{"id":702640,"date":"2026-01-08T12:51:11","date_gmt":"2026-01-08T12:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702640\/"},"modified":"2026-01-08T12:51:11","modified_gmt":"2026-01-08T12:51:11","slug":"fruktose-befeuert-proliferation-kolorektaler-tumorzellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/702640\/","title":{"rendered":"Fruktose befeuert Proliferation kolorektaler Tumorzellen"},"content":{"rendered":"<p>Kolonkarzinome haben eine Schw\u00e4che f\u00fcr S\u00fc\u00dfes: Sie bedienen sich an Fruktose und aktivieren dar\u00fcber auch ihr Umfeld. Nun steht im Raum, ob sich der betreffende fruktosespezifische Transporter als Therapietarget eignen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Tumorzellen<\/strong> haben angesichts ihrer raschen Proliferation einen hohen N\u00e4hrstoffbedarf. Ihr Erfolgsrezept ist dabei eine gro\u00dfe metabolische Flexibilit\u00e4t. Kolorektale Karzinome nutzen Fruktose als alternative <strong>Energiequelle<\/strong>, berichtet Yanfen Cui von der Universit\u00e4t Tianjin und sein Team.<\/p>\n<p>Tumorzellen verwerten <strong>Fruktose<\/strong> offenbar nicht nur direkt, sondern auch indirekt durch enge Zusammenarbeit mit Zellen der Tumormikroumgebung. Dabei handelt es sich um aktivierte krebsassoziierte <strong>Fibroblasten<\/strong> (engl. cancer-associated fibroblasts, CAF) des Tumorstromas. Durch Sekretion von Wachstumsfaktoren, Zytokinen und extrazellul\u00e4ren <strong>Matrixproteinen<\/strong> f\u00f6rdern sie die Tumorzellproliferation und -invasion und tragen zur Therapieresistenz bei. Die Fibroblasten zeichnen sich durch eine erh\u00f6hte metabolische Aktivit\u00e4t aus, die sie in die Lage versetzt, mit den Tumorzellen zu kommunizieren.<\/p>\n<p>Anhand von Zellkultur- und Gewebeuntersuchungen stellte ein Forscherteam fest, dass <strong>Kolonkarzinomzellen<\/strong> den fruktosespezifischen Transporter <strong>GLUT5<\/strong> exprimieren. Dies f\u00f6rdert in Anwesenheit von Fruchtzucker ihre Progression. Zudem konnte die Arbeitsgruppe zeigen, dass auch krebsassoziierte Fibroblasten das GLUT5-Molek\u00fcl exprimieren und Fruktose verstoffwechseln.<\/p>\n<p>Ein Stoffwechselnetzwerk mit fataler Wechselwirkung<\/p>\n<p>Eine hohe <strong>Expression<\/strong> dieses Transporters korreliert den Beobachtungen der Forschenden zufolge mit einem aggressiveren Tumorverhalten, fortgeschritteneren Tumorstadien sowie einer schlechteren <strong>Prognose<\/strong>. Weiterhin stellten sie fest, dass die Aufnahme und Verstoffwechselung von Fruchtzucker durch CAF die Proliferation, Migration und Aktivierung der Stromazellen f\u00f6rdert und deren metabolischen Ph\u00e4notyp ver\u00e4ndert. Die Tumorzellen setzen im Zuge des <strong>Fruktosemetabolismus<\/strong> Nukleoside und Aminos\u00e4uren frei, die CAF aktivieren und zur Freisetzung von CXCL14 stimulieren. Dieses Signalprotein befeuert wiederum die <strong>Tumorzellmigration<\/strong> und Metastasierung.<\/p>\n<p>Kolorektale <strong>Tumorzellen<\/strong> stehen mit ihrem Tumorstroma und insbesondere den darin enthaltenen CAF in einer Wechselbeziehung, so das Fazit der Forschenden. Fruktose befeuert durch die <strong>Modulation<\/strong> dieses Netzwerks offenbar die Krebszellproliferation. Die bidirektionale Interaktion zwischen Tumor und Stroma bzw. der <strong>Fruktosemetabolismus<\/strong> bieten m\u00f6glicherweise einen Ansatzpunkt f\u00fcr Therapien.<\/p>\n<p class=\"small\">Cui Y et al. Gut 2025; <a href=\"https:\/\/gut.bmj.com\/content\/early\/2025\/09\/11\/gutjnl-2025-335014\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">doi: 10.1136\/gutjnl-2025-335014<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kolonkarzinome haben eine Schw\u00e4che f\u00fcr S\u00fc\u00dfes: Sie bedienen sich an Fruktose und aktivieren dar\u00fcber auch ihr Umfeld. 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