{"id":701896,"date":"2026-01-08T05:46:18","date_gmt":"2026-01-08T05:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701896\/"},"modified":"2026-01-08T05:46:18","modified_gmt":"2026-01-08T05:46:18","slug":"stromnetz-redundanz-schuetzt-baden-wuerttemberg-vor-angriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701896\/","title":{"rendered":"Stromnetz Redundanz sch\u00fctzt Baden-W\u00fcrttemberg vor Angriffen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Tagelang waren 100.000 Menschen in Berlin ohne Strom &#8211; und das bei frostiger K\u00e4lte. Zeitweise waren 45.000 Haushalte und 2200 Betriebe &#8211; darunter auch Kliniken und Pflegeheime &#8211; lahmgelegt, weil vermutlich linksextreme Saboteure eine Strombr\u00fccke \u00fcber den Teltowkanal zerst\u00f6rt hatten. Die Frage ist, warum in Berlin in grundlegendes Sicherheitsprinzip au\u00dfer Acht gelassen wurde, das besonders f\u00fcr das Stromnetz gilt und als (n-1)-Regel &#8211; sprich: N minus Eins &#8211; bekannt ist.  Sie besagt, das ein Stromleitungssystem auch beim Ausfall einer wichtigen Komponente wie einer Leitung funktionsf\u00e4hig bleiben muss und es nicht zu gro\u00dffl\u00e4chigen St\u00f6rungen kommt oder andere Teile \u00fcberlastet werden. Man kann das Ganze auch mit einem Wort beschreiben: Redundanz. In Berlin fehlte sie. Wie sieht es damit in Baden-W\u00fcrttemberg aus?\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eWir bauen unsere Netze grunds\u00e4tzlich redundant auf\u201c, sagt Torsten H\u00f6ck, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Energie- und Wasserwirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg (VfEW) auf Anfrage des S\u00dcDKURIER. Er vertritt 220 Versorger, die etwa 90 Prozent der Menschen im Land mit Strom, Gas und Wasser beliefern. Die N-minus-Eins-Regel gilt f\u00fcr alle vier Klassen des Stromtransports, von der Niederspannung (230 Volt\/400 Volt) bis zu den Stromautobahnen, auf denen eine H\u00f6chstsspannung von bis zu 380 Kilovolt gefahren wird.  Wie H\u00f6ck best\u00e4tigt, kann die Redundanz im Notfall nicht nur auf einem, sondern auf mehreren Wegen gesichert werden. \u201eHier ist vieles m\u00f6glich\u201c, sagt der Experte.  Er sagt aber auch: \u201eJede Infrastruktur hat ihre neuralgischen Stellen.\u201c Verwundbarkeit durch einen Sabotage-Angriff wie in Berlin ist nie v\u00f6llig ausgeschlossen, sondern immer nur mehr oder weniger wahrscheinlich. Auch Redundanz nutzt wenig, wenn Kabel und Ersatzkabel parallel verlaufen, weil nur ein technischer Ausfall ber\u00fccksichtigt wurde, aber kein Gewaltakt, der beides zerst\u00f6ren kann.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/vfewportraitshrhoeckbymarcfeixphotography-2.jpg\" alt=\"\u201eWir bauen unsere Netze grunds\u00e4tzlich redundant auf.\u201c Torsten H\u00f6ck ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Energie- und Wasserwirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg. Hier verlaufen mehr als 226.000 Kilometer Stromleitungen. Das reicht, um mehr als 5 mal die Erde zu umrunden.\" title=\"\u201eWir bauen unsere Netze grunds\u00e4tzlich redundant auf.\u201c Torsten H\u00f6ck ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Energie- und Wasserwirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg. Hier verlaufen mehr als 226.000 Kilometer Stromleitungen. Das reicht, um mehr als 5 mal die Erde zu umrunden.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    \u201eWir bauen unsere Netze grunds\u00e4tzlich redundant auf.\u201c Torsten H\u00f6ck ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Energie- und Wasserwirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg. Hier verlaufen mehr als 226.000 Kilometer Stromleitungen. Das reicht, um mehr als 5 mal die Erde zu umrunden.<br \/>\n    Foto: Marc Feix Photography<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    \u201eWir bauen unsere Netze grunds\u00e4tzlich redundant auf.\u201c Torsten H\u00f6ck ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands f\u00fcr Energie- und Wasserwirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg. Hier verlaufen mehr als 226.000 Kilometer Stromleitungen. Das reicht, um mehr als 5 mal die Erde zu umrunden.