{"id":691311,"date":"2026-01-03T23:45:20","date_gmt":"2026-01-03T23:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691311\/"},"modified":"2026-01-03T23:45:20","modified_gmt":"2026-01-03T23:45:20","slug":"investoren-kaufen-arztpraxen-wie-wichtig-ist-der-gewinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691311\/","title":{"rendered":"Investoren kaufen Arztpraxen: Wie wichtig ist der Gewinn?"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/gesundheit338.webp.webp\" alt=\"Ein Stethoskop liegt auf Geldscheine.\" title=\"Ein Stethoskop liegt auf Geldscheine. | picture alliance \/ Zoonar, Stockfotos-MG\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n                Stand: 03.01.2026 18:03 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Hinter Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) stecken immer h\u00e4ufiger Finanzinvestoren. Die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung in Schleswig-Holstein sieht darin eine Gefahr. MVZ-Betreiber wehren sich gegen die Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Julian Marxen<\/p>\n<p class=\"\">Wer zum Arzt geht, vertraut darauf, dass er dort bestm\u00f6glich behandelt wird. Dass Mediziner Untersuchungen und Operationen durchf\u00fchren, weil sie n\u00f6tig sind und nicht weil sie viel Geld bringen. Doch wie ist das in Praxen, die von privaten Finanzinvestoren gef\u00fchrt werden? Steht hier Gewinnmaximierung \u00fcber Patientenwohl?<\/p>\n<p class=\"\">Genau das bef\u00fcrchten Branchenkenner. Sie warnen davor, dass immer mehr Geldgeber in den Gesundheitssektor einsteigen. In Schleswig-Holstein sind Investoren laut Kassen\u00e4rztlicher Vereinigung (KVSH) vor allem an ausgen\u00e4rztlichen Praxen interessiert, steigen aber auch in den Bereichen Radiologie, Orthop\u00e4die und Zahnmedizin ein.<\/p>\n<p>    Was ist wichtiger: Geld oder Gesundheit?<\/p>\n<p class=\"\">Ein Sprecher der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung betont auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein: &#8222;Die KVSH sieht die zunehmende Verbreitung investorenbetriebener Medizinischer Versorgungszentren mit gro\u00dfer Sorge.&#8220; Und mehr noch:<\/p>\n<blockquote><p>\n        Dieses Modell stellt eine ernsthafte Gefahr f\u00fcr die eine patientenorientierte Versorgung dar.<\/p>\n<p>                Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Schleswig-Holstein<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"\">Und auch die AOK Nordwest hat nach eigener Auskunft Bedenken, dass medizinische Entscheidungen zunehmend von Kapitalinteressen beeinflusst werden k\u00f6nnten, wenn die &#8222;\u00e4rztliche Unabh\u00e4ngigkeit nicht ausreichend gesch\u00fctzt&#8220; wird.<\/p>\n<p>    Selbstzahlerleistungen: Zu wenig Aufkl\u00e4rung<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/arztgespraech100.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/arztgespraech100.webp.webp\" alt=\"Arzt spricht mit einem Patienten\" title=\"Patientenberater berichten: Bei MVZ erfahren Patienten mitunter nicht alles, was sie im Vorfeld \u00fcber Selbstzahlerleistungen wissen m\u00fcssten. | Fotolia.com, rocketclips\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Patientenberater berichten: Bei MVZ erfahren Patienten mitunter nicht alles, was sie im Vorfeld \u00fcber Selbstzahlerleistungen wissen m\u00fcssten.<\/p>\n<p class=\"\">Tats\u00e4chlich gehen bei der Patientenberatung der Ombudsm\u00e4nner- und Frauen in Schleswig-Holstein auch Beschwerden ein. Demnach werden Patienten in Medizinischen Versorgungszentren mitunter nicht ausreichend aufgekl\u00e4rt, wenn es um Untersuchungen und Eingriffe geht, welche die Patienten selbst bezahlen m\u00fcssten und nicht von der gesetzlichen Krankenkasse \u00fcbernommen werden. Doch ob es sich in diesen F\u00e4llen um MVZ handelt, die von Medizinern oder Investoren gef\u00fchrt werden, ist nach Angaben der Ombudsstelle unklar.<\/p>\n<p>    Hilfe: Angebote f\u00fcr Patienten<\/p>\n<p class=\"\">Wenn Patienten Verdacht haben, dass sie falsch behandelt oder zu Eingriffen \u00fcberredet werden, k\u00f6nnen sie sich an verschiedene Stellen wenden: Ansprechpartner sind die Krankenkassen, die <a href=\"https:\/\/www.patientenombudsmann.de\/\" title=\"Beratung: Ombudsleute helfen Patienten\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Patientenombudsleute<\/a> oder die <a href=\"https:\/\/patientenberatung.de\/\" title=\"Unterst\u00fctzung durch die Stiftung Patientenberatung\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stiftung Unabh\u00e4ngige Patientenberatung<\/a>. