{"id":699475,"date":"2026-01-07T06:50:11","date_gmt":"2026-01-07T06:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699475\/"},"modified":"2026-01-07T06:50:11","modified_gmt":"2026-01-07T06:50:11","slug":"mobilfunk-und-internet-netzbetreiber-nach-stromausfall-im-alarm-modus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699475\/","title":{"rendered":"Mobilfunk und Internet: Netzbetreiber nach Stromausfall im Alarm-Modus"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Mobilfunk und Internet: Netzbetreiber nach Stromausfall im Alarm-Modus<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nach dem Brandanschlag auf eine Stromtrasse sind im S\u00fcdwesten von Berlin <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Massiver-Stromausfall-in-Berlin-dauert-wohl-bis-Donnerstag-11128212.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neben zehntausenden Haushalten und Gewerbebetrieben auch zahlreiche Mobilfunkstandorte und die Festnetzinfrastruktur ohne Strom<\/a>. Die Netzbetreiber arbeiten mit Hochdruck daran, zun\u00e4chst die Mobilfunkversorgung wieder sicherzustellen, und haben bereits am Montag deutliche Fortschritte erzielt.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Netzbetreiber sind rechtlich verpflichtet, ihre Telekommunikationsdienste auch und gerade in Notlagen aufrechtzuerhalten. Das gilt in erster Linie f\u00fcr Anrufe und SMS. Deshalb k\u00f6nnen sie nicht einfach warten, bis der Strom wieder da ist.<\/p>\n<p>Notfallprotokolle laufen an<\/p>\n<p>Um auch in Notf\u00e4llen wie einem Stromausfall die Gespr\u00e4chsvermittlung sicherstellen zu k\u00f6nnen, haben einige der Antennenstandorte eine eigene Notstromversorgung mit einem Batteriepuffer. Doch sind auch diese Anlagen nicht daf\u00fcr ausgestattet, lange Stromausf\u00e4lle wie diesen zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Netzbetreiber haben f\u00fcr solche F\u00e4lle eigene Notfallprotokolle, die nun angelaufen sind. Eine Ma\u00dfnahme ist, Antennen in angrenzenden Gebieten, die noch mit Strom versorgt sind, in das Ausfallgebiet auszurichten. Parallel bringen sie die f\u00fcr die Grundversorgung wichtigen Antennen mit mobilen Generatoren wieder ans Netz.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr solche Lagen hat o2 Telef\u00f3nica ein umfassendes Sicherheits- und Vorsorgekonzept etabliert und h\u00e4lt im Rahmen dessen unter anderem Notstromaggregate vor, um Standorte bei Bedarf kurzfristig wieder mit Energie versorgen zu k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt ein Telef\u00f3nica-Sprecher. Im O2-Netz sind 18 Antennenstandorte von dem Stromausfall betroffen.<\/p>\n<p>\u201eDurch Inbetriebnahme von Strom-Generatoren und Neuausrichtung der angrenzenden Mobilfunkstationen bereits am Samstagmorgen konnte die Mobilfunk-Grundversorgung sichergestellt werden\u201c, sagte ein Vodafone-Sprecher. Bei Vodafone sind 39 Standorte von dem Ausfall betroffen, von denen am Montag 29 wieder am Netz waren. \u201eNur drei Standorte k\u00f6nnen aus technischen Gr\u00fcnden nicht mit Notstrom versorgt werden.\u201c<\/p>\n<p>Auch bei der Telekom lag die Priorit\u00e4t darauf, die Mobilfunkversorgung wiederherzustellen. Stand Montag sind 19 von 29 betroffenen Mobilfunkstationen wieder im Einsatz. \u201eAlle im betroffenen Gebiet verf\u00fcgbaren Stationen haben unsere Teams optimiert und kalibriert, um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Reichweite f\u00fcr eine Notversorgung sicherzustellen\u201c, so ein Telekom-Sprecher. \u201eTelefonie und SMS sowie Notrufe sind im gesamten Gebiet des Stromausfalls grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Telekom stellt ihren rund 25.000 vom Stromausfall betroffenen Kundinnen und Kunden unlimitiertes Datenvolumen f\u00fcr 30 Tage zur Verf\u00fcgung. \u201eViele dieser Menschen werden dieses Datenvolumen in Notunterk\u00fcnften und anderen Orten au\u00dferhalb des Stromausfall-Gebietes nutzen k\u00f6nnen\u201c, sagt der Sprecher.<\/p>\n<p>Auch bei 1&amp;1 ist es aufgrund des gro\u00dffl\u00e4chigen Stromausfalls in Teilen Berlins zu Einschr\u00e4nkungen gekommen. \u201e1&amp;1 kommt der Telekommunikationssicherstellungspflicht gem\u00e4\u00df \u00a7185 TKG selbstverst\u00e4ndlich nach\u201c, sagt eine Sprecherin. \u201eDazu setzen wir auf ein umfassendes Ma\u00dfnahmenpaket, das unter anderem Geo-Redundanz, Backups und Wiederanlaufpl\u00e4ne umfasst. Durch unseren National Roaming-Vertrag mit Vodafone ergibt sich f\u00fcr Kunden im 1&amp;1 O-RAN im Bereich des Funkzugangsnetzes sogar eine erh\u00f6hte Ausfallsicherheit.\u201c<\/p>\n<p>\u201eVermittlungsstellen jederzeit arbeitsf\u00e4hig\u201c<\/p>\n<p>Acht Vermittlungsstellen der Telekom befinden sich in dem Gebiet, das vom Stromausfall betroffen ist. \u201eDiese Vermittlungsstellen waren jederzeit arbeitsf\u00e4hig, da die Stromversorgung \u00fcber Batterie- und Netzersatzanlagen erfolgreich abgesichert werden konnte\u201c, sagt der Telekom-Sprecher. \u201eLeitstellen waren zu keinem Zeitpunkt betroffen.