{"id":699541,"date":"2026-01-07T07:27:12","date_gmt":"2026-01-07T07:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699541\/"},"modified":"2026-01-07T07:27:12","modified_gmt":"2026-01-07T07:27:12","slug":"warum-beobachtet-der-kreml-schweigend-dw-07-01-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699541\/","title":{"rendered":"Warum beobachtet der Kreml schweigend? \u2013 DW \u2013 07.01.2026"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nicol\u00e1s-maduro\/t-47264148\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicolas Maduro<\/a> \u00fcbersch\u00fcttete\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wladimir-putin\/t-17289915\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wladimir Putin<\/a> bei seinem Besuch in Moskau zum Tag des Sieges im Mai 2025 mit Lob. Der venezolanische Pr\u00e4sident bezeichnete <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russland<\/a> als &#8222;eine Schl\u00fcsselmacht der Menschheit&#8220;. Die beiden Staatschefs unterzeichneten damals ein Abkommen \u00fcber &#8222;strategische Partnerschaft und Zusammenarbeit&#8220;. Am 3. Januar war Russland hingegen nur Zuschauer, als die USA mit Gewalt Maduro und seine Frau nach New York brachten, wo ihnen der Prozess wegen Drogenhandels gemacht wird.<\/p>\n<p>Russische Luftabwehr konnte Maduro nicht sch\u00fctzen<\/p>\n<p>Tage nach dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trumps-milit\u00e4rschlag-gegen-venezuela\/t-75118398\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sturz des venezolanischen Pr\u00e4sidenten<\/a> schweigt Putin weiterhin. Zuvor hatte das russische Au\u00dfenministerium seine Besorgnis ge\u00e4u\u00dfert und Maduros Freilassung sowie Verhandlungen zwischen den <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/venezuela\/t-17477267\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venezuela<\/a> gefordert. Nach einem Telefonat Anfang Dezember erhielt Maduro laut offiziellen Berichten als letzte Nachricht vom russischen Pr\u00e4sidenten einen Neujahrsgru\u00df.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75398123\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75398123_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Nicol\u00e1s Maduro wird zur Gerichtsanh\u00f6rung in New York gef\u00fchrt\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Nicol\u00e1s Maduro wird zur Gerichtsanh\u00f6rung in New York gef\u00fchrtBild: Kyle Mazza\/Consolidated News Photos\/picture alliance<\/p>\n<p>Maduro war einer der wenigen Staatschefs, die Russland im Februar 2022 unterst\u00fctzten, als Moskau die separatistischen Pseudo-Republiken Donezk und Luhansk vor dem <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg\/t-60978725\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfangriff auf die Ukraine<\/a>\u00a0anerkannte. Im Dezember 2018 entsandte Russland zwei strategische Bomber vom Typ Tu-160 zu \u00dcbungen nach Venezuela, was Experten als Zeichen der Unterst\u00fctzung f\u00fcr Maduro interpretierten. Sie landeten auf dem Flughafen von Caracas &#8211; demselben, von dem die USA den venezolanischen Machthaber ausgeflogen hatten. Die russische Luftverteidigung konnte ihn nicht sch\u00fctzen, wie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nun spottet. Wie konnte das passieren?<\/p>\n<p>Warum kritisiert Putin Trump nicht?<\/p>\n<p>&#8222;Die russische Unterst\u00fctzung f\u00fcr Venezuela war eher symbolischer als praktischer Natur&#8220;, sagte Neil Melvin, Experte am Royal United Services Institute (RUSI), gegen\u00fcber der DW. Seiner Ansicht nach ist Russland nicht in der Lage, den Einsatz von US-Streitkr\u00e4ften in der Nachbarregion infrage zu stellen.<\/p>\n<p>Der deutsche Politikwissenschaftler und Autor eines Buches \u00fcber russische Au\u00dfenpolitik, Felix Riefer, ist ebenfalls nicht \u00fcberrascht. Nachdem Trumps R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus zu einer Ann\u00e4herung zwischen Moskau und Washington gef\u00fchrt hatte, reagierte Russland auf &#8222;amerikanische Andeutungen gegen\u00fcber Venezuela mit relativer Zur\u00fcckhaltung&#8220;, so Riefer. &#8222;Russland hat Maduro eigentlich schon vorher fallen lassen.&#8220;<\/p>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde sei der Krieg Russlands gegen die Ukraine und der Wandel der USA vom westlichen Partner Kyjiws zum Vermittler, glauben beide Experten. Russland vermeide scharfe Kritik an Washington, weil es &#8222;es nicht verprellen&#8220; wolle, so Melvin. Seiner Meinung nach w\u00e4re Moskaus Rhetorik zu den Ereignissen in Venezuela ohne den Krieg gegen die Ukraine zwar &#8222;deutlich sch\u00e4rfer&#8220;, mehr aber nicht. Der britische Experte sieht keine unmittelbaren Folgen f\u00fcr den Krieg in der Ukraine. Dies k\u00f6nnte sich \u00e4ndern, wenn Trump nicht bei Venezuela stehen bleibt, sondern weiter geht und beispielsweise versucht, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gr\u00f6nland\/t-71244511\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gr\u00f6nland<\/a>, das zu <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/d\u00e4nemark\/t-18506995\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">D\u00e4nemark<\/a> geh\u00f6rt, zu &#8222;einzugliedern&#8220; &#8211; etwas, was der US-Pr\u00e4sident k\u00fcrzlich erneut andeutete.