{"id":701299,"date":"2026-01-07T23:55:11","date_gmt":"2026-01-07T23:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701299\/"},"modified":"2026-01-07T23:55:11","modified_gmt":"2026-01-07T23:55:11","slug":"vorwuerfe-von-machtmissbrauch-und-parteischaedigung-worum-es-in-der-schlammschlacht-in-der-afd-sachsen-anhalt-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701299\/","title":{"rendered":"Vorw\u00fcrfe von Machtmissbrauch und Parteisch\u00e4digung: Worum es in der Schlammschlacht in der AfD Sachsen-Anhalt geht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anzeichen einer Schlammschlacht<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nSchmidt geht in die Gegenoffensive. Bereits am 17.12. verschickte der Bundestagsabgeordnete einen Brief an seinen Landesvorstand, in dem er ebenfalls <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/afd-politiker-in-streit-104.html\" title=\"Streit in der AfD neun Monate vor Landtagswahl 2026: Vorw\u00fcrfe sollen besprochen werden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schwere Vorw\u00fcrfe<\/a> gegen f\u00fchrende Politiker der Sachsen Anhalter AfD erhebt.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nEr k\u00f6nne beweisen, so Schmidt, dass f\u00fchrende Abgeordnete der Sachsen-Anhalter AfD-Fraktion Dienstreisen falsch abrechneten. Und Familienangeh\u00f6rige in Abgeordneten-B\u00fcros von Fraktionskollegen besch\u00e4ftigt w\u00fcrden. Wohlgemerkt: auch das auf Steuerkosten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSollte der Landesverband das Parteiausschlussverfahren gegen ihn einleiten, so die klare Drohung, werde er im Gegenzug Beweise f\u00fcr seine Anschuldigung parteiintern ver\u00f6ffentlichen, so Schmidt. Das sei nur die &#8222;Spitze des Eisbergs,&#8220; schreibt er in einer Mail: &#8222;Es gibt noch etliche weitere Beispiele. Niemand muss besorgt sein, dass ich jemanden vergesse.&#8220;\n<\/p>\n<p><strong>Machtpoker in Magdeburg<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch damit nicht genug: Schmidt schreibt weiter \u00fcber eine sogenannte &#8222;Pokerrunde&#8220;, die das angebliche Machtzentrum der Landespartei sei und gegen ihn seit Monaten gezielt vorgehe. In einer Mail nannte er das &#8222;regelrecht krankhaftes Verhalten&#8220; und &#8222;v\u00f6llig psychopathischen Fanatismus.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBesonders brisant: Mitglieder dieser &#8222;Pokerrunde&#8220; sollen unter anderem der Landesvorsitzende Martin Reichhardt und der Co-Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner sein. Reichardt ist au\u00dferdem Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Bundesvorstand. Toleriert w\u00fcrde das Vorgehen auch von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Dieser solle sich vor den Landtagswahlen doch besser &#8222;von solch sch\u00e4ndlichen Akteuren l\u00f6sen&#8220;, schreibt Schmidt.\n<\/p>\n<p><strong>Nervosit\u00e4t auf der Zielgeraden<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nAuf die Anschuldigungen Schmidts reagiert der Landesverband betont zur\u00fcckhaltend. Zu einem laufenden Verfahren des Landesschiedsgerichts wolle man sich nicht \u00e4u\u00dfern, hei\u00dft es von einem Parteisprecher.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Vorw\u00fcrfe gegen Siegmund und den Landesvorstand kommen f\u00fcr die Partei zur Unzeit, w\u00e4hnt sich die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Sachsen-Anhalter AfD derzeit doch auf der Zielgeraden. Neun Monate vor den anstehenden Landtagswahlen im September liegt die Partei in Umfragen bei 40 Prozent und macht sich Hoffnungen auf die absolute Mehrheit. Sie will zum ersten Mal in der Geschichte einen Ministerpr\u00e4sidenten stellen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSollten sich die Vorw\u00fcrfe der Selbstbereicherung auf Kosten der Steuerzahler gegen die Spitzenpolitiker des Landesvorstandes bewahrheiten, k\u00f6nnte sich das f\u00fcr die AfD als R\u00fcckschlag erweisen. Mit Machtmissbrauch w\u00fcrde sich die Partei nicht gerade als Regierungsoption empfehlen.\n<\/p>\n<p><strong>Bundesvorstand in Sorge<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nEine Schlammschlacht, die sich m\u00f6glicherweise \u00fcber Monate hinzieht, k\u00f6nnte den erhofften Wahlerfolg gef\u00e4hrden, so die Bef\u00fcrchtung auch im Bundesvorstand. Wenn prominente Akteure auf offener B\u00fchne aufeinander losgingen, so Vorstandsmitglied Stephan Brandner, berge das immer Gefahren. &#8222;Ich kann nur an alle appellieren, sich zusammenzurei\u00dfen. Solche Auseinandersetzungen bringen der AfD gar nichts und dem politischen Gegner sehr viel.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAfD-Bundesschatzmeister Carsten H\u00fctter erkl\u00e4rt dazu: &#8222;Sollten sich die Vorw\u00fcrfe bewahrheiten, dann sollte der Bundesvorstand den Landesvorstand unterst\u00fctzen.&#8220; In erster Linie seien zun\u00e4chst der Fraktionsvorstand und der Landesvorstand gefragt. Die AfD sei unter anderem daf\u00fcr angetreten, um Vetternwirtschaft in der Politik zu bek\u00e4mpfen.\n<\/p>\n<p><strong>Zu sp\u00e4t f\u00fcrs &#8222;Zusammenrei\u00dfen&#8220;?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr das von Brandner geforderte &#8222;Zusammenrei\u00dfen&#8220; k\u00f6nnte es allerdings etwas sp\u00e4t sein. Das Parteiausschlussverfahren gegen Jan Wenzel Schmidt ist l\u00e4ngst auf den Weg gebracht. Und Schmidt wiederum d\u00fcrfte sich durch Appelle kaum davon abhalten lassen, seine angek\u00fcndigten Gegenbeweise zu pr\u00e4sentieren \u2012 wenn er denn nicht blufft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anzeichen einer Schlammschlacht Schmidt geht in die Gegenoffensive. 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