{"id":695680,"date":"2026-01-05T18:53:12","date_gmt":"2026-01-05T18:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/695680\/"},"modified":"2026-01-05T18:53:12","modified_gmt":"2026-01-05T18:53:12","slug":"nur-bmw-duerfte-eu-co2-ziele-2025-erreichen-icct","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/695680\/","title":{"rendered":"Nur BMW d\u00fcrfte EU-CO2-Ziele 2025 erreichen (ICCT)"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission will die von einigen als \u201eVerbrenner-Aus\u201c bezeichneten CO2-Vorgaben f\u00fcr die Autoindustrie abschw\u00e4chen. Die Hersteller m\u00fcssen aber weiter strenge Klimaziele erf\u00fcllen. Eine Analyse der Umweltforschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) f\u00fcr das Handelsblatt zeigt, dass kaum ein Autobauer daf\u00fcr im Plan ist. Vielen drohen daher Strafzahlungen.<\/p>\n<p>BMW ist demnach der einzige deutsche Hersteller, der die Klimaziele der EU 2026 erreichen w\u00fcrde. Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern verfehlen aktuell die Vorgaben. Diese sehen wegen der unterschiedlichen Fahrzeugtypen in den Flotten leicht unterschiedliche Grenzwerte f\u00fcr den Aussto\u00df von klimasch\u00e4dlichem CO2 je Hersteller vor.<\/p>\n<p>Die bis Ende November in der EU neu zugelassenen Fahrzeuge von BMW und der zum Konzern geh\u00f6renden Marke Mini unterschreiten die Vorgaben dem Bericht zufolge: Sie sto\u00dfen im Schnitt 91 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Das EU-Ziel liegt bei 93 Gramm. Mercedes und Smart m\u00fcssten einen Wert von 90 Gramm erreichen, sie liegen aber bei 108 Gramm \u2013 und sto\u00dfen damit sogar mehr CO2 aus als im Vorjahr. Der Volkswagen-Konzern kommt auf 103 Gramm, 92 sollten es jedoch sein. <\/p>\n<p>Insgesamt muss die Autoindustrie in der EU 94 Gramm erreichen, aktuell sto\u00dfen die Pkw laut der ICCT-Analyse im Schnitt 99 Gramm aus. Die Angaben f\u00fcr das Gesamtjahr werden Mitte Februar erwartet.<\/p>\n<p>Die Emissionsziele der EU sind relativ zum Referenzjahr 2021 errechnet. Im Vergleich dazu m\u00fcssen Autohersteller in der Region ihren CO2-Aussto\u00df im Dreijahreszeitraum zwischen 2025 und 2027 um 15 Prozent senken. Bis 2035 muss das Minus nach den neuen, noch zu beschlie\u00dfenden Pl\u00e4nen der EU-Kommission <a href=\"https:\/\/ecomento.de\/2025\/12\/17\/eu-kommission-legt-automobilpaket-mit-aufgeweichten-co2-zielen-vor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bei 90 Prozent<\/a> liegen \u2013 <a href=\"https:\/\/ecomento.de\/2023\/03\/29\/eu-beschliesst-weitgehendes-verbrenner-aus-ab-2035\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">statt wie bislang vorgesehen 100 Prozent<\/a>. <\/p>\n<p>Strafzahlungen in Milliardenh\u00f6he drohen<\/p>\n<p>Erf\u00fcllen Autobauer die Ziele nicht, m\u00fcssen sie Strafzahlungen in Milliardenh\u00f6he leisten. Zum Ende des laufenden Jahres drohen sie allerdings noch nicht, hier ist Br\u00fcssel der Branche mit einem Beschluss im letzten Jahr bereits entgegengekommen. Die Automobilhersteller haben nun bis Ende 2027 Zeit, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Ende 2025 gesetzten Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Autohersteller k\u00f6nnen Bu\u00dfgelder auch vermeiden, indem sie sogenannte Pools mit besser abschneidenden Konkurrenten bilden. Hersteller mit schlechteren CO2-Werten m\u00fcssen den Pool-Partnern Ausgleichszahlungen leisten. F\u00fcr die Gruppe gilt dann ein gemeinsamer Grenzwert, auch das hilft aber laut der Analyse Mercedes und Volkswagen nicht.<\/p>\n<p>Jan Dornoff, leitender Wissenschaftler beim ICCT, kritisiert im Gespr\u00e4ch mit dem Handelsblatt, dass die EU von ihren Pl\u00e4nen zum \u201eVerbrenner-Aus\u201c abgewichen ist. Urspr\u00fcnglich wollten die Politiker, dass ab 2035 kein Neufahrzeug mit fossil betriebenem Verbrennungsmotor mehr in der EU zugelassen werden darf. Der Politikwechsel erzeuge Unsicherheit f\u00fcr Verbraucher und Investoren, sagt Dornoff. \u201eNeben dem Klima ist auch der Hochlauf der Elektromobilit\u00e4t gef\u00e4hrdet \u2013 und damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Automobilindustrie.\u201c<\/p>\n<p>Im Vergleich zum urspr\u00fcnglichen Plan w\u00fcrden die Fahrzeuge in der EU nun ungef\u00e4hr eine Gigatonne mehr CO2 aussto\u00dfen, zeigen ICCT-Modellierungen. Das sei ungef\u00e4hr die 1,4-fache Menge dessen, was Deutschland jedes Jahr an CO2 freisetzt. Zudem f\u00fchre die Verschiebung der Fristen dazu, \u201edass Autohersteller erst im letzten Moment ihren CO2-Aussto\u00df reduzieren \u2013 und dann dar\u00fcber klagen, wie schwer die Vorgaben doch zu erreichen sind.\u201c <\/p>\n<p>Auch auf Autok\u00e4ufer hat die Streckung des 2025er-Ziels Auswirkungen: Bevor die Entscheidung dazu im Fr\u00fchjahr fiel, gew\u00e4hrten Hersteller deutliche Rabatte f\u00fcr Elektroautos, um deren Absatz zu f\u00f6rdern und damit ihre Flottenemission zu senken. Die Preisnachl\u00e4sse seien wieder zur\u00fcckgegangen, berichtet Dornoff. \u201eWenn die EU das aktuelle Ziel nicht aufgeweicht h\u00e4tte, w\u00e4re der CO2-Aussto\u00df im Verkehrssektor mutma\u00dflich st\u00e4rker gesunken.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Kommission will die von einigen als \u201eVerbrenner-Aus\u201c bezeichneten CO2-Vorgaben f\u00fcr die Autoindustrie abschw\u00e4chen. 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