{"id":698232,"date":"2026-01-06T18:51:11","date_gmt":"2026-01-06T18:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/698232\/"},"modified":"2026-01-06T18:51:11","modified_gmt":"2026-01-06T18:51:11","slug":"mehrwertsteuersenkung-werden-schnitzel-und-leberkaessemmel-in-augsburg-jetzt-guenstiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/698232\/","title":{"rendered":"Mehrwertsteuersenkung: Werden Schnitzel und Leberk\u00e4ssemmel in Augsburg jetzt g\u00fcnstiger?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wird das Schnitzel im Restaurant zum Jahreswechsel billiger? Oder die Butterbreze im B\u00e4ckerei-Cafe? Oder die Leberk\u00e4ssemmel im Metzgerei-Imbiss? Ausgeschlossen ist es nicht, immerhin hat die Politik den Mehrwertsteuersatz von bislang 19 auf sieben Prozent ab dem 1. Januar 2026 gesenkt. Fragt man Fachleute vor Ort in Augsburg, so scheint es aber klar, dass die 12 Prozent an m\u00f6glicher Preiserm\u00e4\u00dfigung g\u00e4nzlich in den Taschen des Gastwirts, des B\u00e4ckers oder des Metzgers verbleiben werden.<\/strong><\/p>\n<p>Gefragt, ob es eine Empfehlung an die Mitgliedsbetriebe gebe, die Steuererm\u00e4\u00dfigung via Preissenkung unmittelbar an den Endverbraucher weiterzugeben, erkl\u00e4rt der Vorsitzende des Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbandes, Theo Gandenheimer: \u201eNein. Jeder Betrieb muss selbstst\u00e4ndig entscheiden, wie er damit umgeht.\u201c Der Kostendruck in der Hotellerie und Gastronomie sei in den letzten Jahren immens geworden. \u201eViele Betriebe stehen mit dem R\u00fccken an der Wand und arbeiten bereits jetzt nicht mehr kostendeckend. Da wir ein \u201epeople business\u201c sind, l\u00e4sst sich in unserer Branche auch nur \u00e4u\u00dferst begrenzt personaltechnisch optimieren\u201c, so der Hotelchef des Maximilian\u2018s. Grunds\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfe er die Mehrwertsteuersenkung \u2013 selbst wenn es manchmal den Anschein habe, als seien bestimmte Restaurants und Gasth\u00e4user immer wieder komplett ausgebucht: \u201eIch glaube, dass die Wahrnehmung oft leider tr\u00fcgerisch ist. Viele sehen nur, dass eventuell am Freitag oder Samstagabend etliche Restaurants und Bars ausgebucht sind. Dies gen\u00fcgt jedoch leider nicht, da unsere Kosten sieben Tage die Woche auflaufen. Die Senkung der Mehrwertsteuer ist ein wichtiges Zeichen der Bundesregierung, dass unsere Branche als systemrelevant angesehen wird.\u201c<\/p>\n<p>Nicht so viel, aber doch etwas von der Steuersenkung betroffen sind B\u00e4ckereien oder Metzgereien, die wie ein Imbiss auch Speisen zum Sofortverzehr anbieten. Sie mussten bisher 19 Prozent Steuer zahlen, wenn ein Kunde seine Butterbreze oder Leberk\u00e4ssemmel an Ort und Stelle a\u00df, weil der Gesetzgeber dann den Servicecharakter im Vordergrund sah. Die sieben Prozent Mehrwertsteuer waren anzusetzen, wenn jemand seinen Imbiss au\u00dfer Haus nahm. Ab Januar gelten die sieben Prozent f\u00fcr beide Szenarien.<\/p>\n<p>Preissenkungen nach der Mehrwertsteuersenkung bleiben auch in Augsburg jedem selbst \u00fcberlassen<\/p>\n<p>Nach Worten von Peter M\u00fcck, Obermeister der Augsburger B\u00e4ckerinnung, gibt es auch von dieser Seite keine Empfehlung an die Kollegen bez\u00fcglich einer Weitergabe der Steuererm\u00e4\u00dfigung an die Kunden. \u201eDas bleibt jedem selbst \u00fcberlassen, wie er es handhabt\u201c, so M\u00fcck. F\u00fcr ihn und seine Kollegen st\u00fcnden in den n\u00e4chsten Wochen andere Probleme im Vordergrund wie steigende Krankenkassenbeitr\u00e4ge, Lohnkosten oder allgemeine Preiserh\u00f6hungen. M\u00fcck m\u00f6chte nicht ausschlie\u00dfen, dass der eine oder andere Betrieb mit einer Preiskampagne bei bestimmten Artikeln in die Offensive gehen k\u00f6nnte. Er erwartet aber nicht, dass es Preissenkungen auf breiter Front geben werde.<\/p>\n<p>Auch <a href=\"https:\/\/www.metzgerhandwerk.de\/verband\/ansprechpartner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lars Bubnick<\/a>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Landesinnungsverbandes f\u00fcr das bayerische Fleischerhandwerk, kann nicht mit einer verbandlichen Empfehlung dienen: \u201eAls Landesinnungsverband d\u00fcrfen wir keine Preisvorgaben oder Preisabsprachen vorgeben und werden das auch nicht tun. Wir empfehlen all unseren Betrieben, die eigene Kostensituation und Preiskalkulation genau zu \u00fcberpr\u00fcfen.