{"id":691435,"date":"2026-01-04T00:58:18","date_gmt":"2026-01-04T00:58:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691435\/"},"modified":"2026-01-04T00:58:18","modified_gmt":"2026-01-04T00:58:18","slug":"an-der-wand-haengt-es-schon-lange-doch-erst-jetzt-gehoert-das-gemaelde-dem-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691435\/","title":{"rendered":"An der Wand h\u00e4ngt es schon lange, doch erst jetzt geh\u00f6rt das Gem\u00e4lde dem Museum"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mit kr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung durch den F\u00f6rderkreis Museum Biberach ist der Ankauf eines kostbaren Gem\u00e4ldes des bedeutenden Barockmalers Johann Heinrich Sch\u00f6nfeld, geb\u00fcrtig aus Biberach, gelungen. Es handelt sich um das \u00d6lgem\u00e4lde \u201eHochzeit zu Kana\u201c aus der Zeit um 1670. Es zeigt die gleichnamige Wundererz\u00e4hlung aus der Bibel, bei der Jesus Wasser zu Wein verwandelt.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Neu d\u00fcrfte das Bild f\u00fcr den kundigen Museumsbesucher nicht sein. Denn bereits seit 1999 befindet sich das repr\u00e4sentative, gro\u00dfformatige Gem\u00e4lde des von 1609 bis 1684 lebenden Malers als Leihgabe im Museum Biberach. In der Ausstellungsabteilung \u201eKunst 17.-19. Jahrhundert\u201c bildet es zusammen mit dem juwelenbesetzten Blumenkorb von Johann Melchior Dinglinger seit 2002 das prachtvolle Entree zur au\u00dfergew\u00f6hnlich reichhaltigen historischen Kunstsammlung des Biberacher Museums.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich eine Leihgabe<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Auf welch abenteuerliche Weise das Bild seinerzeit nach Biberach kam, daran erinnert sich Museumsleiter Frank Brunecker noch ganz genau. Bei einem M\u00fcnchner Kunstsammler hatten der stellvertretende Museumsleiter Uwe Degreif und er das Gem\u00e4lde aufgetan. Sie konnten ihn \u00fcberzeugen, das Bild als Leihgabe dem Museum in Sch\u00f6nfelds Geburtsstadt Biberach zu \u00fcberlassen. \u201eWir haben es in Decken eingewickelt, in Uwe Degreifs VW Golf den R\u00fccksitz umgeklappt und es so von M\u00fcnchen nach Biberach transportiert\u201c, erz\u00e4hlt Brunecker. In Biberach wurde das Bild gereinigt und neu gerahmt und war seither einer der Blickf\u00e4nge der Ausstellungsabteilung im ersten Stock.<\/p>\n<blockquote class=\"tw-m-0 tw-italic tw-flex tw-items-start before:tw-hidden\">\n<p class=\"tw-text-secondary tw-mb-0 tw-text-base sm:tw-text-base\">Wir haben es in Decken eingewickelt, in Uwe Degreifs VW Golf den R\u00fccksitz umgeklappt und es so von M\u00fcnchen nach Biberach transportiert.<\/p>\n<p>Frank Brunecker, Museumsleiter<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Urpl\u00f6tzlich schien dieser Zustand allerdings im Laufe dieses Jahres bedroht, als die Leihgeber-Familie aus M\u00fcnchen die Museumsleitung in diesem Sommer in Kenntnis setzte, das Gem\u00e4lde verkaufen zu wollen. Aus dem renommierten Auktionshauses Dorotheum in Wien lag bereits ein Angebot vor. In Biberach setzte daraufhin rege Betriebsamkeit ein. \u201eWir wollten das Gem\u00e4lde nat\u00fcrlich hier behalten\u201c, so Brunecker. \u201eWir h\u00e4tten es nicht ann\u00e4hernd durch ein gleichwertiges Werk an dieser prominenten Stelle unserer Ausstellung ersetzen k\u00f6nnen. Das w\u00e4re ein schlimmer Verlust gewesen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/b959ae2d-b438-416b-a680-8f8649dee459.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Seit 1999 befindet sich die \u201eHochzeit zu Kana\u201c in Biberach.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Seit 1999 befindet sich die \u201eHochzeit zu Kana\u201c in Biberach. (Foto: Gerd M\u00e4gerle)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Mit der R\u00fcckendeckung durch den F\u00f6rderkreis Museum Biberach gelang es dem Museumsleiter schlie\u00dflich, ein Gegenangebot unterbreiten. Gl\u00fccklicherweise stimmte die Familie Steinle aus M\u00fcnchen zu. Denn auch Christine Steinle, der Frau des inzwischen verstorbenen Kunstsammlers, sowie ihren S\u00f6hnen Philipp und Simon war sehr daran gelegen, dass dieses besonders sch\u00f6ne Sch\u00f6nfeld-Gem\u00e4lde dauerhaft im Biberacher Museum bleibt. Dies betonte sie bei ihrem Besuch in Biberach kurz vor Jahresende. Den Kaufpreis bezifferte Brunecker bei diesem Anlass auf 60.000 Euro.