{"id":692435,"date":"2026-01-04T11:23:11","date_gmt":"2026-01-04T11:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692435\/"},"modified":"2026-01-04T11:23:11","modified_gmt":"2026-01-04T11:23:11","slug":"was-der-us-schlag-gegen-venezuela-fuer-europa-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692435\/","title":{"rendered":"Was der US-Schlag gegen Venezuela f\u00fcr Europa bedeutet"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nein, man muss Nicol\u00e1s Maduro sicher keine Tr\u00e4ne nachweinen. Der Mann, der Venezuela jahrelang als Diktator f\u00fchrte, Oppositionelle verfolgte und tief in den Drogenhandel verstrickt war, hat die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in dem s\u00fcdamerikanischen Land schon viel zu lange unterdr\u00fcckt. Nicht zuf\u00e4llig hatte Oppositionsf\u00fchrerin Mari\u00e1 Corina Machado erst vor wenigen Wochen den Friedensnobelpreis bekommen. Und auch wenn noch \u00fcberhaupt nicht klar ist, wie es nun in Venezuela weitergeht, haben die Menschen dort nun eine echte Chance auf einen Neuanfang. Das ist zu begr\u00fc\u00dfen, denn schlimmer kann es f\u00fcr sie kaum werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Bilder von feiernden Venezolanern in Miami und anderen Exilorten \u00fcberall auf der Welt, die Erleichterung dieser Menschen kann sich <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/personen\/aa-donald-trump\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> auf die Fahnen schreiben, das geh\u00f6rt erstmal zur Wahrheit in den ersten Stunden nach der Entf\u00fchrung Maduros durch US-amerikanische Streitkr\u00e4fte. Die R\u00fcckkehr der Demokratie in ein geschundenes Land, soviel zum Guten, das der milit\u00e4rische \u00dcberfall der USA auf das lateinamerikanische Land mit sich bringen k\u00f6nnte.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In anderer Hinsicht ist Trumps staatlich angeordnetes Kidnapping allerdings hochproblematisch. Zun\u00e4chst meinen es Trump und die USA es ernst, wenn sie sagen, dass Nord- und S\u00fcdamerika ihre alleinige Einflusszone sind. Mit der Intervention in Venezuela hat Trump eine klare rote Linie gezogen, vor allem gegen\u00fcber China und Russland. Auf dem amerikanischen Kontinent habt ihr nichts zu suchen, das ist seine Botschaft. Und: Hier mache ich Gesch\u00e4fte, und nur ich, so k\u00f6nnte man die Ansage des US-Pr\u00e4sidenten umschreiben. Dass es Trump darum geht, den enteigneten US-\u00d6lgesellschaften m\u00f6glich rasch Zugang zu den gro\u00dfen \u00d6lvorr\u00e4ten Venezuelas zu verschaffen, d\u00fcrfte mindestens eine ebenso gro\u00dfe Motivation f\u00fcr seinen Angriff gewesen sein, wie die Sorge um die Drogen, die mit Hilfe Maduros und seiner Gefolgsleute in die USA verfrachtet wurden.\n  <\/p>\n<p>            Maduro raus, Chevron rein: Wie geht es in Venezuela weiter?<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Maduro raus, Chevron rein, so bringt es ein US-Podcast auf den Punkt. Trump macht daraus \u00fcberhaupt keinen Hehl. Immerhin: wenn das \u00d6l Venezuelas auch f\u00fcr die USA wieder sprudelt, lassen sich die Preise in den USA d\u00e4mpfen, keine Kleinigkeit angesichts der im kommenden Herbst anstehenden Midterm-Wahlen. Eine andere Frage ist freilich, ob es wirklich so einfach gelingt, in wenigen Monaten ein stabiles Investitionsklima zu schaffen. Vielen Amerikanern ist der Irak-Krieg noch in schlechter Erinnerung, wo \u00fcberlegene US-Truppen den Gegner ebenfalls rasch besiegten, nur um dann in einen jahrelangen blutigen B\u00fcrgerkrieg hineingezogen zu werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/politik-medien-venezuelas-vizepraesidentin-uebernimmt-regierung-113101937\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Zweitens zeigt der US-Pr\u00e4sident abermals \u00fcberdeutlich, dass er sich um die jahrhundertealten Gepflogenheiten des V\u00f6lkerrechts oder die j\u00fcngeren Regeln des internationalen Strafrechts nicht schert, wenn es darum geht, das durchzusetzen, was er f\u00fcr Amerikas Interessen h\u00e4lt.<\/a> America First, das l\u00f6st nun mehr und mehr jene regelbasierte Weltordnung ab, die der Westen ausgerechnet unter Anleitung der USA nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut hat. Welthandelsregeln, UN-Charta, internationales Strafrecht \u2013 alles f\u00fcr Weicheier, die ihre Interessen nicht mit ihrem Milit\u00e4r oder ihrer Wirtschaftsmacht durchsetzen k\u00f6nnen, so sehen das Trump und seine Getreuen. Dass die Entf\u00fchrung eines fremden Staatsoberhaupts ohne jede Rechtsgrundlage beispiellos in der Geschichte ist, st\u00f6rt sie nicht im Geringsten. F\u00fcr L\u00e4nder wie Deutschland oder Organisationen wie die EU, die in dieser Weltordnung bislang gut Gesch\u00e4fte machen (Exporte, Welthandelsordnung) und leben konnten, ist das eine sehr schlechte Nachricht.\n  <\/p>\n<p>            Europa spielt in der Weltordnung, die Trump vorschwebt, keine Rolle mehr<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Womit wir beim dritten Punkt w\u00e4ren: Europa. Europa, Deutschland, Frankreich, die Briten, sie alle spielen in der Weltordnung des Donald Trump keine Rolle mehr. Die USA teilen die Welt in Sph\u00e4ren ein, in denen Gro\u00dfm\u00e4chte tun und lassen k\u00f6nnen, was sie wollen. Sicher, noch ist v\u00f6llig unklar, ob China aus dem Angriff auf Venezuela gr\u00fcnes Licht bei einem \u00e4hnlichen Vorgehen etwa gegen\u00fcber Taiwan ableiten k\u00f6nnte. Doch obwohl der Fall Maduros Chinas Gesch\u00e4ftsinteressen in S\u00fcdamerika (\u00d6l, Rohstoffe) genauso schadet wie denen Russlands, werden sich Peking und Moskau nicht nehmen lassen, beim n\u00e4chsten Regelversto\u00df auf das Vorbild der Amerikaner zu verweisen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Europ\u00e4er, Kanzler Friedrich Merz, die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas, sie wissen das \u2013 und antworten dem eklatanten V\u00f6lkerrechtsbruch der Amerikaner mit windelweichen Statements in den Sozialen Medien. Es sind Einlassungen der Machtlosen in Trumps neuer Welt. Sicher, Trump wird seinen Venezuela-Coup nicht sofort mit einem Raubzug gegen Gr\u00f6nland wiederholen, also jener zu D\u00e4nemark geh\u00f6renden Riesen-Insel, auf die Trump aus wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Gr\u00fcnden ebenfalls ein Auge geworfen hat. Doch wer jetzt noch daran zweifelt, dass sich Europa, dass sich Deutschland rasch bewaffnen muss, um sich im Notfall gegen Russland ohne die USA wehren zu k\u00f6nnen, dem ist nicht mehr zu helfen.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Peter M\u00fcller<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Donald Trump<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    USA<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nein, man muss Nicol\u00e1s Maduro sicher keine Tr\u00e4ne nachweinen. 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