{"id":694744,"date":"2026-01-05T10:11:21","date_gmt":"2026-01-05T10:11:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/694744\/"},"modified":"2026-01-05T10:11:21","modified_gmt":"2026-01-05T10:11:21","slug":"terry-gilliams-science-fiction-thriller-12-monkeys","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/694744\/","title":{"rendered":"Terry Gilliams Science-Fiction-Thriller \u201e12 Monkeys\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">James Cole schiebt den schneebedeckten Gullydeckel zur Seite. Den Rest des Kanalschachtes hievt er sich auch noch nach oben. Zum Schutz vor einem t\u00f6dlichen Virus tr\u00e4gt er einen transparenten Ganzk\u00f6rperanzug. Es wirkt, als wolle er abtauchen. Unter und \u00fcber der Erde &#8211; beides sind unwirkliche Realit\u00e4ten in der Zukunft, in Terry Gilliams Science-Fiction-Thriller \u201e12 Monkeys\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unten herrschen Dunkelheit und N\u00e4sse und ein totalit\u00e4res System. Gefangene in Zellen, die wie Legebatterien f\u00fcr Tiere wirken &#8211; nicht ohne Grund. Oben ist es hell, aber meist nur grau. Es liegt Schnee, dabei ist die Atmosph\u00e4re so schon eisig und unfreundlich genug.<\/p>\n<p>Ein Virus hat die Menschheit fast ausgel\u00f6scht      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Autos, l\u00e4ngst verrostet, stehen in menschenleeren Stra\u00dfen. Geb\u00e4ude, einst monumental und beeindruckend, sind verlassen. Sie sind stumme Zeugen einer vergangenen Zeit. Tiere haben die St\u00e4dte (zur\u00fcck)erobert. Befreit von der Arme der \u201e12 Affen\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein Virus hat binnen zwei Jahren 1996 und 1997 Milliarden Menschen get\u00f6tet. Nur ein Prozent der Bev\u00f6lkerung hat die Pandemie \u00fcberlebt. Von heute aus gesehen sind es nicht mal mehr zehn Jahre bis dahin. Der Film, der R\u00e4tsel aufgibt, der intensiv ist und auch verst\u00f6rend wirken kann, spielt 2035.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor 30 Jahren kam \u201e12 Monkeys\u201c in die Kinos (im Januar in den USA, im M\u00e4rz in Deutschland). Es geht um die Reise von Protagonist Cole, gespielt von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruce-willis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bruce Willis<\/a>, in die Vergangenheit, ins Jahr 1996. Zur\u00fcck aus einer fiktiven Zukunft. Er reist in der Zeit, ist eigentlich ein Gefangener, der auf seine Begnadigung hofft. Er zweifelt irgendwann selbst an dem, was ist, was sein soll und was war.<\/p>\n<p>Inspiriert durch einen Endzeit-Kurzfilm      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Film sei eine Gelegenheit, dar\u00fcber nachzudenken, was die Welt sei und was nicht, sagte Regisseur Gilliam, Mitbegr\u00fcnder der legend\u00e4ren britischen Gruppe <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/monty-python\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Monty Python<\/a>, im Jahr des <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kinostarts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinostarts<\/a> in einem Interview: \u201eEs geht vor allem um die Wahrnehmung von Realit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Und die wird bei \u201e12 Monkeys\u201c, der inspiriert wurde durch den franz\u00f6sischen Endzeit-Kurzfilm und Photoroman \u201eLa Jet\u00e9e\u201c von 1962, ebenso wie beim Zuschauen zur gro\u00dfen Herausforderung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201e12 Monkeys\u201c ist apokalyptisch, ein Thriller, der w\u00e4hrend der Corona-Pandemie sein 25-J\u00e4hriges feierte. Ein Film, der Genregrenzen \u00fcberschreitet und mit seinen Zeit- und Erz\u00e4hlebenen auch zur Herausforderung wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">So wie in der Szene, in der Cole bei seiner ersten Zeitreise &#8211; ins falsche Jahr &#8211; der Psychiaterin Kathryn Railly (Madeleine Stowe) begegnet. \u201eEs ist Oktober\u201c, sagt Cole, sabbernd und mit blutigen H\u00e4nden. \u201eApril\u201c, entgegnet Railly. \u201eWelches Jahr?