{"id":699077,"date":"2026-01-07T02:45:16","date_gmt":"2026-01-07T02:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699077\/"},"modified":"2026-01-07T02:45:16","modified_gmt":"2026-01-07T02:45:16","slug":"fuehrungschaos-bei-der-baywa-faz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699077\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungschaos bei der Baywa | FAZ"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zum Ende des vergangenen Jahres war Frank Hiller, der Vorstandschef der <a data-rtr-index=\"6\" title=\"Baywa\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/thema\/baywa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Baywa AG<\/a>, voller Optimismus, was die Zukunft des angeschlagenen Agrarkonzerns angeht. \u00a0\u201eWir liegen beim operativen Gesch\u00e4ft voll im Sanierungsplan\u201c, sagte der Manager im Gespr\u00e4ch mit der F.A.Z. Mitte November. Nach einer eilig einberufenen Aufsichtsratssitzung an diesem Dienstagnachmittag, in der es ausschlie\u00dflich um die Top-Personalie ging, ist jedoch klar: Den noch drei Jahre laufenden Sanierungsplan wird Hiller wom\u00f6glich nicht mehr bis zum Ende begleiten. Der Aufsichtsrat sprach Hiller am Abend nicht das Vertrauen aus \u2013 wollte ihn aber auch nicht abberufen. Es sei keine Entscheidung getroffen worden, hie\u00df es im Umfeld des Konzerns am Abend.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Hiller ist erst seit zehn Monaten im Amt. Der 59 Jahre alte fr\u00fchere Deutz-Chef besitzt einen Dreijahresvertrag. Gemeinsam mit dem zuvor an Bord geholten Sanierer Michael Baur, der von der Beratungsfirma Alix kam, sollte Hiller den Konzernumbau bis Ende 2028 abschlie\u00dfen. Dann, so der Plan, wird der 1923 als \u201eBayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften\u201c gegr\u00fcndete Mischkonzern ein deutlich kleineres Unternehmen sein, das auf vier S\u00e4ulen stehen muss: dem Agrarhandel, der Landwirtschaftstechnik, dem Bauwesen und dem Handel mit fossilen Brennstoffen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Baywa hatte unter dem langj\u00e4hrigen Vorstandschef Klaus Josef Lutz einen ungez\u00fcgelten Expansionskurs eingeschlagen. Binnen 15 Jahren wurden internationale Firmen und Beteiligungen auf Pump zusammengekauft und so fast sieben Milliarden Euro Schulden angeh\u00e4uft. Als die Zinsen stiegen, konnte die Baywa vor gut eineinhalb Jahren die Pleite nur mit Hilfe der Gl\u00e4ubigerbanken und zwei Gro\u00dfaktion\u00e4ren abwenden. Das Krisenjahr 2024 endete mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der zuerst angeworbene Baur und der im M\u00e4rz dazugeholte Hiller wurden mit den Aufr\u00e4umarbeiten betraut und entwarfen ein neues Zielbild f\u00fcr eine \u201egesundgeschrumpfte\u201c Baywa, die noch rund 15.000 Mitarbeiter besch\u00e4ftigen soll, knapp zwei Drittel des heutigen Personalbestands. Doch damit h\u00f6rten die Gemeinsamkeiten der beiden Manager schon auf, hei\u00dft es im Umfeld des Konzerns. Immer wieder soll es zwischen dem CEO und dem CRO zu Unstimmigkeiten, Kompetenzgerangel und Eifers\u00fcchteleien gekommen sein.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck bleibt ein besch\u00e4digter Vorstandschef<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Disharmonie im Vorstand blieb dem Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Georg Scheller, fr\u00fcher Vorstandschef der Volks- und Raiffeisenbank Bamberg-Forchheim, nicht verborgen. Recht bald schlug das Pendel zugunsten Baurs aus. Schon vor Weihnachten soll in dem Kontrollgremium der Plan gereift sein, sich von Hiller zu trennen \u2013 die Frage war nur, ob er abberufen werden soll oder eine Trennung im gegenseitigen Einvernehmen gelingt. Unter diesen Vorzeichen rief Chefkontrolleur Scheller die Aufsichtsr\u00e4te an dem bayerischen Feiertag zusammen. Weder zu der einen noch zu der anderen Entscheidung konnte man sich durchringen. Zur\u00fcck bleibt ein Vorstandsvorsitzender, der nun besch\u00e4digt ist.