{"id":691505,"date":"2026-01-04T01:41:14","date_gmt":"2026-01-04T01:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691505\/"},"modified":"2026-01-04T01:41:14","modified_gmt":"2026-01-04T01:41:14","slug":"zehnjahresplan-in-china-2025-wirkt-und-wird-fuer-deutschland-zum-milliardenproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691505\/","title":{"rendered":"Zehnjahresplan in China 2025 wirkt \u2013 und wird f\u00fcr Deutschland zum Milliardenproblem"},"content":{"rendered":"<p>Die Solarindustrie haben wir bereits an China verloren, auf dem Automarkt sieht es immer d\u00fcsterer aus. Doch China r\u00fcstet jetzt auch bei Maschinenbau und Chemie stark auf. Um den Verlust von Millionen Arbeitspl\u00e4tzen zu verhindern, sind Reformen n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Als China um die Jahrtausendwende seinen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung begann, tat es dies, indem es sich zur \u201eWerkbank der Welt\u201c entwickelte. Billige Produktionsst\u00e4tten f\u00fcr Elektronik von iPhones bis K\u00fchlschr\u00e4nken, Kinderspielzeug und Textilien bildeten das R\u00fcckgrat der chinesischen Industrie.\u00a0<\/p>\n<p>Doch diese Zeiten sind l\u00e4ngst vorbei. Vor etwas mehr als zehn Jahren rief der damalige Premierminister Li Keqiang die Strategie \u201eMade in China 2025\u201c aus. Ziel dieser ist es, die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette im Land zu behalten und die Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischen Konzernen zu reduzieren.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE\u201eMade in China 2025\u201c geht noch viel weiter<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Politik sp\u00fcren wir heute in vielen Bereichen. China dominiert etwa <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/neuer-handelskrieg-zwischen-usa-und-china-bedroht-bis-zu-vier-millionen-jobs-in-deutschland_a92d6a71-cebe-48dc-aa14-497d11887da0.html\" rel=\"follow noopener\" target=\"_self\">die Raffinierung von Seltenen Erden<\/a>, die f\u00fcr viele moderne Elektroger\u00e4te und in der Medizintechnik unersetzlich sind. Es hat im vergangenen Jahrzehnt die f\u00fchrende Rolle Deutschlands in der Solarindustrie \u00fcbernommen und schickt sich jetzt an, auch den Automarkt zu dominieren. Der Elektroautobauer <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/byd-co-h-wkn-a0m4w9_H1715735364_7049698\/?CODE_MARKET=_GAT\" rel=\"follow noopener\" target=\"_blank\">BYD <\/a>war im ersten Halbjahr 2025 bereits der viertgr\u00f6\u00dfte Autobauer der Welt und f\u00fchrend im Bereich von elektrischen Antrieben. Zwei Drittel aller weltweit verkauften Elektroautos kamen in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 laut einer Analyse von PricewaterhouseCoopers bereits aus China.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Doch das Reich der Mitte stoppt nicht. Es hat auch weitere Industriebranchen ins Visier genommen. In den kommenden Jahren soll China f\u00fchrend in Bereichen werden, in denen bisher deutsche Konzerne vorne liegen: <strong>Maschinenbau, Chemie und Pharma<\/strong>. F\u00fcr die deutsche Wirtschaft ist das eine gro\u00dfe Bedrohung: \u201eChina hat in mehreren fortschrittlichen Industrien aufgeholt. Das Land ist in diesen Bereichen sehr stark und das tr\u00e4gt zu Deutschlands schwacher Wachstumsleistung bei&#8220;, sagte Holger G\u00f6rg, Leiter der Forschungsgruppe Internationaler Handel und Investitionen am Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW), <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/china-bedr%C3%A4ngt-deutschland-nicht-nur-bei-autos\/a-71985926\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gegen\u00fcber der Deutschen Welle<\/a>.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>So steht es um die einzelnen Branchen:<\/p>\n<p><strong>Maschinenbau<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie wichtig ist die Branche in Deutschland?