\u201c Das sei aber unabh\u00e4ngig von politischen Entscheidungen fortlaufend der Fall. \u201eDie Senkung der Mehrwertsteuer h\u00e4tte, sofern die Anwendung analog zum Corona-Zeitraum gesetzlich geregelt wird, Auswirkungen auf den Imbiss- und Cateringbereich unserer Handwerksmetzgereien. Fakt ist\u201c, so Bubnick: \u201eWer meint, dass die Betriebsinhaberinnen und Inhaber durch die Steuersenkung t\u00e4glich mit einer Schubkarre voll Geld rumlaufen, der irrt gewaltig. Die Entwicklung der Kostensituation unserer Betriebe innerhalb der letzten drei Jahre kannte nur eine Richtung \u2013 nach oben! Im kommenden Jahr steigen die Personalkosten zus\u00e4tzlich zu den ohnehin j\u00e4hrlichen Anpassungen weiter, weil die enorme Steigerung beim Mindestlohn nat\u00fcrlich auch an Facharbeiter\/innen weitergegeben wird, um das Lohnabstandsgebot zu halten. Bei den Kosteneinsparungen der Industriebetriebe durch den Industriestrompreis profitieren unsere Betriebe leider nicht, so dass unsere Energiekosten im Wettbewerbsvergleich weiterhin viel zu hoch sein werden. Die Einkaufspreise f\u00fcr Material, besonders f\u00fcr Rindfleisch, erreichen aktuell ein Rekordhoch nach dem anderen. Insofern muss jeder Betrieb selbst entscheiden, ob und wie er diese \u201eSteuererleichterung\u201c bei der Mehrwertsteuer weitergibt. Ich denke eher, dass die Kunden wom\u00f6glich geringere Preisanpassungen bei bestimmten Produkten erleben werden, als es ohne diese Steuererleichterung notwendig gewesen w\u00e4re. Aber auch das w\u00e4re ja eine \u201eWeitergabe\u201c der Steuersenkung an die Kunden.\u201c<\/p>\n<p>Regelung aus der Corona-Zeit kehrt zur\u00fcck<\/p>\n<p>Die Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi) weist in einer Presseerkl\u00e4rung darauf hin, dass Restaurants, Betriebskantinen und B\u00e4ckereien sich ab 2026 auf eine steuerliche Entlastung einstellen k\u00f6nnen. Das Steuer\u00e4nderungsgesetz 2025 beinhalte unter anderem eine dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen. Damit kehre eine Regelung zur\u00fcck, die viele Verbraucher und Gastronomen noch aus der Corona-Zeit kennen. Der Steuersatz f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen wird ab dem 1. Januar 2026 wieder von 19 auf 7 Prozent reduziert. F\u00fcr Getr\u00e4nke bleibt dagegen weiterhin der regul\u00e4re Steuersatz von 19 Prozent bestehen.<\/p>\n<p>Gastronomen, die in den vergangenen Jahren unter den gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten sowie dem Fachkr\u00e4ftemangel gelitten haben, k\u00f6nnen laut Lohi aufatmen. Die Ma\u00dfnahme d\u00fcrfte helfen, die wirtschaftliche Situation und die Preise in der Branche zu stabilisieren. Laut Branchenverb\u00e4nden mussten in den vergangenen Jahren Tausende Gastronomiebetriebe schlie\u00dfen. W\u00e4hrend andere aufgrund der d\u00fcnnen Margen nur durch Preiserh\u00f6hungen \u00fcberleben konnten. Eine niedrigere Umsatzsteuer verschaffe hier etwas Spielraum und k\u00f6nne auch Arbeitspl\u00e4tze sichern.<\/p>\n<p>Nicht nur Restaurants, auch B\u00e4ckereien und Metzgereien profitieren<\/p>\n<p>Von der Neuregelung profitieren laut Lohi nicht nur klassische Restaurants. Auch B\u00e4ckereien und Metzgereien mit Imbissbetrieb, der Lebensmitteleinzelhandel mit warmen Speisen, Caterer, Mensabetreiber sowie Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung \u2013 von Kitas \u00fcber Schulen bis hin zu Krankenh\u00e4usern \u2013 werden steuerlich besser gestellt. F\u00fcr sie entf\u00e4llt k\u00fcnftig die komplizierte Abgrenzung, welche Speisen bisher dem vollen und welche dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz unterlagen. Ab 2026 gelten einheitlich 7 Prozent auf Speisen, unabh\u00e4ngig davon, wo und wie der Verzehr erfolgt.<\/p>\n<p>Wenn die Unternehmen den niedrigeren Steuersatz teilweise oder vollst\u00e4ndig an ihre Kunden weitergeben, k\u00f6nnten die Preise f\u00fcr Speisen sinken und die Nachfrage wieder zunehmen. Denn durch die anhaltende Inflation essen viele G\u00e4ste seltener ausw\u00e4rts. In Zeiten hoher Betriebskosten sei es jedoch auch laut Lohi fraglich, ob viele Gastronomen die Entlastung an die Kunden weitergeben.<\/p>\n<p><strong>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.augsburg-journal.de\/news\/ausblicke-und-wuensche-fuer-2026\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausblicke und W\u00fcnsche f\u00fcr 2026<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wird das Schnitzel im Restaurant zum Jahreswechsel billiger? Oder die Butterbreze im B\u00e4ckerei-Cafe? 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