{"id":701779,"date":"2026-01-08T04:36:28","date_gmt":"2026-01-08T04:36:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701779\/"},"modified":"2026-01-08T04:36:28","modified_gmt":"2026-01-08T04:36:28","slug":"bezahlbares-wohnen-am-molkenmarkt-in-mitte-unter-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701779\/","title":{"rendered":"Bezahlbares Wohnen am Molkenmarkt in Mitte unter Druck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Molkenmarkt soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, so das politische Versprechen. Eine neue Untersuchung der Initiative Offene Mitte Berlin stellt jedoch infrage, ob die aktuellen Bebauungsleitlinien dieses Ziel \u00fcberhaupt erm\u00f6glichen. Der Konflikt zeigt, wie eng Stadtgestaltung, F\u00f6rderrecht und Wohnungsbau miteinander verkn\u00fcpft sind.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Altes-Stadthaus_Molkenmarkt_Berlin-c-Gerd-Eichmann-CC-BY-SA-4.0-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-77696\" class=\"lazyload wp-image-77696 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20viewBox%3D%270%200%201280%20720%27%3E%3Crect%20width%3D%271280%27%20height%3D%27720%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Altes-Stadthaus_Molkenmarkt_Berlin-c-Gerd-Eichmann-CC-BY-SA-4.0-.jpg\" alt=\"Altes Stadthaus am Molkenmarkt, im Vordergrund Stra\u00dfenschilder mit der Aufschrift &quot;Molkenmarkt&quot; und &quot;Spandauer Stra\u00dfe&quot;\" width=\"1280\" height=\"720\"\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-77696\" class=\"wp-caption-text\">Am Molkenmarkt soll ein innerst\u00e4dtisches Quartier mit einer Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Bildung entstehen. Ein wesentlicher Teil der Wohnungen soll bezahlbar realisiert werden. \/ \u00a9 Foto: Wikimedia Commons, Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0<\/p>\n<p>\u00a9 Foto Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.imago-images.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IMAGO<\/a> \/ Sabine Gudath<br \/>\u00a9 Foto: Wikimedia Commons, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gerd Eichmann, CC BY-SA 4.0<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"833\" data-end=\"1260\">F\u00fcr das Quartier am Molkenmarkt hat der Berliner Senat wiederholt betont, dass bezahlbarer Wohnraum oberste Priorit\u00e4t haben soll.<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/molkenmarkt-quartier-senat-stellt-zweiten-teil-der-bebauungsleitlinien-vor\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Ende November 2025<\/a> wurden die Bebauungsleitlinien f\u00fcr die Bl\u00f6cke A und B\/2 ver\u00f6ffentlicht. Sie bilden die Grundlage f\u00fcr den laufenden Realisierungswettbewerb und die k\u00fcnftige Bebauung des Areals.<\/p>\n<p data-start=\"1262\" data-end=\"1639\">Die Initiative Offene Mitte Berlin hat diese Leitlinien nun genauer gepr\u00fcft. Im Zentrum stand die Frage, ob die planerischen Vorgaben mit den Wohnungsbauf\u00f6rderungsbestimmungen 2023 des Landes Berlin vereinbar sind. Diese Bestimmungen sind Voraussetzung daf\u00fcr, dass Wohnungen \u00fcberhaupt \u00f6ffentlich gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Parochialgasse am Molkenmarkt: Leitlinien verhindern f\u00f6rderf\u00e4hige Wohnungen<\/p>\n<p data-start=\"1690\" data-end=\"2130\">Exemplarisch untersuchte die Initiative die Geb\u00e4ude B8 bis B13. Diese liegen an der autofreien Parochialgasse und gelten aufgrund ihrer ruhigen Lage als besonders geeignet f\u00fcr Wohnen. Das Ergebnis f\u00e4llt kritisch aus: Die in den Leitlinien festgelegten Geb\u00e4udebreiten seien so eng bemessen, dass sich Wohnungsgr\u00f6\u00dfen nach den Vorgaben der Wohnungsbauf\u00f6rderung nicht realisieren lie\u00dfen.