{"id":69393,"date":"2025-04-29T01:14:10","date_gmt":"2025-04-29T01:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69393\/"},"modified":"2025-04-29T01:14:10","modified_gmt":"2025-04-29T01:14:10","slug":"welche-hirnareale-bei-schlafmangel-leiden-partynaechte-beeintraechtigen-andere-hirnregionen-als-chronische-schlafstoerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/69393\/","title":{"rendered":"Welche Hirnareale bei Schlafmangel leiden &#8211; Partyn\u00e4chte beeintr\u00e4chtigen andere Hirnregionen als chronische Schlafst\u00f6rungen"},"content":{"rendered":"<p>Was macht chronischer Schlafmangel mit unserem Gehirn?<\/p>\n<p>Reimann und seine Kollegen haben nun in einer Metastudie untersucht, was bei chronischem oder aber kurzzeitigem, akuten Schlafmangel in unserem Gehirn passiert. Daf\u00fcr werteten sie mithilfe eines Algorithmus Daten von Hirnscans aus 231 Studien aus, in denen mehrere Patientengruppen mit und ohne chronische Schlafst\u00f6rungen sowie mit und ohne akuten Schlafentzug untersucht wurden. Insgesamt hatten 3.380 Personen an den Studien teilgenommen. Der Algorithmus suchte in diesem Datensatz nach sich \u00fcberschneidenden Mustern.<\/p>\n<p>Das Team fand klare neuronale Unterschiede zwischen den Gruppen. Bei Menschen mit chronischen Schlafst\u00f6rungen traten demnach Ver\u00e4nderungen im vorderen cingul\u00e4ren Cortex, in der rechten Amygdala und im Hippocampus auf. Diese Regionen sind beispielsweise an der Verarbeitung von Argumenten, Emotionen, Erinnerungen, Entscheidungen sowie Geruch und Geschmack beteiligt. \u201eDiese Abweichungen spiegeln h\u00e4ufige Symptome wider, etwa Ersch\u00f6pfung, Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen\u201c, so Reimann.\n<\/p>\n<p>\u2026und wie zeigt sich akuter Schlafentzug?<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu war ein kurzfristiger Schlafmangel mit Ver\u00e4nderungen im rechten Thalamus verbunden. Diese Hirnregion ist f\u00fcr Temperaturregulierung, Bewegung und Schmerzempfinden verantwortlich. \u201eDas deckt sich ebenfalls mit den Symptomen eines kurzfristigen Schlafentzugs: Man ist <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/schlafmangel-foerdert-falsche-erinnerungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unaufmerksamer<\/a>, in seinen Handlungsabl\u00e4ufen eingeschr\u00e4nkt und friert oftmals leichter\u201c, so Reimann.\n<\/p>\n<p>Die beiden verschiedenen Formen des Schlafmangels wirken sich zudem unterschiedlich auf die neuronalen Strukturen aus: Chronische Schlafst\u00f6rungen lassen den vorderen cingul\u00e4ren Cortex schrumpfen und senken Aktivit\u00e4t und Vernetzung dieses Hirnareals. Auf Amygdala und Hippocampus haben sie hingegen einen umgekehrten Effekt, wie das Team feststellte. Akuter Schlafentzug erh\u00f6ht hingegen Aktivit\u00e4t, Vernetzung und Volumen im Thalamus.\n<\/p>\n<p>Klare neuronale Unterschiede<\/p>\n<p>Demnach sind an langfristigen krankhaften Schlafst\u00f6rungen und kurzfristigem Schlafmangel ganz unterschiedliche Strukturen an unterschiedlichen Orten im Gehirn beteiligt, obwohl sich manche Symptome \u00e4hneln. \u201eWir konnten damit erstmals zeigen, dass es keine \u00fcberlappenden Gehirnregionen zwischen den beiden Gruppen gibt\u201c, betont Reimann. \u201eDas ist wichtig f\u00fcr zuk\u00fcnftige Studien. Man kann nun genau die strukturellen und funktionellen Regionen und Netzwerke in den Fokus nehmen, welche f\u00fcr die jeweilige Schlafst\u00f6rung repr\u00e4sentativ sind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eZudem werden die einzelnen Schlafst\u00f6rungen bisher getrennt voneinander betrachtet. Nun kann man Fragen zu chronischen Schlafkrankheiten auch in transdiagnostischen Studien angehen, also mehrere Befunde gleichzeitig untersuchen\u201c, erg\u00e4nzt Seniorautor Masoud Tahmasian vom Forschungszentrum J\u00fclich. Die Folgestudien k\u00f6nnten dann auch kl\u00e4ren, ob die Ver\u00e4nderungen im Gehirn die Ursache oder eine Folge der chronischen Schlafst\u00f6rung sind.\n<\/p>\n<p>Therapien auf dem Pr\u00fcfstand<\/p>\n<p>Die neuen Erkenntnisse k\u00f6nnten gezieltere Therapien und vorbeugende Ma\u00dfnahmen gegen chronische Schlafdefizite erm\u00f6glichen. \u201eJetzt, da wir wissen, welche Hirnregionen beteiligt sind, k\u00f6nnen wir die Auswirkungen nicht-medikament\u00f6ser Therapien, wie der kognitiven <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/schlaflosigkeit-hirntraining-statt-medikamente\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verhaltenstherapie<\/a> oder der positiven Atemwegsdrucktherapie (CPAP), im Vergleich zu pharmakologischen Behandlungen bei verschiedenen Schlafst\u00f6rungen genauer untersuchen\u201c, erkl\u00e4rt Reimann. (JAMA Psychiatry, 2025; <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamapsychiatry\/fullarticle\/2833305\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1001\/jamapsychiatry.2025.0488<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Forschungszentrum J\u00fclich<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>29. April 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was macht chronischer Schlafmangel mit unserem Gehirn? 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