{"id":691877,"date":"2026-01-04T05:38:11","date_gmt":"2026-01-04T05:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691877\/"},"modified":"2026-01-04T05:38:11","modified_gmt":"2026-01-04T05:38:11","slug":"medien-venezuelas-vizepraesidentin-uebernimmt-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/691877\/","title":{"rendered":"Medien: Venezuelas Vizepr\u00e4sidentin \u00fcbernimmt Regierung"},"content":{"rendered":"<p>Caracas\/New York (dpa) &#8211; Nach der gewaltsamen Entmachtung des venezolanischen Pr\u00e4sidenten Nicol\u00e1s Maduro durch die USA \u00fcbernimmt Vizepr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez laut \u00f6rtlichen Medienberichten die F\u00fchrung des Landes. Das habe Venezuelas Oberster Gerichtshof angeordnet. Zuvor hatte US-Pr\u00e4sident Donald Trump erkl\u00e4rt, dass die USA vor\u00fcbergehend die Macht in dem s\u00fcdamerikanischen Land \u00fcbernehmen wollten. Rodr\u00edguez sei zur Zusammenarbeit bereit. Diese gab sich nach seiner \u00c4u\u00dferung aber unbeugsam.<\/p>\n<p>\u00abEs gibt nur einen Pr\u00e4sidenten in diesem Land und er hei\u00dft Nicol\u00e1s Maduro Moros\u00bb, sagte sie umgeben von Ministern und Milit\u00e4rs bei einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates. Die Vorsitzende Richterin Tania D&#8217;Amelio erkl\u00e4rte, Rodr\u00edguez \u00fcbernehme das Pr\u00e4sidentenamt kommissarisch, um die Kontinuit\u00e4t der Regierung und Verteidigung der Nation zu gew\u00e4hrleisten, wie die beiden \u00f6rtlichen Medien \u00abEl Universal\u00bb und \u00abEl Nacional\u00bb berichteten.\u00a0<\/p>\n<p>Maduro kommt in New York vor Gericht<\/p>\n<p>Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am Samstag bei einem US-Milit\u00e4reinsatz von Spezialeinheiten festgenommen und in die USA gebracht worden. Sie sitzen in einer Haftanstalt in New York. Ein vom Wei\u00dfen Haus auf der Plattform X verbreitetes Video zeigte, wie Maduro in Handschellen und umrahmt von Beamten der US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Geb\u00e4udes abgef\u00fchrt wird. Ihm und seiner Frau werden unter anderem \u00abVerschw\u00f6rung zum Drogenterrorismus\u00bb sowie \u00abVerschw\u00f6rung zum Kokainimport\u00bb vorgeworfen. Laut US-Medien soll Maduro in K\u00fcrze vor Gericht erscheinen.<\/p>\n<p>US-Medien zufolge kam es in mehreren St\u00e4dten zu Protesten gegen den Milit\u00e4reinsatz, darunter in New York, Los Angeles und Washington. In Chicago protestierten Demonstranten der \u00abNew York Times\u00bb zufolge unter anderem mit Transparenten, auf denen stand \u00abKein Blut f\u00fcr \u00d6l\u00bb oder \u00abH\u00e4nde weg von Lateinamerika\u00bb. Vor dem Wei\u00dfen Haus war auf Plakaten zu lesen \u00abTrump ist ein Kriegsverbrecher\u00bb sowie \u00abKein US-Krieg gegen Venezuela\u00bb, wie Fotos zeigten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gab es US-Medien zufolge im Land auch an vielen Orten Versammlungen von Exil-Venezolanern, die den Sturz Maduros ausgelassen feierten. Auch nahe der Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn, wo Maduro zun\u00e4chst einsitzen soll, versammelten sich Dutzende Venezolaner, h\u00e4ufig mit der Flagge ihres Heimatlandes, wie Fotos zeigten.<\/p>\n<p>Wie geht es in Venezuela weiter?<\/p>\n<p>Wie es nun in Venezuela weitergeht, ist ungewiss. \u00abWir werden das Land so lange f\u00fchren, bis wir einen sicheren, ordnungsgem\u00e4\u00dfen und umsichtigen \u00dcbergang gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen\u00bb, hatte Trump vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida gesagt.\u00a0\u00abWir haben keine Angst vor Bodentruppen. Und wir m\u00fcssen welche haben, wir hatten vergangene Nacht Bodentruppen vor Ort. Wir werden sicherstellen, dass dieses Land ordnungsgem\u00e4\u00df regiert wird\u00bb, sagte er. Es ist unklar, wie er das machen will.\u00a0<\/p>\n<p>Trotz des n\u00e4chtlichen Milit\u00e4reinsatzes \u00abAbsolute Resolve\u00bb (\u00abAbsolute Entschlossenheit\u00bb), bei dem US-Medienberichten zufolge mindestens 40 Menschen get\u00f6tet wurden, darunter Milit\u00e4rangeh\u00f6rige und Zivilisten, haben die US-Streitkr\u00e4fte keine Kontrolle \u00fcber das s\u00fcdamerikanische Land selbst. Rodr\u00edguez, die kommissarisch die F\u00fchrung \u00fcbernimmt, k\u00fcndigte entschlossenen Widerstand gegen den US-Angriff an. \u00abWir werden nie wieder Sklaven sein.\u00bb<\/p>\n<p>Rodr\u00edguez will Widerstand leisten<\/p>\n<p>Dabei hatte Trump zuvor noch gesagt: \u00abWir haben gerade ein Gespr\u00e4ch mit ihr gef\u00fchrt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir f\u00fcr notwendig halten, um Venezuela wieder gro\u00df zu machen, ganz einfach.