{"id":701364,"date":"2026-01-08T00:32:33","date_gmt":"2026-01-08T00:32:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701364\/"},"modified":"2026-01-08T00:32:33","modified_gmt":"2026-01-08T00:32:33","slug":"herzkranker-ueber-stromanschlag-in-berlin-ich-musste-auf-dem-fussboden-schlafen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701364\/","title":{"rendered":"Herzkranker \u00fcber Stromanschlag in Berlin: &#8222;Ich musste auf dem Fu\u00dfboden schlafen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Dieter Juhnke ist herzkrank. Nach dem Anschlag auf Berlins Stromnetz bekam er es mit der Angst zu tun. Der pensionierte Jurist ist fassungslos, dass Linke hinter dem Anschlag stecken sollen.<\/p>\n<p>Es ist ein kleines Detail, das an diesem Mittwoch in der vornehmen Gegend von Berlin-Wannsee irritiert. Gro\u00dfe, rote und wei\u00dfe Herrnhuter Sterne leuchten vor gef\u00fchlt jeder zweiten Villa. Und das, obwohl es schon 12 Uhr ist und die Sonne scheint.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>\u00dcberall im S\u00fcdwesten der Stadt verschwinden Bewohner in dicker Winterkluft mit Trolleys, Rucks\u00e4cken oder Kartons in ihren ausgek\u00fchlten vier W\u00e4nden. So hatten sie sie ein paar Tage zuvor verlassen m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>Herzkranker zu Stromanschlag: &#8222;Die Temperatur sank, mein Blutdruck stieg&#8220;<\/p>\n<p>Elektrische Jalousien, die seit Samstag unten blieben, klettern wieder nach oben. Dank des zur\u00fcckgekehrten Stroms ist es in vielen Wohnungen schon am Nachmittag nur noch im K\u00fchlschrank richtig kalt.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>So wie beim 74 Jahre alten Dieter Juhnke. Er wohnt allein in einer Reihenhaush\u00e4lfte, nur einen Steinwurf vom Wannsee entfernt. Juhnke hatte Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck. Die kleine Stra\u00dfe, in der er lebt, bildet eine Ausnahme. Dort kehrte der Strom schon am Dienstagmorgen in die Steckdosen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein kleiner Erste-Hilfe-Kasten auf dem Wohnzimmertisch deutet an, dass es f\u00fcr Juhnke nicht der erste Schreckmoment ist. Der Jurist ist herzkrank. Vor einigen Jahren erlitt er einen Infarkt.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Als ich am Montagmorgen in meinem Schlafsack aufwachte, war die Temperatur im Haus auf elf Grad gesunken. Mein Blutdruck war gestiegen \u2013 auf 163 zu 102. Da fing ich an, mir Sorgen zu machen und dachte: das ist nicht gut, ich muss sofort hier raus.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Der 74-J\u00e4hrige steht vom Wohnzimmertisch auf, geht zu einem Billy-Regal, das als Raumteiler zur Wohnk\u00fcche fungiert, blickt auf das Thermometer und sagt: &#8222;18,5 Grad. Aber mir ist noch immer kalt! Mir war noch nie meinem Leben in einem Haus so kalt wie am vergangenen Wochenende.&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" data-hk=\"00942120a202a14302010\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/9e087bef-3645-47dd-925b-ec8175b3117e.5810c692-434d-414c-b34d-2c03488e83a1.jpeg\"  alt=\"Stromausfall Berlin\" width=\"1080\" height=\"720\"\/> Ein Berliner spricht w\u00e4hrend eines Stromausfalls im S\u00fcdwesten Berlins in einer Notunterkunft mit seiner 97-j\u00e4hrigen Mutter.  Sebastian Gollnow\/dpa 74-J\u00e4hriger \u00fcbernachtet bei Tochter \u2013 auf dem Fu\u00dfboden<\/p>\n<p>Begonnen hatte Juhnkes Leiden, als er Samstag um 8 Uhr nach dem Aufstehen merkte, dass die Wohnung &#8222;merkw\u00fcrdig kalt&#8220; war. &#8222;Das Licht funktionierte nicht, alle elektrischen Ger\u00e4te waren tot, ebenso das Handy. Bei den Nachbarn war es nicht anders. Um 9 Uhr bin ich dann ins Auto, um mich aufzuw\u00e4rmen und habe in den Nachrichten geh\u00f6rt, dass es einen gro\u00dfen Stromausfall gibt.