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Spannend auch: Das Gem\u00e4lde gibt es zweimal, wobei das Biberacher Werk das unbekanntere ist. Das bekannte Sch\u00f6nfeld-Gem\u00e4lde der \u201eHochzeit zu Kana\u201c h\u00e4ngt in der Eremitage im russischen St. Petersburg. \u201eWir wollten es vor Jahren einmal ausleihen, um es neben das Biberacher Gem\u00e4lde zu h\u00e4ngen, um eine sogenannte H\u00e4ndescheidung zu machen\u201c, erl\u00e4uterte Degreif. Aus Kostengr\u00fcnden kam das jedoch nicht zustande.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/49ce332c-12fd-466c-b303-bf63cb1fd63a.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Die feinen Strukturen der Gew\u00e4nder hat Johann Heinrich Sch\u00f6nfeld selbst gemalt, ist Uwe Degreif \u00fcberzeugt.\"\/><img decoding=\"async\" alt=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\" class=\"sm:tw-w-9 sm:tw-h-9\" src=\"https:\/\/www.schwaebische.de\/_next\/static\/media\/imageExpand.10dba927.svg\"\/><\/p>\n<p>Die feinen Strukturen der Gew\u00e4nder hat Johann Heinrich Sch\u00f6nfeld selbst gemalt, ist Uwe Degreif \u00fcberzeugt. (Foto: Gerd M\u00e4gerle)<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Unter H\u00e4ndescheidung versteht man in der Kunst den Prozess, bei dem gekl\u00e4rt wird, ob oder wie viel eines Werks tats\u00e4chlich von einem bestimmten K\u00fcnstler stammt. \u201eWir gehen davon aus, dass Sch\u00f6nfeld an diesem Werk gearbeitet hat\u201c, sagt Degreif. Vor allem an den Stellen, an denen das Licht am hellsten ist, und auf die die Augen des Betrachters zuerst fallen, habe er selbst gemalt. Degreif verweist auf die feine Darstellung eines Brokatstoffs und auf Speisen im Vordergrund des Gem\u00e4ldes.<\/p>\n<p>\u201eFreuen uns, dass dieser Schatz in Biberach bleiben darf\u201c<\/p>\n<p class=\"tw-text-neutral-10 tw-py-2 tw-border-t tw-mb-0 tw-text-title-md tw-font-medium tw-border-solid tw-border-b-neutral-10 tw-font-primary\">Empfohlene Artikel<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Andere Bereiche des Bildes, wie der eher sackartige Vorhang in der Mitte, seien von Gesellen und Gehilfen aus Sch\u00f6nfelds damaliger Werkstatt in Augsburg gemalt worden. \u201eDas war in der damaligen Zeit ein normales Vorgehen. Kein Meister hat ein gro\u00dfformatiges Altarbild komplett selbst gemalt. Da waren \u00fcberall ihre Werkst\u00e4tten mit im Spiel\u201c, so Degreif.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Dass es von der \u201eHochzeit zu Kana\u201c ein zweites Gem\u00e4lde von Sch\u00f6nfeld gibt, sei in der Literatur lange nicht bekannt gewesen. Kunststammler Steinle aus M\u00fcnchen kaufte es seinerzeit aus italienischem Privatbesitz. Vermittelt hatte dies der aus Biberach stammende Maler und Kunstsammler Michael Lesehr. \u201eWir freuen uns, dass dieser Schatz in Biberach bleiben darf\u201c, meinte Oberb\u00fcrgermeister Norbert Zeidler. Er dankte zusammen mit der zust\u00e4ndigen Dezernentin Verena F\u00fcrgut besonders auch dem F\u00f6rderkreis Museum f\u00fcr seinen Einsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit kr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung durch den F\u00f6rderkreis Museum Biberach ist der Ankauf eines kostbaren Gem\u00e4ldes des bedeutenden Barockmalers Johann&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":691436,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-691435","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115834120096946836","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/691435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=691435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/691435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/691436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=691435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=691435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=691435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}