{"id":701707,"date":"2026-01-08T03:55:11","date_gmt":"2026-01-08T03:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701707\/"},"modified":"2026-01-08T03:55:11","modified_gmt":"2026-01-08T03:55:11","slug":"das-ist-die-langzeitstrategie-von-donald-trump-der-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701707\/","title":{"rendered":"Das ist die Langzeitstrategie von Donald Trump \u2014 der Freitag"},"content":{"rendered":"<p>Beim <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/venezuela-die-trump-regierung-greift-zur-gewalt-gegen-einen-souveraenen-staat\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Angriff auf Venezuela am Wochenende<\/a> haben die USA <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/rekonstruktion-der-cia-operation-in-venezuela-wie-die-usa-maduro-entfuehrten\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ihre \u00fcberw\u00e4ltigende milit\u00e4rische Macht<\/a> zur Schau gestellt. Ein Kommentar im Sender Fox News jubelte, Donald Trump habe die USA als alleinige Supermacht best\u00e4tigt. Team Trump feiert sich selbst, aber sagt nichts Genaues, wie es in Venezuela weitergehen soll. Wirtschaftsinteressen sollen profitieren, Trumps Ego soll bedient werden. Derweil droht Trump weiteren Nationen. \u201eWir k\u00f6nnen das noch mal tun\u201c, sagte der US-Pr\u00e4sident beim Sender Fox zu Venezuela. \u201eNiemand kann uns aufhalten.\u201c<\/p>\n<p>In den S\u00e4len des Daniel-Patrick-Moynihan-Gerichts in Manhattan darf nicht gefilmt werden. Videoaufnahmen vom Montag zeigten Venezuelas Pr\u00e4sidenten Nicol\u00e1s Maduro auf dem Weg zum ersten Prozesstermin in dem 27-st\u00f6ckigen Geb\u00e4ude. Umringt wurde er von einem Dutzend Beamten, mehrere mit gro\u00dfem wei\u00dfen \u201eDEA\u201c auf den Jacken, was sie als Mitarbeiter der Anti-Drogenbeh\u00f6rde Drug Enforcement Administration auswies.<\/p>\n<p>Es sollte signalisieren: Hier kommt kein Staatsmann, sondern ein Drogenboss. Trump postete am Wochenende ein Foto von Maduro, angeblich an Bord eines US-Kriegsschiffes. Die \u00c4hnlichkeiten waren frappierend. So in etwa sind seinerzeit Gefangene nach Guant\u00e1namo verschleppt worden: Maduro ist gefesselt, tr\u00e4gt eine schwarze Brille und Kopfh\u00f6rer. Trump triumphiert: Der Verlierer soll auch aussehen wie ein Verlierer.<\/p>\n<p>Zur Anh\u00f6rung vor Richter Alvin Hellerstein am Montag trug Maduro Gef\u00e4ngniskleidung, die F\u00fc\u00dfe gefesselt, die H\u00e4nde nicht, berichtete CBS, seine mitangeklagte Ehefrau Cilia Flores wurde nicht anders behandelt. Beide pl\u00e4dierten auf \u201enicht schuldig\u201c. \u201eIch bin noch immer der Pr\u00e4sident von Venezuela\u201c, sagte Maduro laut <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2026\/01\/05\/world\/americas\/maduro-us-court-arraignment-kidnapped.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">New York Times<\/a>. Er sei entf\u00fchrt worden. Hellerstein schnitt ihm daraufhin das Wort ab. Allerdings gilt der 92-j\u00e4hrige Jurist als eher liberal. Er wurde 1998 noch vom demokratischen Pr\u00e4sidenten Bill Clinton ernannt.<\/p>\n<p>Die Vorw\u00fcrfe gegen Maduro: Vage, unbewiesen, irrelevant<\/p>\n<p>Das Verfahren soll am 17. M\u00e4rz weitergehen. Maduro wird Verschw\u00f6rung zum \u201eNarcoterrorismus\u201c vorgeworfen. Er wird zus\u00e4tzlich auch der \u201eVerschw\u00f6rung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengk\u00f6rpern gegen die Vereinigten Staaten\u201c beschuldigt.