\u201c<\/p>\n<p>Etwas l\u00e4nger dauert es, Festnetz-Internetanschl\u00fcsse wieder online zu bringen. \u201eFestnetz-Telefonie, Internet und MagentaTV stehen erst wieder vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung, wenn die Energieversorgung wiederhergestellt ist\u201c, erkl\u00e4rt der Telekom-Sprecher. \u201eSobald der Strom bei den Menschen wieder funktioniert, k\u00f6nnen sie die Festnetzdienste wieder nutzen.\u201c<\/p>\n<p>Bei Vodafone wurde eine Betriebsstelle komplett vom Stromnetz abgeschnitten. \u201eNach Verbrauch des Strom-Kapazit\u00e4tspuffers konnten wir die angeschlossenen 47.000 Haushalte vor\u00fcbergehend nicht mit Kabel-TV, Breitband-Internet und Festnetz-Telefonie beliefern\u201c, erkl\u00e4rt der Sprecher. Bereits am Samstagnachmittag sei \u201emit einem gro\u00dfen Kraftakt und unter Einsatz von Schneer\u00e4umfahrzeugen\u201c die Betriebsstelle mit einem Gro\u00dfgenerator wieder mit Strom versorgt worden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Berliner-Anschlag-auf-Stromversorgung-Mehrere-Systeme-gleichzeitig-beschaedigt-11131936.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Am Dienstagabend waren immer noch \u00fcber 20.000 Haushalte in Berlin ohne Strom<\/a>. Zu dem Anschlag auf die Trasse <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Vulkangruppe-bekennt-sich-zu-Berliner-Stromausfall-11128312.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hat sich eine \u201eVulkangruppe\u201c bekannt<\/a>, die schon als Urheber f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Mutmasslicher-Brandanschlag-Tausende-Berliner-ohne-Strom-und-Internet-4006291.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strom- und Internetausfall im Berliner Westen<\/a> 2018 sowie den <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Nach-Tesla-Anschlag-Sorge-um-kritische-Infrastruktur-9648194.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anschlag auf das Tesla-Werk<\/a> in Brandenburg gelten.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden halten das Bekennerschreiben f\u00fcr authentisch und widersprechen Spekulationen \u00fcber eine \u201eFalse Flag\u201c-Operation mit russischer Beteiligung. Die Bundesanwaltschaft hat \u2013 wie bei Terroranschl\u00e4gen \u00fcblich \u2013 die Ermittlungen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Massive Kritik am Krisenmanagement<\/p>\n<p>Unterdessen muss sich die Berliner Verwaltung massiver <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Stromausfall-in-Berlin-Die-Krisenkommunikation-war-am-Anfang-katastrophal-11131790.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kritik an ihrem Krisenmanagement<\/a> stellen. Zu langsam und zaghaft seien die Hilfsma\u00dfnahmen angelaufen, hie\u00df es. Zudem sind die Schwachstellen im Berliner Stromnetz, das bis 1994 eine Strominsel bildete, lange bekannt.<\/p>\n<p>1997 wurde die landeseigene Bewag privatisiert, drei Jahre sp\u00e4ter \u00fcbernahm der Vattenfall-Konzern den Berliner Versorger und das Stromnetz. 2021 hat das Land das Stromnetz f\u00fcr \u00fcber 2 Milliarden Euro wieder zur\u00fcckgekauft. Keiner der bisherigen Eigent\u00fcmer hat offenbar dringenden Anlass gesehen, die historisch bedingten Schwachstellen des Netzes zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Das soll sich nun offenbar \u00e4ndern. \u201eIm vorliegenden Fall wurden mehrere Systeme gleichzeitig durch den Anschlag besch\u00e4digt\u201c, erkl\u00e4rt eine Sprecherin des Berliner Senats. \u201eDie Stromnetz Berlin GmbH arbeitet kontinuierlich daran, das System redundant zu gestalten. F\u00fcr das betroffene Versorgungsgebiet gibt es konkrete Projekte f\u00fcr sicherheitserh\u00f6hende Ma\u00dfnahmen durch alternative Kabelverbindungen. Diese befinden sich derzeit in praktischer Umsetzung.\u201c Das kann allerdings dauern \u2013 der Senat spricht bei solchen Projekten von Monaten bis Jahren.<\/p>\n<p>Birgt das Berliner Stromnetz, einst eine Strominsel umgeben von der DDR, noch weitere solcher anf\u00e4lligen \u201eSingle Points of Failure\u201c? Der Senat will das nicht klar beantworten \u2013 auch aus Sicherheitsgr\u00fcnden. \u201eStromnetz Berlin f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfige und systematische Schwachstellenuntersuchungen durch, wie sie f\u00fcr Betreiber kritischer Infrastrukturen \u00fcblich sind. Diese flie\u00dfen in kontinuierliche Verbesserungsma\u00dfnahmen ein\u201c, erkl\u00e4rt die Sprecherin. Im Klartext hei\u00dft das: Ja.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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