{"id":697870,"date":"2026-01-06T15:38:10","date_gmt":"2026-01-06T15:38:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/697870\/"},"modified":"2026-01-06T15:38:10","modified_gmt":"2026-01-06T15:38:10","slug":"die-jazzrausch-bigband-macht-aus-goethes-faust-ein-technojazz-hoerspiel-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/697870\/","title":{"rendered":"Die Jazzrausch Bigband macht aus Goethes Faust ein Technojazz-H\u00f6rspiel &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Man kommt ja schon lange kaum mehr hinterher, bei dem Tempo, in dem die\u00a0Jazzrausch Bigband neue Projekte aus der H\u00fcfte schie\u00dft. Ob nun mit dem von ihr quasi erfundenen Gro\u00dfformat-Techno-<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Jazz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jazz<\/a> oder anderen Genre-\u00fcberschreitenden Experimenten. In den bald zw\u00f6lf Jahren ihres Bestehens sind mehr als ein Dutzend Alben entstanden und noch viel mehr Programme. Keine Bigband der Welt hat so viele Auftritte pro Jahr bestritten. Und inzwischen profitiert man nat\u00fcrlich auch von der Rolle als Hausband des Bergson. Das hat die Umtriebigkeit des Band- und Bergson-Leaders Roman Sladek und die Produktivit\u00e4t des Chefkomponisten Leonhard Kuhn noch bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Erst vor kurzem hat man zusammen mit den klassischen Musikern der Bergson Phil\u00a0\u201eEine Technosinfonie\u201c aus der Taufe gehoben, die auch noch im Januar (10. und 11.) und Februar (6. und 7.)\u00a0 blockweise jeweils zwei Mal am Tag zu sehen ist. Ende Oktober kam das neue Album \u201eFor Heaven&#8217;s Sake\u201c heraus, ein immersiver Rave f\u00fcr Bigband und Kirchenorgel, mit dem man durch die Kirchen zieht (aber es auch am 7. M\u00e4rz im Bergson spielen wird). Und jetzt hat man schon wieder etwas Neues ausget\u00fcftelt: \u201eGoethe&#8217;s Breakdown\u201c hei\u00dft das Programm, das am 8. Januar im Bergson Premiere hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wobei: V\u00f6llig neu ist das nicht. \u201eDas gab es schon einmal,\u201c erz\u00e4hlt Sladek, \u201ewir haben es nur nie wieder gespielt.\u201c Zum gro\u00dfen M\u00fcnchner Faust-Festival, bei dem 2018 mehr als 200 Institutionen beteiligt waren, entstand \u201eSeelenrausch\u201c.\u00a0 Ein musikalisch-literarischer Zwitter, den Leonhard Kuhn als Komponist und Antonia Dering als Textbearbeiterin aus dem Faust Teil Eins destillierten. Visuell angereichert mit den Projektionen der Videok\u00fcnstler Gregor H\u00f6sler, Proximal und VJ Sicovaja. F\u00fcnf Mal hat man es damals gespielt, vier Mal im Harry Klein, einmal im Volkstheater.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein zweieinhalbst\u00fcndiges Mega-Projekt war dieses Technojazz-H\u00f6rspiel, geboren aus einer \u201eMischung aus Gr\u00f6\u00dfenwahn und intrinsischer Motivation\u201c, wie Sladek scherzhaft sagt. \u201eWir dachten uns damals, wenn die Staatsoper, die Philharmoniker und der Gasteig zu diesem Thema etwas machen, dann wollen wir auch etwas beitragen, k\u00fcnstlerisch, musikalisch, inhaltlich. Aus unserer Perspektive.\u201c Und die war eine durchaus kritische Sichtung: \u201eDenn eigentlich ist das ja eine problematische Geschichte,\u201c findet Sladek. \u201eEin alter Mann, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht, um ein junges M\u00e4dchen zu kriegen. Aus heutiger sensibilisierter Sicht ist das schwierig. Obwohl er so ein literarischer Leuchtturm geworden ist, ist es von uns also keine reine Verbeugung vor dem Faust, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In 15 Szenen hatte Kuhn seine durchgehende Komposition unterteilt. Mit Gesangsparts und gesprochenem Text wurde der Ablauf des St\u00fccks und die jeweilige Stimmung sozusagen aufgearbeitet. Ein Projekt, das die Beteiligten nie ganz los lie\u00df, obwohl nach dem Faust-Festival ja erst einmal wieder Schluss war. \u201eDas ist die einzige Produktion, die wir nicht aufgenommen und ver\u00f6ffentlicht haben. Auch, weil der Bearbeitungsprozess bei diesem epischen Werk gigantisch gewesen w\u00e4re. Irgendwann war dann auch der Moment vorbei, wo wir sonst sagen, das hauen wir jetzt raus.