{"id":692293,"date":"2026-01-04T09:59:11","date_gmt":"2026-01-04T09:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692293\/"},"modified":"2026-01-04T09:59:11","modified_gmt":"2026-01-04T09:59:11","slug":"machtkampf-in-venezuela-nach-angriff-der-usa-dw-04-01-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692293\/","title":{"rendered":"Machtkampf in Venezuela nach Angriff der USA \u2013 DW \u2013 04.01.2026"},"content":{"rendered":"<p>Zwar hatte der Oberste Gerichtshof des Landes Klarheit herzustellen versucht und Vizepr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez am Samstagabend zur Interimspr\u00e4sidentin ernannt. Kurz darauf trat sie jedoch im Staatsfernsehen auf und erkl\u00e4rte, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nicol\u00e1s-maduro\/t-47264148\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicol\u00e1s\u00a0Maduro<\/a> sei weiterhin der einzige Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/venezuela\/t-17477267\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venezuelas<\/a>.<\/p>\n<p>Bei ihrem Fernsehauftritt standen an ihrer Seite ihr Bruder, Parlamentspr\u00e4sident Jorge Rodr\u00edguez, Innenminister Diosdado Cabello und Verteidigungsminister Wladimir Padrino L\u00f3pez. Der gemeinsame Auftritt deutete darauf hin, dass die \u2060Gruppe, die sich bislang mit Maduro die Macht teilte, vorerst geeint bleibt.<\/p>\n<p>Trump blockt Vorschlag von\u00a0Machado<\/p>\n<p><a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump<\/a> schloss unterdessen eine Zusammenarbeit \u200cmit der Oppositionsf\u00fchrerin und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wer-ist-maria-corina-machado\/a-74386502\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nobelpreistr\u00e4gerin Mar\u00eda Corina Machado<\/a>\u00a0eher aus. Sie habe keine Unterst\u00fctzung \u200cim \u2060Land, sagte er.\u00a0Machado hatte nach der Festnahme Maduros die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo Gonz\u00e1lez Urrutia als Nachfolger im Pr\u00e4sidentenamt gefordert. Er habe die Pr\u00e4sidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsm\u00e4\u00dfiges Amt nun unverz\u00fcglich antreten, hie\u00df es in einer auf X ver\u00f6ffentlichten Mitteilung Machados.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75381640\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75381640_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Venezuelas Pr\u00e4sident Nicolas Maduro wird von DEA-Agenten in New York abgef\u00fchrt\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Maduro in der Zentrale der US-Antidrogenbeh\u00f6rde DEA in New York &#8211; das Foto ist ein Standbild aus einem kurzen Video, das auf X von dem offiziellen Kanal der schnellen Eingreiftruppe des Wei\u00dfen Hauses verbreitet wurde Bild: X account of Rapid Response 47\/AFP<\/p>\n<p>Analysten zufolge herrscht in Venezuela seit mehr als einem Jahrzehnt ein zivil-milit\u00e4risches Gleichgewicht innerhalb eines kleinen Kreises von Spitzenfunktion\u00e4ren. W\u00e4hrend Delcy Rodr\u00edguez und ihr Bruder die zivile Seite repr\u00e4sentieren, \u200dstehen Verteidigungsminister Padrino und Innenminister Cabello f\u00fcr die milit\u00e4rische. Diese Machtstruktur macht die Abl\u00f6sung \u200bder Regierung \u200bnach Einsch\u00e4tzung von Experten komplexer als die blo\u00dfe Absetzung Maduros. &#8222;Man kann so viele Teile der venezolanischen Regierung entfernen, wie man will, aber es m\u00fcssten mehrere Akteure auf verschiedenen Ebenen sein, um eine Ver\u00e4nderung zu bewirken&#8220;, sagte ein ehemaliger US-Beamter, der an Ermittlungen in Venezuela beteiligt war.<\/p>\n<p>Verbrechen gegen die Menschlichkeit<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht nun Innenminister Diosdado Cabello. Er gilt als ideologisch, gewaltt\u00e4tig und unberechenbar und \u00fcbt gro\u00dfen Einfluss auf die zivilen und \u200dmilit\u00e4rischen Spionageabwehrdienste des Landes aus. Die Vereinten Nationen haben festgestellt, dass sowohl der zivile Dienst Sebin als auch der milit\u00e4rische Geheimdienst DGCIM Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben, unter anderem durch den brutalen Umgang mit politischen Gegnern.<\/p>\n<p>Die Macht des Regimes st\u00fctzt sich zudem auf das Milit\u00e4r. Venezuela hat bis zu 2000 Gener\u00e4le und Admirale, mehr als doppelt so viele wie \u2060die USA. Hochrangige Offiziere kontrollieren \u200bdie Lebensmittelverteilung, Rohstoffe und den staatlichen \u00d6lkonzern PDVSA. Nach Angaben von \u00dcberl\u00e4ufern und Ermittlern profitieren Milit\u00e4rs zudem von \u200cillegalem Handel. W\u00e4hrend einige Offiziere \u200cnach der Gefangennahme Maduros erw\u00e4gen k\u00f6nnten, die Seiten zu wechseln, hie\u00df es aus informierten Kreisen, dass das Umfeld von Cabello derzeit nicht an einer Vereinbarung mit den USA interessiert sei.<\/p>\n<p>&#8222;Drogenterrorismus&#8220; lautet eine der Anklagen<\/p>\n<p>Nicol\u00e1s Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am Samstag bei einem US-<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/us-milit\u00e4rschlag-in-venezuela\/t-75118398\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Milit\u00e4reinsatz von Spezialeinheiten<\/a> festgenommen und in die USA gebracht worden. Sie sitzen in einer Haftanstalt in New York. Ein vom Wei\u00dfen Haus auf der Plattform X verbreitetes Video zeigte, wie Maduro in Handschellen und umrahmt von Beamten der US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Geb\u00e4udes abgef\u00fchrt wird. Ihm und seiner Frau werden unter anderem &#8222;Verschw\u00f6rung zum Drogenterrorismus&#8220; sowie &#8222;Verschw\u00f6rung zum Kokainimport&#8220;\u00a0vorgeworfen. Laut US-Medien soll Maduro in K\u00fcrze vor Gericht erscheinen.