{"id":703290,"date":"2026-01-08T18:51:15","date_gmt":"2026-01-08T18:51:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703290\/"},"modified":"2026-01-08T18:51:15","modified_gmt":"2026-01-08T18:51:15","slug":"truppen-in-der-ukraine-britische-solidaritaet-franzoesisches-unbehagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703290\/","title":{"rendered":"Truppen in der Ukraine: Britische Solidarit\u00e4t, franz\u00f6sisches Unbehagen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/selenskyj-macron-starmer-100.jpg\" alt=\"Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron und Keir Starmer.\" title=\"Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron und Keir Starmer. | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 08.01.2026 14:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die Ank\u00fcndigung, nach einem Waffenstillstand Truppen in die Ukraine zu schicken, trifft bei Franzosen und Briten auf unterschiedliches Echo. In beiden L\u00e4ndern gibt es Zweifel, was milit\u00e4risch machbar ist.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/christoph-proessl-106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Christoph Pr\u00f6ssl\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/christoph-proessl-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1765981098_288_julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">So ganz genau wei\u00df noch keiner, auf was Premierminister Keir Starmer sich da eingelassen hat. Wenn es eine Friedensvereinbarung f\u00fcr die Ukraine gebe, werde Gro\u00dfbritannien zur Absicherung Truppen schicken &#8211; viel mehr Details nannte der britische Premier nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie viele Soldaten k\u00f6nnte des Vereinigte K\u00f6nigreich schicken? Mit welcher Aufgabe genau? Vieles ist offen. Die Opposition im britischen Unterhaus verlangt Antworten. Die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, fragte: &#8222;Wie viele sollen es denn sein? Und sollen die Soldaten auch k\u00e4mpfen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Konservativen werfen dem Premier vor, das Parlament bei dieser wichtigen Entscheidung au\u00dfen vor gelassen zu haben. Starmer wiederum argumentierte, konkrete Pl\u00e4ne gebe es ja noch nicht. Wenn es zu einem Frieden komme und Kr\u00e4fte entsendet werden sollten, dann werde er eine Abstimmung im Parlament herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p>    Gro\u00dfe Solidarit\u00e4t, kleines Budget<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotz aller Aufregung im Parlament: In der \u00d6ffentlichkeit gibt es noch keine Debatte dar\u00fcber, ob es richtig ist, britische Soldaten in die Ukraine zu schicken. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Pl\u00e4ne so unkonkret sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Briten haben aber auch eine andere Sicht auf den Einsatz des Milit\u00e4rs in Krisengebieten als die Deutschen. Die Solidarit\u00e4t mit der Ukraine war und ist gro\u00df.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade unter Milit\u00e4rexperten wird allerdings die Frage diskutiert: Kann die britische Armee das \u00fcberhaupt leisten? Ben Wallace war von 2019 bis 2023 Verteidigungsminister und sagt: &#8222;F\u00fcr eine kurze Zeit: ja. Aber wenn wir Frankreich, Deutschland und Gro\u00dfbritannien betrachten, m\u00fcssen wir sagen, dass nur Deutschland die Verteidigungsausgaben substanziell erh\u00f6ht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aktuelle Zahlen untermauern das: Das Vereinigte K\u00f6nigreich hat 2025 gerade einmal 2,4 Prozent der j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung f\u00fcr Verteidigung ausgegeben. Experten sagen, das helfe gerade einmal, um den weiteren Verfall des Milit\u00e4rs zu stoppen. Ab 2029 soll das Verteidigungsbudget auf drei Prozent ansteigen. Aber wie das gelingen soll, ist v\u00f6llig offen.<\/p>\n<p>    Frankreich zwiegespalten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Frankreich dagegen ist man zwiegespalten, wenn es um die Ukraine geht. Einerseits versteht man sich als milit\u00e4rische Gro\u00dfmacht. Frankreich hat in zahlreichen L\u00e4ndern Milit\u00e4reins\u00e4tze durchgef\u00fchrt, auch mit Bodentruppen wie etwa in Mali. Dass franz\u00f6sische Soldaten im Ausland ihr Leben riskieren, ist daher, n\u00fcchtern betrachtet, Alltag.