{"id":700047,"date":"2026-01-07T12:24:51","date_gmt":"2026-01-07T12:24:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700047\/"},"modified":"2026-01-07T12:24:51","modified_gmt":"2026-01-07T12:24:51","slug":"lucio-fontana-keramik-als-ueberlebensstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700047\/","title":{"rendered":"Lucio Fontana: Keramik als \u00dcberlebensstrategie"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Als Leinw\u00e4nde attackierender Maler liebte Fontana die maskuline Pose. Als Bildhauer mit Ton hingegen war er v\u00f6llig entspannt. Eine Ausstellung in Venedig feiert sein keramisches Schaffen.<\/p>\n<p>Marion L\u00f6hndorf, Venedig03.01.2026, 05.30 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/d004d20f-ddb6-451d-bdca-d21447a2c129.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2796\" height=\"2102\" alt=\"Lucio Fontana in seinem Atelier mit Arbeiten aus der Serie \u00abNature\u00bb, 1959-1960.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Lucio Fontana in seinem Atelier mit Arbeiten aus der Serie \u00abNature\u00bb, 1959-1960.<\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr951\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Er musste sich in Form f\u00fchlen, bevor er das Messer z\u00fcckte. Was so willk\u00fcrlich aussah, war in Wirklichkeit jeweils das Ergebnis pr\u00e4zise gesetzter Durchtrennungen und Perforationen. Lucio Fontana (1899\u20131968) wurde ber\u00fchmt f\u00fcr seine zerschnittenen und zerstochenen Leinw\u00e4nde. 1949 entstanden die ersten Gem\u00e4lde, die er mit dem Messer oder der Rasierklinge bearbeitet hatte und die seinen Namen in der Kunstgeschichte verankerten.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Sie haben viel mit seiner ebenso wichtigen, aber weniger bekannten Arbeit als Bildhauer zu tun \u2013 die sich im Wesentlichen auf Keramiken konzentrierte.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr953\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wie sehr, das ist jetzt in einer faszinierenden Ausstellung in der Peggy Guggenheim Collection in Venedig zu sehen. Sie zeigt, wie Fontana den Ton als ein wichtiges Medium f\u00fcr Experimente nutzte. Und dass die Arbeit an seinen Keramiken f\u00fcr ihn zur \u00dcberlebensstrategie wurde.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr954\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Fontana schuf mehr als zweitausend Keramikskulpturen, sowohl freistehende Objekte als auch Reliefs. W\u00e4hrend seiner gesamten Karriere arbeitete er mit Ton, vier Jahrzehnte lang in verschiedenen L\u00e4ndern und historischen Epochen, sowohl in Italien \u2013 der Heimat seiner Eltern \u2013 als auch w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Aufenthalte in seinem Geburtsland Argentinien in den Jahren 1922 bis 1927 und 1940 bis 1947.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr960\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Als Bildhauer wirkte Fontana, der als Leinw\u00e4nde attackierender Maler die hypermaskuline Pose liebte, entspannt. Manche Fotos zeigen ihn mit offenem Hemd in seiner Werkstatt, andere l\u00e4chelnd. Der deutsche Kunsthistoriker Erich Baumbach bezeichnete die Keramik poetisch als Fontanas \u00abandere H\u00e4lfte\u00bb oder \u00abzweite Seele\u00bb.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/2bf8b3e2-04a2-493e-a2cb-719464e9bfe0.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"683\" height=\"1025\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/a52e02d4-2991-4ea2-9cb2-c2852aed8d0e.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2362\" height=\"3543\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p>Fontana in der Werkstatt von Albisola in den fr\u00fchen f\u00fcnfziger Jahren; \u00abMedusa\u00bb aus schwarz und grau glasierter Keramik, 1938\u201339.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/c9ff940e-9da8-44a6-a928-e0fcff3d2022.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2362\" height=\"1772\" alt=\"Lucio Fontanas ber\u00fchmtes Krokodil von 1936-37 aus farbig glasierter Keramik.