<\/p>\n<p>Vorw\u00fcrfe, die nicht im Geringsten die Voraussetzungen f\u00fcr eine Invasion und Entf\u00fchrung erf\u00fcllen und offenbar auch von Trump selbst nur selektiv ernst genommen werden. Andere lateinamerikanische Politiker, die von den USA wegen Drogendelikten angeklagt waren, wurden begnadigt, nicht zuletzt der ehemalige honduranische Pr\u00e4sident Juan Orlando Hern\u00e1ndez.<\/p>\n<p>Donald Trump hat bei der n\u00e4chtlichen Attacke gehandelt, wie dieser Pr\u00e4sident eben handelt: Er will Macht beweisen, wirtschaftlichen Profit einfahren, der m\u00e4chtigste Mann der Welt sein und tun, was er will. Er d\u00fcrfte gewusst haben, die Europ\u00e4er w\u00fcrden nicht lange meckern und mahnen. Sie wollen es sich nicht mit ihm verderben, wohl auch mit Blick auf die Ukraine, das konnte man im Voraus annehmen, und es hat sich best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Demokratische Politiker im US-Kongress klagten, Trump habe sie nicht, wie es die Verfassung vorschreibt, um ihre Zustimmung zum Milit\u00e4rschlag ersucht. \u201eWar nicht m\u00f6glich\u201c, wiegelte Au\u00dfenminister Marco Rubio ab, denn \u201edem Kongress sei nicht zu trauen mit Geheiminformationen\u201c. Der demokratische Senator Andy Kim aus New Jersey protestierte, Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth h\u00e4tten Senatoren versichert, es gehe in Venezuela nicht um \u201eregime change\u201c. Nun sehe man, dass dies eine glatte L\u00fcge gewesen sei.<\/p>\n<p>Donald Trump bem\u00fcht keine Frauenrechte, er sagt, worum es geht: Erd\u00f6l<\/p>\n<p>Donald Trump legt anscheinend keinen Wert auf die NATO-Politikern gel\u00e4ufigen Reden \u00fcber Demokratie oder Frauenrechte. Mit fast verbl\u00fcffender Offenheit sprach er nach dem Angriff \u00fcber das gro\u00dfe Thema im Hintergrund seiner Venezuela-Politik: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sham-jaff\/es-ist-schmerzhaft-wie-linke-den-maduro-wahlbetrug-in-venezuela-ignorierten\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Erd\u00f6l.<\/a> Venezuela besitzt die wohl gr\u00f6\u00dften \u00d6lreserven der Welt. Trump erkl\u00e4rte, \u201eunsere sehr gro\u00dfen Unternehmen, die gr\u00f6\u00dften auf der Welt\u201c w\u00fcrden nun nach Venezuela gehen und \u201edie Infrastruktur reparieren\u201c.<\/p>\n<p>Erst einmal w\u00fcrde die US-Regierung die Kontrolle \u00fcber das Land behalten, bis zu einem \u201eordnungsgem\u00e4\u00dfen Transfer\u201c der Macht. Eine Milit\u00e4rbesetzung des Landes ist gegenw\u00e4rtig nicht in Sicht. Es k\u00f6nnte sein, dass bedr\u00e4ngende Erinnerungen an das US-Vorgehen nach dem Sieg gegen den Irak Saddam Husseins im April 2003 eine Rolle spielen. Damals zerschlugen die US-Besatzer Sicherheitsstrukturen mit katastrophalen Folgen. Noch heute sind US-Streitkr\u00e4fte im Irak stationiert, um die Stabilit\u00e4t des Landes zu sichern.<\/p>\n<p>\u201eRegime change\u201c ist schwierig im Detail und hat selten funktioniert. In Venezuela soll es anscheinend anders laufen. Vielleicht tr\u00e4umt Trump von einem Deal, denn die Regierung von Venezuela hat schlechte Karten. Doch die Streitkr\u00e4fte des Landes existieren weiter und rekrutieren etwa 150. 000 Mann, hinzu kommen Volksmilizion\u00e4re als paramilit\u00e4rische Einheiten, besonders in den St\u00e4dten. Die bisherigen Regierungsvertreter sind noch im Amt.