\u00a0<\/strong>Je nach Definition z\u00e4hlen hierzulande zwischen 6600 und 9200 Betriebe zum Maschinenbau. Die Spanne kommt daher, dass Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern oft nicht systematisch erfasst sind. Sie besch\u00e4ftigen nach Sch\u00e4tzung des Dachverbandes VDMA rund 1,2 Millionen Mitarbeiter. 2024 machte die Branche einen Umsatz von 254,4 Milliarden Euro, was nach 2023 das beste Ergebnis der bundesdeutschen Geschichte war. Dabei lebt der deutsche Maschinenbau stark vom Export, rund 80 Prozent aller G\u00fcter gehen ins Ausland. Maschinen waren entsprechend mit einem Volumen von 219 Milliarden Euro laut Statistischem Bundesamt nach Autos auch das zweitwichtigste deutsche Exportgut im vergangenen Jahr.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><strong>Wie holt China auf?\u00a0<\/strong>Von den zehn Schl\u00fcsselindustrien, die China mit seiner 2025er-Strategie nach vorne bringen wollte, fallen gleich mehrere in den Bereich Maschinenbau, etwa f\u00fcr Landwirtschaft, Seefahrt- und Meerestechnik, Elektrizit\u00e4t, Werkzeuge, Roboter und Medizintechnik. Unternehmen, die sich in diesen Bereichen engagieren, bekommen vom Staat entweder direkte Zusch\u00fcsse oder g\u00fcnstige Kredite. Sie k\u00f6nnen ihre Produkte dann g\u00fcnstiger auf dem Weltmarkt anbieten und so ausl\u00e4ndische Konkurrenz verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><strong>Welche Auswirkungen hat das auf Deutschland?\u00a0<\/strong>\u201eChina spielt unfair\u201c, sagte der VDMA in einem Papier im Juni bereits. Der Verband kritisiert, dass sich das Land nicht an Antidumping- und Antisubventionsregeln des <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/immobilien\/riesiges-risiko-wie-sehr-die-neue-weltordnung-unsere-branchen-bedroht_6c1cf969-af6a-45ee-be54-19c04e47d75e.html\" rel=\"follow noopener\" target=\"_self\">Welthandels<\/a> h\u00e4lt und auch oft Produkte in die EU liefert, die nicht hiesigen, gesetzlichen Anforderungen entsprechen, aber eben g\u00fcnstiger sind als heimische. Die Branche wird nach dem Hoch im Jahr 2023 dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge schrumpfen. Erwartet wird ein Minus von 5,6 Prozent nach rund acht Prozent im Vorjahr. Von Juni 2024 bis Juni 2025 gingen bereits rund zwei Prozent aller Jobs in der Branche verloren \u2013 also etwa 24.000. Seitdem scheint sich die Lage beruhigt zu haben, doch langfristig gehen Branchenexperten von einem weiteren R\u00fcckgang aus.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Chemie und Pharma<\/p>\n<p><strong>Wie wichtig ist die Branche in Deutschland?\u00a0<\/strong>Rund 2100 Betriebe in Deutschland sind in diesen beiden Branchen aktiv. Die \u00fcberwiegende Mehrheit von ihnen sind dabei kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen. Es gibt nur wenige Gro\u00dfkonzerne wie etwa <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/basf-wkn-basf11_H1122702261_34694526\/?CODE_MARKET=_GER\" rel=\"follow noopener\" target=\"_blank\">BASF<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/merck-wkn-659990_H1291946033_82676\/?CODE_MARKET=_GER\" rel=\"follow noopener\" target=\"_blank\">Merck<\/a>, Boehringer Ingelheim, <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/bayer-wkn-bay001_H1497539310_25272187\/?CODE_MARKET=_GER\" rel=\"follow noopener\" target=\"_blank\">Bayer <\/a>und <a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/aktien\/covestro-wkn-606214_H2083978116_12587335\/?CODE_MARKET=_GER\" rel=\"follow noopener\" target=\"_blank\">Covestro<\/a>. Die beiden verwandten Branchen besch\u00e4ftigten Ende vergangenen Jahres rund 500.000 Menschen. Der Jahresumsatz liegt in diesem Jahr bei rund 220 Milliarden Euro. Etwas mehr als 60 Prozent davon werden laut Branchenverband VCI im Ausland erzielt. Damit sind Chemie und Pharma auf Platz drei und f\u00fcnf der wichtigsten deutschen Exportg\u00fcter. Zusammengenommen w\u00e4ren sie die wichtigste Exportbranche.