{"id":695569,"date":"2026-01-05T17:53:11","date_gmt":"2026-01-05T17:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/695569\/"},"modified":"2026-01-05T17:53:11","modified_gmt":"2026-01-05T17:53:11","slug":"zu-fuss-aus-leipzig-in-richtung-singapur-und-kurz-zurueck-nach-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/695569\/","title":{"rendered":"Zu Fu\u00df aus Leipzig in Richtung Singapur &#8211; und kurz zur\u00fcck nach Hause"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\n&#8222;Diese kleine Pause vom Laufen, f\u00fcr die Reinigung des Geistes, tut sehr gut&#8220;, sagt Robert Friedrich. Er sitzt auf der Sachsenbr\u00fccke in Leipzig und berichtet von seiner Reise. Neun Monate unterwegs zu sein, bedeute nicht nur k\u00f6rperliche Anstrengung. Es seien vor allem die unz\u00e4hligen Eindr\u00fccke, Begegnungen und Gespr\u00e4che, die irgendwann nachwirkten. Wieder zu Hause zu sein, Menschen zu treffen, die man kennt, und nicht jeden Tag Neues verarbeiten zu m\u00fcssen &#8211; das sei fast genauso herausfordernd wie das t\u00e4gliche Laufen gewesen.\n<\/p>\n<p>3.500 Kilometer, viele L\u00e4nder und noch mehr Geschichten<\/p>\n<p class=\"text\">\n<a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/wandern-singapur-reise-urlaub-abenteuer-100.html\" title=\"Zu Fu\u00df von Leipzig nach Singapur: Roberts 15.000-Kilometer-Abenteuer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seit dem Start in Leipzig<\/a> hat der Wanderer Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und die T\u00fcrkei durchquert. Er war im Libanon und in Syrien, stand an der Grenze zum Irak. Unterwegs habe er B\u00e4ume gepflanzt, Stra\u00dfenhunde und Katzen gerettet, in Moscheen \u00fcbernachtet und auf Einladung Fremder gegessen, sagt Robert. Das aufregendste Erlebnis: ein Hei\u00dfluftballonflug \u00fcber Kappadokien in der T\u00fcrkei. &#8222;Ich habe H\u00f6henangst&#8220;, erz\u00e4hlt er. Das war eine krasse \u00dcberwindung!&#8220;. Und doch eines der pr\u00e4gendsten Erlebnisse der Reise.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wenn man ein klares Ziel hat, ist erstaunlich viel m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Robert Friedrich<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nGerade diese Momente seien es, meint er, die das gro\u00dfe Projekt ausmachten: immer wieder die eigene Komfortzone verlassen, Grenzen verschieben, k\u00f6rperlich wie mental. Dass Robert Friedrich heute problemlos 20 bis 30 Kilometer am Tag laufen kann, manchmal auch deutlich mehr, habe ihn selbst \u00fcberrascht. &#8222;Wenn man ein klares Ziel hat und strukturiert darauf hinarbeitet, ist erstaunlich viel m\u00f6glich.&#8220;\n<\/p>\n<p>Die Welt wird kleiner und greifbarer<\/p>\n<p class=\"text\">\nMit jedem Land habe sich sein Blick auf die Welt ver\u00e4ndert. Konflikte, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt, wurden pl\u00f6tzlich konkret. Der Aufenthalt in Syrien, in dem vom Krieg gezeichneten Land, habe ihn nachhaltig gepr\u00e4gt. &#8222;Im Nachhinein ist das ganz sch\u00f6n eingesunken&#8220;, sagt er. Der Weg habe ihn bescheidener gemacht und dankbarer daf\u00fcr, in Europa in Frieden und Freiheit leben zu k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>Einsamkeit, Gefahren \u2013 und Vertrauen<\/p>\n<p class=\"text\">\nNicht jeder Tag sei leicht gewesen. &#8222;Lange Etappen an viel befahrenen Stra\u00dfen, mehrere hundert Kilometer ohne gro\u00dfe Abwechslung, da hat sich auch Einsamkeit eingestellt&#8220;, erz\u00e4hlt Robert. &#8222;Alleinsamkeit&#8220;, nennt er das. Doch fast immer folgte auf ein Tief wieder ein Hoch: neue Begegnungen, neue Geschichten, neue Gastfreundschaft.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Ich bin nie weggeschickt worden.<\/p>\n<p>Robert Friedrich<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nGanz ohne brenzlige Situationen blieb die Reise dennoch nicht. In der T\u00fcrkei standen ihm einmal mehrere Herdenschutzhunde gegen\u00fcber, in Bulgarien geriet er an Mitfahrer, die mit Messern posierten und Geld verlangten. Situationen, die ihm im Ged\u00e4chtnis geblieben sind, ohne ihn vom Weitergehen abzuhalten. Denn Hilfe bekomme man im Zweifel \u00fcberall. Ein paar Worte in der Landessprache, \u00dcbersetzungen auf dem Handy, Offenheit. &#8222;Ich bin nie weggeschickt worden&#8220;, sagt er.\n<\/p>\n<p>Kurze R\u00fcckkehr &#8211; und bald wieder los<\/p>\n<p class=\"text\">\nDer Grund f\u00fcr die Winterpause liegt nicht nur in der Sehnsucht nach der Familie. Abgelaufene Visa, organisatorische H\u00fcrden und die Planung der n\u00e4chsten Etappen machten eine Unterbrechung notwendig. Bis Anfang Januar bleibt er in Deutschland, dann geht es weiter: in den Irak, in den Iran, sp\u00e4ter nach Afghanistan, Pakistan, Indien und Nepal. Die Reise wird l\u00e4nger dauern als urspr\u00fcnglich geplant, voraussichtlich bis Ende 2027.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Diese kleine Pause vom Laufen, f\u00fcr die Reinigung des Geistes, tut sehr gut&#8220;, sagt Robert Friedrich. 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