<\/p>\n<p>Vielleicht kann Trump mit der Interimspr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez etwas anfangen, obwohl er gedroht hat, wenn sie nicht kooperiere, \u201esteht sie vor einer Situation, die vermutlich schlimmer ist als die Maduros\u201c. Die Zeitung Miami Herald spekuliert, dass die US-Regierung ein ehemals undenkbares Szenario ins Auge fasse: <\/p>\n<p>Zusammenarbeit mit den \u00dcberresten der Regierung Maduro, die eher transaktional als ideologisch eingestellt sei. Venezuela werde sich au\u00dfenpolitisch umorientieren m\u00fcssen, den Energietransfer an Kuba einstellen und die \u00d6lwirtschaft \u00f6ffnen f\u00fcr US-Unternehmen.<\/p>\n<p>Stimmt es, dass die MAGA-Bewegung gegen solche au\u00dfenpolitischen Abenteuer ist?<\/p>\n<p>Wichtig ist es Trump, dass er die \u201eOperation Venezuela\u201c in jeder Hinsicht als Erfolg verkaufen kann. Dabei halten Republikaner zu ihm. Die Idee, dass die MAGA-Bewegung \u2013 angeblich beeindruckt von Trumps Versprechen, keine langen Kriege anzufangen \u2013 nun entsetzt sei, zieht nicht so recht. <\/p>\n<p>Politico zitierte das Lob des MAGA-Publizisten Steve Bannon f\u00fcr den \u201emutigen und brillanten Angriff\u201c. Solange Venezuela ohne f\u00fchlbare Kosten erledigt werden kann, d\u00fcrften die Anh\u00e4nger bei dem Mann bleiben, der St\u00e4rke und amerikanische Macht repr\u00e4sentiert wie zu vermeintlich guten alten Zeiten.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz betonte Trump, dass kein US-Soldat beim Einsatz am 3. Januar ums Leben gekommen sei. Er will einen milit\u00e4rischen Sieg auskosten und denkt offenbar an die Zukunft, was besonders Kuba, aber wohl auch Kolumbien in Gefahr bringt.<\/p>\n<p>Seit der Revolution von 1958\/59 hat sich eine US-Regierung nach der anderen die Z\u00e4hne ausgebissen an der widerst\u00e4ndigen Karibikinsel. Aber nunmehr stehe diese Nation vor dem Zusammenbruch, verk\u00fcndete Trump im Fernsehen. Viele \u201egro\u00dfartige Amerikaner mit kubanischer Abstammung w\u00fcrden dar\u00fcber sehr gl\u00fccklich sein\u201c. Einer davon ist Marco Rubio.<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob die USA etwas planen w\u00fcrden, entgegnete Trump, das sei wohl nicht n\u00f6tig. Wie es aussehe, gehe Kuba zugrunde. Trump spricht gern davon, dass er Sachen erledige, an denen andere Pr\u00e4sidenten gescheitert seien. Ein \u201eregime change\u201c in Kuba w\u00e4re ein historischer Triumph, besser geeignet f\u00fcr die Geschichtsb\u00fccher als der neue Ballsaal im Wei\u00dfen Haus.<\/p>\n<p>Auch manche Demokraten finden den Angriff gut <\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen liegt Trump mit der Gefangennahme Maduros gar nicht so weit weg vom allgemeinen politischen Konsens in den USA. Die Regierung von Vorg\u00e4nger Joe Biden stellte sich bereits nachdr\u00fccklich gegen den autokratischen Staatschef in Caracas.<\/p>\n<p>Biden hat Millionen Dollar an Belohnung ausgeschrieben f\u00fcr Informationen, die zu Maduros Festnahme f\u00fchren k\u00f6nnten. Und bisher wirkt der Protest auf der Stra\u00dfe eher verhalten. Zu Wochenbeginn zeigten Fernsehbilder lediglich ein paar Dutzend Protestierende vor dem New Yorker Gericht.<\/p>\n<p>Das Magazin The Atlantic hat sich bei Trump erkundigt, ob der Milit\u00e4rschlag etwas aussage \u00fcber seine Pl\u00e4ne f\u00fcr Gr\u00f6nland, einem autonomen Territorium innerhalb D\u00e4nemarks. Trump sagt seit Monaten, er wolle Gr\u00f6nland, und hat das gerade bekr\u00e4ftigt. Die gr\u00f6\u00dfte Insel der Erde birgt wichtige Bodensch\u00e4tze. Der Pr\u00e4sident meinte im Interview, andere m\u00fcssten f\u00fcr sich selbst entscheiden, was die Venezuela-Aktion bedeute. \u201eAber wir brauchen Gr\u00f6nland, absolut.