{"id":696526,"date":"2026-01-06T02:51:15","date_gmt":"2026-01-06T02:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/696526\/"},"modified":"2026-01-06T02:51:15","modified_gmt":"2026-01-06T02:51:15","slug":"oel-duell-in-venezuela-trumps-plaene-koennen-putin-jetzt-milliarden-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/696526\/","title":{"rendered":"\u00d6l-Duell in Venezuela: Trumps Pl\u00e4ne k\u00f6nnen Putin jetzt Milliarden kosten"},"content":{"rendered":"<p>Russlands Milliarden-Poker in Venezuela wackelt: Sollte Washington den \u00d6l-Riesen \u00f6ffnen, droht Putin ein Fiasko. Verliert Moskau jetzt ein wertvolles geopolitisches Pfandst\u00fcck?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/oel-crash-trifft-russland-hart-putins-wichtigster-geldstrom-versiegt_c73ee165-a7bd-4d7f-8011-4be3b43dd206.html\" rel=\"follow noopener\" target=\"_self\">Russland steckt in einem Energie-Dilemma<\/a>, das gr\u00f6\u00dfer ist als jede einzelne Pipeline, die ins Leere geht. Moskau braucht hohe \u00d6lpreise, politische Verb\u00fcndete und verl\u00e4ssliche Absatzm\u00e4rkte \u2013 und sieht sich zugleich mit einer Welt konfrontiert, in der einer der gr\u00f6\u00dften Energielieferanten im gro\u00dfen Stil zur\u00fcckkehren k\u00f6nnte: Venezuela.\u00a0<\/p>\n<p>Ausgerechnet jenes Land, in das Russland \u00fcber Jahre Milliarden investiert, Einfluss aufgebaut und handfeste Sicherheiten eingesammelt hat, droht nun selbst zum Problem zu werden. Sollte Washington den venezolanischen \u00d6lsektor wieder \u00f6ffnen, verl\u00f6re Moskau nicht nur Marktanteile, sondern ein geopolitisches Pfand.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Dass Russland seine N\u00e4he zu Caracas nicht nur rhetorisch pflegt, machte Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/wladimir-putin\/\" rel=\"follow noopener\" target=\"_self\">Wladimir Putin<\/a> vor dem Coup der USA selbst deutlich. In einem Telefonat mit Venezuelas Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro bekr\u00e4ftigte er die \u201eSolidarit\u00e4t mit dem venezolanischen Volk\u201c und die Absicht, die wirtschaftliche und energiepolitische Zusammenarbeit fortzuf\u00fchren \u2013 ausdr\u00fccklich trotz wachsender Spannungen mit den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Russlands Dilemma beginnt nicht in Moskau, sondern in Caracas<\/p>\n<p>Venezuela ist <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/venezuela-unter-us-kontrolle-jetzt-beginnt-die-jagd-nach-billigem-oel_624866f4-6e91-4751-9548-780f96d83c6b.html\" rel=\"follow noopener\" target=\"_self\">ein Gigant, wenn es um \u00d6l geht<\/a>. Unter der Erde liegen rund 303 Milliarden Barrel nachgewiesener Reserven, mehr als in Saudi-Arabien. Gef\u00f6rdert wird davon bislang aber nur ein Bruchteil. Die aktuelle Produktion bewegt sich grob um eine Million Barrel pro Tag.\u00a0<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Saudi-Arabien f\u00f6rdert im Schnitt rund neun Millionen Barrel t\u00e4glich \u2013 also etwa das Neunfache. W\u00e4hrend Riad mit einem Dreh am Hahn den Weltmarkt bewegt, k\u00e4mpft Caracas darum, \u00fcberhaupt stabil zu liefern.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Der Grund ist banal: Venezolanisches \u00d6l ist oft extrem schwer, die Infrastruktur veraltet, Fachkr\u00e4fte sind abgewandert, Strom und Ersatzteile knapp. Selbst optimistische Energieexperten bremsen deshalb die Erwartungen. Francisco Monaldi, Energie\u00f6konom und Leiter des Lateinamerika-Energieprogramms am Baker Institute for Public Policy in Houston, sagt: \u201eUm die Produktion nachhaltig zu erh\u00f6hen, w\u00e4ren Investitionen in zweistelliger Milliardenh\u00f6he n\u00f6tig. Und selbst dann w\u00e4re der Anstieg graduell, nicht sprunghaft.