{"id":699827,"date":"2026-01-07T10:15:13","date_gmt":"2026-01-07T10:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699827\/"},"modified":"2026-01-07T10:15:13","modified_gmt":"2026-01-07T10:15:13","slug":"stonewall-in-der-krise-geldprobleme-bei-uk-organisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/699827\/","title":{"rendered":"Stonewall in der Krise &#8211; Geldprobleme bei UK-Organisation"},"content":{"rendered":"<p>Die britische LGBTIQ+-Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation Stonewall steckt in einer schweren finanziellen Krise. Ein dramatischer R\u00fcckgang der Einnahmen aus staatlichen F\u00f6rdermitteln und Unternehmensspenden f\u00fchrte 2025 zu einem Defizit von mehr als 900.000 britischen Pfund. Der Verein verzeichnete in seinem j\u00fcngsten Finanzjahr einen R\u00fcckgang der Einnahmen von 6,9 Millionen auf 4,7 Millionen Pfund. W\u00e4hrenddessen betrugen die Ausgaben 5,6 Millionen Pfund.<\/p>\n<p>Leere Kassen bei Stonewall\u00a0<\/p>\n<p>Die R\u00fccklagen von Stonewall sind damit auf weniger als 92.000 Pfund gesunken, was einen R\u00fcckgang von fast einer Million Pfund innerhalb eines Jahres darstellt. Besonders stark betroffen ist die Finanzierung aus dem \u00f6ffentlichen Sektor, die im Jahr 2025 nur noch rund 450.000 Pfund betrug, nach rund 619.000 Pfund im Vorjahr. Auch private Unternehmensspenden gingen allerdings deutlich zur\u00fcck: von knapp 349.000 Pfund im Jahr 2024 auf etwa 143.000 Pfund im vergangenen Jahr.<\/p>\n<p>Stonewall reagierte auf die Zahlen mit einem \u00f6ffentlichen Statement. Ein Sprecher der Organisation erkl\u00e4rte: \u201eWie weithin berichtet wurde, waren die letzten Jahre f\u00fcr den Wohlt\u00e4tigkeitssektor \u00e4u\u00dferst herausfordernd, und viele Organisationen sp\u00fcren die Auswirkungen eines schwierigen wirtschaftlichen Klimas. Diese Herausforderungen haben sich im LGBTIQ+-Sektor noch verst\u00e4rkt, da sich viele in der Gemeinschaft zunehmend bedroht f\u00fchlen. Klarer und kraftvoller Einsatz und Engagement sind notwendiger denn je.\u201c<\/p>\n<p>Weiter erkl\u00e4rte der Sprecher: \u201eDas Vereinigte K\u00f6nigreich war einst weltweit f\u00fchrend in den LGBTIQ+-Rechten. Leider ist das heute nicht mehr der Fall. W\u00e4hrend wir als Gemeinschaft weiterhin Fortschritte machen, die gefeiert werden m\u00fcssen, ver\u00e4ndert sich das Vereinigte K\u00f6nigreich und die Welt. Weltweit durchlebt die LGBTIQ+-Bewegung, zusammen mit vielen anderen sozialen Gerechtigkeits- und Menschenrechtsfragen, eine Phase erheblicher Turbulenzen, bei denen Rechte und Freiheiten \u2013 insbesondere f\u00fcr die trans- und nicht-bin\u00e4ren Gemeinschaften \u2013 infrage gestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>Kritik an der Organisation\u00a0<\/p>\n<p>Nach Angaben des britischen Telegraph sind die Einnahmen der queeren Organisation seit 2022 allerdings auch deswegen rapide gesunken, weil mehrere Ministerien und Unternehmen sowie auch Medien wie die BBC ihre Finanzierungen eingestellt haben. Die Kritik lautete bereits damals, dass sich der Verein immer mehr radikalisieren w\u00fcrde und nicht mehr f\u00fcr die Meinungsvielfalt innerhalb wie au\u00dferhalb der Community eintrete. Stonewall hatte in den letzten Jahren unter anderem Firmen dazu gedr\u00e4ngt, Diversity-Ma\u00dfnahmen nach ihrem Plan durchzusetzen \u2013 taten sie dies nicht im Sinne der Organisation, benannte Stonewall diese \u00f6ffentlich und stufte sie als Arbeitgeber im Ranking herab. Die damalige Au\u00dfenministerin Liz Truss hatte bereits 2022 massiv kritisiert, dass Stonewall Unternehmen derma\u00dfen unter Druck setze.<\/p>\n<p>Stonewall erhofft sich nun vermehrt Spenden aus der Bev\u00f6lkerung. Mit Blick auf die aktuelle Situation versicherte die Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation \u00fcberdies, dass sie bereits Ma\u00dfnahmen ergriffen habe, um die finanzielle Lage zu stabilisieren. \u201eWir haben Ende 2024, nach der Ernennung eines neuen CEO, Schritte unternommen, um das zugrunde liegende Defizit anzugehen\u201c, erkl\u00e4rte der Sprecher weiter. Die geplanten ersten neun Monate des Gesch\u00e4ftsjahres 2026 w\u00fcrden dabei bereits Fortschritte in eine stabilere finanzielle Zukunft aufzeigen.\u00a0<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung nach New York Protesten<\/p>\n<p>Stonewall ist einer der \u00e4ltesten und der gr\u00f6\u00dfte britische LGBTIQ+-Verein, gegr\u00fcndet 1989, unter anderem von <a href=\"https:\/\/schwulissimo.de\/neuigkeiten\/preis-fuers-lebenswerk-auszeichnung-fuer-sir-ian-mckellen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schauspieler Sir Ian McKellen<\/a>. Die Organisation, benannt nach den Stonewall-Unruhen in New York 1969, setzte sich urspr\u00fcnglich gegen das Gesetz \u00a728 ein, das Schulen und lokalen Beh\u00f6rden in Gro\u00dfbritannien untersagte, \u201eHomosexualit\u00e4t zu f\u00f6rdern\u201c. Seitdem hat sich Stonewall f\u00fcr eine Vielzahl von Gesetzes\u00e4nderungen stark gemacht, darunter die Einf\u00fchrung der gleichgeschlechtlichen Ehe und die Anerkennung der sexuellen Orientierung sowie der Geschlechtsidentit\u00e4t als gesch\u00fctzte Merkmale im Gleichstellungsgesetz von 2010. In den letzten Jahren fokussierte sich der Verein immer st\u00e4rker auf den Kampf f\u00fcr trans* und queere Rechte.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die britische LGBTIQ+-Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation Stonewall steckt in einer schweren finanziellen Krise. 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