<\/p>\n<p>F\u00fcr Verteidigungsminister Pete Hegseth ist die Realit\u00e4t alles andere als komplex<\/p>\n<p>Wir brauchen es f\u00fcr unsere nationale Sicherheit.\u201c R\u00fcttelt das die NATO-Verb\u00fcndeten wach, die nach dem Angriff auf Venezuela ausgesprochen zur\u00fcckhaltend reagiert haben? Der deutsche Kanzler verlautbarte, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei \u201ekomplex\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Verteidigungsminister Pete Hegseth ist die Realit\u00e4t alles andere als komplex: Man habe in Venezuela vorgef\u00fchrt, dass Amerika \u201eseinen Willen \u00fcberall jederzeit\u201c durchsetzen kann.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Trump meine es todernst, wenn er die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisph\u00e4re wieder etablieren wolle. Rubio wurde in Sachen Trump noch deutlicher und verfiel in eine Huldigung. \u201eWenn er dir sagt, dass er etwas tun wird, wenn er dir sagt, dass er ein Problem angehen wird, meint er das so.\u201c<\/p>\n<p>Das mag nicht immer zutreffen, doch niemand kann sagen, er sei \u00fcberrascht, sollte Trump demn\u00e4chst woanders \u2013 ob in Kuba oder Gr\u00f6nland \u2013 einfallen. Die Nationale Sicherheitsstrategie, die erst im Dezember ver\u00f6ffentlicht wurde, zeichnet es vor.<\/p>\n<p>\n     Venezuela. \u201eNiemand kann uns aufhalten.\u201cIn den S\u00e4len des Daniel-Patrick-Moynihan-Gerichts in Manhattan darf nicht gefilmt werden. Videoaufnahmen vom Montag zeigten Venezuelas Pr\u00e4sidenten Nicol\u00e1s Maduro auf dem Weg zum ersten Prozesstermin in dem 27-st\u00f6ckigen Geb\u00e4ude. Umringt wurde er von einem Dutzend Beamten, mehrere mit gro\u00dfem wei\u00dfen \u201eDEA\u201c auf den Jacken, was sie als Mitarbeiter der Anti-Drogenbeh\u00f6rde Drug Enforcement Administration auswies.Es sollte signalisieren: Hier kommt kein Staatsmann, sondern ein Drogenboss. Trump postete am Wochenende ein Foto von Maduro, angeblich an Bord eines US-Kriegsschiffes. Die \u00c4hnlichkeiten waren frappierend. So in etwa sind seinerzeit Gefangene nach Guant\u00e1namo verschleppt worden: Maduro ist gefesselt, tr\u00e4gt eine schwarze Brille und Kopfh\u00f6rer. Trump triumphiert: Der Verlierer soll auch aussehen wie ein Verlierer.Zur Anh\u00f6rung vor Richter Alvin Hellerstein am Montag trug Maduro Gef\u00e4ngniskleidung, die F\u00fc\u00dfe gefesselt, die H\u00e4nde nicht, berichtete CBS, seine mitangeklagte Ehefrau Cilia Flores wurde nicht anders behandelt. Beide pl\u00e4dierten auf \u201enicht schuldig\u201c. \u201eIch bin noch immer der Pr\u00e4sident von Venezuela\u201c, sagte Maduro laut New York Times. Er sei entf\u00fchrt worden. Hellerstein schnitt ihm daraufhin das Wort ab. Allerdings gilt der 92-j\u00e4hrige Jurist als eher liberal. Er wurde 1998 noch vom demokratischen Pr\u00e4sidenten Bill Clinton ernannt.Die Vorw\u00fcrfe gegen Maduro: Vage, unbewiesen, irrelevantDas Verfahren soll am 17. M\u00e4rz weitergehen. Maduro wird Verschw\u00f6rung zum \u201eNarcoterrorismus\u201c vorgeworfen. Er wird zus\u00e4tzlich auch der \u201eVerschw\u00f6rung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengk\u00f6rpern gegen die Vereinigten Staaten\u201c beschuldigt.Vorw\u00fcrfe, die nicht im Geringsten