\u201c<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Venezuelas \u00d6lproduktion h\u00e4ngt also nicht an einem Schalter, den man umlegt, sondern es ist eher eine Baustelle mit abgesoffenem Fundament.<\/p>\n<p>Russlands Einfluss auf die \u00d6lf\u00f6rderung in Venezuela<\/p>\n<p>Genau in dieses Vakuum ist Russland \u00fcber Jahre hineingesto\u00dfen \u2013 nicht aus ideologischer N\u00e4he zum Regime in Caracas, sondern aus n\u00fcchternem Kalk\u00fcl. Moskau wurde f\u00fcr Venezuela Kreditgeber, \u00d6labnehmer und politischer Schutzschild zugleich. Dreh- und Angelpunkt dieser Beziehung war die staatliche venezolanische \u00d6lgesellschaft Petr\u00f3leos de Venezuela (PDVSA), die zunehmend von der russischen Staats\u00f6lgesellschaft Rosneft abh\u00e4ngig wurde.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGEDie Bedeutung von CITGO als strategisches Auslandsverm\u00f6gen<\/p>\n<p>Der sichtbarste Ausdruck dieser Abh\u00e4ngigkeit ist CITGO. Das Unternehmen betreibt Raffinerien und tausende Tankstellen in den Vereinigten Staaten und geh\u00f6rt vollst\u00e4ndig der venezolanischen Staats\u00f6lgesellschaft. F\u00fcr Venezuela ist CITGO von zentraler Bedeutung: Es sichert direkten Zugang zum amerikanischen Markt, stabile Einnahmen in harter W\u00e4hrung und politischen Einfluss. Kurz gesagt: CITGO ist das wertvollste Auslandsverm\u00f6gen des Landes.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>US-Sanktionen und russische Kredite: CITGO als Pfand<\/p>\n<p>Als Venezuela ab 2015 immer tiefer in Zahlungsschwierigkeiten rutschte, sprang Russland ein. Ende 2016 verpf\u00e4ndete Caracas im Gegenzug f\u00fcr einen Kredit von rund 1,5 Milliarden US-Dollar fast 49,9 Prozent von CITGO als Sicherheit. Das war keine symbolische Geste, sondern eine Machtverschiebung. H\u00e4tte Venezuela den Kredit nicht bedienen k\u00f6nnen, h\u00e4tte ein staatlich kontrollierter russischer Konzern Zugriff auf ein strategisches Energie-Asset auf US-Boden gehabt. Die oft beschworene \u201estrategische Partnerschaft\u201c wirkte pl\u00f6tzlich wie ein Pfandgesch\u00e4ft unter Zwangsbedingungen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00942120a202a19302010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/b78ead30-de46-4930-af08-15cfa5db052b.ea756a8a-04f1-49cb-821b-9b85fe57c613.jpeg\"  alt=\"\u00d6l aus Venezuela\" width=\"800\" height=\"600\"\/> Das stark von \u00d6leinnahmen abh\u00e4ngige Venezuela lag jahrelang im Kerninteresse Russlands.  dpa\/Aaron Sosa Rosneft und die strategische Partnerschaft mit Caracas<\/p>\n<p>Damit nicht genug: 2017 wurde \u00f6ffentlich, dass Rosneft Venezuela bereits zuvor vier bis f\u00fcnf Milliarden US-Dollar vorgestreckt hatte. Diese Gelder waren direkt an \u00d6l gebunden: Russland zahlte im Voraus, Venezuela lieferte Roh\u00f6l als Gegenleistung.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>F\u00fcr Caracas war das kurzfristig lebensrettend. F\u00fcr Moskau bedeutete es gesicherte \u00d6lstr\u00f6me, politischen Einfluss und die Rolle des letzten verl\u00e4sslichen Partners in einer Phase internationaler Isolation. Rosneft-Chef Igor Setschin erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, sein Konzern werde Venezuela nicht verlassen \u2013 ein Satz, der weniger Solidarit\u00e4t als Sicherungsinteresse ausdr\u00fcckte.