{"id":701064,"date":"2026-01-07T21:39:14","date_gmt":"2026-01-07T21:39:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701064\/"},"modified":"2026-01-07T21:39:14","modified_gmt":"2026-01-07T21:39:14","slug":"muenchen-ist-so-wenig-geschuetzt-wie-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701064\/","title":{"rendered":"\u201eM\u00fcnchen ist so wenig gesch\u00fctzt wie Berlin\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ist der tagelange <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/thema\/stromausfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stromausfall<\/a> im S\u00fcdwesten Berlins ein erneuter Beweis f\u00fcr die suboptimalen Zust\u00e4nde in der Bundeshauptstadt? Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach das so nicht aus, versicherte aber dieser Tage, dass der Freistaat &#8222;gut ger\u00fcstet&#8220; sei, &#8222;um die Versorgungssicherheit der Bev\u00f6lkerung und den Schutz kritischer Infrastrukturen auch in Krisensituationen bestm\u00f6glich zu gew\u00e4hrleisten&#8220;.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1643713_artikelbild-75proz_1FnEfY_rPG8yD.jpg\" alt=\"Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht den Freistaat bei der Infrastruktur &quot;gut ger\u00fcstet&quot;.\" title=\"Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht den Freistaat bei der Infrastruktur &quot;gut ger\u00fcstet&quot;.\" width=\"609\" height=\"406\"\/><\/p>\n<p>      Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht den Freistaat bei der Infrastruktur &#8222;gut ger\u00fcstet&#8220;.<br \/>\n      \u00a9 Christoph Soeder (dpa)<\/p>\n<p>    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht den Freistaat bei der Infrastruktur &#8222;gut ger\u00fcstet&#8220;.<\/p>\n<p>von Christoph Soeder (dpa) <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>M\u00fcnchen bereits 2021 von Brand in Kabelschacht betroffen<\/p>\n<p>Einen Warnschuss in dieser Hinsicht erhielt M\u00fcnchen 2021, als nahe des Ostbahnhofs ein Kabelschacht in Brand gesetzt und 20.000 Haushalte und Betriebe vom Stromnetz getrennt wurden. Es dauerte bis zu 30 Stunden, bis die Lichter wieder angingen \u2013 zu lange f\u00fcr Superm\u00e4rkte, die ihre Tiefk\u00fchlware verschenken oder entsorgen mussten.<\/p>\n<p>M\u00fcnchen und andere westdeutsche Gro\u00dfst\u00e4dte unterschieden sich bei der Sicherheit der Stromleitungen nicht von Berlin, sagt Hans-Walter Borries vom Bundesverband f\u00fcr den Schutz Kritischer Infrastruktur (BSKI). Die Berliner Infrastruktur sei wegen der Insellage der Stadt im Kalten Krieg eher noch etwas &#8222;bevorteilt im Krisenmanagement&#8220;.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1643727_artikelbild-75proz_1FnEYn_SNdz04.jpg\" alt=\"Sicherheitsexperte und Reserve-Oberst Hans-Walter Borries: &quot;Nicht alle neuralgischen Punkte lassen sich durch \u00dcberwachungstechnik oder Personal sch\u00fctzen.&quot;\" title=\"Sicherheitsexperte und Reserve-Oberst Hans-Walter Borries: &quot;Nicht alle neuralgischen Punkte lassen sich durch \u00dcberwachungstechnik oder Personal sch\u00fctzen.&quot;\" width=\"609\" height=\"609\"\/><\/p>\n<p>      Sicherheitsexperte und Reserve-Oberst Hans-Walter Borries: &#8222;Nicht alle neuralgischen Punkte lassen sich durch \u00dcberwachungstechnik oder Personal sch\u00fctzen.