die Voraussetzungen f\u00fcr eine Invasion und Entf\u00fchrung erf\u00fcllen und offenbar auch von Trump selbst nur selektiv ernst genommen werden. Andere lateinamerikanische Politiker, die von den USA wegen Drogendelikten angeklagt waren, wurden begnadigt, nicht zuletzt der ehemalige honduranische Pr\u00e4sident Juan Orlando Hern\u00e1ndez.Donald Trump hat bei der n\u00e4chtlichen Attacke gehandelt, wie dieser Pr\u00e4sident eben handelt: Er will Macht beweisen, wirtschaftlichen Profit einfahren, der m\u00e4chtigste Mann der Welt sein und tun, was er will. Er d\u00fcrfte gewusst haben, die Europ\u00e4er w\u00fcrden nicht lange meckern und mahnen. Sie wollen es sich nicht mit ihm verderben, wohl auch mit Blick auf die Ukraine, das konnte man im Voraus annehmen, und es hat sich best\u00e4tigt.Demokratische Politiker im US-Kongress klagten, Trump habe sie nicht, wie es die Verfassung vorschreibt, um ihre Zustimmung zum Milit\u00e4rschlag ersucht. \u201eWar nicht m\u00f6glich\u201c, wiegelte Au\u00dfenminister Marco Rubio ab, denn \u201edem Kongress sei nicht zu trauen mit Geheiminformationen\u201c. Der demokratische Senator Andy Kim aus New Jersey protestierte, Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth h\u00e4tten Senatoren versichert, es gehe in Venezuela nicht um \u201eregime change\u201c. Nun sehe man, dass dies eine glatte L\u00fcge gewesen sei.Donald Trump bem\u00fcht keine Frauenrechte, er sagt, worum es geht: Erd\u00f6lDonald Trump legt anscheinend keinen Wert auf die NATO-Politikern gel\u00e4ufigen Reden \u00fcber Demokratie oder Frauenrechte. Mit fast verbl\u00fcffender Offenheit sprach er nach dem Angriff \u00fcber das gro\u00dfe Thema im Hintergrund seiner Venezuela-Politik: Erd\u00f6l. Venezuela besitzt die wohl gr\u00f6\u00dften \u00d6lreserven der Welt. Trump erkl\u00e4rte, \u201eunsere sehr gro\u00dfen Unternehmen, die gr\u00f6\u00dften auf der Welt\u201c w\u00fcrden nun nach Venezuela gehen und \u201edie Infrastruktur reparieren\u201c.Erst einmal w\u00fcrde die US-Regierung die Kontrolle \u00fcber das Land behalten, bis zu einem \u201eordnungsgem\u00e4\u00dfen Transfer\u201c der Macht. Eine Milit\u00e4rbesetzung des Landes ist gegenw\u00e4rtig nicht in Sicht. Es k\u00f6nnte sein, dass bedr\u00e4ngende Erinnerungen an das US-Vorgehen nach dem Sieg gegen den Irak Saddam Husseins im April 2003 eine Rolle spielen. Damals zerschlugen die US-Besatzer Sicherheitsstrukturen mit katastrophalen Folgen. Noch heute sind US-Streitkr\u00e4fte im Irak stationiert, um die Stabilit\u00e4t des Landes zu sichern.\u201eRegime change\u201c ist schwierig im Detail und hat selten funktioniert. In Venezuela soll es anscheinend anders laufen. Vielleicht tr\u00e4umt Trump von einem Deal, denn die Regierung von Venezuela hat schlechte Karten. Doch die Streitkr\u00e4fte des Landes existieren weiter und rekrutieren etwa 150. 000 Mann, hinzu kommen Volksmilizion\u00e4re als paramilit\u00e4rische Einheiten, besonders in den St\u00e4dten. Die bisherigen Regierungsvertreter sind noch im Amt.Vielleicht kann Trump mit der Interimspr\u00e4sidentin Delcy Rodr\u00edguez etwas anfangen, obwohl er gedroht hat, wenn sie nicht kooperiere, \u201esteht sie vor einer Situation, die vermutlich schlimmer ist als die Maduros\u201c. Die Zeitung Miami Herald spekuliert, dass die US-Regierung ein ehemals undenkbares Szenario ins Auge fasse: Zusammenarbeit mit den \u00dcberresten der Regierung Maduro, die eher transaktional als