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Langfristige Strategie: Russlands operative Pr\u00e4senz in venezolanischen \u00d6lfeldern<\/p>\n<p>Russland war zudem operativ tief im Land verankert, \u00fcber gemeinsame F\u00f6rderprojekte in mehreren \u00d6lfeldern. Als Rosneft 2020 wegen versch\u00e4rfter US-Sanktionen offiziell aus Venezuela auszog, verschwanden diese Verbindungen nicht. Sie wurden auf staatlich gepr\u00e4gte russische Nachfolgegesellschaften \u00fcbertragen, Laufzeiten sp\u00e4ter sogar verl\u00e4ngert. Russland betrachtete Venezuela nie als Episode, sondern als strategische Langzeitposition.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Warum Washingtons Zugriff f\u00fcr Moskau brandgef\u00e4hrlich ist<\/p>\n<p>Genau hier liegt heute das Dilemma f\u00fcr Moskau. Sollte es den Vereinigten Staaten gelingen, den venezolanischen \u00d6lsektor schrittweise zu normalisieren \u2013 durch politische Vereinbarungen, Investitionen westlicher Konzerne und gesicherte Exportwege \u2013, verl\u00f6re Russland gleich mehrfach: Venezuela w\u00e4re weniger abh\u00e4ngig von russischen Vorfinanzierungen und politischer R\u00fcckendeckung. Moskaus Einfluss in Caracas w\u00fcrde schrumpfen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00e4men zus\u00e4tzliche \u00d6lmengen auf den Weltmarkt. Selbst einige Hunderttausend Barrel pro Tag wirken wie Sand im Getriebe eines Marktes, auf dessen stabilen Preisen Russlands Staatshaushalt angewiesen ist. Und ein regul\u00e4r integriertes Venezuela w\u00fcrde die Grauzonen verkleinern, in denen Russland bislang \u00fcber Rabatte, Umleitungen und Sonderdeals agieren konnte. Das Gesch\u00e4ft w\u00fcrde transparenter \u2013 und damit h\u00e4rter.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>US-Interessen in Venezuela: Die Rolle Washingtons und Donald Trumps<\/p>\n<p>Aus Washington kommen dazu klare Signale. US-Pr\u00e4sident Donald Trump erkl\u00e4rte nach dem Angriff auf Venezuela offen, die Vereinigten Staaten w\u00fcrden das Land \u201ef\u00fchren\u201c, bis ein \u201esicherer, ordentlicher und sorgf\u00e4ltiger \u00dcbergang\u201c m\u00f6glich sei. Gro\u00dfe amerikanische \u00d6lkonzerne sollten helfen, die Infrastruktur wieder aufzubauen.<\/p>\n<p>\u201eWir werden das Land regieren, bis wir eine stabile \u00dcbergangsregierung haben\u201c, sagte Trump \u2013 und machte zugleich klar, dass Washington nicht zulassen wolle, dass andere M\u00e4chte in Venezuela die Oberhand gewinnen.<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Geopolitische Folgen: Venezuela als \u00d6llieferant und Konkurrent f\u00fcr Russland<\/p>\n<p>Am Ende ergibt sich ein paradoxes Bild. Russland hat Venezuela \u00fcber Jahre stabilisiert, um Einfluss zu gewinnen. Sollte Venezuela nun durch die USA tats\u00e4chlich wieder auf die Beine kommen, k\u00f6nnte genau diese Stabilisierung f\u00fcr Moskau zum Nachteil werden.<\/p>\n<p>Venezuela w\u00e4re dann nicht l\u00e4nger ein russisches Pfandst\u00fcck im geopolitischen Hinterhof Amerikas, sondern ein zus\u00e4tzlicher \u00d6llieferant, der den Markt f\u00fcllt \u2013 und Russlands Spielraum weiter einengt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russlands Milliarden-Poker in Venezuela wackelt: Sollte Washington den \u00d6l-Riesen \u00f6ffnen, droht Putin ein Fiasko. Verliert Moskau jetzt ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":696527,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-696526","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115845889223500305","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=696526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696526\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/696527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=696526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=696526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=696526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}