{"id":693856,"date":"2026-01-05T00:52:11","date_gmt":"2026-01-05T00:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/693856\/"},"modified":"2026-01-05T00:52:11","modified_gmt":"2026-01-05T00:52:11","slug":"recherche-bundesnachrichtendienst-hoerte-obama-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/693856\/","title":{"rendered":"Recherche: Bundesnachrichtendienst h\u00f6rte Obama ab"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Angaben des \u00abZeit\u00bb-Journalisten Holger Stark den damaligen US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama abgeh\u00f6rt. Im Podcast von \u00abBild\u00bb-Vize Paul Ronzheimer sagte Stark, der Geheimdienst habe sich dabei zunutze gemacht, dass die Verschl\u00fcsselung von Gespr\u00e4chen aus dem amerikanischen Regierungsflugzeug heraus ungleich schwerer sei als am Boden. \u00abDeswegen haben die Amerikaner immer mal wieder auch Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, die entweder schlecht verschl\u00fcsselt waren, wo es L\u00fccken gab, oder die gar nicht verschl\u00fcsselt waren\u00bb, sagte Stark.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abUnd der BND wusste das, und er kannte die gut ein Dutzend Frequenzen, die die Air Force One genutzt hat f\u00fcr diese Art von Kommunikation f\u00fcr Telefonate. Und er hat die abgeh\u00f6rt.\u00bb Daf\u00fcr habe es keinen offiziellen Spionageauftrag gegeben. Die Obama-Telefonate seien ordentlich verschriftlicht und nur in einer Kopie im BND herumgereicht worden. Die interne Direktive sei gewesen, dass die eine Kopie am Ende geschreddert werden sollte. So sei es in den meisten F\u00e4llen auch geschehen. \u00abDavon wusste das Kanzleramt lange Zeit gar nichts.\u00bb<\/p>\n<p>BND sagt nichts dazu, ob die Vorw\u00fcrfe stimmen<\/p>\n<p>Der BND \u00e4u\u00dferte sich nicht konkret zu den Vorw\u00fcrfen. Er teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit: \u00abDer Bundesnachrichtendienst nimmt zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder T\u00e4tigkeiten betreffen, grunds\u00e4tzlich nicht \u00f6ffentlich Stellung.\u00bb Damit sei keine Aussage dar\u00fcber getroffen, ob der Sachverhalt zutreffend ist oder nicht. \u00abDer Bundesnachrichtendienst berichtet zu entsprechenden Themen insbesondere der Bundesregierung und den zust\u00e4ndigen, geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestages\u00bb, hie\u00df es in der Mitteilung lediglich.\u00a0<\/p>\n<p>Merkel war Abh\u00f6r-Opfer des US-Geheimdienstes NSA<\/p>\n<p>Der mutma\u00dfliche Lauschangriff auf Obama ist auch deshalb interessant, weil der US-Geheimdienst NSA \u00fcber Jahre hinweg das Mobiltelefon der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgeh\u00f6rt hatte. Dies war 2013 bekanntgeworden und hatte zu erheblichen Spannungen in den deutsch-amerikanischen Beziehungen gef\u00fchrt. \u00abAussp\u00e4hen unter Freunden, das geht gar nicht\u00bb, hatte sich Merkel ver\u00e4rgert gezeigt. Obama gab sich damals peinlich ber\u00fchrt &#8211; ohne dass klar wurde, seit wann er von der Bespitzelung wusste. Merkel und Obama bem\u00fchten sich danach um ein besseres Verh\u00e4ltnis.\u00a0<\/p>\n<p>Nach Angaben von Stark h\u00f6rte der BND Obama nicht regelm\u00e4\u00dfig ab. Aber wenn die Mitarbeiter gemerkt h\u00e4tten, dass auf den entsprechenden Frequenzen gefunkt worden sei, h\u00e4tten sie mitgeschnitten. \u00abEs war autorisiert vom BND-Pr\u00e4sidenten, der es h\u00e4tte stoppen k\u00f6nnen\u00bb, sagte der Journalist. Es seien auch Gespr\u00e4che der damaligen US-Au\u00dfenministerin Hillary Clinton sowie teilweise von amerikanischen Milit\u00e4rs vom BND abgeh\u00f6rt worden. \u00abDas war f\u00fcr den BND einfach zu verlockend, da mitzuh\u00f6ren und damit auch einen kleinen Blick in die Gedankenwelt der amerikanischen F\u00fchrung zu werfen\u00bb, so Stark.<\/p>\n<p>Kanzleramt stoppte die Operation 2014<\/p>\n<p>Das Kanzleramt habe die \u00dcberwachung der US-Pr\u00e4sidentenmaschine 2014 gestoppt &#8211; nachdem die Operation gegen Obama bereits mehrere Jahre gelaufen sei, schrieb der Journalist auf dem Online-Portal der \u00abZeit\u00bb. \u00abUnklar ist, wann sie begann und ob bereits sein Vorg\u00e4nger George W. Bush als Ziel ausgew\u00e4hlt worden war.\u00bb Die Erkenntnisse aus der Abh\u00f6rung von Obamas Telefonaten seien in allgemeine Einsch\u00e4tzungen \u00fcber die US-Haltung eingeflossen, die auch an das Kanzleramt gegangen seien &#8211; ohne dass klar geworden sei, woher die Informationen konkret stammten, so der Journalist.\u00a0<\/p>\n<p>Seine Rechercheergebnisse ver\u00f6ffentlichte Stark auch in seinem neuen Buch \u00abDas erwachsene Land. Deutschland ohne Amerika &#8211; eine historische Chance\u00bb, das heute erscheint. Darin hei\u00dft es, die Existenz der geheimnisumwitterten Mappe beim BND mit den Mitschriften der US-Operation sei erstmals im BND-Untersuchungsausschuss 2014 und 2015 erw\u00e4hnt worden. Das Kanzleramt habe verf\u00fcgt, die Operation zu stoppen und zuf\u00e4llig abgefangene Gespr\u00e4che k\u00fcnftig sofort zu l\u00f6schen. \u00abDem BND gelang es allerdings, das gr\u00f6\u00dfte und politisch sensibelste Ziel unter der Decke zu halten: Barack Obama.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach Angaben des \u00abZeit\u00bb-Journalisten Holger Stark den damaligen US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":693857,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[3364,29,3557,30,8970,1209,64],"class_list":{"0":"post-693856","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-geheimdienste","11":"tag-germany","12":"tag-muenster","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115839758828277006","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/693856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=693856"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/693856\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/693857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=693856"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=693856"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=693856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}