ideologisch eingestellt sei. Venezuela werde sich au\u00dfenpolitisch umorientieren m\u00fcssen, den Energietransfer an Kuba einstellen und die \u00d6lwirtschaft \u00f6ffnen f\u00fcr US-Unternehmen.Stimmt es, dass die MAGA-Bewegung gegen solche au\u00dfenpolitischen Abenteuer ist?Wichtig ist es Trump, dass er die \u201eOperation Venezuela\u201c in jeder Hinsicht als Erfolg verkaufen kann. Dabei halten Republikaner zu ihm. Die Idee, dass die MAGA-Bewegung \u2013 angeblich beeindruckt von Trumps Versprechen, keine langen Kriege anzufangen \u2013 nun entsetzt sei, zieht nicht so recht. Politico zitierte das Lob des MAGA-Publizisten Steve Bannon f\u00fcr den \u201emutigen und brillanten Angriff\u201c. Solange Venezuela ohne f\u00fchlbare Kosten erledigt werden kann, d\u00fcrften die Anh\u00e4nger bei dem Mann bleiben, der St\u00e4rke und amerikanische Macht repr\u00e4sentiert wie zu vermeintlich guten alten Zeiten.Gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz betonte Trump, dass kein US-Soldat beim Einsatz am 3. Januar ums Leben gekommen sei. Er will einen milit\u00e4rischen Sieg auskosten und denkt offenbar an die Zukunft, was besonders Kuba, aber wohl auch Kolumbien in Gefahr bringt.Seit der Revolution von 1958\/59 hat sich eine US-Regierung nach der anderen die Z\u00e4hne ausgebissen an der widerst\u00e4ndigen Karibikinsel. Aber nunmehr stehe diese Nation vor dem Zusammenbruch, verk\u00fcndete Trump im Fernsehen. Viele \u201egro\u00dfartige Amerikaner mit kubanischer Abstammung w\u00fcrden dar\u00fcber sehr gl\u00fccklich sein\u201c. Einer davon ist Marco Rubio.Auf die Frage, ob die USA etwas planen w\u00fcrden, entgegnete Trump, das sei wohl nicht n\u00f6tig. Wie es aussehe, gehe Kuba zugrunde. Trump spricht gern davon, dass er Sachen erledige, an denen andere Pr\u00e4sidenten gescheitert seien. Ein \u201eregime change\u201c in Kuba w\u00e4re ein historischer Triumph, besser geeignet f\u00fcr die Geschichtsb\u00fccher als der neue Ballsaal im Wei\u00dfen Haus.Auch manche Demokraten finden den Angriff gut Im \u00dcbrigen liegt Trump mit der Gefangennahme Maduros gar nicht so weit weg vom allgemeinen politischen Konsens in den USA. Die Regierung von Vorg\u00e4nger Joe Biden stellte sich bereits nachdr\u00fccklich gegen den autokratischen Staatschef in Caracas.Biden hat Millionen Dollar an Belohnung ausgeschrieben f\u00fcr Informationen, die zu Maduros Festnahme f\u00fchren k\u00f6nnten. Und bisher wirkt der Protest auf der Stra\u00dfe eher verhalten. Zu Wochenbeginn zeigten Fernsehbilder lediglich ein paar Dutzend Protestierende vor dem New Yorker Gericht.Das Magazin The Atlantic hat sich bei Trump erkundigt, ob der Milit\u00e4rschlag etwas aussage \u00fcber seine Pl\u00e4ne f\u00fcr Gr\u00f6nland, einem autonomen Territorium innerhalb D\u00e4nemarks. Trump sagt seit Monaten, er wolle Gr\u00f6nland, und hat das gerade bekr\u00e4ftigt. Die gr\u00f6\u00dfte Insel der Erde birgt wichtige Bodensch\u00e4tze. Der Pr\u00e4sident meinte im Interview, andere m\u00fcssten f\u00fcr sich selbst entscheiden, was die Venezuela-Aktion bedeute. \u201eAber wir brauchen Gr\u00f6nland, absolut.F\u00fcr Verteidigungsminister Pete Hegseth ist die Realit\u00e4t alles andere als komplexWir brauchen es f\u00fcr unsere nationale Sicherheit.\u201c R\u00fcttelt das die NATO-Verb\u00fcndeten wach, die nach dem Angriff auf Venezuela ausgesprochen zur\u00fcckhaltend reagiert haben? 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