{"id":701877,"date":"2026-01-08T05:36:11","date_gmt":"2026-01-08T05:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701877\/"},"modified":"2026-01-08T05:36:11","modified_gmt":"2026-01-08T05:36:11","slug":"findorffer-kirche-vereint-denkmalschutz-und-solarenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701877\/","title":{"rendered":"Findorffer Kirche vereint Denkmalschutz und Solarenergie"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Die Findorffer Martin-Luther-Gemeinde betreibt seit vergangenem Herbst eine Fotovoltaikanlage, die auf den Denkmalschutz abgestimmt wurde.<\/li>\n<li>Die Planung und Ausf\u00fchrung der Anlage erfolgten in enger Abstimmung mit dem Bremer Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und unter strengen baulichen Vorgaben.<\/li>\n<li>Die Gemeinde sieht die Investition als Beitrag zum Klimaschutz und l\u00e4dt Interessierte zur Besichtigung und Erkl\u00e4rung der Anlage ein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Denkmalschutz und energetische Modernisierung \u2013 das passt nicht immer gut zusammen, k\u00f6nnte man meinen. Wie beides in Einklang gebracht werden kann, zeigt nun gerne die Findorffer Martin-Luther-Gemeinde. Seit dem vergangenen Herbst erzeugt die evangelische Gemeinde einen guten Teil ihres Stroms \u00fcber eine hauseigene Fotovoltaikanlage. Das d\u00fcrfte vermutlich selbst vielen Gemeindemitgliedern nicht aufgefallen sein. Und genau so war es von der Planungsgruppe, von Architektin, Handwerksbetrieb und Denkmalpflegern gewollt.<\/p>\n<p>Sichtbar ist das Feld von 54 Modulen nur vom Klostergarten aus auf der Seite der Eickedorfer Stra\u00dfe: Gemeinsam bringen sie eine Leistung von 24 Kilowatt-Peak \u2013 so die Ma\u00dfeinheit f\u00fcr Fotovoltaik-Anlagen. Potenzial f\u00fcr rund 20.000 Kilowattstunden Strom, erkl\u00e4rt Franziska Tobias, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Handwerksbetriebs Begeno Solar, den die Gemeinde mit der Ausf\u00fchrung beauftragt hatte. Die Arbeiten waren auf Wunsch der Gemeinde in den vergangenen Sommerferien erfolgt, im Oktober konnte die Anlage in Betrieb genommen werden, so die Maschinenbauingenieurin.<\/p>\n<p>Anspruchsvoller Auftrag<\/p>\n<p>Von den bisherigen Auftr\u00e4gen des jungen Solartechnik-Anbieters, der unter dem Dach der Genossenschaft B\u00fcrger Energie Bremen (Begeno) vor drei Jahren gegr\u00fcndet wurde, war es das bislang zeitaufwendigste und anspruchsvollste Projekt: Die Kirche selbst sowie das zugeh\u00f6rige Gemeindezentrum stehen seit 2020 unter Denkmalschutz. Entworfen wurden beide vom Bremer Architekten und Dombaumeister Friedrich Schumacher, der seine Handschrift in zahlreichen modernen Kirchenbauten sowie Wohn- und Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern der Stadt hinterlassen hat.<\/p>\n<p>Das Nebeneinander des \u00e4lteren Gemeindezentrums aus den Jahren 1953\/54 mit der deutlich moderneren Kirche, Bauzeit 1960\/61, zeige \u201eden Wandel von Schumachers Architekturauffassung beispielhaft\u201c, erkl\u00e4ren die Bremer Denkmalpfleger. Das bedeutete f\u00fcr die Gemeinde: Die Planung musste in enger Abstimmung mit dem Bremer Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege erfolgen. Ein intensiver Prozess, der mit dem Beschluss der Gemeinde vor einem Jahr begann, erkl\u00e4rt Pastor Klaus Kramer. Und f\u00fcr den Betrieb hie\u00df es, \u201eviele Extra-Stunden einzulegen\u201c, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Tobias.<\/p>\n<p>Detaillierte Vorgaben<\/p>\n<p>Architektin Antje Wittenberg aus der Bauabteilung der Bremischen Evangelischen Kirche erhielt dazu eine Liste an sehr detaillierten Vorgaben, um den baulichen Eingriff so behutsam wie m\u00f6glich umzusetzen \u2013 der Sonne zugewandt, aber in einem Geb\u00e4udebereich, der nicht sofort ins Auge f\u00e4llt. \u201eZudem musste das Modulfeld sehr zentriert angeordnet werden. Die Unterkonstruktion wurde flacher geplant. Von au\u00dfen durften keinerlei Metallteile sichtbar sein\u201c, erkl\u00e4rt Franziska Tobias. Aluminium- oder gar Kunststoffrohre waren keine Option: Stattdessen werden die Kabel in Kupferrohren unauff\u00e4llig \u00fcber die fast gleichfarbige Backsteinfassade gef\u00fchrt. \u201eIch finde, das ist sehr gelungen\u201c, lobt Pastor Kramer, der das Projekt angesto\u00dfen und begleitet hat.<\/p>\n<p>Die Zeiten, in denen sich die Denkmalpflege rigoros gegen bauliche Ver\u00e4nderungen wie diese sperrte, sind vorbei. Der Denkmalbestand k\u00f6nne vielmehr \u201edurch nachhaltige und ma\u00dfvolle Ert\u00fcchtigung\u201c entscheidend zur Erreichung der Klimaziele beitragen, wird auf den Internetseiten des Bremer Landesamts erkl\u00e4rt, das dem Thema Solaranlagen eine ganze Seite widmet. Allerdings sei jedes Projekt auf einem denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude ein Einzelfall, hei\u00dft es weiter. \u201eWir machen vieles m\u00f6glich\u201c, betont Denkmalpflegerin Marianne Ricci. Eines der bekanntesten Projekte dieser Art in der Stadt sei das Haus am <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/schuetting-q1245040\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sch\u00fctting<\/a>, das vor zwei Jahren eine Solaranlage bekam. Von Bremens guter Stube aus sieht man sie nicht \u2013 \u201edas ist unser Anliegen\u201c, erkl\u00e4rt die Kunsthistorikerin.