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73663077\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73663077_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Wladimir Putin und Donald Trump bei einer Begr\u00fc\u00dfungszeremonie vor ihrem Treffen 2025\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Wladimir Putin und Donald Trump bei ihrem Treffen 2025Bild: Sergei Bobylev\/TASS\/IMAGO<\/p>\n<p>Die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nato\/t-17339192\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NATO<\/a> w\u00fcrde eine solche Entwicklung wohl nicht \u00fcberstehen, glaubt Melvin. Auch die d\u00e4nische Ministerpr\u00e4sidentin Mette Frederiksen \u00e4u\u00dferte sich \u00e4hnlich. Was denkt man in der Ukraine?<\/p>\n<p>Vorsichtiger Optimismus in der Ukraine<\/p>\n<p>Offizielle in Kyjiw\u00a0kommentieren die Ereignisse in Venezuela zur\u00fcckhaltend. Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/wolodymyr-selenskyj\/t-48449478\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> sagte: &#8222;Wenn man Diktatoren so behandeln kann, dann wissen die Vereinigten Staaten, was als N\u00e4chstes zu tun ist.&#8220; Das ukrainische Au\u00dfenministerium erinnerte daran, dass es Maduro nicht als Pr\u00e4sidenten anerkennt.<\/p>\n<p>Kyjiwer Experten sind vorsichtig optimistisch. Die M\u00e4rkte erwarten, dass es in absehbarer Zeit zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Venezuela kommen wird, was Venezuela f\u00fcr die \u00d6lproduktion \u00f6ffnen und erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die \u00d6lpreise haben werde, sagt der Politikwissenschaftler Petro Oleschtschuk von der Nationalen Universit\u00e4t Kyjiw. &#8222;Alles, was die \u00d6lpreise senkt, ist f\u00fcr die Ukraine von Vorteil und k\u00f6nnte sich positiv auf die Verhandlungen auswirken. Denn je billiger das \u00d6l ist, desto weniger Geld hat Russland zur Verf\u00fcgung, wodurch die Vorstellung, Russland sei zu einem endlosen Krieg bereit, immer weniger glaubw\u00fcrdig erscheint&#8220;, so Oleschtschuk.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"66019190\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/66019190_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Venezuela |\u00a0\u00d6lplattformen im See Maracaibo\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>G\u00fcnstigere \u00d6lpreise k\u00f6nnten sich positiv auf die Ukraine-Verhandlungen auswirken, glauben ExpertenBild: Jose Isaac Bula Urrutia\/Eyepix\/ZUMAPRESS\/picture alliance<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, bei dem die Medien Parallelen zur Ukraine gezogen haben, ist die These, dass die USA durch die Festnahme Maduros ihre Rolle als demokratischer Verhandlungspartner &#8222;schw\u00e4chen&#8220; k\u00f6nnten. Experten, mit denen die DW sprach, sind jedoch skeptisch. Diese Aktionen passten in die US-Doktrin der westlichen Hemisph\u00e4re als Interessensph\u00e4re, so Oleschtschuk. Der Experte merkt an, dass es unm\u00f6glich sei, Parallelen zwischen Maduros Festnahme und der russischen Aggression gegen die Ukraine zu ziehen. &#8222;Im Fall Venezuela annektieren die USA kein Territorium und behaupten nicht, Venezuela sei ein fiktiver Staat.&#8220;<\/p>\n<p>Experte: Russlands Position br\u00f6ckelt<\/p>\n<p>Der deutsche Politikwissenschaftler Felix Riefer argumentiert \u00e4hnlich. Russland k\u00f6nnte versuchen, den Fall Venezuela zu nutzen, um seine Aggression gegen die Ukraine wieder einmal zu rechtfertigen. Das sei zwar m\u00f6glich, aber &#8222;ein direkter Vergleich hinkt&#8220;. Riefer ist \u00fcberzeugt, dass Moskaus Ansehen in der Welt geschw\u00e4cht ist: &#8222;Wer auf Russland setzt, darf nicht darauf hoffen, dass er besch\u00fctzt wird.&#8220;<\/p>\n<p>Neil Melvin betont, dass dies bei Weitem nicht das erste Mal sei. &#8222;Russland hat <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/armenien\/t-18426824\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Armenien<\/a>, <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/syrien\/t-17281406\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Syrien<\/a> und nun auch Venezuela verloren&#8220;, so der Sicherheitsexperte. &#8222;Russlands internationale Position schw\u00e4cht sich merklich ab, da es seinen Krieg gegen die Ukraine eskaliert und nicht mehr \u00fcber die Ressourcen verf\u00fcgt, solche Beziehungen aufrechtzuerhalten.&#8220;<\/p>\n<p>Selbst im Fall <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kuba\/t-18051400\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kubas<\/a>, Russlands wichtigstem Partner in Lateinamerika und einem der engsten Verb\u00fcndeten Venezuelas, d\u00fcrften Moskaus Proteste lauter sein, doch Russlands Optionen seien &#8222;sehr begrenzt&#8220;, meint Melvin. Kuba geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, auf die Pr\u00e4sident Trump zuletzt verbalen Druck verst\u00e4rkt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicolas Maduro \u00fcbersch\u00fcttete\u00a0Wladimir Putin bei seinem Besuch in Moskau zum Tag des Sieges im Mai 2025 mit Lob.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":699542,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-699541","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115852636486017829","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/699541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=699541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/699541\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/699542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=699541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=699541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=699541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}