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dennoch bleibt die Frage der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine auch in Frankreich sensibel. Denn w\u00e4hrend in der Bev\u00f6lkerung viel Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr da war, in Nordafrika gegen den sogenannten Islamischen Staat zu k\u00e4mpfen, der in Frankreich zahlreiche Anschl\u00e4ge zu verantworten hatte, f\u00fchlen sich viele Menschen der Ukraine eher fern.<\/p>\n<p>    &#8222;Keine Soldaten in einen Kampfeinsatz&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pr\u00e4sident Emmanuel Macron bem\u00fchte sich deshalb nach dem Treffen der &#8222;Koalition der Willigen&#8220;, zu betonen, Frankreich schicke keine Soldaten in einen Kampfeinsatz. &#8222;Wir werden uns an der Aufkl\u00e4rung beteiligen, wir werden dazu beitragen, dass die ukrainische Armee st\u00e4rker wird, und wir werden Teil der internationalen Truppe sein. Einer Truppe zur Sicherung des Friedens, zur Beruhigung der Lage.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Insgesamt gehe es um mehrere tausend Soldaten. &#8222;Diese Truppen werden wir erstens nicht sofort schicken. Zweitens wird das genau geplant, drittens machen wir das im Rahmen unserer strategischen Auslandseins\u00e4tze. Da werden wir also Entscheidungen treffen&#8220;, so Macron.<\/p>\n<p>    Auch in Frankreich fehlt das Geld<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was der Pr\u00e4sident hier nicht ausdr\u00fccklich sagt, aber andeutet, ist, dass Frankreich nicht einfach zus\u00e4tzliche Truppen mobilisieren kann. Stattdessen wird der Pr\u00e4sident entscheiden m\u00fcssen, welche anderen Auslandseins\u00e4tze er einschr\u00e4nkt, um in der Ukraine seinen Verpflichtungen nachkommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die milit\u00e4rische Gro\u00dfmacht Frankreich ist hoch verschuldet. Das gilt es, mit zu bedenken. Klar ist aber auch, dass man weiter als Akteur der Abschreckung ernstgenommen werden will.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dfenminister Jean-Noel Barrot erkl\u00e4rte im Radiosender France Inter: &#8222;Mit der internationalen Truppe, die nach einem Waffenstillstand zum Einsatz k\u00e4me, wollen wir abschrecken. Aber damit sie wirklich abschreckend wirkt, m\u00fcssen wir auch sagen: Bei einer erneuten Aggression wird es eine Antwort geben.&#8220; Also doch Kampfhandlungen.<\/p>\n<p>    Hitzige Debatten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Um seinen Landsleuten die drohende Gefahr durch Russland f\u00fcr die gesamte EU und die NATO bewusst zu machen, hatte zuletzt Frankreichs Generalstabschef drastische Worte gew\u00e4hlt. Fabien Mandon sagte im November vergangenen Jahres bei einer Rede vor B\u00fcrgermeistern: &#8222;Was uns fehlt, ist die moralische St\u00e4rke zu akzeptieren, uns weh zu tun. Wenn unser Land schwankt, weil es nicht bereit ist, seine Kinder zu verlieren, dann sind wir in Gefahr.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Kinder im Krieg gegen Russland opfern &#8211; diese Vorstellung sorgte f\u00fcr helle Emp\u00f6rung und hitzige Debatten bei Parteien des linken und rechten Spektrums. Dabei hatte sich der Generalstabschef auf Berufssoldaten bezogen. Doch seine pathetische Ausdrucksweise sorgte umgehend f\u00fcr hochemotionale Reaktionen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das alles zeigt: Auch wenn es vorl\u00e4ufig nur um Friedenssicherung geht, die Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine sorgt auch in der Milit\u00e4rmacht Frankreich f\u00fcr Unbehagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 08.01.2026 14:32 Uhr Die Ank\u00fcndigung, nach einem Waffenstillstand Truppen in die Ukraine zu schicken, trifft bei Franzosen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":703291,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,156,13,14,15,12,3992,317,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-703290","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-frankreich","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-uk","16":"tag-ukraine","17":"tag-united-kingdom","18":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich","20":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115860988707275348","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=703290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703290\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/703291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=703290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=703290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=703290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}