{"id":70327,"date":"2025-04-29T10:01:11","date_gmt":"2025-04-29T10:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/70327\/"},"modified":"2025-04-29T10:01:11","modified_gmt":"2025-04-29T10:01:11","slug":"frankreich-will-kampf-gegen-drogenbanden-verschaerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/70327\/","title":{"rendered":"Frankreich will Kampf gegen Drogenbanden versch\u00e4rfen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 29.04.2025 10:39 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mit einem neuen Gesetz will Frankreichs Regierung die Drogenkriminalit\u00e4t eind\u00e4mmen. Es soll der Polizei erm\u00f6glichen, hart durchzugreifen, und die Gef\u00e4ngnisse sicherer machen. Heute wird dar\u00fcber abgestimmt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Drogenkriminalit\u00e4t das Handwerk legen &#8211; das will ein Gesetz, das heute in Frankreich zur finalen Abstimmung steht. Denn auch im vergangenen Jahr forderte das Gesch\u00e4ft mit Haschisch, Kokain und anderen Drogen wieder zahlreiche Todesopfer. Und das Drogengesch\u00e4ft breitet sich immer weiter aus. Mittlerweile sind nicht mehr nur Marseille und Paris betroffen, sondern auch kleine und mittlere St\u00e4dte. Das neue Gesetz soll die Ermittler st\u00e4rken und die Banden entscheidend schw\u00e4chen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nF\u00fcr Innenminister Bruno Retailleau ist es h\u00f6chste Zeit, dass Frankreich handelt. Bereits im November vergangenen Jahres, kurz nach seinem Amtsantritt, w\u00e4hlte er drastische Worte: &#8222;Wir sind an einem Kipppunkt, der uns vor die Wahl stellt: Entweder gibt es eine allgemeine und allumfassende Mobilisierung f\u00fcr diesen gro\u00dfen Kampf gegen die Drogenkriminalit\u00e4t &#8211; einen Kampf, der lange dauern wird und den wir gewinnen werden &#8211; oder wir erleben eine Mexikanisierung unseres Landes.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ein Mann steht vor einer Hauswand, auf der die Preise f\u00fcr verschiedene Drogen angeschrieben sind.\n                    <\/p>\n<p>    Krieg der Drogenbanden fordert viele Tote<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch wenn diese Warnung in den Augen einiger Fachleute alarmistisch ist &#8211; die Zahlen zeigen, dass Frankreich ein echtes Problem hat: Im vergangenen Jahr forderte der Krieg der Drogenbanden landesweit 110 Tote, im Jahr davor waren es sogar noch mehr. Es sind vorwiegend junge M\u00e4nner, die im Kampf der rivalisierenden Gangs sterben, doch immer wieder verlieren auch Unbeteiligte ihr Leben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nInsgesamt wurden im vergangenen Jahr in Frankreich etwas mehr als 53 Tonnen Kokain sichergestellt, ein Anstieg um 130 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Innenminister warnt: &#8222;Ich sehe doch, was passiert: Korruption breitet sich in der Verwaltung aus, es gibt Drogen-Enklaven, die sich dem Gesetz der Republik, dem Rechtsstaat entziehen.&#8220;<\/p>\n<p>    Kampf gegen die Geldw\u00e4sche wird vereinfacht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas heute zu verabschiedende Gesetz legt den Hebel auf mehreren Ebenen an.\u00a0Es soll beispielsweise eine nationale Staatsanwaltschaft zur Bek\u00e4mpfung der Organisierten Kriminalit\u00e4t geschaffen werden. Ermittler sollen bestimmte, durch Infiltration oder \u00dcberwachung gesammelte Informationen unter Verschluss halten d\u00fcrfen, so dass die Anw\u00e4lte der Verteidigung keinen Zugriff auf diese Informationen haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auch im Kampf gegen die Geldw\u00e4sche sollen die Ermittler mehr Durchgriffsrechte bekommen, erkl\u00e4rt der Pariser Polizeipr\u00e4fekt Laurent Nunez: &#8222;Wir k\u00f6nnen dann auf den blo\u00dfen Verdacht der Geldw\u00e4sche hin unterschiedliche Einrichtungen und Gesch\u00e4fte vor\u00fcbergehend schlie\u00dfen. Also kleine Superm\u00e4rkte, Restaurants, Telefonshops etc. Nat\u00fcrlich immer alles unter richterlicher Kontrolle.