{"id":691673,"date":"2026-01-04T03:27:17","date_gmt":"2026-01-04T03:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691673\/"},"modified":"2026-01-04T03:27:17","modified_gmt":"2026-01-04T03:27:17","slug":"neujahrskonzert-im-opernhaus-das-staatsorchester-kann-auch-traeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691673\/","title":{"rendered":"Neujahrskonzert im Opernhaus: Das Staatsorchester kann auch tr\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Neujahrskonzert im Opernhaus: Das Staatsorchester kann auch tr\u00e4umen\" title=\"Neujahrskonzert im Opernhaus: Das Staatsorchester kann auch tr\u00e4umen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/media.media.57de7fb3-6fa2-41ec-8121-58473a50406c.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tDas Opernhaus in Stuttgart\u00a0Foto: Wilhelm Mierendorf\t\t\t<\/p>\n<p>Beim Neujahrskonzert im Opernhaus gibt\u2019s regelm\u00e4\u00dfig ein volles Haus. Aber konnte das Staatsorchester auch die Erwartungen des Publikums erf\u00fcllen?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend beim <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Neujahrskonzert\" title=\"Neujahrskonzert\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neujahrskonzert<\/a> in Wien ja schon Schnappatmung ausbricht, wenn der aus New York eingeflogene Dirigent zwischen all die Herren-Walzerei auch mal zwei Kompositionen von Frauen platzieren m\u00f6chte, denkt sich das Staatsorchester in Stuttgart schon seit Jahren zum Start ins neue Jahr f\u00fcr jedes seiner Programme ein eigenes Thema, einen eigenen Schwerpunkt aus. Deswegen ist das <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Opernhaus\" title=\"Opernhaus\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Opernhaus<\/a> am Eckensee auch regelm\u00e4\u00dfig ausverkauft, und das vollkommen zu Recht \u2013 man geht eigentlich hinterher immer mit dem guten Gef\u00fchl nach Haus, angesichts so viel belebender Musik k\u00f6nne das neue Jahr vielleicht ja wirklich richtig gut werden. <\/p>\n<p>Zwei starke Solistinnen <\/p>\n<p>\u201eWas tr\u00e4umen hei\u00dft\u201c lautete die \u00dcberschrift in diesem Jahr, was sich am schl\u00fcssigsten auf den ersten Teil des fr\u00fchen Abends beziehen lie\u00df: Die Sopranistin Alma Ruoqi Sun und die Mezzosopranistin Ida R\u00e4nzl\u00f6v trugen je drei Orchesterlieder von Richard Straus vor. Und ob nun \u201eFreundliche Vision\u201c, \u201eWinterweihe\u201c oder \u201eMorgen\u201c: Allesamt waren diese sehr vertr\u00e4umten, romantisch-elegischen Inhalts, wurden die Solistinnen wunderbar weich und satt begleitet vom Staatsorchester unter Leitung des Stuttgarter Kapellmeisters Luca Hauser. Sehr reizvoll dabei auch der stimmliche Kontrast zwischen den S\u00e4ngerinnen; w\u00e4hrend Sun intensiv verinnerlicht interpretierte, strahlte R\u00e4nzl\u00f6vs Stimme satt expressiv. Dadurch wurde die Zugabe zu ihrem Programmteil, die gemeinsam vorgetragene \u201eZueignung\u201c von Richard Strauss, zur schlau angesetzten Conclusio mit eigener programmatischer Aussage. Gro\u00dfer Beifall.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sentierte sich das Orchester im Liedteil konsequent als h\u00f6chst solidarischer Diener, konnte Luka Hauser davor und danach ordentlich Schmackes geben: Prachtvoll sch\u00f6n geriet die Ouvert\u00fcre zur Richard Wagners Oper \u201eTannh\u00e4user\u201c; die Orchestermusiker bewiesen, dass sie schon voll im Wagner-Groove sind f\u00fcr die n\u00e4chste gro\u00dfe Premiere am Haus, die \u201eMeistersinger\u201c. Voll Dynamik und mit Sch\u00e4rfe, aber niemals zu hart in der Rhythmik, akzentuierte Hauser drei Slawische T\u00e4nze von Antonin Dvorak sowie den Cs\u00e1rd\u00e1s aus Johann Strauss\u2019 Oper \u201eRitter P\u00e1sm\u00e1n\u201c. Und mitten drin erklangen auch noch die Norwegischen T\u00e4nze von Edvard Grieg, die mitten im eiskalten Januar eine Ahnung von Mittsommernacht herbeizauberten; wunderbar.<\/p>\n<p>Was Stuttgart anders macht als Wien <\/p>\n<p>Zum Erfolg der Neujahrskonzerte tr\u00e4gt zweifellos auch bei, dass die bunt gemischte Truppe des Staatsorchesters eben nicht unten im Orchestergraben versenkt wird, sondern prominent unter zwei opulenten L\u00fcstern beim Zusammenspiel auf der B\u00fchne zu beobachten ist. Wie die Musiker zusammen wirken in gr\u00f6\u00dfter Besetzung, eben nicht nur mit Pauken und Trompeten, sondern auch mit ordentlich Schlagwerk und Harfe, fabelhaft dirigiert von dem ebenso jungen wie einnehmenden Hauser, das macht einfach gro\u00dfe Freude. Wien lebt vermutlich noch lange gut vom ewigen D\u00e9ja-vu. Stuttgart baut derweil lieber neu zusammen. Und auch das ist ja eine Aussage zur Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Opernhaus in Stuttgart\u00a0Foto: Wilhelm Mierendorf Beim Neujahrskonzert im Opernhaus gibt\u2019s regelm\u00e4\u00dfig ein volles Haus. 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