{"id":702177,"date":"2026-01-08T08:32:22","date_gmt":"2026-01-08T08:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702177\/"},"modified":"2026-01-08T08:32:22","modified_gmt":"2026-01-08T08:32:22","slug":"mehrfamilienhaus-in-koeln-porz-fast-doppelt-so-teuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702177\/","title":{"rendered":"Mehrfamilienhaus in K\u00f6ln-Porz fast doppelt so teuer"},"content":{"rendered":"<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"0\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">K\u00f6ln baut zu wenig und zu teuer. Das ist nach \u00fcbereinstimmender Meinung von Politik und Verb\u00e4nden ein Grund f\u00fcr den Notstand am Wohnungsmarkt. Ausgerechnet ein  eigenes Projekt der Stadt f\u00fcr gef\u00f6rderten Wohnraum zeigt die Probleme derzeit auf. An der Ecke Deutzer Weg\/Bergerstra\u00dfe in Porz, direkt neben der Br\u00fccke \u00fcber das Gleisbett, errichtet die Verwaltung  seit Ende 2022 ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen, 12 davon \u00f6ffentlich gef\u00f6rdert mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Doch nun unterrichtet die Verwaltung die Politik mit einem Schreiben, dass sich das Projekt von urspr\u00fcnglich geplanten 4,43 Millionen Euro auf 8,28 Millionen Euro verteuert. Die Mehrkosten von rund 3,85 Millionen Euro bedeuten eine Steigerung von fast 90 Prozent.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"1\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Bei den Gr\u00fcnden gibt die Verwaltung vor allem die gestiegenen Baukosten an. Dabei beruft sie sich auf die Baukostendatenbank der deutschen Architektenkammer. So schreibt die Verwaltung: \u201eDas Preisniveau stieg im weiteren Verlauf kontinuierlich an, sodass es im 2. Quartal 2025 rund 47 Prozent \u00fcber dem Indexwert aus dem 4. Quartal 2020 lag.\u201c Die Planung f\u00fcr die Geb\u00e4ude erfolgte 2020, aus diesem Jahr stammt auch die Kalkulation der Kosten. Damals ging man von Abweichungen bei den tats\u00e4chlichen Kosten im Bereich von maximal 20 Prozent aus.<\/p>\n<p>Wohnhaus in Porz: Zweieinhalb Jahre sp\u00e4ter als geplant<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"3\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Anschlie\u00dfend gab es bei dem Projekt mehrmals Verzug: 2022 wurde nachtr\u00e4glich eine Photovoltaikanlage sowie die Vorbereitung der Ladeinfrastruktur f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t bei den zw\u00f6lf Stellpl\u00e4tzen in der Tiefgarage eingeplant. Au\u00dferdem \u00e4nderte sich die Norm f\u00fcr den Schallschutz in der Zeit, so musste ein neues Gutachten her, das zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen nach sich zog. Konkret stehen Mehrkosten von 729.200 Euro allein beim Rohbau zu Buche, sowie 417.400 Euro f\u00fcr Elektro, 354.800 Euro f\u00fcr Heizung, Sanit\u00e4r und L\u00fcftung und 191.600 Euro f\u00fcr das Klinkermauerwerk, um nur einige zu nennen. Au\u00dferdem rechnet die Stadt noch damit, weitere 326.400 Euro f\u00fcr die noch ausstehenden Arbeiten ausgeben zu m\u00fcssen. Nach der Fertigstellung muss die Stadt die Sanierungskosten f\u00fcr die Stra\u00dfe und die Gehwege tragen, Mehrkosten von fast 200.000 Euro. Zweieinhalb Jahre sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant sollen die Wohnungen im ersten Quartal dieses Jahres fertiggestellt werden.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"4\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Im Jahr des Baubeginns 2022 lag der gebundene Mietpreis in der h\u00f6chsten Regionskategorie, zu der neben K\u00f6ln auch Bonn und D\u00fcsseldorf geh\u00f6ren, bei 7 Euro je Quadratmeter. Laut Stadt ist eine Erh\u00f6hung von 1,5 Prozent j\u00e4hrlich zul\u00e4ssig. Zudem erkl\u00e4rte sie auf Anfrage der Rundschau: \u201eDie Nettokaltmiete der vier frei finanzierten Wohnungen betr\u00e4gt 10 Euro pro Quadratmeter. F\u00fcr die Stellpl\u00e4tze ist eine monatliche Miete von 30,00 Euro vorgesehen.