&#8220;<br \/>\n      \u00a9 privat<\/p>\n<p>    Sicherheitsexperte und Reserve-Oberst Hans-Walter Borries: &#8222;Nicht alle neuralgischen Punkte lassen sich durch \u00dcberwachungstechnik oder Personal sch\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<p>von privat <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge, neuralgische Punkte der Strom-Infrastruktur besser zu verstecken, sind nach Ansicht Borries\u2019, der an der Hochschule Magdeburg-Stendal zum Thema &#8222;Energiesicherheit und Blackout-Resilienzen&#8220; lehrt, ein frommer Wunsch. Wer Anschl\u00e4ge ver\u00fcben wolle und sich auskenne, finde bei den mehr als 800 Verteilnetzbetreibern gen\u00fcgend Kartenmaterial und darin &#8222;unzureichend gesch\u00fctzte Anschlagsziele&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>Alle neuralgischen Punkte lie\u00dfen sich nicht durch \u00dcberwachungstechnik oder Personal sch\u00fctzen, wollte man die Kosten f\u00fcr die Sicherheit nicht auf das Sechsfache schrauben: &#8222;Wir k\u00f6nnen nicht alles unterirdisch milit\u00e4risch sichern.&#8220;<\/p>\n<p>Ersatzleitungen nur im Einzelfall<\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner k\u00f6nnen jedenfalls nach Expertenmeinung nicht sicher sein, dass ihnen nicht dasselbe widerfahren k\u00f6nne wie den Berlinern, so der Tenor der befragten Experten. &#8222;M\u00fcnchen ist gegen solche Attacken genauso wenig gesch\u00fctzt wie Berlin&#8220;, sagt Andreas Kling, Experte f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz: &#8222;Wer sehenden Auges durch die Stadt l\u00e4uft, wird immer geeignete Stellen finden.&#8220;<\/p>\n<p>Ersatzleitungen seien auch in Bayern nur im Einzelfall vorhanden. Borries kann etliche F\u00e4lle nennen, in denen neben der Hauptleitung auch gleich die danebenliegende Ersatzleitung zerst\u00f6rt wurde. &#8222;Im Frieden&#8220;, so der Oberst der Reserve, seien diese Leitungen &#8222;relativ nahe&#8220; beieinandergelegt worden und sch\u00fctzten nicht vor einem Anschlag.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1643722_artikelbild-75proz_1FnEsk_QUhSrY.jpg\" alt=\"Sicherheitskr\u00e4fte reparieren im Mai 2021 in M\u00fcnchen nahe des Ostbahnhofs einen Kabelschacht, der zuvor in Brand gesetzt wurde und 20.000 Haushalte und Betriebe vom Stromnetz trennte.\" title=\"Sicherheitskr\u00e4fte reparieren im Mai 2021 in M\u00fcnchen nahe des Ostbahnhofs einen Kabelschacht, der zuvor in Brand gesetzt wurde und 20.000 Haushalte und Betriebe vom Stromnetz trennte.\" width=\"609\" height=\"343\"\/><\/p>\n<p>      Sicherheitskr\u00e4fte reparieren im Mai 2021 in M\u00fcnchen nahe des Ostbahnhofs einen Kabelschacht, der zuvor in Brand gesetzt wurde und 20.000 Haushalte und Betriebe vom Stromnetz trennte.<br \/>\n      \u00a9 Ralf M\u00fcller<\/p>\n<p>    Sicherheitskr\u00e4fte reparieren im Mai 2021 in M\u00fcnchen nahe des Ostbahnhofs einen Kabelschacht, der zuvor in Brand gesetzt wurde und 20.000 Haushalte und Betriebe vom Stromnetz trennte.<\/p>\n<p>von Ralf M\u00fcller <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Bleibt die Frage, ob man in Bayern mit Reparatur und der Versorgung der Bev\u00f6lkerung schneller w\u00e4re als die Berliner. Der Stromausfall von 2021 in M\u00fcnchen kann als Blaupause nicht herhalten, weil er sich im warmen Mai ereignete. Er bezweifle, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung in anderen Bundesl\u00e4ndern schneller gehen w\u00fcrde als in Berlin, meint Kling: &#8222;Im Sommer kann man so etwas viel leichter abfedern.