schon seit rund 20 Jahren gearbeitet. Jetzt wird sie fl\u00e4chendeckend f\u00fcr die mehr als 73 Millionen gesetzlich Versicherten eingef\u00fchrt. Jahrelang gab es Streit und viel Widerstand bei \u00c4rzten und Datensch\u00fctzern. Auch technisch war die ePA eine Herausforderung.  <\/p>\n<p>Seit 15. Januar haben 70 Millionen gesetzlich Versicherte in ganz Deutschland eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen. Das Zusammenspiel mit Praxen und Kliniken wurde aber zun\u00e4chst nur in drei Regionen getestet. 300 Praxen, Apotheken und Kliniken in den drei Modellregionen Hamburg und Umland, Franken und Teilen Nordrhein-Westfalens testeten die ePA bereits im Alltag. Ab dem 29. April kann die ePA in ganz Deutschland genutzt werden &#8211; ab Oktober soll sie dann in Arztpraxen und Kliniken verpflichtend werden.  <\/p>\n<p>Auch private Krankenversicherungen k\u00f6nnen eine ePA anbieten. Privat Versicherte m\u00fcssen allerdings im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten aktiv eine elektronische Patientenakte anfordern.<\/p>\n<p>Die jeweilige Krankenkasse stellt ihren Mitgliedern eine App f\u00fcr die Patientenakte zur Verf\u00fcgung. Die Patienten haben nur \u00fcber die von ihnen heruntergeladene App Zugriff auf ihre Dokumente. Es gibt auch eine App-Version f\u00fcr den PC oder Laptop. Mit der App kann man Dokumente hochladen, anzeigen, verbergen und l\u00f6schen. Ebenso k\u00f6nnen die Besitzer Zugriffsberechtigungen und Zugriffsdauer von \u00c4rzten und Apothekern festlegen. Es ist auch m\u00f6glich, einer Stellvertreterin oder einem Stellvertreter &#8211; etwa nahen Angeh\u00f6rigen &#8211; den Zugriff auf die ePA zu erlauben. Bei einem Wechsel der Krankenkasse erfolgt die \u00dcbernahme der Daten automatisch.<\/p>\n<p>Digitalbotschafter in RLP &#8211; Tipps und Hilfe zur ePA f\u00fcr \u00c4ltere <\/p>\n<p>Die elektronische Patientenakte soll auch \u00e4lteren Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig \u00c4rzte aufsuchen, einen besseren \u00dcberblick \u00fcber ihre Befunde, R\u00f6ntgenbilder, Diagnosen und unterschiedlichen Medikamente liefern. Gerade Senioren sind jedoch mit der Nutzung von Handys, Laptops und Apps nicht immer vertraut und sicher im Umgang. Zusammen mit der Medienanstalt Rheinland-Pfalz als Tr\u00e4gerin des Vorhabens hat die Landesregierung das <a href=\"https:\/\/digital-botschafter.silver-tipps.de\/epa\/\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Coaches f\u00fcr die ePA in Rheinland-Pfalz\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer nofollow\" data-pjax=\"0\">Projekt ePA-Coaches <\/a>ins Leben gerufen. Extra daf\u00fcr ausgebildete Trainer sollen beim Einrichten und Bedienen der ePA helfen und H\u00fcrden abbauen. <\/p>\n<p>Die \u00e4lteren Menschen werden dabei unterst\u00fctzt, ihre digitale Patientenakte einzurichten und die grundlegenden Funktionen zu verstehen. Die Coaches helfen dabei, die ePA im Alltag effektiv zu nutzen und Vertrauen in die neue Technologie aufzubauen. <\/p>\n<p>Die rheinland-pf\u00e4lzische Landesregierung f\u00f6rdert das Projekt f\u00fcr eine Dauer von zwei Jahren mit insgesamt 250.000 Euro. Rund 100 ehrenamtliche Digital-Botschafter haben sich bereits f\u00fcr die Zusatzqualifizierung angemeldet.\u00a0 <\/p>\n<p>Versicherte, die keine App bedienen k\u00f6nnen oder wollen, sollen dennoch von den Vorteilen der elektronischen Patientenakte profitieren. Denn beim Arzt w\u00e4ren sie ebenfalls abrufbar.\u00a0Zudem kann die E-Akte auch \u00fcber einen PC genutzt, in ausgew\u00e4hlten Apotheken eingesehen oder von Berechtigten &#8211; zum Beispiel einem Familienmitglied &#8211; gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Versicherte m\u00fcssen sich bei erstmaliger Anmeldung in der ePA-App ihrer Krankenkasse entweder mit ihrem elektronischen Personalausweis und PIN oder ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und der dazugeh\u00f6rigen PIN authentifizieren. Alternativ wird die Erstauthentifizierung auch in der Apotheke m\u00f6glich sein. F\u00fcr nachfolgende Logins k\u00f6nnen Versicherte aktiv entscheiden, welche Identifizierung sie nutzen (z. B. Gesichtserkennung). \u00c4rztinnen und \u00c4rzte ben\u00f6tigen f\u00fcr den Zugriff ihren Heilberufsausweis und ebenfalls eine PIN<strong>. <\/strong><\/p>\n<p>Ja. \u00dcber die M\u00f6glichkeiten des Widerspruchs sollen die Krankenkassen ihre Versicherten informieren. Dabei sollen die Kassen &#8222;einfache und barrierefreie Verfahren&#8220; anbieten, durch die jederzeit widersprochen werden kann. <\/p>\n<p>Bisher mussten Patienten ausdr\u00fccklich zustimmen (Opt-in-Verfahren), wenn sie eine ePA haben wollten. K\u00fcnftig gilt die sogenannte <a href=\"https:\/\/www.datenschutz.org\/opt-out\/\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Opt-Out: Ein Einwilligungsverfahren\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer nofollow\" data-pjax=\"0\">Widerspruchsl\u00f6sung (Opt-out<\/a>): Jeder, der nicht ausdr\u00fccklich Nein sagt, ist automatisch mit dabei. Ein Widerspruch kann allerdings auch wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Genauso funktioniert es umgekehrt &#8211; wer zun\u00e4chst zugestimmt hat, kann das widerrufen, dann wird die Akte gel\u00f6scht. <\/p>\n<p>Alle gesetzlich Versicherten haben einen Anspruch auf eine ePA. Das gilt auch f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Einen m\u00f6glichen Widerspruch erkl\u00e4rt in diesem Fall der gesetzliche Vertreter, also in der Regel die Eltern. Ab Vollendung des 15. Lebensjahrs k\u00f6nnen Jugendliche ihre Widerspruchsrechte auch selbst aus\u00fcben.  <\/p>\n<p>Die Daten geh\u00f6ren den Patienten. Sie k\u00f6nnen deshalb auch bestimmen, ob und welche Informationen in der ePA gespeichert werden und auch, welche wieder gel\u00f6scht werden sollen. Patienten k\u00f6nnen auch entscheiden, dass der Arzt in die Patientenakte nur hineinschreibt, aber nicht sieht, was dort schon enthalten ist. Sie k\u00f6nnen auch vorgeben, ob sie die Daten entweder nur f\u00fcr die aktuelle Behandlung oder f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum, zum Beispiel in der Hausarztpraxis, freigeben. <\/p>\n<p>Patientinnen und Patienten sollen auch bestimmen, ob aus ihrer Sicht vielleicht problematische Informationen wie psychische Erkrankungen oder ein Schwangerschaftsabbruch in der ePA stehen d\u00fcrfen. Deshalb k\u00f6nnen sie verschiedene Vertraulichkeitsstufen einstellen.<\/p>\n<p>Der Zugriff auf die ePA erfolgt \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.kbv.de\/html\/telematikinfrastruktur.php\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Telematikinfrastruktur erm\u00f6glicht ePA, eAU und eRezept\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener noreferrer nofollow\" data-pjax=\"0\">die Telematikinfrastruktur<\/a>, eine Datenautobahn des Gesundheitswesens, die in sich geschlossen und sicher sein soll. Niemand au\u00dfer der oder dem Versicherten und denjenigen, die von diesen zum Zugriff berechtigt wurden, k\u00f6nnen die Inhalte lesen, auch die Krankenkassen nicht. Sie sollen weiterhin nur Zugriff auf die Abrechnungsdaten haben. <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/elektronische-patientenakte-sicherheitsluecken-chaos-computer-club-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"Einf\u00fchrung der sogenannten ePA - &quot;Chaos Computer Club&quot; findet Sicherheitsl\u00fccken bei elektronischer Patientenakte\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Datensch\u00fctzer verweisen jedoch auf m\u00f6gliche Hacker-Angriffe.<\/a><\/p>\n<p>Ja. Ein Ziel der Reform ist es, der Pharmaforschung in Deutschland durch die umfassende Bereitstellung von Patientendaten einen Schub zu geben. Auch f\u00fcr die Verbesserung der Versorgung und statistische Zwecke d\u00fcrfen sie verwendet werden. Allerdings werden die Daten dabei mit Pseudonymen versehen, k\u00f6nnen den Patienten also nicht mehr direkt zugeordnet werden. Noch-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) versicherte, es sei &#8222;kein Missbrauch m\u00f6glich&#8220;. Wenn man seine Daten nicht bereitstellen will, kann man in der ePA-App auch widersprechen.<\/p>\n<p>Deutschland<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/wissen\/was-bringt-die-elektronische-patientenakte-epa-fuer-die-forschung-100.html\" title=\"Gesundheit - Das bringt die elektronische Patientenakte f\u00fcr die Forschung\" class=\"teasertracking clickzone link\" role=\"presentation\" tabindex=\"-1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1736270498616,was-bringt-die-elektronische-patientenakte-epa-fuer-die-forschung-102-100~_v-16x9@2dXS.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: IMAGO, IMAGO \/ R\u00fcdiger W\u00f6lk\" alt=\"Handy mit ePA-App\" title=\"Handy mit ePA-App (Foto: IMAGO, IMAGO \/ R\u00fcdiger W\u00f6lk)\" width=\"320\" height=\"180\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/wissen\/was-bringt-die-elektronische-patientenakte-epa-fuer-die-forschung-100.html\" title=\"Gesundheit - Das bringt die elektronische Patientenakte f\u00fcr die Forschung\" class=\"teasertracking clickzone link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\nGesundheit<br \/>\nDas bringt die elektronische Patientenakte f\u00fcr die Forschung<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/wissen\/was-bringt-die-elektronische-patientenakte-epa-fuer-die-forschung-100.html\" title=\"Gesundheit - Das bringt die elektronische Patientenakte f\u00fcr die Forschung\" class=\"teasertracking clickzone link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Am 15. Januar kommt die ePA &#8211; die elektronische Patientenakte. Sie soll die Behandlung und die medizinische Forschung vereinfachen.\n<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim sieht Fortschritte bei den Regelungen zur Nutzung von Gesundheitsdaten etwa f\u00fcr klinische Studien in Deutschland, bem\u00e4ngelt aber eine schleppende Umsetzung eines neuen Gesetzes. Das im M\u00e4rz dieses Jahres in Kraft getretene Gesetz zur verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten sei wichtig und richtig, sagte Deutschlandchef Fridtjof Traulsen in Biberach.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit dem 15. Januar wurde sie getestet, nun wird die elektronische Patientenakte bundesweit eingef\u00fchrt. 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