{"id":702148,"date":"2026-01-08T08:15:09","date_gmt":"2026-01-08T08:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702148\/"},"modified":"2026-01-08T08:15:09","modified_gmt":"2026-01-08T08:15:09","slug":"innovatives-3d-lebermodell-koennte-die-forschung-zu-lebererkrankungen-revolutionieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702148\/","title":{"rendered":"Innovatives 3D-Lebermodell k\u00f6nnte die Forschung zu Lebererkrankungen revolutionieren"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr sterben weltweit \u00fcber zwei Millionen Menschen an Lebererkrankungen. Bisher war es schwierig, solche Krankheiten im Labor zu untersuchen. Tierversuche bilden die menschliche Leber nur ungenau nach. Einfache Zellkulturen k\u00f6nnen die komplexen Abl\u00e4ufe im Organ nicht nachahmen. Ein Forschungsteam aus Dresden hat nun eine L\u00f6sung gefunden. Die Wissenschaftler haben ein dreidimensionales Modell der menschlichen Leber entwickelt, das aus echten Patientenzellen besteht.<\/p>\n<p>Das Team um Meritxell Huch vom Max-Planck-Institut f\u00fcr molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden hat drei verschiedene Leberzelltypen kombiniert. Hepatozyten bilden den Hauptteil der Leber. Cholangiozyten kleiden die Galleng\u00e4nge aus. Mesenchymale Leberzellen sind Bindegewebszellen. Diese drei Zellsorten organisieren sich in der Petrischale von selbst zu einer lebensechten Struktur.<\/p>\n<p>Erstmals mit Galleng\u00e4ngen<\/p>\n<p>Die Entwicklung war echte Teamarbeit. Beteiligt waren neben dem Max-Planck-Institut auch das Universit\u00e4tsklinikum Dresden und das Universit\u00e4tsklinikum Leipzig. Yohan Kim, einer der Hauptautoren, erkl\u00e4rt: \u201eAls wir das Gewebe von den Patientinnen und Patienten erhielten, mussten wir zun\u00e4chst die einzelnen Zelltypen trennen und sie in einer Petrischale vermehren, bevor wir sie wieder zusammenf\u00fcgen konnten.&#8220;<\/p>\n<p>Doktorandin Sagarika Dawka entwickelte das Modell weiter. \u201eUnsere Studie pr\u00e4sentiert das erste komplexe menschliche Lebermodell au\u00dferhalb des K\u00f6rpers, das Galleng\u00e4nge aufweist&#8220;, sagt sie. Diese Galleng\u00e4nge sind wichtig, denn wenn sie verstopfen, kommt es zu Lebersch\u00e4den. Die Forscher haben bereits eine Biobank mit Zellen von 28 Patienten angelegt.<\/p>\n<p>Neue Medikamente testen<\/p>\n<p>Meritxell Huch leitet die Forschungsgruppe. \u201eMit unserem neuen Modell haben wir eine gro\u00dfe Herausforderung gemeistert. Bislang war es nicht m\u00f6glich, die mehrzellige Organisation des periportalen Lebergewebes und die zellul\u00e4ren Interaktionen au\u00dferhalb des lebenden K\u00f6rpers zu rekonstruieren&#8220;, sagt sie. Die Forscher k\u00f6nnen nun beobachten, wie verschiedene Zellen zusammenwirken und wie Krankheiten entstehen.<\/p>\n<p>Mit den Lebermodellen lassen sich neue Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit testen. Das k\u00f6nnte Tierversuche reduzieren. Und weil die Modelle aus Zellen einzelner Patienten bestehen, sind personalisierte Behandlungen m\u00f6glich. \u201eUnsere neuartigen Lebermodelle haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Lebererkrankungen untersuchen und behandeln, zu ver\u00e4ndern&#8220;, sagt Huch. Die Studie wurde in Nature ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jedes Jahr sterben weltweit \u00fcber zwei Millionen Menschen an Lebererkrankungen. 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