\u201c, fragt Cole. \u201eWelches denken Sie?\u201c, fragt Railly zur\u00fcck. \u201e1996\u201c, sagt Cole. \u201eDas ist die Zukunft. Denken Sie, Sie leben in der Zukunft?\u201c, fragt Railly. \u201e1996 ist Vergangenheit\u201c, antwortet Cole. \u201eNein, 1996 ist die Zukunft. Wir haben 1990\u201c, betont Railly.<\/p>\n<p>Wie Gilliam den Film sieht      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eEs scheint, dass wir \u00fcberschwemmt werden von Informationen. Es ist schwer zu wissen, worauf es wirklich ankommt, was wirklich wichtig ist. Ich denke, das Schwierigste in modernen Gesellschaften ist zu wissen, worauf man h\u00f6rt und worauf nicht\u201c, sagte Gilliam &#8211; und das schon vor 30 Jahren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das t\u00f6dliche Virus ist das eine. Coles Zeitreisen sind das andere. Bei einem verungl\u00fcckten Versuch landet er in einem Sch\u00fctzengraben des Ersten Weltkriegs. Beim anderen &#8211; sechs Jahre vor dem Virusausbruch &#8211; begegnet er Railly, die sp\u00e4ter mehr als nur eine Verb\u00fcndete wird. Er trifft aber auch Jeffrey Goines, gespielt von <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/brad-pitt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Brad Pitt<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Goines, dessen Vater das Virus entwickelt hat, aber auch nicht der Pandemie-Verursacher sein wird, treibt den Wahn auf die Spitze: durchgeknallt, verr\u00fcckt, irre. Der mittlerweile 62 Jahre alt Oscar-Preistr\u00e4ger Pitt bekam damals den Golden Globe als bester Nebendarsteller. Bei seiner Rede bedankte er sich auch f\u00fcr die \u201eTerry-Gilliam-Erfahrung\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Film ist Jeffrey Goines der Anf\u00fchrer der radikalen Tiersch\u00fctzer \u201e12 Monkeys\u201c. Lange &#8211; erst recht von Cole &#8211; wird vermutet, die Gruppe stecke auch hinter der Freisetzung des t\u00f6dlichen Virus. Doch letztlich ist ihre Mission, die Tiere zu befreien.<\/p>\n<p>\u201eEine zeitreisende Vision der H\u00f6lle auf Erden\u201c      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aber alles im Film scheint immer auch fraglich zu sein. Die zumeist gekippte Kameraf\u00fchrung verst\u00e4rkt den Eindruck einer albtraumartig-traumatischen Welt, die v\u00f6llig aus dem Gleichgewicht geraten ist. \u201eEine zeitreisende Vision der H\u00f6lle auf Erden\u201c, schrieb einmal der britische \u201eIndependent\u201c \u00fcber den Film, der mit gro\u00dfen Kinderaugen beginnt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es ist der junge James Cole, der mit seinen Eltern am Flughafen eigentlich nur Flugzeuge bestaunen will. Tats\u00e4chlich aber sieht er, wie ein Mann in einem bunten Hemd mit Tigern darauf, langen Haaren und einem angeklebten Schnurrbart von Sicherheitskr\u00e4ften erschossen und von einer Frau mit blonden Haaren und rotem Kleid betrauert wird.<\/p>\n<p>Was in diesem Film nicht funktioniert      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch wei\u00df nicht, warum die Leute &#8222;12 Monkeys&#8220; nicht beim ersten Anschauen kapieren\u201c, sagte Gilliam damals zum Kinostart in einem Interview der \u201etaz\u201c. \u201eDie meisten brauchen mindestens zwei Anl\u00e4ufe, damit es in ihrem Hirn klick macht. Viele wollen in jedem Moment des Films wissen, wo sie gerade sind. Das funktioniert hier nicht. Man muss sich treiben lassen und sich die Geschichte erz\u00e4hlen lassen, relaxen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"James Cole schiebt den schneebedeckten Gullydeckel zur Seite. 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