&#8220;<\/p>\n<p>Evakuierungspl\u00e4ne f\u00fcr Krisenzeiten existieren<\/p>\n<p>K\u00f6nnten mehr Notstromaggregate die L\u00f6sung sein? Beschafft w\u00fcrden derzeit weitere Notstromger\u00e4tes\u00e4tze mit dem Ziel, mittelfristig alle 96 Kreisverwaltungsbeh\u00f6rden in Bayern auszustatten, teilte Minister Herrmann mit. Zudem werde die Ausstattung des <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/technisches-hilfswerk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Technischen Hilfswerks<\/a> (THW) &#8222;mit leistungsstarken Notstromaggregaten&#8220; vorangetrieben.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1643728_artikelbild-75proz_1FnEJe_hrpniH.jpg\" alt=\"Andreas Kling, Experte f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz: \u201eM\u00fcnchen ist gegen solche Attacken genauso wenig gesch\u00fctzt wie Berlin\u201c.\" title=\"Andreas Kling, Experte f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz: \u201eM\u00fcnchen ist gegen solche Attacken genauso wenig gesch\u00fctzt wie Berlin\u201c.\" width=\"609\" height=\"913\"\/><\/p>\n<p>      Andreas Kling, Experte f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz: \u201eM\u00fcnchen ist gegen solche Attacken genauso wenig gesch\u00fctzt wie Berlin\u201c.<br \/>\n      \u00a9 Lukas Jacob Kling<\/p>\n<p>    Andreas Kling, Experte f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz: \u201eM\u00fcnchen ist gegen solche Attacken genauso wenig gesch\u00fctzt wie Berlin\u201c.<\/p>\n<p>von Lukas Jacob Kling <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Mit einem solchen Notstromaggregat k\u00f6nne ein Krankenhaus, ein Altenheim, eine Schule oder eine Wohnstra\u00dfe mit Strom versorgt werden, aber nicht ganze Regionen, erl\u00e4utert Hans-Walter Borries. Deshalb seien in bayerischen Gemeinden Anlaufstellen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Krisenzeiten vorgeplant, betonte Innenminister Herrmann. Auch Evakuierungspl\u00e4ne existierten.<\/p>\n<p>Empfehlung an B\u00fcrger: &#8222;F\u00fcr drei bis f\u00fcnf Tage vorsorgen&#8220;<\/p>\n<p>Deutschland besitze ein sicheres Stromnetz, es gebe aber Szenarien wie Unwetter und Sabotage, &#8222;sodass Berlin auch M\u00fcnchen sein kann oder N\u00fcrnberg oder F\u00fcrth&#8220;, sagt Borries. Deshalb m\u00fcsse man den B\u00fcrgern empfehlen, f\u00fcr drei bis f\u00fcnf Tage mit Lebensmitteln vorzusorgen. Am gravierendsten w\u00e4re eine gr\u00f6\u00dfere Schadenslage im Winter. Vom M\u00fcnsterland-Schneechaos Ende November 2005 waren 250.000 Einwohner betroffen.<\/p>\n<p>Damals seien etwa drei Viertel der Kapazit\u00e4ten aller deutschen THW-Einheiten eingesetzt worden, um nach f\u00fcnf Tagen Herr der Lage zu werden, warnt Borries. Wenn es mehrere zeitgleiche, \u00e4hnlich gro\u00dfe Schadensgebiete in Deutschland gebe, reichten die Notstrom-Kapazit\u00e4ten des THW und aller Blaulicht-Organisationen nicht aus, um gen\u00fcgend Leistung zu erbringen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist der tagelange Stromausfall im S\u00fcdwesten Berlins ein erneuter Beweis f\u00fcr die suboptimalen Zust\u00e4nde in der Bundeshauptstadt? 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