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Lucio Fontanas ber\u00fchmtes Krokodil von 1936-37 aus farbig glasierter Keramik.<\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p>Siegesg\u00f6ttinnen und Meerestiere<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr962\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seine Keramiken variieren in Stil und Dimension und in einer Vielzahl von Motiven: posierende Frauenfiguren, Medusen, gefl\u00fcgelte Siegesg\u00f6ttinnen sowie Meerestiere, Pflanzen, Fr\u00fcchte, Tiere, Harlekine, Krieger, Ballerinas, religi\u00f6se Szenen und abstrakte Formen. Es sind vitale, elektrisierende Werke. Mitten in der Ausstellung prunkt ein d\u00fcsterer, r\u00f6mischen Skulpturen entlehnter \u00abTorso italico\u00bb (1938) mit einem amputierten Arm, der zur Zeit seiner Entstehung keinen K\u00e4ufer und kein Museum fand.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr963\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Fontanas erste figurale Terrakotten mit ihren oft unglasierten und bei niedrigen Temperaturen gebrannten Formen wirken noch statisch und zugleich k\u00fcnstlerisch unentschlossen. Mitte der 1930er Jahre erf\u00e4hrt seine keramische Produktion einen radikalen Wandel. Von nun an sind seine Werke, oft von der Meeresflora und -fauna inspiriert, lebhaft glasiert. Es entstanden Werke wie \u00abConchiglie\u00bb (Muscheln), \u00abSalamandra\u00bb (Salamander) und sein ber\u00fchmter \u00abCoccodrillo\u00bb (Krokodil) \u2013 ein Motiv, das er mehrfach variierte. Es ziert auch das Plakat der venezianischen Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr964\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Diese Periode seines Schaffens verglich der K\u00fcnstler mit der Schaffung eines \u00abganzen versteinerten und gl\u00e4nzenden Aquariums\u00bb. Die feinnervigen, zerbrechlichen Objekte f\u00fchren ein nerv\u00f6ses Eigenleben. Ihre Oberfl\u00e4chen sind unruhig und so, als w\u00e4ren sie von einem starken Zittern erfasst oder durch ein Erdbeben ersch\u00fcttert worden. Die Glasuren und die kr\u00e4ftigen Farben verst\u00e4rken den Effekt noch und fixieren ihn zugleich wie in einer Momentaufnahme. \u00abDas Material war ersch\u00fcttert, aber fest\u00bb, kommentierte der K\u00fcnstler 1938.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr965\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Zur Besch\u00e4ftigung mit Ton hatten ihn seine Kriegserlebnisse gef\u00fchrt. So sagte er es selbst. Er war siebzehn, als er in den Ersten Weltkrieg zog und dann zwei Jahre lang das Grauen der Schlachtfelder an der Karstfront durchstand. Die K\u00e4mpfe entlang des Isonzo-Flusses in Italien gelten als besonders brutal und verlustreich. Fontana \u00fcberlebte mit einer Verletzung, blieb aber lebenslang traumatisiert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr966\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ton mit seiner unmittelbaren Materialit\u00e4t zu einem Rettungsanker f\u00fcr ihn. Noch 1947 schrieb er in einem Brief an einen Freund: \u00abZwischen Selbstmord und Reisen habe ich mich f\u00fcr Letzteres entschieden, weil ich hoffe, noch eine Reihe von Keramiken und Skulpturen zu schaffen, die mir das Vergn\u00fcgen oder das Gef\u00fchl geben, ein lebender Mensch zu sein.\u00bb<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr967\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch der gemeinschaftliche Arbeitsprozess bei der Entstehung der Keramiken \u2013 insbesondere mit der Werkstatt seines Freundes Tullio Mazzotti, der den K\u00fcnstlernamen d\u2019Albisola f\u00fchrte \u2013 entwickelte sich zu einer Basis der Stabilit\u00e4t und Verwurzelung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr968\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Zeit des Zweiten Weltkriegs verbrachte Fontana in Argentinien. Bei seiner R\u00fcckkehr nach Italien im Jahr 1947 schuf er erste Arbeiten, die seiner neuen Raumvorstellung entsprachen. \u00dcber Letztere hatte er erstmals in seiner theoretischen Abhandlung \u00abManifiesto Blanco\u00bb Rechenschaft abgelegt. In diesem Schl\u00fcsselwerk erkl\u00e4rte er, dass Materie nur in Bewegung existiere und dass Existenz, Natur und Materie eine Einheit seien, die sich in Raum und Zeit entwickle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/c9b3383e-4ca8-44f8-a191-027dc3b1d1e7.