{"id":692490,"date":"2026-01-04T11:55:15","date_gmt":"2026-01-04T11:55:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692490\/"},"modified":"2026-01-04T11:55:15","modified_gmt":"2026-01-04T11:55:15","slug":"kulturszene-muenchen-wer-2026-von-sich-reden-macht-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/692490\/","title":{"rendered":"Kulturszene M\u00fcnchen: Wer 2026 von sich reden macht &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Baldhuber, die auch in Wien und Barcelona studiert hat, konnte vergangenes Jahr ihr Studium als Meistersch\u00fclerin von Peter Kogler an der M\u00fcnchner Kunstakademie abschlie\u00dfen. Dass sie fast zeitgleich mit dem Diplom eine institutionelle Einzelausstellung bekam, ist ungew\u00f6hnlich. \u00dcberhaupt lief es f\u00fcr die junge K\u00fcnstlerin in den zur\u00fcckliegenden Monaten ziemlich gut. Sie nahm an Gruppenausstellungen teil, hatte eine Einzelausstellung in der Behncke Gallery, war auf der Kunstmesse Highlights vertreten, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/kunstpreis-club-europaeischer-unternehmerinnen-li.3264649\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wurde beim CeU-Kunst-Award mit einem Preis geehrt<\/a> und hatte diverse Residencies im In- und Ausland. Im Winterhalbjahr 2025\/26 ist sie Stipendiatin des privaten \u201ePS61 Studio\u201c-F\u00f6rderprogramms in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> und wird auf der n\u00e4chsten Art D\u00fcsseldorf vertreten sein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Luisa Baldhuber, die wie sie sagt \u201eaus einer kreativen Familie\u201c stammt \u2013 Vater Architekt, Mutter Psychoanalytikerin \u2013, nimmt Ideen der \u201eLight and Space\u201c-Kunstbewegung auf, die in den Sechzigerjahren in Kalifornien entstand und zahlreiche K\u00fcnstler inspirierte \u2013 von Bruce Nauman und James Turell bis Brigitte Kowanz und Olafur Eliasson, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Neben Rauminstallationen schafft die junge M\u00fcnchner K\u00fcnstlerin auch Objekte, f\u00fcr die sie sehr spezielles Glas verwendet, auf dem sie mit Licht experimentiert. Diese Objekte sind vielschichtig und hochkomplex konstruiert und erg\u00e4nzen ihre Rauminstallationen um eine weitere Verst\u00e4ndnis-Ebene. Das unterscheidet sie von vielen, die auf das Label \u201eimmersiv\u201c setzen. Aber um simple Effekthascherei geht es Luisa Baldhuber ja auch nicht. Evelyn Vogel<\/p>\n<p>Operns\u00e4ngerin Natalie Lewis<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/0d25b4c9-5804-4b4d-bdbe-4f9051840242.jpg\"   alt=\"Mezzosopranistin Natalie Lewis vergleichen ihre Fans schon mit der gro\u00dfen Jesse Norman.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Mezzosopranistin Natalie Lewis vergleichen ihre Fans schon mit der gro\u00dfen Jesse Norman. (Foto: Geoffroy Schied)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Zukunft wird Natalie Lewis mehr Zugaben vorbereiten m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-isarphilharmonie-bso-gershwin-kritik-li.3334017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Denn nach ihrem Deb\u00fct in der Isarphilharmonie vor wenigen Wochen<\/a> will das enthusiasmierte Publikum sie kaum von der B\u00fchne lassen. Warum? Nicht nur, weil Lewis\u2019 in allen Registern voller, runder Mezzosopran die Ohren der Zuh\u00f6renden regelrecht streichelt. Lewis schafft es auch, mit ihrer B\u00fchnen-Pers\u00f6nlichkeit eine Verbindung zum Publikum herzustellen und hat dabei \u00fcberbordendes Charisma. Als sie in Ermangelung einer weiteren Zugabe den Gershwin-Song \u201eI Got Rhythm\u201c zum zweiten Mal anstimmt, klatscht der ganze Saal im Takt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nach M\u00fcnchen kam die 1998 geborene Absolventin der New Yorker Juilliard School als neues Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper, das schon Gr\u00f6\u00dfen wie Hanna-Elisabeth M\u00fcller oder Violeta Urmana eine Rampe ins Berufsleben gebaut hat. Es hat nicht lange gedauert, da machte die US-Amerikanerin auf sich aufmerksam mit kleineren Rollen in Wagners \u201eFliegendem Holl\u00e4nder\u201c oder Strauss\u2019 \u201eElektra\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass sie ihre volumin\u00f6se Stimme auch ganz kontrolliert und konzentriert einsetzen kann, hat sie etwa mit Rossini beim \u201eSingers &amp; Masters\u201c-Konzert im Odeon gezeigt. Und mit ihren Gershwin-Songs beweist sie, dass sie nicht nur Rhythmus, sondern auch musikalische Intelligenz, Charme, Witz und die Bereitschaft hat, sich mit Haut und Haaren f\u00fcr den richtigen Ausdruck einzusetzen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit der aktuellen Spielzeit wurde Natalie Lewis Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper. Ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr Oper und Publikum und die Chance f\u00fcr alle hierzulande, ein umwerfendes Talent beim Wachsen zu begleiten. Paul Sch\u00e4ufele<\/p>\n<p>Filmregisseur Welf Reinhart<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/29d38db0-9eac-4775-b1c7-06791dda5cb5.jpg\"   alt=\"Filmregisseur Welf Reinhart hat schon den Studenten-Oscar gewonnen. 2026 startet sein erster abendf\u00fcllender Spielfilm im Kino.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Filmregisseur Welf Reinhart hat schon den Studenten-Oscar gewonnen. 2026 startet sein erster abendf\u00fcllender Spielfilm im Kino. (Foto: Lukas Zischke)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Von einem Oscar tr\u00e4umen viele. Welf Reinhart wei\u00df, wie man ihn gewinnt: \u201eIch habe mir die Gewinnerfilme der letzten Jahre oft angesehen\u201c, erz\u00e4hlt der Regisseur. So wollte er herausfinden, welche Art von Filmen den Oscar-Juroren als besonders preisw\u00fcrdig erscheinen. Das hat funktioniert, vor drei Jahren <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/student-academy-award-los-angeles-muenchen-hff-1.5679117\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gewann Reinhart f\u00fcr seinen Kurzfilm \u201eEigenheim\u201c den sogenannten Studenten-Oscar in Silber<\/a>. Da studierte er noch an der HFF M\u00fcnchen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Oscar sorgte zwar f\u00fcr viel Aufmerksamkeit, konkrete Folgen hatte er aber nicht: Zwei Jahre lang habe er sich intensiv um Regieauftr\u00e4ge beim Fernsehen bem\u00fcht, erz\u00e4hlt er. Ohne Erfolg. Das gehe vielen Nachwuchsfilmern so, in den Redaktionen setze man fast immer auf etablierte Regisseure. Doch 2025 war ein gutes Jahr f\u00fcr ihn. Im Fr\u00fchjahr drehte der 30-J\u00e4hrige in M\u00fcnchen, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/N%C3%BCrnberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">N\u00fcrnberg<\/a> und D\u00e4nemark seinen ersten Kinofilm: In \u201eDer verlorene Mann\u201c steht eine Frau (Dagmar Manzel) zwischen ihrem an Demenz erkrankten Ex (Harald Krassnitzer) und ihrem neuen Partner (August Zirner), was zu einer tragikomischen Dreiecksbeziehung f\u00fchrt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Kurz darauf bekam der HFF-Absolvent doch noch einen Fernsehauftrag: Er inszenierte die Miniserie\u00a0\u201eThe other gAIrl\u201c \u00fcber einen Ehemann, der eine Aff\u00e4re mit einem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/K%C3%BCnstliche_Intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">KI<\/a>-Bot anf\u00e4ngt. Gedreht wurde im Sommer, seit November ist die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Serien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Serie<\/a> in der ZDF Mediathek abrufbar. Sein Spielfilmdeb\u00fct steht ebenfalls in den Startl\u00f6chern: \u201eDer verlorene Mann\u201c l\u00e4uft Ende Januar als Weltpremiere beim International Film Festival Rotterdam, im Fr\u00fchjahr kommt er bundesweit in die Kinos. Das wird f\u00fcr Aufmerksamkeit sorgen \u2013 und das hat auch hoffentlich Folgen f\u00fcr ihn. Josef Gr\u00fcbl<\/p>\n<p>Theaterautorin Raphaela Bardutzky<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/6006400a-f8c0-4ec5-aebe-b52863577025.jpg\"   alt=\"Raphaela Bardutzkys Theatertexte werden auf vielen B\u00fchnen Deutschlands gespielt.