{"id":699486,"date":"2026-01-07T06:57:12","date_gmt":"2026-01-07T06:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699486\/"},"modified":"2026-01-07T06:57:12","modified_gmt":"2026-01-07T06:57:12","slug":"ist-milch-gesund-was-die-wissenschaft-dazu-sagt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699486\/","title":{"rendered":"Ist Milch gesund? Was die Wissenschaft dazu sagt"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Milchprodukte enthalten Kalzium, Eiweiss, weitere Mineralstoffe sowie verschiedene Vitamine. Wieso ihr dennoch ein negativer Ruf anhaftet und was die Wissenschaft \u00fcber ihre Wirkung weiss.<\/p>\n<p>Kathrin Burger07.01.2026, 05.30 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/a431188e-788b-4767-8336-16169d443608.gif\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"4000\" height=\"2667\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/><\/p>\n<p>Illustration Simon Tanner \/ NZZ<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jaqjh8242\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\"><strong>Leserfrage: Calcium ist wichtig f\u00fcr die Knochen. Manche Fachleute sagen aber, dass Milch und Milchprodukte nicht sehr gesund seien. Ist an dieser Abwertung etwas dran? Immerhin vertragen viele Asiaten keine Milchprodukte. Mir ist nicht bekannt, dass sie vermehrt Osteoporose h\u00e4tten.<\/strong><\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrm0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vertreter der Spezies Homo sapiens konsumieren bereits seit rund 8000 Jahren Milch und Milchprodukte. In Industrienationen kommt meist Kuhmilch auf den Tisch. Kuhmilch und daraus hergestellte Produkte sind mit die besten Kalziumlieferanten, die wir haben. Aber auch Eiweiss ist ein wichtiger Bestandteil der Milch. Auch andere wichtige N\u00e4hrstoffe kommen darin vor, etwa Vitamin B2 und Jod, wenngleich in geringen Mengen. T\u00e4glich etwa 2 Portionen Milchprodukte zu konsumieren, ist darum eine der Ern\u00e4hrungsempfehlungen in der DACH-Region (Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz). Es stimmt also nicht, dass \u00abFachleute\u00bb Milch als ungesund ansehen.<\/p>\n<p>Wohl &amp; Sein antwortet<\/p>\n<p class=\"mt-2 text-sm leading-5 first:mt-0 md:text-base md:leading-6\">In der Rubrik \u00abWohl &amp; Sein antwortet\u00bb greifen wir Fragen aus der Leserschaft rund um Gesundheit und Ern\u00e4hrung auf. Schreiben Sie uns an <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/cdn-cgi\/l\/email-protection\" class=\"__cf_email__\" data-cfemail=\"31465e595d445f554254585f715f4b4b1f5259\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[email\u00a0protected]<\/a>.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrn0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00abDas schlechte Image der Milch stammt aus Falschinformationen in den sozialen Netzwerken\u00bb, sagt Martin Smollich, Ern\u00e4hrungswissenschafter an der Universit\u00e4t L\u00fcbeck. Milch wird hier f\u00fcr etliche Volksleiden verantwortlich gemacht, darunter Krebs, Herzkrankheiten, \u00dcbergewicht und Wechseljahrsbeschwerden. \u00abAbgesehen von Unvertr\u00e4glichkeitsreaktionen wie Laktoseintoleranz und Milcheiweissallergie gibt es aus ern\u00e4hrungsmedizinischer Sicht aber keinen Grund daf\u00fcr, auf verzehr\u00fcbliche Mengen von Kuhmilch und Milchprodukten zu verzichten\u00bb, sagt Smollich. Wer eine Intoleranz hat, kann meist kleine Mengen an fermentierten Milchprodukten vertragen, da die Milchs\u00e4urebakterien Laktose abbauen. Milchallergiker m\u00fcssen hingegen Milch und daraus hergestellte Produkte strikt meiden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjro0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Empfehlungen f\u00fcr den Konsum von Milch und Milchprodukten stammen haupts\u00e4chlich aus Berechnungen zum Kalziumbedarf des Menschen. Vor allem f\u00fcr die Knochen ist der Mineralstoff eine wichtige St\u00fctzsubstanz. Ein Marker f\u00fcr eine gute Knochengesundheit und ein niedriges Osteoporose-Risiko ist die Knochendichte. Die Knochendichte erreicht bis etwa Anfang bis Mitte 20 ihren H\u00f6hepunkt, man spricht von der <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s40520-021-01970-4\" rel=\"noopener\">\u00abPeak Bone Mass\u00bb<\/a>, danach sinkt sie allm\u00e4hlich wieder. Wer im Kindes- und Jugendalter ausreichend Milchprodukte konsumiert, hat erwiesenermassen eine h\u00f6here Knochendichte mit Ende 20, was einen gewissen Schutz auch im Erwachsenenalter gew\u00e4hrleistet. Umgekehrt scheint eine vegane Ern\u00e4hrung in jungen Jahren die Knochen zu schw\u00e4chen. F\u00fcr diese Altersgruppe sind mit Kalzium angereicherte Sojadrinks empfehlenswert.