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1949\" height=\"2924\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/5d919681-65ce-44e1-928a-7b614dcdb933.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"1041\" height=\"1561\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p>Eines seiner Kruzifixe aus dem Jahr 1951; Lucio Fontana bei der Arbeit in der Werkstatt von Albisola, fr\u00fche f\u00fcnfziger Jahre.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/50c3908a-d2ec-49ea-a622-0a32b37019cc.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2362\" height=\"1575\" alt=\"Lucio Fontanas \u00abRitratto di bambina\u00bb \u2013 Portr\u00e4t eines M\u00e4dchens von 1931.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Lucio Fontanas \u00abRitratto di bambina\u00bb \u2013 Portr\u00e4t eines M\u00e4dchens von 1931.<\/p>\n<p>Fondazione Lucio Fontana, Milano<\/p>\n<p>Kruzifixe und Kreuzigungen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr9610\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In seinen Keramiken zeigt sich die Aneignung des Raums durch expressive Gesten, etwa in der Aufw\u00e4rtsbewegung der Figuren der Werkgruppen \u00abCrocifissi\u00bb (Kruzifixe) und \u00abCrocifissioni\u00bb (Kreuzigungen) mit einer barock anmutenden, wirbelnden Dramatik. Die Tonarbeiten erm\u00f6glichen es dem Betrachter, Fontanas Raumkonzept auf sinnliche Weise zu erleben. Ihm selbst gestattete das Medium, das Konzept von Raum, Zeit und Materie auf eine intime und taktile Weise zu erforschen und zu konkretisieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr9611\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seine sp\u00e4ten Keramiken ab Ende der f\u00fcnfziger Jahre werden vollst\u00e4ndig abstrakt. Sie tragen durch Schnitte, Einreissen, Gravur oder Perforation dieselben Verletzungsspuren wie seine Leinw\u00e4nde \u2013 womit sich ein Kreis schliesst. Die Schnitte und L\u00f6cher der runden, ovalen oder elliptischen Objekte vermitteln \u2013 wie bei den Bildern \u2013 die Illusion eines hinter den Oberfl\u00e4chen liegenden Raums, den Fontana \u00f6ffnen wollte.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr9612\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">So etwa in den kugelf\u00f6rmigen Terrakotten der 1959 begonnenen Serie \u00abNature\u00bb, die von fr\u00fchen Bildern von Mondkratern inspiriert sind. \u00abEine neue Dimension schaffen, den Kosmos einbinden, der sich endlos \u00fcber die begrenzende Ebene des Bildes hinaus ausdehnt\u00bb, darum ging es ihm. Die Geste der Perforation, zusammen mit dem Einreissen oder der Gravur, \u00fcberwand die Unterscheidung zwischen Skulptur und Malerei.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jdkipr9613\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Obwohl seine zerschlitzten Leinw\u00e4nde und Skulpturen etwas mit destruktiver Gewalt zu tun zu haben scheinen, bestand Fontana darauf, dass sie im Gegenteil die Hervorbringung von etwas Neuem seien: \u00abIch habe etwas geschaffen, nicht zerst\u00f6rt.\u00bb<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-700 dark:text-paper-200 darknzz:text-paper-200 dark:lightnzz:text-paper-700 relative pt-4 text-sm md:text-base font-sans after:content-[''] after:absolute after:top-0 after:left-0 after:w-[40px] after:h-0 after:border after:border-0 after:border-b after:border-solid border-paper-950 dark:border-paper-25 darknzz:border-paper-25 dark:lightnzz:border-paper-950 after:border-paper-500 dark:after:border-paper-400\" id=\"id-doc-1jdkipr9614\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-footnote=\"true\">Manu-Facture: The Ceramics of Lucio Fontana. Peggy Guggenheim Collection, Venedig, bis 2.\u00a0M\u00e4rz 2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Leinw\u00e4nde attackierender Maler liebte Fontana die maskuline Pose. 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