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Raphaela Bardutzkys Theatertexte werden auf vielen B\u00fchnen Deutschlands gespielt. (Foto: Jean-Marc Turmes)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vieles ist eine Frage der Zeit. Raphaela Bardutzky wei\u00df das, schlie\u00dflich wurde j\u00fcngst am Staatstheater N\u00fcrnberg ihr St\u00fcck \u201e74 Minuten\u201c uraufgef\u00fchrt. Es dreht sich um Aufgaben, die man in dieser Zeitspanne erledigen kann: zum Beispiel Beethovens 9. Sinfonie dirigieren. Oder ein B\u00fcro mit 300 Quadratmetern putzen. Das Publikum tobte vor Begeisterung, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/74-minuten-staatstheater-nuernberg-raphaela-bardutzky-li.3321141\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie der SZ-Kritiker verdutzt notierte<\/a>. Und dieser Erfolg ist nur ein Indiz daf\u00fcr, dass es f\u00fcr Bardutzky gerade ziemlich gut l\u00e4uft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die 1983 geborene Autorin und Dramaturgin macht l\u00e4ngst nicht nur in M\u00fcnchen, wo sie lebt, auf sich aufmerksam. Zum einen durch Engagement, so gr\u00fcndete sie vor zehn Jahren mit Theresa Seraphin ein \u201e<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/schauspiel-den-text-wiederbeleben-1.3334960\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzwerk der M\u00fcnchner Theatertexter*innen<\/a>\u201c, und sie geh\u00f6rt zum Kuratorinnen-Team der bemerkenswerten Lesereihe Lix im Theater HochX. Zum anderen setzt sich Bardutzky, zuletzt mit dem Bayerischen Kunstf\u00f6rderpreis ausgezeichnet, auch als Theaterautorin sichtbar durch, unter anderem als derzeitige Hausautorin am Staatstheater N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ihr St\u00fcck \u201eFischer Fritz\u201c, das quer durch die Republik auf dem Spielplan steht, etwa am Staatsschauspiel Dresden und am Theater <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Regensburg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Regensburg<\/a>, feiert im Januar endlich auch am M\u00fcnchner Volkstheater Premiere. Es f\u00fchrt das gesellschaftspolitisch feine Sensorium der Autorin vor, handelt es doch von einem alten Fischer und seiner polnischen Pflegerin\u00a0\u2013 und deren schwieriger Verst\u00e4ndigung. Das j\u00fcngst in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Leipzig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leipzig<\/a> uraufgef\u00fchrte St\u00fcck \u201eAltbau in zentraler Lage\u201c wiederum thematisiert nicht nur das Wohnproblem, sondern ebenfalls die Kommunikation: Es ist auch f\u00fcr Geb\u00e4rdensprache konzipiert. Stets verbindet Raphaela Bardutzky Sprachkunst mit politischem Bewusstsein \u2013 und die Zeit ist reif f\u00fcr ihre gro\u00dfe B\u00fchne. Antje Weber<\/p>\n<p>Indie-Pop-Stimme Mola<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/81db1ab0-c32a-4c0a-8dae-bad7108299cd.jpg\"   alt=\"Isabella \u201eMola\u201c singt so knautschig-r\u00f6hrend, dass man ihr alle n\u00e4chtlichen Eskapaden abnimmt.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Isabella \u201eMola\u201c singt so knautschig-r\u00f6hrend, dass man ihr alle n\u00e4chtlichen Eskapaden abnimmt. (Foto: Deza Realdy)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dieser Moment musste festgehalten werden. Dieser Augenblick am Ende des Konzerts Ende November in der bis auf den letzten Platz gef\u00fcllten Muffathalle: S\u00e4ngerin Isabella \u201eMola\u201c Streifeneder in roter Adidas-Trainingshose und bauchfreiem, schwarzem Shirt in der Mitte, daneben die Musiker der nach ihr benannten Band Mola. Eine ausverkaufte Muffathalle, das ist was Besonderes f\u00fcr eine M\u00fcnchner Band, ein \u201eabsoluter Traum\u201c, das schrie die S\u00e4ngerin schon am Konzertabend ins Publikum, davon schw\u00e4rmt sie auch beim Interview.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man muss das verstehen: Heute kann es manchmal rasant schnell gehen in diesem Musikgesch\u00e4ft. Ein viraler Moment \u2013 und schon ist sie da, die Karriere bei der gro\u00dfen Plattenfirma, die Goldene Schallplatte. Es gibt aber auch Bands, die m\u00fcssen sich alles m\u00fchsam erarbeiten. Schritt f\u00fcr Schritt, von der kleinen B\u00fchne zu den gro\u00dfen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/sportfreunde-stiller-album-konzerte-tour-weihnachten-2025-li.3347439\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bei den <\/a><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/sportfreunde-stiller-album-konzerte-tour-weihnachten-2025-li.3347439\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sportfreunden Stiller<\/a><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/sportfreunde-stiller-album-konzerte-tour-weihnachten-2025-li.3347439\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> war das einst so<\/a>\u00a0\u2013 und aktuell ist dieser langsam aufgebaute Erfolg bei der deutschsprachigen Indie-Pop-Band Mola zu beobachten. \u201eWir mussten den harten Weg gehen\u201c, sagt die S\u00e4ngerin.