{"id":700557,"date":"2026-01-07T17:02:12","date_gmt":"2026-01-07T17:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700557\/"},"modified":"2026-01-07T17:02:12","modified_gmt":"2026-01-07T17:02:12","slug":"mercosur-ein-letztes-aufbegehren-in-frankreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700557\/","title":{"rendered":"Mercosur: Ein letztes Aufbegehren in Frankreich"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach einer kurzen Winterpause machen Frankreichs Landwirte wieder mobil. K\u00e4lte und Schnee zum Trotz blockieren sie seit dieser Woche Stra\u00dfen im ganzen Land, darunter die f\u00fcr den Transitverkehr wichtige M7 im S\u00fcden von Lyon. Zugleich bewegen sich Traktorkonvois in Richtung Paris, wobei mehrere Pr\u00e4fekturen die Durchfahrt einschr\u00e4nken. An diesem Donnerstag ist in der Hauptstadt eine gro\u00dfe Kundgebung geplant.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zwei Themen sind Anlass f\u00fcr die Mobilisierung: das Ringen um das Freihandelsabkommen mit den s\u00fcdamerikanischen Mercosur-Staaten und der umstrittene Umgang der Regierung mit der Rinderkrankheit Lumpy-Skin. Bisherige Zusagen der Politik gen\u00fcgen den Landwirten nicht. An der Spitze vieler \u00adProtestaktionen steht der zweitgr\u00f6\u00dfte, den Rechtspopulisten nahestehende Bauernverband Coordination rurale.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dabei tut die Regierung einiges, um die Landwirte, mit denen sich Parteien von links bis rechts solidarisieren, zu bes\u00e4nftigen. Premierminister S\u00e9bastien Lecornu empfing die gro\u00dfen Bauernverb\u00e4nde Anfang dieser Woche zu Gespr\u00e4chen und versprach laut dem gr\u00f6\u00dften Verband FNSEA bis Freitag konkrete Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Unverhohlene Kampfansage<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zuvor hatte er ihnen in einem offenen Brief Unterst\u00fctzung zugesagt. Zum Schutz vor unfairem Wettbewerb k\u00fcndigte Lecornu einen Erlass an, mit dem die Einfuhr von Produkten untersagt werden soll, die R\u00fcckst\u00e4nde von in Europa verbotenen Pestiziden wie Mancozeb und Benomyl enthalten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Letzteres ist eine unverhohlene Kampfansage in der Mercosur-Debatte, wird doch insbesondere Obst und Gem\u00fcse aus <a data-rtr-index=\"5\" title=\"S\u00fcdamerika\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/thema\/suedamerika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">S\u00fcdamerika<\/a> mit solchen Substanzen behandelt und in gro\u00dfem Stil importiert. Am Mittwoch wurde der Erlass im Amtsblatt ver\u00f6ffentlicht. Lecornu sprach w\u00f6rtlich von \u201eAvocados, Mangos, Guaven, Zitrusfr\u00fcchten, Trauben und \u00c4pfeln aus S\u00fcdamerika oder anderen L\u00e4ndern\u201c, die mit dem Erlass nicht mehr eingef\u00fchrt werden d\u00fcrften.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es k\u00f6nnte allerdings bei Symbolik bleiben. Eigenm\u00e4chtig kann Frankreich keine Einfuhrbeschr\u00e4nkungen verh\u00e4ngen. Es m\u00fcsste die EU-Kommission und die anderen 26 Mitgliedstaaten dar\u00fcber formell informieren. Diese m\u00fcssten dann zustimmen. Unabh\u00e4ngig davon d\u00fcrfte eine Einfuhrbeschr\u00e4nkung nicht mit dem EU-Recht vereinbar sein, solange die Belastung der Produkte durch Pestizide nicht \u00fcber den erlaubten EU-Grenzwerten liegt.<\/p>\n<p>Nun soll es schnell gehen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Klar ist, dass Paris damit auf die sich abzeichnende Niederlage im Ringen um das Mercosur-Abkommen reagiert. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hatte noch auf dem Dezember-Gipfel der <a data-rtr-index=\"13\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU<\/a> darauf gedrungen, die Abstimmung auf das Fr\u00fchjahr zu verschieben. Er konnte jedoch \u2013 unterst\u00fctzt von Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni \u2013 nur durchsetzen, dass die EU den Vertrag nicht mehr im Dezember unterzeichnet.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Nach dem Jahreswechsel soll es nun aber schnell gehen. Die Botschafter der EU-Staaten sollen am Freitag abstimmen. Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen soll dann in der kommenden Woche nach S\u00fcdamerika fliegen, um das Abkommen zu unterzeichnen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">M\u00f6glich ist das, weil Italien, wie von Meloni im Dezember in Aussicht gestellt, offenkundig aus dem Lager der Gegner in das Lager der Bef\u00fcrworter gewechselt ist. Damit k\u00f6nnen Frankreich und Polen, die als vehementeste Gegner gelten, keine Sperrminorit\u00e4t mehr organisieren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Kommission hatte am Dienstag in einem Brief an die Mitgliedstaaten vorgeschlagen, die Auszahlung von Hilfen f\u00fcr die Bauern von 45 Milliarden Euro aus dem k\u00fcnftigen mehrj\u00e4hrigen EU-Haushalt 2028 bis 2034 vorzuziehen. Sie hatte das zwar nicht ausdr\u00fccklich mit Mercosur in Verbindung gebracht. Es war aber als klares Entgegenkommen an die Staaten verstanden worden, in denen die Bauern protestieren. F\u00fcr Italien reicht das anders als f\u00fcr Frankreich offenkundig, um das Abkommen nun mitzutragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach einer kurzen Winterpause machen Frankreichs Landwirte wieder mobil. 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