\u00a0 Aber wir merken seitdem bei allen neueren St\u00fccken, wie sehr uns diese Sache gepr\u00e4gt hat, gerade weil sie so intensiv Zusammenh\u00e4nge herstellt. Es ist also ein st\u00e4ndiger Kampf mit dieser Produktion geblieben. Wir haben es jetzt noch mal f\u00fcr uns gespielt, und ich habe Leonhard im Zuge der Programmgestaltung f\u00fcrs Bergson gebeten, diese Geschichte noch einmal neu anzufassen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Deutlich verschlankt wird das St\u00fcck nun daherkommen, aus gut 150 Minuten wurden 80. Schon alleine, um die Aufmerksamkeitsspanne des Publikums nicht zu \u00fcberdehnen. Komplex genug ist es geblieben, aber \u201eich bin mit der Dramaturgie jetzt extrem happy\u201c, sagt Sladek. Mit dem Titel \u201eGoethe&#8217;s Breakdown\u201c reiht man sich auch wieder in die Band-Historie ein. Hat man doch schon diverse Klassiker unter diesem Signet bearbeitet, ausgehend von \u201eBruckner&#8217;s Breakdown\u201c 2016 \u00fcber \u201eBeethoven&#8217;s Breakdown\u201c im Beethoven-, aber leider auch Corona-Jahr 2020 bis zu \u201eMahler&#8217;s Breakdown\u201c 2023 und zuletzt \u201eBrahms&#8216; Breakdown\u201c im abgelaufenen Jahr.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Freilich merkt man, dass die Jazzrausch-Fanbase mit einem Goethe-Konzept noch etwas fremdelt. W\u00e4hrend die nach wie vor gespielten Erfolgsprogramme \u201eBergsons Rise\u201c\u00a0\u2013 zur Er\u00f6ffnung des Bergson entstanden\u00a0\u2013 und das Best-of \u201eBangers Only\u201c meist lange vorher ausverkauft sind, gibt es f\u00fcr\u00a0 \u201eGoethe&#8217;s Breakdown\u201c im Elektra noch reichlich Karten. Obwohl bislang nur der eine Termin am 8. Januar angesetzt ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Etwas ebenfalls Einmaliges \u2013\u00a0und ebenfalls leicht Gr\u00f6\u00dfenwahnsinniges\u00a0\u2013 hat Sladek mit seiner Truppe auch schon wieder im M\u00e4rz vor: Zum zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Bestehen der Band gibt es \u201e12 Years\u00a0\u2013 12 Hours \u2013\u00a0One Rave\u201c, also einen Abend, an dem man zw\u00f6lf Stunden am St\u00fcck spielt. Und zwar pro Stunde aus einem anderen Programm, mit Ausz\u00fcgen aus dem bald erscheinenden neuen Album \u201eEuphoria\u201c. Die Schlagzahl der Jazzrausch Bigband bleibt also gewohnt hoch.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>Jazzrausch Bigband: \u201eGoethe&#8217;s Breakdown\u201c, Donnerstag, 8. Januar, 19.30 Uhr, Bergson, <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/bergson.com\/event\/jazzrausch-bigband-goethe-s-breakdown\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.bergson.com<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Man kommt ja schon lange kaum mehr hinterher, bei dem Tempo, in dem die\u00a0Jazzrausch Bigband neue Projekte aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":697871,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[15098,15100,772,29,30,14084,3371,2392,93,2863,1268,810,149],"class_list":{"0":"post-697870","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-aubing","9":"tag-aubing-lochhausen-langwied","10":"tag-bayern","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-jazz","14":"tag-konzerte-muenchen","15":"tag-kultur-in-muenchen","16":"tag-literatur","17":"tag-literatur-in-muenchen","18":"tag-muenchen","19":"tag-musik","20":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115848904973866823","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/697870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=697870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/697870\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/697871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=697870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=697870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=697870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}