<\/p>\n<p>Voran gehen beim Klimaschutz<\/p>\n<p>Die Bremer Evangelische Kirche habe sich vorgenommen, im Bereich des Klimaschutzes voranzugehen, sagt Klaus Kramer. F\u00fcr seine Gemeinde lohne sich die Investition in H\u00f6he von rund 35.000 nicht nur aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. \u201eKlimaschutz ber\u00fchrt den Kernbereich dessen, was uns als Kirche ausmacht \u2013 die Bewahrung der Sch\u00f6pfung.\u201c<\/p>\n<p>Mit ihrem Vorgehen m\u00f6chte die Kirche auch andere Gemeinden ermutigen, sich auf den Weg zu machen. Auf Wunsch kann ein Termin zur Besichtigung und Erkl\u00e4rung der Anlage vereinbart werden, Kontakt \u00fcber info@begenosolar.de.<\/p>\n<p>                    Wie wurde die Integration der Fotovoltaikanlage in die denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude der Martin-Luther-Gemeinde technisch umgesetzt und welche Vorgaben mussten erf\u00fcllt werden?<\/p>\n<p>Die technische Integration der Fotovoltaikanlage in die denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude der Martin-Luther-Gemeinde erfolgte nach einer Einzelfallpr\u00fcfung durch die zust\u00e4ndigen Denkmalschutzbeh\u00f6rden, bei der u.\u202fa. die Art der Befestigung, die Sichtbarkeit und die Auswirkungen auf die historische Bausubstanz ber\u00fccksichtigt wurden. Vorgaben des Nieders\u00e4chsischen Denkmalschutzgesetzes schreiben vor, dass Baudenkmale weder zerst\u00f6rt noch in ihrem Erscheinungsbild wesentlich beeintr\u00e4chtigt werden d\u00fcrfen; Eingriffe sind nur zul\u00e4ssig, wenn sie umkehrbar sind und die denkmalwerte Substanz nur geringf\u00fcgig betroffen wird. Zus\u00e4tzlich mussten \u00f6rtliche Bauvorschriften hinsichtlich Dachmaterial und Gestaltung beachtet werden und gegebenenfalls wurde gepr\u00fcft, ob eine Installation auch auf Nebengeb\u00e4uden m\u00f6glich ist, um die Schutzinteressen des Denkmals zu wahren.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                    Welche Rolle spielt das Bremer Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege bei energetischen Modernisierungen denkmalgesch\u00fctzter Geb\u00e4ude?<\/p>\n<p>Das Bremer Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege pr\u00fcft bei geplanten energetischen Modernisierungen von denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden jeden Einzelfall individuell und erteilt gegebenenfalls Auflagen oder Empfehlungen, um das historische Erscheinungsbild zu wahren. Grunds\u00e4tzlich gilt das Prinzip, optische Beeintr\u00e4chtigungen zu vermeiden, wobei in besonderen Situationen, wie etwa bei nicht einsehbaren Dachfl\u00e4chen, auch Ausnahmen und Kompromisse m\u00f6glich sind. Eigent\u00fcmer werden ermutigt, fr\u00fchzeitig das Gespr\u00e4ch mit dem Landesamt zu suchen, um gemeinsam tragf\u00e4hige L\u00f6sungen unter Ber\u00fccksichtigung des Denkmalschutzgesetzes und der Belange von Klimaschutz und moderner Nutzung zu finden.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                    Welche anderen denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude in Bremen wurden bereits mit Solaranlagen ausgestattet und worin bestehen die jeweiligen Herausforderungen?<\/p>\n<p>In Bremen wurde mit dem Sch\u00fctting, dem historischen Geb\u00e4ude der Handelskammer am Marktplatz, bereits ein denkmalgesch\u00fctztes Bauwerk mit einer Solaranlage ausgestattet. Die Hauptanforderung dabei war, dass die Solarpaneele von \u00f6ffentlichen Standorten aus nicht sichtbar sind, sodass schlie\u00dflich lediglich auf der vom Marktplatz abgewandten Dachseite Module installiert wurden. Generell gelten bei denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4uden strikte Vorgaben zum Erhalt des optischen Erscheinungsbildes, weshalb jeder Einzelfall individuell gepr\u00fcft wird und L\u00f6sungen meist darauf abzielen, die Anlagen nur an nicht einsehbaren Stellen anzubringen; weitere Projekte, etwa auf Hauptbahnhof, \u00dcberseemuseum und B\u00fcrgerschaft, sind geplant, w\u00e4hrend das Rathaus als Weltkulturerbe keine Solaranlage erhalten soll.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc8415e7azx7l1myd3u2z2\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/stadtteil-findorff\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Findorffer Martin-Luther-Gemeinde betreibt seit vergangenem Herbst eine Fotovoltaikanlage, die auf den Denkmalschutz abgestimmt wurde. 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