<\/p>\n<p data-start=\"2132\" data-end=\"2497\">Damit w\u00e4ren die geplanten Wohnungen nicht f\u00f6rderf\u00e4hig. Aus Sicht der Initiative wird bezahlbarer Wohnraum unter diesen Bedingungen faktisch ausgeschlossen, trotz gegenteiliger politischer Zielsetzungen. Der Konflikt offenbart eine Diskrepanz zwischen st\u00e4dtebaulichem Anspruch und f\u00f6rderrechtlicher Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Mehr Spielraum im Entwurf: Flexible Leitlinien erm\u00f6glichen gef\u00f6rderte Wohnungen am Molkenmarkt<\/p>\n<p data-start=\"2547\" data-end=\"2912\">In einem zweiten Schritt pr\u00fcfte die Initiative, ob eine flexiblere Auslegung der Leitlinien Abhilfe schaffen k\u00f6nnte. Daf\u00fcr wurden die Geb\u00e4ude B8 bis B13 nicht als einzelne Bauk\u00f6rper, sondern als zusammenh\u00e4ngende Struktur betrachtet. Zudem verzichtete die Untersuchung auf die Vorgabe von Maisonettewohnungen.<\/p>\n<p data-start=\"2914\" data-end=\"3315\">Unter diesen Voraussetzungen lie\u00dfen sich laut Studie durchaus f\u00f6rderf\u00e4hige Wohnungen realisieren. Zwei Varianten zeigen, dass zwischen 24 und 27 gef\u00f6rderte Wohnungen unterschiedlicher Gr\u00f6\u00dfe m\u00f6glich w\u00e4ren. Die Initiative sieht darin einen Beleg, dass nicht das F\u00f6rderrecht das Problem ist, sondern die starre Auslegung der planerischen Vorgaben.<\/p>\n<p>Initiative fordert Anpassungen f\u00fcr Quartier am Molkenmarkt: Leitlinien sollen Spielraum f\u00fcr bezahlbares Wohnen schaffen<\/p>\n<p data-start=\"3363\" data-end=\"3785\">Konkret fordert die Initiative, die Bebauungsleitlinien nicht als starres Regelwerk zu behandeln. Besonders die exakte Festlegung der Geb\u00e4udebreiten, unterschiedliche Raumh\u00f6hen sowie die Vorgabe von Maisonettewohnungen mit Mittelgangerschlie\u00dfung sollten \u00fcberdacht werden. Einheitliche Raumh\u00f6hen und flexiblere Grundrisse w\u00fcrden die F\u00f6rderf\u00e4higkeit deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p data-start=\"3787\" data-end=\"4057\">Die Leitlinien sollten im weiteren Planungsprozess eher als Orientierung dienen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass ein zentrales Ziel des Projekts, bezahlbares Wohnen in der historischen Mitte, verfehlt wird.<\/p>\n<p>Realisierungswettbewerb am Molkenmarkt: F\u00f6rderf\u00e4higkeit wird zum entscheidenden Pr\u00fcfstein<\/p>\n<p data-start=\"4103\" data-end=\"4454\">Parallel zur Kritik l\u00e4uft der <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/molkenmarkt-zweiter-realisierungswettbewerb-fuer-zentrale-bauflaechen-startet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zweite Realisierungswettbewerb<\/a> f\u00fcr den Molkenmarkt. Die landeseigene WBM und die Senatsverwaltung suchen Entw\u00fcrfe, die Nutzungsmischung, Wirtschaftlichkeit und historischen Kontext verbinden sollen. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach der F\u00f6rderf\u00e4higkeit zus\u00e4tzliche Bedeutung.<\/p>\n<p data-start=\"4456\" data-end=\"4804\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Ob und wie die Hinweise der Initiative in den weiteren Planungsprozess einflie\u00dfen, bleibt offen. Jedoch wird die Entscheidung dar\u00fcber, ma\u00dfgeblich bestimmen, ob der Molkenmarkt ein Vorzeigeprojekt f\u00fcr bezahlbares Wohnen wird oder ein weiteres Beispiel f\u00fcr gut gemeinte, aber widerspr\u00fcchliche Planung.<\/p>\n<p>Quellen: Initiative Offene Mitte, Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Molkenmarkt soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, so das politische Versprechen. 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