{"id":693747,"date":"2026-01-04T23:46:13","date_gmt":"2026-01-04T23:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/693747\/"},"modified":"2026-01-04T23:46:13","modified_gmt":"2026-01-04T23:46:13","slug":"konjunktur-deutschland-gibt-die-rote-laterne-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/693747\/","title":{"rendered":"Konjunktur: Deutschland gibt die rote Laterne ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Kreis der gro\u00dfen Staaten der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion wird Deutschland in diesem Jahr erstmals seit 2019 wirtschaftlich wieder Anschluss finden. Mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von rund ein Prozent z\u00f6ge Deutschland mit Frankreich gleich und l\u00e4ge nur noch knapp unter dem erwarteten Wachstum im <a data-rtr-index=\"14\" title=\"Eurozone\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/eurozone\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Euroraum<\/a> von 1,2 Prozent. Das erwarten Volkswirte von Finanzinstituten in der regul\u00e4ren Umfrage des Nachrichtendiensts Bloomberg. Italien \u00fcbern\u00e4hme im Wachstumsvergleich der gro\u00dfen Eurostaaten wieder die rote Laterne, wie so oft in den vergangenen Jahrzehnten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Euroraum selbst wird das Wachstum sich in diesem Jahr gem\u00e4\u00df den Erwartungen leicht von 1,4 auf 1,2 Prozent abschw\u00e4chen. Dazu tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich bei, dass Spanien und die Niederlande \u2013 gemessen an ihrer Wirtschaftskraft Rang vier und f\u00fcnf im Euroraum \u2013 deutlich an wirtschaftlichem Schwung verlieren werden. In Spanien soll das Wachstum nach den Prognosen von 2,9 auf 2,2 Prozent sinken, in den Niederlanden von 1,6 auf 1,3 Prozent.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Deutschland wird nach den Prognosen erstmals seit Langem die Euro-Wirtschaft nicht mehr belasten, sondern einen positiven Beitrag leisten. Der schuldenfinanzierte fiskalische Stimulus f\u00fcr Verteidigung und Infrastruktur wird demnach nicht nur die deutsche Wirtschaft zeitweise aus dem Sumpf ziehen. Er wird auch die Euro-Wirtschaft st\u00fctzen. Berechnungen der \u00d6konomen des <a data-rtr-index=\"0\" title=\"IfW\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/ifw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft<\/a> in Kiel (IfW) zeigen, wie sehr Deutschland zuletzt den Euroraum belastete und wie sehr dieses Bild sich in diesem Jahr drehen d\u00fcrfte. Die Wirtschaft in der W\u00e4hrungsunion w\u00e4re danach im vergangenen Jahr ohne Deutschland um 1,9 Prozent und nicht nur um 1,5 Prozent gewachsen. In diesem Jahr w\u00e4chst nach der IfW-Prognose die Euro-Wirtschaft ohne Deutschland um 1,4 Prozent und mit Deutschland um 1,2 Prozent.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Gelingen des fiskalischen Anschubs in Deutschland ist so auch entscheidend f\u00fcr die Konjunktur im Euroraum. Weitere fiskalische Impulse werden erwartet durch weitere Aus\u00adsch\u00fcttungen an Eurostaaten aus dem \u201eNext Generation\u201c-Programm der Europ\u00e4ischen Union. Die H\u00f6he dieser schuldenfinanzierten Stimuli ist indes ungewiss. Insgesamt erwarten \u00d6konomen f\u00fcr den Euroraum eher eine die Konjunktur d\u00e4mpfende Fiskalpolitik, nicht zuletzt weil die wirtschaftlichen Schwergewichte Frankreich und Italien der Tendenz nach auf Konsolidierungskurs gehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die EZB wird es einfacher<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Au\u00dfenwirtschaftlich steht dem Euroraum ein schwieriges Jahr bevor. Der Euro hat in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten um gut 13 Prozent gegen\u00fcber dem Dollar aufgewertet. Zugleich wird prognostiziert, dass die Zollerh\u00f6hungen des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump erst in diesem Jahr voll ihre Wirkung zeigen werden. Das IfW in Kiel erwartet einen Zuwachs des Exports des Euroraums von 0,6 Prozent, nach 1,9 Prozent im vergangenen Jahr. Auf Drittm\u00e4rkten dr\u00fcckt zugleich die zunehmende Konkurrenz chinesischer Unternehmen. \u00dcber alldem schwebt als Risiko die Entwicklung im Ukrainekrieg, der mit einem Waffenstillstand belebend auf den Welthandel und die allgemeine Wirtschaftsstimmung, mit einer Eskalation aber belastend wirken w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Mit der Angleichung der Wachstumsraten zwischen den gr\u00f6\u00dften Eurostaaten wird die Geldpolitik f\u00fcr die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) einfacher, weil sie einheitlicher auf die nationalen Volkswirtschaften wirkt. Allgemein erwartet wird, dass die EZB ihre Leitzinsen in diesem Jahr unver\u00e4ndert h\u00e4lt. Derzeit betr\u00e4gt der Einlagezinssatz nach einer Reihe von Zinssenkungen zwei Prozent. Das finanzielle Umfeld regt die Konjunktur an. Volkswirte f\u00fchren das als einen Grund daf\u00fcr an, dass die Euro-Wirtschaft im vergangenen und in diesem Jahr die moderaten Wachstumsraten h\u00e4lt. Hoffnungen auf eine Belebung der privaten Investitionen ruhen auch auf dem niedrigeren Zinsniveau. Die Ausleihungen von Banken an Unternehmen zeigen im Euroraum aufw\u00e4rts; auch steigt die Nachfrage nach Immobilienkrediten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Inflationsrate lag zuletzt mit 2,1 Prozent leicht \u00fcber der von der Zentralbank f\u00fcr den gesamten Euroraum auf mittlere Sicht angestrebten Inflationsrate von zwei Prozent. In diesem Jahr k\u00f6nnte die Teuerungsrate nach den Prognosen der EZB-Volkswirte auf 1,9 Prozent leicht darunter sinken. Eigentlich sollte das den privaten Verbrauch an den Konsum erleichtern, weil die real verf\u00fcgbaren Einkommen entsprechend st\u00e4rker steigen. Der private Konsum w\u00e4chst nach den Prognosen in diesem wie im vergangenen Jahr indes verhalten, und die Sparquote bleibt hoch. Untersuchungen der EZB zeigen, dass die Verbraucher den realen Anstieg ihrer Einkommen untersch\u00e4tzen und davon ausgehen, dass ihr wahrgenommenes Einkommen seit 2024 konstant geblieben sei. Ein anderer Grund f\u00fcr die verhaltene Kauflust und die hohe Sparquote d\u00fcrfte sein, dass die Verbraucher den Inflationsschock der vergangenen Jahre noch nicht \u00fcberwunden haben und ihre \u2013 inflation\u00e4r deutlich entwerteten \u2013 finanziellen Reserven weiterhin aufstocken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Kreis der gro\u00dfen Staaten der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion wird Deutschland in diesem Jahr erstmals seit 2019 wirtschaftlich wieder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":693748,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12],"class_list":{"0":"post-693747","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115839499104455230","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/693747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=693747"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/693747\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/693748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=693747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=693747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=693747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}