&#8220;<\/p>\n<p>    Messengerdienste bleiben unber\u00fchrt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEin anderer Wunsch allerdings bleibt den Ermittlern verwehrt: Sie hatten gehofft, mit dem neuen Gesetz Messengerdienste dazu zwingen zu k\u00f6nnen, verschl\u00fcsselte Botschaften zu entschl\u00fcsseln. In der Endfassung des Gesetzes aber fehlt diese Ma\u00dfnahme. Zu gro\u00df ist die Sorge, dass auch Staatsfeinde diese sogenannten Blackdoors nutzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDaf\u00fcr aber setzen die beiden Hardliner im Innen- und Justizministerium ein echtes Signal beim Thema Strafvollzug. Immer wieder gab es zuletzt Berichte \u00fcber Drogenbosse, die sich Handys, Geld und mehr per Drohne direkt ins Gef\u00e4ngnis liefern lie\u00dfen und von dort ganze Mordkommandos steuerten. Damit soll jetzt Schluss sein.<\/p>\n<p>    Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse f\u00fcr Strippenzieher<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJustizminister Gerald Darmanin wird im Juli das erste von zwei Hochsicherheitsgef\u00e4ngissen f\u00fcr Drogenkriminelle er\u00f6ffnen: &#8222;In diesen Hochsicherheitsgef\u00e4ngnissen werden neue Regeln gelten, die den Aufsehern das Leben erleichtern. Statt die Gefangenen zu den Verh\u00f6ren in Kommissariate zu \u00fcberf\u00fchren, wird es deutlich mehr Verh\u00f6re per Video geben, au\u00dferdem drastisch eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Telefonen, strengere Durchsuchungen. Und dann nat\u00fcrlich die weitgehende Isolierung.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie geplante Verlegung der Strippenzieher in Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse scheint im Drogenmilieu bereits f\u00fcr aggressive Reaktionen zu sorgen. Unter der Parole &#8222;DDFP &#8211; d\u00e9fense des droits des prisonniers fran\u00e7ais &#8211; Verteidigung der Rechte der franz\u00f6sischen Gefangenen&#8220; rollte in den vergangenen Wochen eine Einsch\u00fcchterungskampagne gegen Mitarbeitende von Gef\u00e4ngnissen \u00fcbers Land. Sie wurden bedroht, ihre Autos in Brand\u00a0gesteckt, einmal wurde gar das Haus eines Gef\u00e4ngnisw\u00e4rters beschossen.<\/p>\n<p>    &#8222;Erstmal eine Erleichterung&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGestern nun haben die Beh\u00f6rden 25 mutma\u00dfliche Mitglieder dieser Gruppe festgenommen. Jeremy Moncelon von der Gewerkschaft Force ouvri\u00e8re begr\u00fc\u00dft den Ermittlungserfolg, bleibt aber skeptisch: &#8222;Klar, das ist erstmal eine Erleichterung. Aber ich denke es sind nur die kleinen Fische, die festgenommen wurden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Netzwerkes muss erst noch zerschlagen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas gilt nicht nur f\u00fcr die DDFP, sondern f\u00fcr das gesamte Drogenmilieu Frankreichs. Ob das neue Gesetz daf\u00fcr sorgen wird, dass den Hinterm\u00e4nnern des Drogengesch\u00e4fts das Handwerk gelegt wird, bleibt abzuwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 29.04.2025 10:39 Uhr Mit einem neuen Gesetz will Frankreichs Regierung die Drogenkriminalit\u00e4t eind\u00e4mmen. 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