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Juhnke fackelte nicht lang \u2013 und fuhr zu seiner Tochter, die in Sch\u00f6neberg wohnt. Der Bezirk war nicht vom Stromausfall betroffen. &#8222;Ich wollte dort wenigstens tags\u00fcber bleiben, denn in meinem Haus, das war klar, w\u00fcrde es immer unwirtlicher werden.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Bei DM ergatterte der Jurist dann noch eine W\u00e4rmflasche \u2013 &#8222;die Vorletzte, die da war&#8220;, sagt er leicht l\u00e4chelnd. &#8222;Ich habe noch nie in meinem Leben eine W\u00e4rmflasche ben\u00f6tigt. Bis zum Anschlag auf das Stromnetz.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Am Montagmorgen kapitulierte er vor der K\u00e4lte und zog zur Tochter. &#8222;Meine Frau ist seit \u00fcber 20 Jahren tot, an Krebs gestorben, meine Tochter ist vor drei Jahren bei mir ausgezogen. In ihrer Wohnung habe ich zum ersten Mal \u00fcbernachtet, und zwar auf dem Fu\u00dfboden, weil es keinen anderen Platz gab&#8220;, sagt Juhnke. &#8222;Ich hatte mir vorher schnell noch eine Luftmatratze gekauft. Die Nacht war furchtbar, ich war total steif am Dienstagmorgen.&#8220;<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>&#8222;Linksextremisten haben bewiesen, wie gef\u00e4hrlich sie sind&#8220;<\/p>\n<p>Die flache Mittagssonne scheint durch den verschneiten Garten und eine gro\u00dfe Verandat\u00fcr in das kleine Wohnzimmer hinein. Juhnke bietet dem Gast einen zweiten Espresso an. Dann greift er sich den Schlafsack, den er gerade zusammenlegen wollte.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Jetzt geht es wieder, der Leidensdruck ist weg. Die Heizung sprang Dienstagmorgen um 5 Uhr wieder an, und als ich vormittags wieder zur\u00fcckkam, war die schlimmste K\u00e4lte schon raus.&#8220; Das, was er nicht verstehen kann, ist, wie eine linke Gruppe einen derartigen Anschlag planen k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Er sei politisch selbst links orientiert, kenne sich als geb\u00fcrtiger Berliner mit vielen linken politischen Str\u00f6mungen aus. Dass diese Gruppe aber &#8222;ohne R\u00fccksicht auf Verluste&#8220; agiert habe, ist f\u00fcr Juhnke unbegreiflich. &#8222;Ich halte Rechtsextremisten nach wie vor f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Gefahr. Aber die Linksextremisten haben bewiesen, dass sie ebenso gef\u00e4hrlich sind.&#8220;<\/p>\n<p>Pension\u00e4r beunruhigt, dass Geheimdienst bislang kaum Infos zur T\u00e4tergruppe hat<\/p>\n<p>Inzwischen ist der Blutdruck des 74-J\u00e4hrigen wieder unten. Doch es gibt etwas, das ihn beunruhigt. Die Geheimdienste h\u00e4tten offenbar noch immer keine pr\u00e4zisen Erkenntnisse \u00fcber diese Linksextremisten. Thesen gibt es viele.\u00a0<\/p>\n<p>ANZEIGE<\/p>\n<p>Was Juhnke am Bekennerschreiben der &#8222;Vulkangruppe&#8220; aufstie\u00df, war die Behauptung, mit dem Anschlag gegen fossile Stromerzeuger wie das Gaskraftwerk Lichterfelde protestieren zu wollen.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Das ist doch Quatsch, immerhin w\u00e4rmt die Energie, die aus diesem Kraftwerk kommt, den T\u00e4tern den eigenen Arsch.&#8220; Ein Nachbar habe ihm nach Bekanntwerden des Schreibens gesagt, dass Linksextremisten kaum dahinterstecken k\u00f6nnten, denn die seien &#8222;viel zu dumm&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>Dass die T\u00e4ter laut Technikern des Stromnetzes Berlin genau gewusst haben sollen, was sie da taten, k\u00f6nnte ein valider Hinweis darauf sein, dass sich sein Nachbar irre. Dieter Juhnke: &#8222;Ich hoffe jedenfalls wirklich, dass sie erwischt werden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieter Juhnke ist herzkrank. 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