\u00bb Darauf deutet bislang allerdings nichts hin. Rodr\u00edguez gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. Die 56-j\u00e4hrige Juristin hatte als Au\u00dfenministerin (2014\u20132017) den konfrontativen Kurs gegen die USA gepr\u00e4gt, den sie als Vizepr\u00e4sidentin fortsetzte.\u00a0<\/p>\n<p>Rodr\u00edguez forderte nach dem US-Milit\u00e4reinsatz die sofortige Freilassung von Maduro und seiner Frau. Ihre Regierung warf den USA eine Verletzung der Charta der Vereinten Nationen vor. Ziel der USA sei es, sich die Bodensch\u00e4tze &#8211; wie die gro\u00dfen \u00d6lvorkommen &#8211; Venezuelas anzueignen und eben einen Regierungswechsel zu erzwingen. \u00abDas wird ihnen nicht gelingen\u00bb, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Laut US-Pr\u00e4sident Trump sollen gro\u00dfe US-\u00d6lkonzerne nun Milliarden Dollar investieren, um die nach seinen Worten \u00abschwer besch\u00e4digte\u00bb venezolanische \u00d6l-Infrastruktur zu modernisieren. Eine Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten werde Venezuela \u00abreich, unabh\u00e4ngig und sicher\u00bb machen, sagte er. Das s\u00fcdamerikanische Land verf\u00fcgt \u00fcber die weltgr\u00f6\u00dften \u00d6lreserven.\u00a0<\/p>\n<p>Wer f\u00fchrt Venezuela in die Zukunft?<\/p>\n<p>Die Frage ist, wer fortan die politische Durchsetzungskraft hat, um das Krisenland Venezuela in die Zukunft zu f\u00fchren. Maduro war es zumindest stets gelungen, die entscheidenden Machtpole &#8211; das Milit\u00e4r und die sozialistische Regierungspartei \u2013 zufriedenzustellen und zusammenzuhalten.<\/p>\n<p>Ohne die Unterst\u00fctzung des Milit\u00e4rs kann sich nach Einsch\u00e4tzung von Experten in Venezuela niemand lange an der Macht halten. Bislang standen die Streitkr\u00e4fte des Landes um Verteidigungsminister Vladimir Padrino stets treu an der Seite von Maduro, auch weil dieser ihnen viele Privilegien gew\u00e4hrte. Das Milit\u00e4r kontrolliert Schl\u00fcsselbereiche der Wirtschaft und Verwaltung des Landes, darunter H\u00e4fen, die Lebensmittelverteilung und staatliche Programme.<\/p>\n<p>Macron fordert \u00dcbergangsregierung unter Gonz\u00e1lez<\/p>\n<p>Venezuelas Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Mar\u00eda Corina Machado forderte nach der Festnahme Maduros die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo Gonz\u00e1lez Urrutia als Nachfolger. Er habe die Pr\u00e4sidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsm\u00e4\u00dfiges Amt nun unverz\u00fcglich antreten, hie\u00df es in einer auf X ver\u00f6ffentlichten Mitteilung Machados.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron erkl\u00e4rte: \u00abWir w\u00fcnschen uns, dass der 2024 gew\u00e4hlte Pr\u00e4sident Edmundo Gonz\u00e1lez Urrutia diesen \u00dcbergang rasch sicherstellen kann.\u00bb Der \u00dcbergang m\u00fcsse \u00abfriedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen\u00bb. Der britische Premier Keir Starmer schrieb auf X: \u00abWir betrachteten Maduro als illegitimen Pr\u00e4sidenten und haben keine Tr\u00e4ne \u00fcber das Ende seines Regimes vergossen.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien habe seit langem einen Machtwechsel in Venezuela unterst\u00fctzt, schrieb Starmer. Man werde sich in den kommenden Tagen mit den USA beraten, \u00abda wir einen sicheren und friedlichen \u00dcbergang zu einer legitimen Regierung anstreben, die den Willen des venezolanischen Volkes widerspiegelt.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Caracas\/New York (dpa) &#8211; Nach der gewaltsamen Entmachtung des venezolanischen Pr\u00e4sidenten Nicol\u00e1s Maduro durch die USA \u00fcbernimmt Vizepr\u00e4sidentin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":691878,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,30,8221,9375,8970,1209,139,64,1700],"class_list":{"0":"post-691877","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-konflikte","12":"tag-militr","13":"tag-muenster","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-regierung","16":"tag-usa","17":"tag-venezuela"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115835221004295810","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/691877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=691877"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/691877\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/691878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=691877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=691877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=691877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}