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Mit 14 hat Mola bei Open Stages gesungen, hat ihren Stil gesucht. Seit 2016 besteht die Band in der jetzigen Besetzung \u2013 und seit dem ersten Tag schuften sie in der Hit-Fabrik. Mit gnadenlos ehrlichen Liedern \u00fcber das Leben junger Menschen in der Gro\u00dfstadt, mit viel Alkohol, n\u00e4chtlichen Eskapaden \u2013 so knautschig-r\u00f6hrend gesungen, dass man Isabella Streifeneder jeden einzelnen Rausch glaubt. Da wird die Liebe schon mal brutal, da scheitern Menschen bei der Selbstfindung, alles so rau und kaputt, dass viele die Band nach Berlin verorten und nicht ins beschauliche M\u00fcnchen. Nat\u00fcrlich: Ein gemeinsamer Song mit Majan (\u201eAlles gelogen\u201c) hat geholfen, die gemeinsame Tour mit Wannda auch. Jetzt wird 2026 am neuen Album gearbeitet. Dann kommt der n\u00e4chste Schritt. Jede Wette. Michael Bremmer<\/p>\n<p>Schauspielerin Annika Neugart<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/08fd191a-90a1-4de2-a9cd-e3ef11464b15.jpg\"   alt=\"In der Revue \u201ePlay Auerbach!\u201c spielt Annika Neugart eine Ikone der Kammerspiele: Therese Giehse.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>In der Revue \u201ePlay Auerbach!\u201c spielt Annika Neugart eine Ikone der Kammerspiele: Therese Giehse. (Foto: Julian Baumann)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Therese Giehse wird sie einiges abgelauscht haben. Den schneidenden Ton, die scharfe Aussprache, die Pausen, die eigentlich Warnungen sind, ihr nicht ins Wort zu fallen. Annika Neugart erschafft in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/play-auerbach-kammerspiele-muenchen-revue-li.3348655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der gefeierten Revue \u201ePlay Auerbach!\u201c an den M\u00fcnchner Kammerspielen<\/a> mit ihrer Therese Giehse eine Respektsperson, politisch und k\u00fcnstlerisch geradlinig und klar. Zwischendrin singt Neugart, sodass man \u00fcber das Volumen ihrer Stimme staunt, \u00fcber die Tiefe, die seiden-gespannte Rauheit darin. Und \u00fcber ihr Giehse-m\u00e4\u00dfig rollendes \u201eR\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Kammerspiele-Ikone ist eine feine Rolle f\u00fcr die junge, wandelbare Schauspielerin. Seit vergangener Spielzeit ist die 24-J\u00e4hrige festes Ensemblemitglied an dem renommierten Haus. Die Theaterleitung hat sie direkt von der Otto-Falckenberg-Schule engagiert. Vermutlich hat sie schon einige Zeit beobachtet, wer da nebenan anf\u00e4ngt zu gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vor allem d\u00fcrfte einem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/otto-falckenberg-schule-3-jahrgang-richard-drei-peter-kastenmueller-katja-brunner-theater-1.5772222\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ihr Richard Drei noch in Erinnerung sein, der gewaltige Fiesling der Abschluss-Inszenierung 2023<\/a>. Sie wollte diesen Auftritt so sehr, dass sie den in der Generalprobe verletzten Fu\u00df mit Schiene ruhigstellte und ordentlich Schmerzmittel einnahm. Die Schiene sah man, sonst merkte man nichts. Aus dem Stand sprang sie etwas sp\u00e4ter f\u00fcr Maren Solty in \u201eIm Menschen muss alles herrlich sein\u201c ein\u00a0\u2013 ohne erkennbare Texthilfe. Dabei null eingesch\u00fcchtert auf dieser Kammerspiele-B\u00fchne, auf der so viele spielen wollen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dort, an der Kammer, hat sie viele M\u00f6glichkeiten, die sie nutzt. Im April wird man sie wieder singen h\u00f6ren\u00a0\u2013 als Eurydike in \u201eEurydike und Orpheus\u201c von Anna Smolar. Von einer, die die Giehse mal gespielt hat, darf man ruhig einiges erwarten. Yvonne Poppek<\/p>\n<p>Jazzsaxofonist Edi May<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/846450d7-eb6f-46fe-857c-8fdd9b43c03d.jpg\"   alt=\"Das Saxophon ist sein st\u00e4ndiger Begleiter: Edi May komponiert auch f\u00fcr das Instrument.