<br \/>\n    Foto: Marc Feix Photography<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch in Baden-W\u00fcrttemberg w\u00e4re eine Attacke wie die am Teltowkanal immerhin denkbar. Durchs Land verlaufen 226.630 Kilometer an unterirdischen Stromkabeln und \u00fcberirdischen Freileitungen. Diese machen mit rund 45.000 Kilometer L\u00e4nge immer noch fast 20 Prozent aller Stromleitungen aus. Freileitungen mit Mittelspannung (\u00fcber 1 bis 72,5 Kilovolt), wie im Berliner Schadenfall betroffen, ziehen sich \u00fcber eine L\u00e4nge von mehr als 12.000 Kilometern. \u201eIm Normalfall sind Mittelspannungsleitungen aber unterirdisch verlegt\u201c, beton Torsten H\u00f6ck. Das ist im Land auf mehr als 51.000 Kilometern der Fall. Dass innerorts Mittelspannungsleitungen \u00fcberirdisch verlaufen, ist nach H\u00f6cks Auskunft nur selten der Fall.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/stromleitungen-im-suedwesten-01.jpg\" alt=\"Stromleitungen im S\u00fcdwesten\" title=\"Stromleitungen im S\u00fcdwesten\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Stromleitungen im S\u00fcdwesten<br \/>\n    Foto: Baden-W\u00fcrrtemberg<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Stromleitungen im S\u00fcdwesten<br \/>\n    Foto: Baden-W\u00fcrrtemberg<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In Berlin wurde den Saboteuren der Angriff nicht nur durch die offene Trassenf\u00fchrung erleichtert, sondern sie profitierten anscheinend auch von Informationen, die im Internet frei zug\u00e4nglich sind.  Dieser Umstand macht auch dem VfEW-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in Stuttgart Sorgen. \u201eWir m\u00fcssen aufpassen, dass wir zu unserer Infrastruktur nicht zu viele Details im Netz ver\u00f6ffentlichen\u201c, sagt Torsten H\u00f6ck. Stellenweise verfahre man da \u201ezu gro\u00dfz\u00fcgig\u201c. Andererseits seien die Informationen den Offenlegungspflichten des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geschuldet. Die erweisen sich im Berliner Fall als Bumerang. Denn das EnWG will im Grunde einen Fortschritt, n\u00e4mlich mehr Transparenz, um Wettbewerb und eine zuverl\u00e4ssige Nutzung der Netze zu gew\u00e4hrleisten.  So werden im Rahmen von Genehmigungsverfahren Daten und Informationen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich, die von Extremisten abgesch\u00f6pft werden k\u00f6nnen. \u201eDas bringt ein Risiko mit sich\u201c, sagt Experte H\u00f6ck.\n  <\/p>\n<p>            Sicherheit der Leitungen in Baden-W\u00fcrttemberg kostet Geld<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seine positive Botschaft: \u201eWir sch\u00fctzen die Infrastruktur im Land so gut wir k\u00f6nnen.\u201c Das gelte f\u00fcr die Abwehr von Cyberangriffen aber genauso auch f\u00fcr die physische Sicherheit der Leitungen. Eine \u00dcberwachung gibt es also durchaus, doch es steht au\u00dfer Frage, dass man diese ausbauen und intensivieren k\u00f6nnte. Technisch m\u00f6glich und auch teilweise schon Praxis sind Hubschrauber- und &#8211; viel billiger &#8211; Drohnenfl\u00fcge.  Daneben steht permanente Sensorik\u00a0&#8211; etwa Temperatursensoren und optische Fasertechnologie &#8211; an den Leitungen zur Verf\u00fcgung. Sie sendet Daten \u00fcber Stromfluss und physikalische Ver\u00e4nderungen wie einen Leitungsdurchhang oder Eislast an die Leitstellen. Das kann durch Satellitenbilder\u00a0zur Vegetationskontrolle und\u00a0intelligente Software\u00a0zur Analyse von Abweichungen unterst\u00fctzt werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Klingt gut, die Resilienz kostet aber. \u201eZum Nulltarif ist das alles nicht zu haben, die Sicherheit hat ihren Preis\u201c, sagt Torsten H\u00f6ck \u00fcber die Folgen f\u00fcr diesen Aufwand. Vermutlich werde der &#8211; unter Umst\u00e4nden \u00fcber h\u00f6here Netzentgelte &#8211; bei den Stromkunden wieder hereingeholt werden m\u00fcssen. \u00a0Experten wie Hans-Walter Borries vom Bundesverband f\u00fcr den Schutz Kritischer Infrastruktur (BSKI) gehen von einer Vervierfachung der Sicherheitskosten aus. Das w\u00fcrde einen Teil der Kostensenkung, die der 6,5-Milliarden-Zuschuss der Bundesregierung f\u00fcr die Netzentgelte gebracht hat, vermutlich wieder zunichtemachen. Die vier \u00dcbertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW haben sich entschieden, das Geschenk 2026 an die Kunden weiterzugeben. Das wird laut der Plattform \u201eStrom-Report\u201c auch die Preise in Baden-W\u00fcrttemberg merklich dr\u00fccken &#8211; bei einer Familie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch um 17 Prozent.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Alexander Michel<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Berlin<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Baden-W\u00fcrttemberg<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tagelang waren 100.000 Menschen in Berlin ohne Strom &#8211; und das bei frostiger K\u00e4lte. 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