{"id":694531,"date":"2026-01-05T08:04:19","date_gmt":"2026-01-05T08:04:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/694531\/"},"modified":"2026-01-05T08:04:19","modified_gmt":"2026-01-05T08:04:19","slug":"europe-im-cineplex-neukoelln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/694531\/","title":{"rendered":"Europe im Cineplex Neuk\u00f6lln"},"content":{"rendered":"<p>Zohras Leben k\u00f6nnte endlich gut sein: Dank einer OP kann sie wieder laufen, hat Arbeit und eine Wohnung. Doch kurz vor der Reise zu ihrem Mann nach Algerien verliert sie das Bleiberecht in Frankreich.<\/p>\n<p class=\"DescriptionSection_description-section__text__0nvfL\">Die Bushaltestelle &#8220;&#8220;Europe&#8220;&#8220; liegt an einer Ausfallstra\u00dfe der franz\u00f6sischen Stadt Chatellerault in einem kleinen Banlieue. Ein paar Blocks, eine Brasserie, ein Kebabladen und ein Bus, der zwischen Krankenhaus und Wald, einem Naherholungsgebiet vor der Stadt pendelt. Hier lebt Zohra Hamadi, 32, deren Sommer mit dem Ende einer langen Krankengeschichte beginnt. Zum ersten Mal in ihrem Leben kann Zohra aufrecht gehen, fast schmerzfrei &#8211; sie k\u00f6nne ab jetzt ein ganz normales Leben f\u00fchren, sagt der Arzt, dem sie ihre k\u00f6rperliche Freiheit verdankt. Ein ganz normales Leben: Zohra hat ihre Wohnung in einem der Blocks, rundherum wohnen Familie und Freunde, Arbeit hat sie bei einer NGO gefunden, die mit Altkleidern handelt. W\u00e4re da nur nicht ihr Ehemann Hocine, der in Algerien darauf wartet, endlich ein Visum im Rahmen der Familienzusammenf\u00fchrung zu bekommen und das n\u00e4chste Flugzeug zu Zohra nach Frankreich zu besteigen.  Es ist Sommer, Ende Juli, und ganz Frankreich bereitet sich auf die Ferien vor, diesseits und jenseits des Mittelmeers. Zohra braucht nur noch die Verl\u00e4ngerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung, dann wird auch sie aufbrechen, um wenigstens ein paar Wochen mit Hocine in den algerischen Bergen zu verbringen. Doch die Verl\u00e4ngerung bleibt aus: Mit dem Ende ihrer Behandlung verliert Zohra ihr Aufenthaltsrecht in Frankreich. Sie wird &#8211; f\u00fcr ihr Umfeld wie f\u00fcr das Kinopublikum &#8211; zu einer in die Unsichtbarkeit verbannten, zum Schweigen gebrachten Protagonistin. Nur durch die Augen und die Reaktionen der anderen wird sp\u00fcrbar, wie Zohra um die Rettung ihres Lebens in der ersehnten Normalit\u00e4t ringt: wie sie keine Schw\u00e4che zeigen will, sich in L\u00fcgen verstrickt, wie ihre Welt br\u00f6ckelt. Zohra verliert ihre Arbeit und ihre Wohnung. Familie und Freunde brechen auf, sie bleibt allein zur\u00fcck in einer entleerten Welt.  Diese entleerte Welt wird f\u00fcr Zohra, ausgestattet mit einer Handvoll Schl\u00fcssel f\u00fcr die Wohnungen der anderen, zur B\u00fchne. Sie wird sichtbar, indem sie ihre Zukunft erfindet, und nicht nur eine, sondern verschiedene, die sie in Varianten durchspielt. Ihre Fiktionen, mal subtil, mal anma\u00dfend b\u00fcrgerlich, surfen knapp \u00fcber dem Boden der Tatsachen und ziehen uns in ein Verwirrspiel parallel sich entfaltender Realit\u00e4ten. Sie lebt mit Hocine oder auch nicht, hat eine Familie, vielleicht, einen neuen Job, eine Aufenthaltsgenehmigung.  Mit dem Wiedererlangen ihrer fiktionalen Sichtbarkeit beginnt f\u00fcr Zohra der Kampf um ihren Platz in Europa, auch wenn sie daf\u00fcr immer h\u00e4ufiger das Szenario wechseln muss. Dadurch bekommt sie etwas Transparentes, Geisterhaftes &#8211; aus der Fl\u00fcchtenden wird eine Fl\u00fcchtige, die sich dem systematischen Griff der staatlichen Gewalten entzieht. (Quelle: Verleih)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zohras Leben k\u00f6nnte endlich gut sein: Dank einer OP kann sie wieder laufen, hat Arbeit und eine Wohnung.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":658906,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-694531","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115841457582806852","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/694531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=694531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/694531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/658906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=694531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=694531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=694531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}