<\/p>\n<p>Was die Knochendichte beeinflusst<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrp0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Widerspr\u00fcchlich sind die Studien jedoch hinsichtlich Knochengesundheit und Milchkonsum im Erwachsenenalter. Manche belegen, dass Kalzium und Milcheiweiss den Knochenabbau verlangsamen, andere k\u00f6nnen dies nicht zeigen. So haben etwa Menschen mit einer Laktoseintoleranz kein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Knochenbr\u00fcche im Alter.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrq0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">\u00abEine hohe Kalziumzufuhr verhindert Osteoporose nicht automatisch\u00bb, sagt Smollich. Dennoch scheint laut einer <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/nu17172723\" rel=\"noopener\">kanadischen \u00dcbersichtsstudie<\/a> aus dem Jahr 2025 ein moderat sch\u00fctzender Effekt auf das Knochenbruchrisiko im Alter durch Milchkonsum zu bestehen. Umgekehrt muss bei Milchverzicht im Erwachsenenalter das Risiko f\u00fcr Knochenschwund nicht erh\u00f6ht sein. Schliesslich steckt Kalzium auch in Gr\u00fcngem\u00fcse, N\u00fcssen, Tofu und Algen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj77tum1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch eine eiweissreiche Ern\u00e4hrung st\u00e4rkt die Knochen. Dies erkl\u00e4rt zum Teil, warum in L\u00e4ndern wie China die Osteoporose-Raten trotz marginalem Milchkonsum gering sind. Die Knochenstabilit\u00e4t ist aber nicht nur abh\u00e4ngig von der Ern\u00e4hrung, viele weitere Faktoren wie Genetik und Umweltfaktoren, darunter Bewegung, Vitamin D (Sonne) aber auch Rauchen oder Alkoholkonsum beeinflussen Knochendichte sowie Osteoporose- und Frakturrisiko.<\/p>\n<p>Newsletter \u00abWohl &amp; Sein\u00bb<\/p>\n<p class=\"mt-2 text-sm leading-5 first:mt-0 md:text-base md:leading-6\">Vertiefen Sie Ihr Wissen \u00fcber Ern\u00e4hrung, Gesundheit und Psychologie mit unserem Newsletter \u00abWohl &amp; Sein\u00bb, der jeden Donnerstag in Ihrem Posteingang landet.<\/p>\n<p class=\"mt-2 text-sm leading-5 first:mt-0 md:text-base md:leading-6\"><a href=\"https:\/\/abo.nzz.ch\/newsletter\/wohl-und-sein\/\" class=\"\" title=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jetzt kostenlos anmelden<\/a><\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrr0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wie sieht es nun mit anderen Krankheiten aus? Sorgen Milch- und Milchprodukte f\u00fcr ein langes und gesundes Leben? Zumindest haben Milch-Liebhaber ein geringeres Risiko f\u00fcr Darmkrebs. Einen eindeutigen Zusammenhang mit anderen Krebsarten gibt es nicht. Ausnahme: Wenn M\u00e4nner einen Liter oder mehr Kuhmilch pro Tag trinken, steigt das Risiko f\u00fcr Prostatakrebs leicht an. Laut der kanadischen \u00dcbersichtsstudie beugen Milch und Milchprodukte \u2013 in den empfohlenen Mengen verzehrt \u2013 Herzinfarkt oder Schlaganfall vor. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt und K\u00e4se schneiden in Studien meist besser ab. Sie enthalten neben Eiweiss und Kalzium auch gesundheitsf\u00f6rderliche Mikroben (Probiotika) und bioaktive Peptide. Peptide entstehen, wenn Eiweisse aufgespalten werden. Bioaktiv nennt man sie, wenn sie eine direkte Wirkung entfalten, zum Beispiel den Blutdruck senken.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jcj6mjrr1\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Der Homo sapiens konsumiert seit Tausenden von Jahren Milch. Und er kann damit ruhig weitermachen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Milchprodukte enthalten Kalzium, Eiweiss, weitere Mineralstoffe sowie verschiedene Vitamine. 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