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75381714\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75381714_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Justizbeamte bewachen das Justizministerium nach der Festnahme von Nicol\u00e1s Maduro\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Einsatzkr\u00e4fte bewachen das Justizministerium in New York nach der Festnahme von Nicol\u00e1s MaduroBild: Eduardo Munoz\/REUTERS<\/p>\n<p>In mehreren St\u00e4dten der USA kam es zu Protesten gegen den Milit\u00e4reinsatz, darunter in New York, Los Angeles und Washington. In Chicago protestierten Demonstranten der &#8222;New York Times&#8220;\u00a0zufolge unter anderem mit Transparenten, auf denen stand &#8222;Kein Blut f\u00fcr \u00d6l&#8220;\u00a0oder &#8222;H\u00e4nde weg von Lateinamerika&#8220;. Vor dem Wei\u00dfen Haus war auf Plakaten zu lesen &#8222;Trump ist ein Kriegsverbrecher&#8220;\u00a0sowie &#8222;Kein US-Krieg gegen Venezuela.&#8220;<\/p>\n<p>Gleichzeitig gab es US-Medien zufolge im Land auch an vielen Orten Versammlungen von Exil-Venezolanern, die den Sturz Maduros ausgelassen feierten. Auch nahe der Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn, wo Maduro zun\u00e4chst einsitzen soll, versammelten sich Venezolaner, h\u00e4ufig mit der Flagge ihres Heimatlandes.<\/p>\n<p>&#8222;Atemberaubend&#8220;<\/p>\n<p>Wie es nun in Venezuela weitergeht, ist ungewiss. &#8222;Wir werden das Land so lange f\u00fchren, bis wir einen sicheren, ordnungsgem\u00e4\u00dfen und umsichtigen \u00dcbergang gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen&#8220;, betonte Trump vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. <\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75381368\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75381368_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Donald Trump bei einer Pressekonferenz nach einem US-Milit\u00e4rschlag gegen Venezuela\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Pr\u00e4sident Donald Trump ist voll des Lobes f\u00fcr den Milit\u00e4reinsatz in VenezuelaBild: Jonathan Ernst\/REUTERS<\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu: &#8222;Wir werden sicherstellen, dass dieses Land ordnungsgem\u00e4\u00df regiert wird.&#8220;\u00a0Die Gefangennahme Maduros am Samstag bezeichnete der US-Pr\u00e4sident als &#8222;atemberaubend\u00a0und wirkungsvoll&#8220;.<\/p>\n<p>Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/dossier-usa-versus-venezuela\/a-75289888\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten<\/a> aktiv zu f\u00f6rdern und damit die Sicherheit der USA und ihrer B\u00fcrger zu gef\u00e4hrden. Die venezolanische Regierung warf den USA dagegen vor, es auf die riesigen \u00d6lreserven des Landes abgesehen zu haben.<\/p>\n<p>Reaktionen weltweit<\/p>\n<p>International wurde \u2060der US-Einsatz scharf kritisiert, teils aber auch begr\u00fc\u00dft. Die mit Venezuela verb\u00fcndeten Staaten \u200bRussland, Kuba und der Iran verurteilten den Angriff als Verletzung der Souver\u00e4nit\u00e4t. Russlands Au\u00dfenminister Sergej Lawrow sicherte der venezolanischen Vizepr\u00e4sidentin Delcy Rodriguez Solidarit\u00e4t zu. Das chinesische Au\u00dfenministerium erkl\u00e4rte ebenfalls, man verurteile die Anwendung von Gewalt gegen einen souver\u00e4nen Staat auf das \u200cSch\u00e4rfste. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kaja-kallas\/t-71177049\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kaja Kallas<\/a> rief zur Zur\u00fcckhaltung auf.<\/p>\n<p>Bundeskanzler <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/friedrich-merz\/t-46680536\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Merz<\/a> \u200cforderte einen &#8222;geordneten \u00dcbergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung&#8220;. F\u00fcr die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes werde sich die Bundesregierung Zeit nehmen. &#8222;Grunds\u00e4tzlich m\u00fcssen im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des V\u00f6lkerrechts gelten&#8220;, betonte Merz. In Lateinamerika lobte der argentinische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/javier-milei\/t-75322220\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Javier Milei<\/a> die neue &#8222;Freiheit&#8220; f\u00fcr Venezuela, w\u00e4hrend Mexiko und der brasilianische Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/luiz-in\u00e1cio-lula-da-silva\/t-63292770\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Luiz Inacio Lula da Silva<\/a> die Intervention als inakzeptabel verurteilten.<\/p>\n<p>haz\/ust (rtr, dpa, afp)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwar hatte der Oberste Gerichtshof des Landes Klarheit herzustellen versucht und Vizepr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez am Samstagabend zur Interimspr\u00e4sidentin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":692294,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-692293","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115836247293933670","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/692293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=692293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/692293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/692294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=692293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=692293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=692293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}