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><strong>Wie holt China auf?\u00a0<\/strong>Ein wichtiger Teil von Chinas Industriestrategie ist es, Roh- und Grundstoffe im Land zu f\u00f6rdern und herzustellen. Deswegen ist die chemische Industrie f\u00fcr das Land wichtig. Wie im Maschinenbau geschieht das auch hier haupts\u00e4chlich \u00fcber staatliche Kredite und Investitionen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der weltweite Marktanteil Chinas bei Chemikalien und Pharmazeutika liegt bereits bei 42 Prozent. Das Land ist laut VCI auch der gr\u00f6\u00dfte Konsument dieser Produkte und steht zudem vor den USA und Deutschland an der Spitze des Export-Rankings.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><strong>Welche Auswirkungen hat das auf Deutschland?\u00a0<\/strong>\u201eDie Industrie funkt SOS\u201c, sagte VCI-Pr\u00e4sident Markus Steilemann bei der Vorstellung der Jahreszahlen zuletzt. Der Umsatz in der Chemie sinkt in diesem Jahr um 2,5 Prozent, in beiden Branchen zusammen um rund 3,0 Prozent. Zwar hat die Branche auch Mitarbeiter verloren, doch der Stellenabbau von 2400 Menschen oder 0,5 Prozent der Belegschaft ist nicht dramatisch.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem der beiden Branchen ist, dass die Produktionsst\u00e4tten zu immer gr\u00f6\u00dferen Teilen stillstehen. Die Auslastung lag in diesem Jahr nur bei rund 70 Prozent. Deutschland k\u00f6nnte also viel mehr leisten, wenn es denn die Auftr\u00e4ge g\u00e4be. Die Sorge des VCI ist, dass diese Substanz in den kommenden Jahren verloren gehen k\u00f6nnte, weil Betriebe nicht ben\u00f6tigte Produktionskapazit\u00e4ten entweder komplett abbauen oder ins Ausland verlagern, wo die Nachfrage h\u00f6her ist.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte die Politik die Branchen beleben<\/p>\n<p>Sowohl VDMA als auch VCI haben einen Katalog an W\u00fcnschen an die Bundesregierung und die EU-Kommission in diesem Jahr formuliert. Darin stehen viele Punkte, die allen Branchen wichtig sind \u2013 und kaum einer davon ist neu.\u00a0<\/p>\n<p>Ganz oben auf der Wunschliste stehen niedrigere Preise f\u00fcr die Produktion. Die erh\u00f6hen sich in Deutschland aus zwei Gr\u00fcnden: Zum einen durch teure B\u00fcrokratie, zum anderen durch teure Energie. \u201eWir brauchen weniger Regeln und niedrigere Kosten\u201c, sagt Steilemann. Allerdings spielen in die Produktionskosten auch Faktoren hinein, an denen Deutschland wenig \u00e4ndern kann \u2013 etwa der aktuell gegen\u00fcber dem US-Dollar starke Euro, der Exporte verteuert, sowie die US-Z\u00f6lle und eben die chinesischen \u00dcberkapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Niedriger Unternehmenssteuersatz kommt 2028<\/p>\n<p>Der VDMA w\u00fcnscht sich zudem einen niedrigeren Unternehmenssteuersatz \u2013 den er ab 2028 auch bekommt. Was beide Verb\u00e4nde auch beunruhigt, ist die Unsicherheit, die die Bundesregierung in die Politik bringt. So sei etwa der Ablauf der Energiewende derzeit kaum planbar, weil Beschl\u00fcsse der Ampel-Koalition wieder infrage gestellt oder umgekrempelt w\u00fcrden. So k\u00f6nnen Betriebe nicht langfristig planen, da sie nie wissen, wie die Rahmenbedingungen in einigen Jahren aussehen werden. \u201eDeutschland braucht klare Priorit\u00e4ten und einen langfristigen Plan\u201c, sagt Steilemann.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Wettbewerb mit China ist hingegen eher die EU als Ganzes gefragt. Hier k\u00f6nnten h\u00f6here Z\u00f6lle helfen, die unfairen Subventionen chinesischer Unternehmen zumindest auf dem europ\u00e4ischen Markt auszugleichen. Die EU-Kommission ist dem auch nicht abgeneigt. Allerdings hilft das den deutschen Unternehmen weder beim Absatz in China selbst noch bei Exporten etwa in die USA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Solarindustrie haben wir bereits an China verloren, auf dem Automarkt sieht es immer d\u00fcsterer aus. 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