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Anders als Baur ist Hiller im Aufsichtsrat nicht unumstritten. Hiller soll sich in Teilen des Kontrollgremiums unbeliebt gemacht haben, weil er fr\u00fch auf eine rasche Aufarbeitung der Baywa-Krise gedr\u00e4ngt hat. Im August vorigen Jahres hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die ehemaligen Baywa-Vorst\u00e4nde um Hillers Vorg\u00e4nger Marcus P\u00f6llinger eingeleitet. Die Beh\u00f6rde geht dem Verdacht nach, ob die Vorst\u00e4nde im Jahresabschluss 2023 die Finanzlage falsch dargestellt haben. Von den Untersuchungen betroffen ist auch die f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsbereiche Agrar und Energie zust\u00e4ndige Vorst\u00e4ndin Marlen Wienert, deren Vertrag unabh\u00e4ngig davon k\u00fcrzlich vom Aufsichtsrat bis M\u00e4rz 2028 verl\u00e4ngert wurde. Zudem pr\u00fcft die Finanzaufsicht Bafin den Jahresabschluss, und die Abschlusspr\u00fcferaufsicht Apas hat ein berufsaufsichtliches Verfahren gegen die damaligen Wirtschaftspr\u00fcfer von PwC eingeleitet.<\/p>\n<p>Auch der Aufsichtsrat ger\u00e4t in die Kritik<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Woran sich die Kritik an Hiller genau entz\u00fcndet hat, dazu wurde nach der Aufsichtsratssitzung noch nichts bekannt. Der geb\u00fcrtige Schwabe hatte bis Februar 2022 f\u00fcnf Jahre lang den Motorenhersteller Deutz als Vorstandsvorsitzender gef\u00fchrt. Nach einem Streit um die Besetzung des Vorstands hatte ihn der Aufsichtsrat dort abberufen. Hiller ging sp\u00e4ter als Vorstandschef zu Big Dutchman, einem Hersteller von F\u00fctterungsanlagen und Stallungssystemen mit Sitz im nieders\u00e4chsischen Vechta.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Unklar ist, wie Hiller nach dieser Sitzung bei der Baywa weitermachen kann. Unklar ist auch, wie es im Aufsichtsrat weitergehen soll. Denn l\u00e4ngst steht das Gremium in der Kritik der Anteilseigner, zumal es \u00fcberwiegend mit jenen Kontrolleuren besetzt ist, die noch zu Zeiten des langj\u00e4hrigen Baywa-Chefs Lutz in ihre \u00c4mter kamen, darunter die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier, und Joachim Rukwied, der Pr\u00e4sident des Deutschen Bauernverbands. Beide geh\u00f6ren dem Gremium schon seit 2013 an und haben die wilde Expansion von Lutz begleitet. Zwar hat sich Scheller f\u00fcr eine Neubesetzung des Aufsichtsrats ausgesprochen, um verloren gegangenes Vertrauen in den b\u00f6rsennotierten Konzern wiederherzustellen. Aber bislang ist ihm das nicht so recht gelungen. Auf der Hauptversammlung im vergangenen August nannte eine Aktion\u00e4rsvertreterin den Grund f\u00fcr die Beharrungskr\u00e4fte in dem Gremium: Die Aufsichtsr\u00e4te, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung f\u00fcr Wertpapierbesitz (DSW), s\u00e4\u00dfen auf ihren St\u00fchlen \u201ewie mit Pattex festgeklebt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zum Ende des vergangenen Jahres war Frank Hiller, der Vorstandschef der Baywa AG, voller Optimismus, was die Zukunft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":699078,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,173,172],"class_list":{"0":"post-699077","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-unternehmen","16":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115851527659917846","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/699077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=699077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/699077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/699078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=699077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=699077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=699077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}