{"id":696587,"date":"2026-01-06T03:25:24","date_gmt":"2026-01-06T03:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/696587\/"},"modified":"2026-01-06T03:25:24","modified_gmt":"2026-01-06T03:25:24","slug":"kardinal-woelki-sieht-in-evangelisierung-kernauftrag-der-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/696587\/","title":{"rendered":"Kardinal Woelki sieht in Evangelisierung Kernauftrag der Kirche"},"content":{"rendered":"<p>Die katholische Kirche in Deutschland erlebt seit Jahren einen tiefgreifenden Umbruch. Sinkende Mitgliederzahlen, ein schwindender Einfluss im \u00f6ffentlichen Diskurs und ver\u00e4nderte religi\u00f6se Biografien. In dieser Situation r\u00fcckt f\u00fcr Kardinal Rainer Maria Woelki ein Begriff in den Mittelpunkt: Evangelisierung. F\u00fcr ihn entscheidet sich an ihr, ob die Kirche ihren Auftrag erf\u00fcllt oder nicht.<\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Erzbischof versteht Evangelisierung nicht als ein Programm unter vielen, sondern als Wesenskern der Kirche, wie er gegen\u00fcber DOMRADIO.DE betont. Ma\u00dfgeblich ist f\u00fcr ihn der Satz aus Evangelii Nuntiandi. &#8222;Die Evangelisierung ist [\u2026] die Gnade und ureigene Berufung der Kirche, ihre tiefste Identit\u00e4t. Sie existiert, um zu evangelisieren.&#8220; Daraus leite sich ab, so Kardinal Woelki, warum Kirche existiere. Es folge ein pers\u00f6nlicher Auftrag f\u00fcr alle Getauften. &#8222;Jede Christin und jeder Christ ist aufgerufen, durch das Zeugnis des eigenen Lebens Christus zu verk\u00fcndigen.&#8220;<\/p>\n<p>Zentrales Thema auch f\u00fcr Papst Leo<\/p>\n<p>Dass Evangelisierung neu an Bedeutung gewinnt, verbindet Kardinal Woelki eng mit dem neuen Papst. Papst Leo wisse aus eigener pastoraler Erfahrung, &#8222;wie dringend die Welt die Botschaft Jesu braucht\u201c. Deshalb, so Kardinal Woelki, ist dem Papst die Evangelisierung ein gro\u00dfes Anliegen. Daraus leitet der K\u00f6lner Erzbischof eine klare Erwartung ab. &#8222;Ich glaube, dass die Evangelisierung das bestimmende Thema seines Pontifikats werden wird.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Dabei haben sich die gesellschaftlichen Voraussetzungen nach Woelkis Einsch\u00e4tzung tiefgreifend ver\u00e4ndert. &#8222;Viele Menschen haben scheinbar keinen Zugang mehr zu Fragen des Glaubens&#8220;. Realit\u00e4t sei, dass der christliche Glaube bereits weitgehend aus dem \u00f6ffentlichen Leben verschwunden sei.<\/p>\n<p>Gott in einer s\u00e4kularen Welt erfahrbar machen<\/p>\n<p>Gleichzeitig bleibe eine Grundkonstante bestehen, zeigt der K\u00f6lner Erzbischof sich \u00fcberzeugt: die Grundsehnsucht des Menschen nach Liebe, Sinn und Verbundenheit. Menschen erwarteten von der Kirche Antworten auf diese Sehnsucht. Leeres und unverf\u00e4ngliches Geschw\u00e4tz gen\u00fcge nicht, um diesen Hunger zu stillen.<\/p>\n<p>So sei die Evangelisierung vor allem eine geistliche Aufgabe. &#8222;In der Kirche ist Gott selbst gegenw\u00e4rtig&#8220;, besonders in der Feier der Sakramente. In der Eucharistie sei Gott sogar unter uns gegenw\u00e4rtig, so der 69-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Umso mehr kritisiert er eine gewisse Zur\u00fcckhaltung in der Kirche. &#8222;Ich glaube, wir haben als Kirche oft zu wenig Mut, diesen Glauben fr\u00f6hlich und mit voller \u00dcberzeugung in unserem Leben sichtbar zu machen.&#8220; Evangelisierung sei kein Automatismus, sondern verlange geistliche Tiefe und pers\u00f6nliches Zeugnis.<\/p>\n<p>Evangelisierung im Erzbistum K\u00f6ln<\/p>\n<p>Kardinal Woelki betont, dass Evangelisierung auch verantwortungsvolle Planung brauche. Demnach liege es in unserer Verantwortung, das was uns anvertraut ist, klug zu verwenden. Dazu geh\u00f6rten materielle Ressourcen sowie Vertrauen und Engagement, aber auch die Erkenntnisse der modernen Wissenschaften.<\/p>\n<p>Gleichzeitig warnt er davor, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Vor lauter Optimierung und der st\u00e4ndig von uns geforderten Aktualisierungen nach den Erfordernissen unserer Zeit d\u00fcrfe man nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Dies sei, Jesus Christus durch den Dienst der Kirche sichtbar zu machen und alle Menschen in seine N\u00e4he einzuladen.<\/p>\n<p>Liegt Kardinal Woelki besonders am Herzen: das Glaubensfest \u201eKommt &amp; seht\u201c rund um Fronleichnam<\/p>\n<p>Kardinal Woelki spricht bewusst, wie er sagt, nicht von &#8222;Neu-Evangelisierung&#8220; sondern rein von &#8222;Evangelisierung&#8220;. Das solle deutlich machen, dass nicht alles \u00fcberholt sei, was bisher zur Verbreitung des Evangeliums unternommen wurde.<\/p>\n<p>Zugleich m\u00fcsse die Kirche heute neue Antworten finden, wie man Christus zu den Menschen bringen k\u00f6nne. Evangelisierung sei dabei mehr als einzelne Projekte. Vielmehr zeige sie sich im allt\u00e4glichen kirchlichen Leben.<\/p>\n<p>Hoffnung trotz kleiner werdender Kirche<\/p>\n<p>Auch wenn die Kirche schrumpft, sieht Kardinal Woelki eine bleibende Grundlage. &#8222;Die Sehnsucht nach Gott ist so tief im Menschen verankert, dass wir immer Ankn\u00fcpfungspunkte haben werden.&#8220;<\/p>\n<p>Daher sieht er den Auftrag der Kirche darin, Christus sichtbar zu machen und Menschen einzuladen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie gro\u00df oder klein die Kirche ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die katholische Kirche in Deutschland erlebt seit Jahren einen tiefgreifenden Umbruch. 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