{"id":700955,"date":"2026-01-07T20:39:13","date_gmt":"2026-01-07T20:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700955\/"},"modified":"2026-01-07T20:39:13","modified_gmt":"2026-01-07T20:39:13","slug":"arbeitsmarkt-was-menschen-ohne-job-von-2026-erwarten-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/700955\/","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt: Was Menschen ohne Job von 2026 erwarten k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/agentur-fuer-arbeit-144.jpg\" alt=\"Menschen gehen in den G\u00e4ngen einer Agentur f\u00fcr Arbeit.\" title=\"Menschen gehen in den G\u00e4ngen einer Agentur f\u00fcr Arbeit. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.01.2026 19:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>\u00dcber drei Millionen stieg die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Jahr zwischenzeitlich. Nun sollen Investitionen die Wirtschaft in Schwung bringen. Was bedeutet das f\u00fcr den Arbeitsmarkt?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Eleonore Birkenstock und Wolfram Weltzer, BR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der deutsche Arbeitsmarkt befinde sich in einer Talsohle, stellte die Chefin der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit, Andrea Nahles, im vergangenen Jahr ein ums andere Mal fest. Auch die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt-arbeitslosenzahlen-108.html\" title=\"Zahl der Arbeitslosen im Dezember gestiegen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuellen Zahlen ihrer Beh\u00f6rde<\/a> versprechen zu Beginn des Jahres noch keine Besserung. Im Dezember waren 2.908.000 Menschen arbeitslos, rund 100.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,2 Prozent. Seit gut drei Jahren ist die Zahl der Arbeitslosen kontinuierlich angestiegen. Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Schwung, zudem wirkt sich der tiefgreifende Wandel in der Industrie nach wie vor auf den Arbeitsmarkt aus.<\/p>\n<p>    Stellenabbau haupts\u00e4chlich in der Industrie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und davon ist vor allem die Automobilbranche betroffen. Eine Reihe von Unternehmen haben im vergangenen Jahr den Abbau von Stellen angek\u00fcndigt, darunter die gro\u00dfen Automarken sowie deren Zulieferer. Rund 140.000 Arbeitspl\u00e4tze sind in der Industrie verloren gegangen, erkl\u00e4rt der Wirtschaftswissenschaftler Christian Merkl, Professor an der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Abbau von Personal sei dabei nicht immer mit Entlassungen verbunden. Zum Beispiel nutzten die Unternehmen die &#8222;nat\u00fcrliche Fluktuation&#8220;, indem die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge in den Ruhestand gehen und deren Stellen nicht neu besetzt werden. Auch Altersteilzeit-Regelungen oder ein vorzeitiger Renteneinstieg mit Abfindungen geh\u00f6ren zum Stellenabbau.<\/p>\n<p>    Stillstand auf dem Arbeitsmarkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Arbeitsmarkt sei seit Monaten &#8222;wie ein Brett&#8220;, sagte Bundesagentur-Chefin Andrea Nahles. Es komme kein Schwung hinein. Der N\u00fcrnberger Wirtschaftswissenschaftler Merkl vergleicht den Arbeitsmarkt mit dem Wasser in einer Badewanne: Mit rund drei Millionen Arbeitslosen sei der Wasserstand in den vergangenen Jahren langsam angestiegen, aber momentan sei der Abfluss verstopft. &#8222;Die Menschen, die arbeitslos geworden sind, haben es momentan sehr schwer, die Arbeitslosigkeit zu verlassen&#8220;, so Merkl.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Lediglich in den Bereichen Erziehung, Pflege und \u00f6ffentliche Verwaltung w\u00fcrden noch Jobs in gr\u00f6\u00dferer Zahl angeboten. Deshalb h\u00e4lt der \u00d6konom den deutschen Arbeitsmarkt auch noch f\u00fcr robust.<\/p>\n<p>    Wo sind die Zukunftsm\u00e4rkte?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00dcber die bisher beschlossenen Ma\u00dfnahmen zur Entlastung der Unternehmen hinaus sollte sich die Wirtschaftspolitik nach Merkls Ansicht mehr in Richtung Zukunft bewegen, statt &#8222;am Alten festzuhalten&#8220;. Er nennt die Energieversorgung und Schnittstellen von Industrie und K\u00fcnstlicher Intelligenz als solche Zukunftsfelder.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deutschland brauche bis 2030 rund 160.000 Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die Energiewende, prognostizierte das N\u00fcrnberger Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im vergangenen Sommer. Man m\u00fcsse Menschen mit technischen Kompetenzen gerade in die aufstrebenden Bereiche bringen, sie also &#8222;weiterentwickeln statt fr\u00fch verrenten&#8220;, fordert IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren ein Prozent Wachstum in diesem Jahr. Zu einem schnellen Aufschwung am Arbeitsmarkt werde das aber nicht f\u00fchren, d\u00e4mpft Andrea Nahles die Erwartungen. &#8222;Es deutet einiges darauf hin, dass wir die Talsohle erreicht haben&#8220;, sagte sie bei ihrer Bilanz des Arbeitsmarktjahres 2025. Die Investitionsprogramme der Bundesregierung in Infrastruktur und Verteidigung k\u00f6nnten in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2026 wirksam werden und Jobs in der Industrie und am Bau schaffen. Zun\u00e4chst sei aber damit zu rechnen, dass die Zahl der Arbeitslosen Anfang des Jahres jahreszeitlich bedingt erneut die Drei-Millionen-Marke \u00fcberschreitet.<\/p>\n<p>    Fortschritte und Skepsis beim B\u00fcrgergeld<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als positiv bewertet die Beh\u00f6rdenchefin, dass die Zahl der erwerbsf\u00e4higen B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger in den letzten Monaten leicht zur\u00fcckgegangen ist. Das liege unter anderem daran, dass mehr Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine eine Besch\u00e4ftigung aufgenommen h\u00e4tten. Skeptisch ist Nahles dagegen, ob der Umbau des B\u00fcrgergelds zur neuen Grundsicherung dem Arbeitsmarkt viel bringen kann: &#8222;Vier F\u00fcnftel der offenen Stellen, die wir derzeit haben, sind f\u00fcr Fachkr\u00e4fte ausgeschrieben. Die H\u00e4lfte der Arbeitslosen aber sind nur f\u00fcr Helferjobs qualifiziert.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei B\u00fcrgergeldempf\u00e4ngern kommen nach BA-Angaben au\u00dferdem vielf\u00e4ltige &#8222;Vermittlungshemmnisse&#8220; wie fehlende Kinderbetreuung, Krankheit oder mangelnde Sprachkenntnisse hinzu. Angesichts der vielen Probleme des Arbeitsmarkts fasst Nahles die Aussichten so zusammen: &#8222;2026 wird ein Jahr mit Licht und Schatten.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.01.2026 19:32 Uhr \u00dcber drei Millionen stieg die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Jahr zwischenzeitlich. 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