{"id":699600,"date":"2026-01-07T08:09:24","date_gmt":"2026-01-07T08:09:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699600\/"},"modified":"2026-01-07T08:09:24","modified_gmt":"2026-01-07T08:09:24","slug":"openai-verliert-in-muenchen-ki-training-verstoesst-gegen-urheberrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699600\/","title":{"rendered":"OpenAI verliert in M\u00fcnchen: KI-Training verst\u00f6\u00dft gegen Urheberrecht"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t\t<a href=\"https:\/\/www.ad-hoc-news.de\/themen\/OpenAI\" class=\"keywords\" style=\"color:#9e0f15;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OpenAI<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.ad-hoc-news.de\/themen\/Mue1nchen\" class=\"keywords\" style=\"color:#9e0f15;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>\t\t&#13;<br \/>\n\t\t07.01.2026 &#8211; 06:02:12&#13;<br \/>\n\t&#13;<\/p>\n<p class=\"standfirst\">Ein Gericht in M\u00fcnchen hat die Nutzung urheberrechtlich gesch\u00fctzter Lyrics f\u00fcr das Training von KI-Modellen untersagt. Das Urteil stellt Gesch\u00e4ftsmodelle der KI-Branche in Europa infrage.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<\/p>\n<p>Das Landgericht M\u00fcnchen I hat entschieden: OpenAIs Nutzung von Songtexten f\u00fcr das KI-Training verst\u00f6\u00dft gegen das Urheberrecht. Das Urteil ist ein Paukenschlag f\u00fcr die gesamte KI-Branche in Europa und stellt deren Gesch\u00e4ftsmodelle infrage.<\/p>\n<p>Gericht kippt zentrale KI-Verteidigungsstrategie<\/p>\n<p>Im Kern des Verfahrens stand die Frage, ob das sogenannte <strong>Text- und Data-Mining (TDM)<\/strong> nach Paragraf 44b des Urheberrechtsgesetzes die Nutzung gesch\u00fctzter Werke erlaubt. OpenAI hatte sich auf diese Ausnahme berufen. Das Gericht wies dies jedoch entschieden zur\u00fcck. Es sah nicht nur eine Analyse, sondern eine unzul\u00e4ssige <strong>Vervielf\u00e4ltigung<\/strong> der Werke gegeben.<\/p>\n<p>Ausschlaggebend war die F\u00e4higkeit der KI-Modelle, die gesch\u00fctzten Lyrics \u2013 darunter Hits von Herbert Gr\u00f6nemeyer und Helene Fischer \u2013 auf einfache Nutzeranfragen hin nahezu wortgetreu auszugeben. Das Gericht folgte der Argumentation der klagenden <strong>GEMA<\/strong>: Die \u201eEinpr\u00e4gung\u201c der Texte in die Modellparameter stellt selbst schon eine Urheberrechtsverletzung dar. OpenAI wurde untersagt, die unlizenzierten Texte auf seinen Servern in Deutschland zu speichern. Die H\u00f6he der Schadensersatzforderung wird in einem weiteren Verfahren festgelegt.<\/p>\n<p>\u201eMemorization\u201c wird zum rechtlichen Schl\u00fcsselbegriff<\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Richter etablierten mit ihrem Urteil einen neuen technisch-juristischen Ma\u00dfstab: den der <strong>\u201eMemorization\u201c<\/strong> (Einpr\u00e4gung). Sie akzeptierten den Nachweis der GEMA, dass Modelle wie ChatGPT-4 die Trainingsdaten effektiv \u201eauswendig gelernt\u201c haben.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Passend zum Thema EU-KI-Regulierung: Seit dem Inkrafttreten der KI-Verordnung stehen Entwickler und Anbieter vor neuen Kennzeichnungs-, Risikoklassen- und Dokumentationspflichten. Unser kostenloses Umsetzungs-E-Book erkl\u00e4rt praxisnah, welche Anforderungen jetzt gelten, wie Sie Ihr KI-System korrekt klassifizieren, welche Nachweise n\u00f6tig sind und welche Fristen Sie beachten m\u00fcssen. 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Das Gericht lie\u00df die Plattform-Argumentation von OpenAI nicht gelten und machte den Betreiber direkt f\u00fcr Architektur und Trainingsdatenauswahl verantwortlich.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Akt: Gericht verhandelt gegen Musik-KI Suno<\/p>\n<p>Der Druck auf die Branche wird sich bereits Ende Januar weiter erh\u00f6hen. Am <strong>26. Januar 2026<\/strong> verhandelt dasselbe M\u00fcnchner Gericht die Klage der GEMA gegen den US-Musik-KI-Generator <strong>Suno<\/strong>. Dieser Fall k\u00f6nnte die Rechtsprechung noch ausweiten, da es hier um die Generierung von Audio und musikalischen Kompositionen geht \u2013 nicht nur um Text.<\/p>\n<p>Beobachter erwarten, dass das OpenAI-Urteil als Blaupause f\u00fcr den Suno-Prozess dient. W\u00fcrde die gleiche Logik auf Audiodaten angewandt, m\u00fcssten generative Musik-KIs f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt fundamental neu konzipiert werden. Die GEMA feierte das Urteil gegen OpenAI bereits als Best\u00e4tigung, dass das Internet \u201ekein Selbstbedienungsladen f\u00fcr KI-Entwickler\u201c sei.<\/p>\n<p>Deutschland als strengerer Rechtsraum f\u00fcr KI<\/p>\n<p>Das M\u00fcnchner Urteil markiert eine deutliche Abkehr von Entwicklungen in anderen L\u00e4ndern und zeigt eine fragmentierende globale Rechtslage:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>USA:<\/strong> Zahlreiche Klagen dort st\u00fctzen sich auf die weitreichende <strong>\u201eFair Use\u201c-Doktrin<\/strong>, die in Europa so nicht gilt.<\/li>\n<li><strong>Gro\u00dfbritannien:<\/strong> Ein dortiges Gericht zeigte sich im Fall Getty Images v. Stability AI zur\u00fcckhaltender, ob KI-Modelle selbst \u201erechtsverletzende Kopien\u201c darstellen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr KI-Firmen bedeutet das Urteil akuten Handlungsbedarf. Die Optionen: Lizenzen mit Rechteinhabern wie der GEMA aushandeln, Modelle aufw\u00e4ndig ohne deutsche urheberrechtlich gesch\u00fctzte Inhalte neu trainieren oder bestimmte Funktionen f\u00fcr den deutschen Markt sperren (<strong>Geofencing<\/strong>).<\/p>\n<p>OpenAI hat bereits Berufung eingelegt. Experten rechnen damit, dass der Streit letztlich den <strong>Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH)<\/strong> erreichen k\u00f6nnte, um die EU-weite Auslegung der TDM-Regelungen zu kl\u00e4ren. Bis dahin senden die deutschen Gerichte ein klares Signal: Innovation darf nicht auf Kosten geistigen Eigentums gehen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: \u00dcbergangsfristen laufen \u2013 handeln Sie jetzt. Viele Firmen untersch\u00e4tzen die Melde\u2011 und Dokumentationspflichten der EU-KI-Verordnung und riskieren Sanktionen. 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