\u201c  Insgesamt plante die Stadt 1166 Quadratmeter Wohnfl\u00e4che plus zw\u00f6lf Stellpl\u00e4tze. Bei 8,28 Millionen Euro Baukosten wird es also weit mehr als 50 Jahre dauern, bis das Geld wieder in die Kasse zur\u00fcckgeflossen ist. Allerdings ist dieses Rechenbeispiel etwas plakativ, denn die Mietpreisbindung gilt in diesem Fall f\u00fcr 30 Jahre. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnten die Wohnungen auch zum regul\u00e4ren Marktpreis angeboten werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rundschau-online.de\/koeln\/baustellen-diese-orte-in-koeln-werden-sich-2026-veraendern-1-1181952\" class=\"dm-imagefeat__imagecontainer dm-imagefeat relative\" aria-label=\"\" tabindex=\"-1\" data-v-68e13160=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" width=\"4000\" height=\"2724\" alt=\"Der Friesenplatz bekommt durch das modernisierte Hochhaus ein neues Gesicht.\" loading=\"lazy\" onerror=\"this.setAttribute('data-error', 1)\" class=\"dm-imagefeat__image w-full aspect-square sm:aspect-auto aspect-video\" style=\"aspect-ratio:1;\" data-nuxt-pic=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/1767861142_732_2e62099a-dfa7-430e-af12-1cfd4551357c.jpeg\"  \/><\/a><\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"6\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Da die Stadt K\u00f6ln allein im vergangenen Jahr 4328 \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Wohnungen, f\u00fcr die ein Wohnberechtigungsschein n\u00f6tig ist, eingeb\u00fc\u00dft hat, ist das jedoch unwahrscheinlich.  Innerhalb von zehn Jahren fallen weitere 20.000 Sozialwohnungen aus dieser Bindung. Damit steigt der Druck so hoch, dass die Stadt eigentlich gar keine andere Option hat, als die Preisbindung f\u00fcr Wohnungen wie die am Deutzer Weg zu verl\u00e4ngern. Bis dahin werden jedoch Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten anfallen.<\/p>\n<p>Baukosten steigen durch Vorgaben von Stadt und Land<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph my-8 dm-article-content-width\" index=\"8\" should-collapse-on-mobile=\"true\" has-padding=\"\" data-v-586984a4=\"\">Unterm Strich ist klar: Die Wohnungen werden das Geld nicht wieder reinbringen, was die Stadt  inklusive F\u00f6rdergeldern f\u00fcr sie ausgegeben hat. Dass die Kommune damit ihre Pflicht erf\u00fcllt, f\u00fcr Wohnraum zu sorgen, ist das eine. Dass sie damit ihren Haushalt belastet, ist das andere.  Doch das Entscheidende ist, dass derzeit kaum ein Unternehmer, egal ob es ein gro\u00dfer Wohninvestor oder eine Genossenschaft ist, das wirtschaftliche Risiko einer  Verdopplung der Baukosten innerhalb von gerade einmal f\u00fcnf Jahren auf sich nimmt. Der sogenannte K\u00f6ln-Standard, den die Stadt k\u00fcrzlich im Rat beschlossen hat, soll genau hier greifen: die Baukosten senken. Wie? Beispielsweise bei der Stellplatzsatzung. Die Stadt best\u00e4tigt die bisherige Regelung: \u201eNach den Regelungen der st\u00e4dtischen Stellplatzsatzung sind auch im gef\u00f6rderten Wohnungsbau PKW-Stellpl\u00e4tze vorgeschrieben.\u201c Und weil das Grundst\u00fcck nicht f\u00fcr Stellpl\u00e4tze ausreichte und das Land NRW f\u00fcr den Erhalt der F\u00f6rdermittel eine Quote an Gr\u00fcnfl\u00e4chen vorgibt, musste die Stadt eine Tiefgarage bauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln baut zu wenig und zu teuer. 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