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Das Saxophon ist sein st\u00e4ndiger Begleiter: Edi May komponiert auch f\u00fcr das Instrument. (Foto: Gareth Howell)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass der deutsch-englische Saxofonist, Klarinettist und Komponist Edi May \u00fcber britischen Humor verf\u00fcgt, zeigen schon die Namen seiner M\u00fcnchner Bands, mit denen er erfolgreich unterwegs ist. Three and a Half\u00a0mit dem kolumbianischen Gitarristen \u00d3scar Mosquera und dem amerikanischen Schlagzeuger Nathan Carruthers deutet an, dass man \u201eaus dreieinhalb L\u00e4ndern kommt und dreieinhalb Instrumente und Genres\u201c bespielt. Man darf aber auch an eine Comedy-Serie mit \u00e4hnlichem Titel denken. Und dann\u00a0Acoustic Hammer, wo zum Trio noch Ilan Gold am Bass dazust\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wie gut May (schon) ist, mag der Gewinn des Musikpreises des Kulturkreises Gasteig und der zweite Platz beim Kurt Maas Jazz Award illustrieren, einmal vor und einmal hinter Fernanda von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Sachsen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sachsen<\/a>, die als S\u00e4ngerin eh schwer vergleichbar ist und momentan als Ausnahmetalent alle verf\u00fcgbaren Preise abr\u00e4umt. \u201eKonturenscharfer, variantenreicher Klang\u201c, \u201e\u00fcberzeugender Kollektivgedanke\u201c, \u201eschl\u00fcssiges Programm\u201c sind Jury-Zitate f\u00fcr den Free Jazzrock, den May mit seinen Bands zelebriert, mal explosiv, mal sph\u00e4risch, mal auch mit gesprochenen Akklamationen garniert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In Deutschland aufgewachsen, zog die Familie nach England, als May acht war. Seine exzellente Technik hat er dementsprechend beim Bachelor-Studium am Royal Birmingham Conservatoire erworben. Zum Masterstudium bei Florian Tr\u00fcbsbach kam er vor f\u00fcnf Jahren zur\u00fcck nach M\u00fcnchen. Aktuell setzt er noch ein Kompositionsstudium bei Gregor H\u00fcbner drauf. Und es gef\u00e4llt ihm in M\u00fcnchen und seiner jungen Jazzszene so gut, dass er auf jeden Fall bleiben will.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Freilich geht es im April erst einmal f\u00fcr einen Monat nach Brasilien. Der Einblick in die Szene von Sao Paulo ist die Belohnung f\u00fcr den Gewinn des Kurt Maas Awards. \u201eDie brasilianische Musik und die s\u00fcdamerikanische Rhythmik, diese Seite fehlt mir noch in meinem Repertoire\u201c, sagt er selbst. Mal sehen, was nach diesen neuen Eindr\u00fccken passiert. Man durfte schon bisher einiges von ihm erhoffen. Oliver Hochkeppel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Baldhuber, die auch in Wien und Barcelona studiert hat, konnte vergangenes Jahr ihr Studium als Meistersch\u00fclerin von Peter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":692491,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[2396,65540,772,29,30,45528,20530,2392,71,4156,1268,8366,3783,9465,50502,12946,859,149,3372],"class_list":{"0":"post-692490","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-ausstellung-muenchen","9":"tag-bayerische-staatsoper","10":"tag-bayern","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-haus-der-kunst","14":"tag-kultur-in-bayern","15":"tag-kultur-in-muenchen","16":"tag-leipzig","17":"tag-mittelfranken","18":"tag-muenchen","19":"tag-muenchner-volkstheater","20":"tag-nuernberg","21":"tag-oberpfalz","22":"tag-oper-muenchen","23":"tag-regensburg","24":"tag-sachsen","25":"tag-sueddeutsche-zeitung","26":"tag-theater-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115836703833075557","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/692490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=692490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/692490\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/692491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=692490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=692490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=692490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}