{"id":701937,"date":"2026-01-08T06:11:13","date_gmt":"2026-01-08T06:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701937\/"},"modified":"2026-01-08T06:11:13","modified_gmt":"2026-01-08T06:11:13","slug":"astronomen-finden-lange-gesuchtes-dunkles-relikt-sternlose-wolke-aus-dunkler-materie-koennte-erster-ueberrest-einer-gescheiterten-galaxie-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/701937\/","title":{"rendered":"Astronomen finden lange gesuchtes &#8222;dunkles Relikt&#8220; &#8211; Sternlose Wolke aus Dunkler Materie k\u00f6nnte erster \u00dcberrest einer gescheiterten Galaxie sein"},"content":{"rendered":"<p>Unklar blieb zun\u00e4chst auch, ob dieses Gebilde nicht doch Sterne enth\u00e4lt. \u201eBevor wir Hubble eingesetzt haben, h\u00e4tte dies auch eine <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/kosmos\/dunkelster-begleiter-der-milchstrasse-entdeckt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lichtschwache Zwerggalaxie<\/a> sein k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Anand. \u201eDenn die erdbasierten Radioteleskope waren nicht empfindlich genug, um Sterne in diesem Objekt zu erkennen.\u201c Deshalb haben die Astronomen die r\u00e4tselhafte \u201eCloud 9\u201c nun mit der hochaufl\u00f6senden Kamera des Hubble-Teleskops ins Visier genommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/a\/darkhalo2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/a\/darkhalo2g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/a\/darkhalo2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/d\/a\/darkhalo2g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-310734\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/darkhalo2g-300x198.jpg\" alt=\"Hubble-Aufnahme von Cloud 9\" width=\"300\" height=\"198\"  \/><\/a>Diese Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt eindeutig, dass es in der \u201eCloud 9\u201c keine Sterne gibt. Unten zeigt eine Simulation sternenarmer Zwerggalaxien, wie diese unter gleichen Bedingungen aussehen w\u00fcrden \u2013 ihre Sterne w\u00e4ren klar erkennbar. \u00a9 Anand et al.\/ The Astrophysical Journal Letters, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC-by 4.0<\/a><br \/>\nSternlos und von Dunkler Materie dominiert<\/p>\n<p>Die neuen Aufnahmen enth\u00fcllen: Die merkw\u00fcrdige Wolke ist tats\u00e4chlich v\u00f6llig sternenlos. \u201eDank Hubbles Kamera k\u00f6nnen wir nun ganz klar feststellen, dass dort nichts ist\u201c, sagt Anand. Die Daten zeigen stattdessen eine Wolke, deren knapp 5.000 Lichtjahre gro\u00dfer Kern prim\u00e4r aus neutralem Wasserstoff besteht. Die Wasserstoffmenge im Wolkenkern entspricht ungef\u00e4hr einer Millionen Sonnenmassen.\n<\/p>\n<p>Doch dieses Gas macht nur einen winzigen Bruchteil der Wolke aus, wie die Astronomen feststellten. Denn der gr\u00f6\u00dfte Anteil \u2013 rund f\u00fcnf Milliarden Sonnenmassen \u2013 besteht aus Dunkler Materie. \u201eDamit erm\u00f6glicht uns Cloud-9 den seltenen Blick auf eine von Dunkler Materie dominierte Wolke\u201c, sagt Koautor Andrew Fox vom Space Telescope Science Institute.\n<\/p>\n<p>RELHIC \u2013 ein \u00fcbriggebliebener Dunkler Halo<\/p>\n<p>Noch entscheidender jedoch: Die Merkmale dieser Dunkelmaterie-Wolke entsprechen denen eines Dunklen Halos \u2013 einer galaxienbildenden Ansammlung Dunkler Materie. In diesem Falle hat es der Dunkle Halo aber offenbar nicht geschafft, ausreichend Wasserstoffgas an sich zu ziehen, um die Sternbildung auszul\u00f6sen. \u201eDies ist das Zeugnis einer gescheiterten Galaxie\u201c, sagt Koautor Alejandro Benitez-Llambay von der Universit\u00e4t Milano-Bicocca in Italien.\n<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Astronomen handelt es sich bei \u201eCloud 9\u201c damit um den ersten Fall der lange gesuchten \u201eReionization-Limited H I Clouds\u201c, kurz RELHIC \u2013 einen von Dunkler Materie dominierten Galaxienvorg\u00e4nger, der aus dem fr\u00fchen Kosmos \u00fcbriggeblieben ist. \u201eDas Fehlen von Sternen liefert uns die Best\u00e4tigung f\u00fcr die Theorie: Wir haben im lokalen Universum erstmals den urspr\u00fcnglichen Baustein einer Galaxie gefunden, der sich nicht weiterentwickelt hat\u201c, sagt Benitez-Llamba.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigung f\u00fcr das kosmologische Modell<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnten die Astronomen endlich einen der lange gesuchten Dunkle-Materie-Halos entdeckt haben. \u201eUnser Fund st\u00fctzt eine entscheidende Vorhersage des kosmologischen \ua4e5CDM-Modells: Die Existenz von gasgef\u00fcllten, sternlosen Halos aus Dunkler Materie, deren Massen unter der einer Galaxie liegen\u201c, erkl\u00e4ren die Forschenden. Gleichzeitig k\u00f6nnte \u201eCloud 9\u201c auch dabei helfen, die n\u00f6tige Massenschwelle f\u00fcr die Galaxienbildung weiter einzugrenzen.\n<\/p>\n<p>\u201eDiese Wolke ist ein Fenster ins dunkle Universum\u201c, sagt Fox. Der Fund deutet darauf hin, dass es im Kosmos noch viele solcher Relikte gescheiterter Galaxien geben k\u00f6nnte. Sie k\u00f6nnten wertvolle Informationen \u00fcber das fr\u00fche Universum und die Physik der Dunklen Materie liefern. (The Astrophysical Journal Letters, 2025; <a href=\"https:\/\/iopscience.iop.org\/article\/10.3847\/2041-8213\/ae1584\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.3847\/2041-8213\/ae1584<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: NASA, Space Telescope Science Institute<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>8. Januar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unklar blieb zun\u00e4chst auch, ob dieses Gebilde nicht doch Sterne enth\u00e4lt. \u201eBevor wir Hubble eingesetzt haben, h\u00e4tte dies&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":701938,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[3251,29,31523,162026,162027,121580,30,162028,162029,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-701937","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-astronomie","9":"tag-deutschland","10":"tag-dunkle-materie","11":"tag-dunkler-halo","12":"tag-galaxienbildung","13":"tag-gaswolke","14":"tag-germany","15":"tag-halo","16":"tag-relhic","17":"tag-science","18":"tag-science-technology","19":"tag-technik","20":"tag-technology","21":"tag-wissenschaft","22":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115858000253207915","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/701937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=701937"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/701937\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/701938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=701937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=701937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=701937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}