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt generell, bei komplexeren Eingriffen eine zweite Meinung einzuholen. Konkret bietet die Verbraucherzentrale zusammen mit der Zahn\u00e4rztekammer und der KVSH eine <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale.sh\/beratungsstellen\/606\/kontakt\/Zahn%C3%A4rztliche%20Beratung\/18652\" title=\"Verbraucherzentrale SH bietet zahnmedizinische Beratung\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zahnmedizinische Beratung<\/a> an, bei der unter anderem auch Kostenvoranschl\u00e4ge gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>    Die meisten MVZ in Kiel<\/p>\n<p class=\"\">Fest steht: Deutschlandweit greifen Spekulanten immer h\u00e4ufiger nach Medizinischen Versorgungszentren. Es sind gr\u00f6\u00dfere Praxen, in denen mehrere \u00c4rzte angestellt sind. Wirtschaftlich gef\u00fchrt werden diese Zentren von Kapitalgebern. In Schleswig-Holstein gab es laut Gesundheitsministerium zuletzt 139 Medizinische Versorgungszentren. Die meisten davon in Kiel (25), gefolgt von den Kreisen Schleswig-Flensburg (14), Pinneberg (11), Rendsburg-Eckernf\u00f6rde (11) und L\u00fcbeck (11). Doch die liegen nicht alle automatisch in den H\u00e4nden von Investoren.<\/p>\n<p>    Forderung: Regulierung und Transparenzregister<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/vonderdecken112.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/vonderdecken112.webp.webp\" alt=\"Die Gesundheits- und Justizministerin von Schleswig-Holstein, Kerstin von der Decken.\" title=\"Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) ist f\u00fcr eine sch\u00e4rfere Regulierung von Medizinischen Versorgungszentren. Zusammen mit anderen L\u00e4nderkollegen hat die Ministerin den Bund schon mehrfach zum Handeln aufgerufen.  | NDR, Anna-Lena Storm\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) ist f\u00fcr eine sch\u00e4rfere Regulierung von Medizinischen Versorgungszentren. Zusammen mit anderen L\u00e4nderkollegen hat die Ministerin den Bund schon mehrfach zum Handeln aufgerufen. <\/p>\n<p class=\"\">Wer hinter den Praxen steckt, ist oft nicht zu erkennen. Die Inhaberstrukturen sind verschachtelt. Schleswig-Holstein und andere Bundesl\u00e4nder fordern daher ein sogenanntes MVZ-Regulierungsgesetz. Dazu soll geh\u00f6ren, dass Tr\u00e4ger und Betreiber auf dem Praxisschild stehen und in einem Register erfasst werden m\u00fcssen. Au\u00dferdem soll der Anteil an Medizinischen Versorgungszentren begrenzt werden. Das m\u00fcsste bundesgesetzlich festgelegt werden. Das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein sieht deshalb die Bundesregierung in der Pflicht.<\/p>\n<p>    Betreiber wehren sich gegen Kritik<\/p>\n<p class=\"\">Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren ist nach eigenen Angaben offen f\u00fcr ein solches Transparenzregister. Der Verband widerspreche aber Vorw\u00fcrfen, Investoren stellten eine Gefahr f\u00fcr die patientenorientierte Versorgung dar.<\/p>\n<blockquote><p>\n        Weder empirische Studien noch vorliegende Gutachten belegen, dass Patientinnen und Patienten in\u00a0MVZ-Gruppen schlechter oder weniger patientenorientiert versorgt w\u00fcrden als in anderen ambulanten Versorgungsformen.<\/p>\n<p>                Alexandra Gutwein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Verband: MVZ k\u00f6nnen ambulante Versorgung st\u00e4rken<\/p>\n<p class=\"\">Investorengef\u00fchrte Praxen bieten nach Ansicht von Fachleuten auch <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/MVZ-als-Loesung-fuer-den-Aerztemangel-Einige-Probleme-bleiben,versorgungszentrum110.html\" title=\"MVZ als L\u00f6sung f\u00fcr den \u00c4rztemangel? Einige Probleme bleiben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vorteile<\/a> f\u00fcr Patienten und Mediziner: So m\u00fcssten sich die dort arbeitenden \u00c4rzte zum Beispiel nicht um Verwaltungsaufgaben k\u00fcmmern. Auch gingen sie kein wirtschaftliches Risiko ein, weil sie angestellt und nicht selbstst\u00e4ndig seien. Und der Bundesverband der MVZ-Betreiber ist \u00fcberzeugt, dass &#8222;Medizinische Versorgungszentren einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der ambulanten Versorgung&#8220; leisten.\u00a0Patientinnen und Patienten w\u00fcrden zum Beispiel von Investitionen in moderne Medizintechnik profitieren, aber auch von l\u00e4ngeren \u00d6ffnungszeiten als in Einzelpraxen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.01.2026 18:03 Uhr Hinter Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) stecken immer h\u00e4ufiger Finanzinvestoren. 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