{"id":69206,"date":"2025-04-28T23:28:10","date_gmt":"2025-04-28T23:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69206\/"},"modified":"2025-04-28T23:28:10","modified_gmt":"2025-04-28T23:28:10","slug":"archaeologische-sensation-in-stuttgart-hundert-roemische-pferdeskelette-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69206\/","title":{"rendered":"Arch\u00e4ologische Sensation in Stuttgart: Hundert r\u00f6mische Pferdeskelette entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/250416_Pferdefriedhof_Bild1-fe76be5da8a2d260.jpeg\"  width=\"6000\" height=\"3371\"  alt=\"Ein Pferdeskelett\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Bei der Grabungsstelle handelt es sich um den gr\u00f6\u00dften r\u00f6mischen Pferdefriedhof S\u00fcddeutschlands<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege im Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart\/<a href=\"https:\/\/rp.baden-wuerttemberg.de\/rps\/presse\/artikel\/letzte-ruhe-fuer-roms-reittiere-groesster-roemerzeitliche-pferdefriedhof-sueddeutschlands-in-stuttgart-bad-cannstatt-entdeckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">ArchaeoBW<\/a> )<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Bei Ausgrabungen wurden \u00dcberreste einer r\u00f6mischen Reitereinheit gefunden. Die Funde werfen ein neues Licht auf die r\u00f6mische Geschichte in S\u00fcdwestdeutschland. Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p>Bei Bauarbeiten f\u00fcr ein Neubauprojekt in Stuttgart haben Arch\u00e4ologen eine spektakul\u00e4re Entdeckung gemacht: Rund hundert Pferdeskelette aus der Zeit der r\u00f6mischen Besatzung im 2. Jahrhundert nach Christus kamen ans Tageslicht.<\/p>\n<p>Spuren der R\u00f6merzeit<\/p>\n<p>Laut einer <a href=\"https:\/\/rp.baden-wuerttemberg.de\/rps\/presse\/artikel\/letzte-ruhe-fuer-roms-reittiere-groesster-roemerzeitliche-pferdefriedhof-sueddeutschlands-in-stuttgart-bad-cannstatt-entdeckt\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Mitteilung<\/a> des Landesamts f\u00fcr Denkmalpflege Stuttgart geh\u00f6rten die Tiere zu einer Reitereinheit, die auf dem Hallschlag im heutigen Bezirk Bad Cannstatt stationiert war. &#8222;Bad Cannstatt war in der ersten H\u00e4lfte des. 2. Jahrhunderts nach Christus einer der wichtigsten r\u00f6mischen Milit\u00e4rstandorte im heutigen S\u00fcdwestdeutschland&#8220;, erkl\u00e4rt das Landesamt.<\/p>\n<p>Die hier stationierte Reitereinheit, eine sogenannte &#8222;Ala&#8220;, habe vermutlich \u00fcber 700 Pferde umfasst. Verendete Tiere seien damals mit Abstand zur Siedlung begraben worden. Bereits 1920 war der Ort beim Bau von Wohnbl\u00f6cken nach ersten Funden von Pferdeskeletten als Pferdefriedhof identifiziert worden.<\/p>\n<p>Die aktuellen Grabungen, die ab Juli 2024 im Zuge des Neubauprojekts erfolgten, best\u00e4tigten diese Deutung nun eindrucksvoll. Bei der Entdeckung handle es sich um den &#8222;gr\u00f6\u00dften r\u00f6merzeitlichen Pferdefriedhof&#8220; in S\u00fcddeutschland.<\/p>\n<p>Reitereinheit mit knapp 500 Reitern<\/p>\n<p> &#8222;Aufgrund des arch\u00e4ologisch-historischen Kenntnisstandes zum r\u00f6mischen Bad Cannstatt lassen sich die Pferde der Reitereinheit zuweisen, die von circa 100 bis 150 nach Christus auf dem Hallschlag stationiert war&#8220;, sagt die zust\u00e4ndige Arch\u00e4ologin Sarah Roth.<\/p>\n<p>Die Truppe habe knapp 500 Reiter umfasst und d\u00fcrfte einen Gesamtpferdebestand von wenigstens 700 Tieren gehabt haben. &#8222;Verluste mussten dabei st\u00e4ndig ersetzt werden&#8220;, so Roth. Die meisten der nun gefundenen Pferde seien jedoch nicht alle bei einer einzelnen Schlacht oder Seuche gestorben, vermutet die Arch\u00e4ologin.<\/p>\n<p>&#8222;Vielmehr liegen hier die Tiere, die w\u00e4hrend der Anwesenheit der Ala in Bad Cannstatt durch Krankheit, Verletzungen oder aus anderen Gr\u00fcnden entweder starben oder ihrer Aufgabe als Milit\u00e4rpferd nicht mehr nachkamen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Kadaver wurden demnach rund 200 Meter entfernt von den menschlichen Siedlungen in flache Gruben geschleift und dort mit ausgestreckten oder angewinkelten Beinen abgelegt. In den meisten F\u00e4llen wurden die toten Tiere eher &#8222;entsorgt&#8220; als w\u00fcrdevoll bestattet, hei\u00dft es in der Mitteilung.<\/p>\n<p>Besondere Verbundenheit zwischen Reiter und Pferd<\/p>\n<p> Bei wenigen Pferden gab es jedoch Ausnahmen: Einem Tier waren zum Abschied gleich zwei Kr\u00fcge und eine kleine \u00d6llampe beigelegt worden \u2013 Grabbeigaben, wie sie ansonsten nur bei menschlichen Bestattungen \u00fcblich waren.<\/p>\n<p>&#8222;Hier sehen wir eine besonders enge Verbundenheit des Besitzers zu seinem Pferd. Auch nach rund 1800 Jahren ist die Trauer \u00fcber den Tod dieses einen Tieres noch ersichtlich&#8220;, kommentiert Roth den ungew\u00f6hnlichen Fund.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise stie\u00dfen die Forscher zwischen den Pferdeskeletten auch auf die sterblichen \u00dcberreste eines erwachsenen Mannes. Bei ihm habe es sich offenbar um einen &#8222;Au\u00dfenseiter&#8220; der damaligen Gesellschaft gehandelt, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Neue Erkenntnisse \u00fcber Ern\u00e4hrung und Herkunft<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologen wollen die r\u00f6mischen Pferdeskelette vom Cannstatter Hallschlag nun eingehend untersuchen. Dabei erhoffen sie sich neue Erkenntnisse \u00fcber die Haltung und Ern\u00e4hrung der Tiere, aber auch \u00fcber deren Geschlecht, Sterbealter und Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Spannend sei zudem die Frage, woher die Pferde urspr\u00fcnglich stammten und ob sie m\u00f6glicherweise in der n\u00e4heren Umgebung gez\u00fcchtet wurden, sagt Roth. Die Untersuchungen sollen so dazu beitragen, die Geschichte der r\u00f6mischen Milit\u00e4rpr\u00e4senz im heutigen Baden-W\u00fcrttemberg weiter zu erhellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei der Grabungsstelle handelt es sich um den gr\u00f6\u00dften r\u00f6mischen Pferdefriedhof S\u00fcddeutschlands (Bild:\u00a0Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege im Regierungspr\u00e4sidium Stuttgart\/ArchaeoBW&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":69207,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[6425,1634,3364,29,30,2989,29230,1441],"class_list":["post-69206","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-archaeologie","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-geschichte","tag-roemer","tag-stuttgart"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114418188635067207","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69206"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69206\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}