{"id":703666,"date":"2026-01-08T22:17:11","date_gmt":"2026-01-08T22:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703666\/"},"modified":"2026-01-08T22:17:11","modified_gmt":"2026-01-08T22:17:11","slug":"maischberger-es-nimmt-uns-keiner-fuer-voll-sagt-gabriel-ueber-feministische-aussenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703666\/","title":{"rendered":"\u201eMaischberger\u201c: \u201eEs nimmt uns keiner f\u00fcr voll\u201c, sagt Gabriel \u00fcber feministische Au\u00dfenpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Venezuela, Gr\u00f6nland und die USA: Bei \u201eMaischberger\u201c rechnet Sigmar Gabriel mit der wertegeleiteten Au\u00dfenpolitik ab, ein ARD-Journalist kritisiert den Kanzler. Und ein ehemaliger Trump-Berater warnt vor einem besonders d\u00fcsteren Szenario.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ist die Welt nach der Gefangennahme des venezolanischen Diktators Nicol\u00e1s Maduro durch die USA eine andere? Das wollte Moderatorin Sandra Maischberger am Dienstagabend von ihren G\u00e4sten wissen.<\/p>\n<p>Schon in der ersten Gespr\u00e4chsrunde unter Journalisten prallten zwei Sichtweisen aufeinander, die sich durch den Abend ziehen sollten. Einerseits Kriegsreporterin Sophia Maier und ARD-Journalist Markus Prei\u00df, andererseits Verleger Gabor Steingart (\u201eThe Pioneer Briefing\u201c). <\/p>\n<p>Maier ordnete die Gefangennahme als Bruch internationaler Normen ein und sprach von einem v\u00f6lkerrechtswidrigen Vorgehen, bei dem \u201edie internationale Ordnung (&#8230;) mit F\u00fc\u00dfen getreten\u201c werde. Prei\u00df sagte, ihn habe weniger der Angriff selbst \u00fcberrascht als die Offenheit, mit der Politik inzwischen betrieben werde. \u201eWer nicht spurt, wird aus dem Bett geholt\u201c, sagte der ARD-Journalist.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6958ef97441b06c4906d1ccf\/venezuela-liveticker-russland-eskortiert-laut-wall-street-journal-oeltanker-vor-kueste-mit-u-boot.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6958ef97441b06c4906d1ccf\/venezuela-liveticker-russland-eskortiert-laut-wall-street-journal-oeltanker-vor-kueste-mit-u-boot.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Alle Entwicklungen zu Venezuela und zur US-Au\u00dfenpolitik im Liveticker.<\/b><\/a><\/p>\n<p>Steingart hielt dagegen. Der Pr\u00e4sident Venezuelas sei ein \u201eGauner, Verbrecher, Drogenbaron\u201c, sagte der Journalist. \u201eEr hat das Land runtergewirtschaftet.\u201c Der ehemalige US-Korrespondent erinnerte an Barack Obama, der Osama bin Laden t\u00f6ten lie\u00df, und an den westlichen Milit\u00e4reinsatz im Kosovo, der ebenfalls ohne UN-Mandat erfolgte. Macht, so sein Argument, setze sich archaisch durch; dass Moral stattfinden k\u00f6nne, habe oft damit zu tun, dass Macht ihr vorausgehe.<\/p>\n<p>Das lie\u00df Maier nicht stehen. \u201eIn keiner Welt rechtfertigt es einen Angriff\u201c, entgegnete sie. \u201eDarf jetzt China in Taiwan einmarschieren? Wo ist die Grenze?\u201c, fragte Maier \u2013 unterschlug dabei aber, dass Taiwan demokratisch regiert wird, w\u00e4hrend Maduro auch nach Ansicht internationaler Beobachter nur aufgrund von Wahlf\u00e4lschung ins Amt gekommen ist.<\/p>\n<p>ARD-Journalist kritisiert Merz: \u201eEs ist nicht komplex\u201c<\/p>\n<p>Moderatorin Maischberger lenkte den Blick wieder auf m\u00f6gliche Motive der US-Intervention: Drogenterrorismus \u2013 und dass auff\u00e4llig oft <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article695da68a4d1d5f581eeadd85\/30-bis-50-millionen-barrel-us-praesident-fordert-oel-verkauf-von-venezuela-und-will-erloes-selbst-kontrollieren.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article695da68a4d1d5f581eeadd85\/30-bis-50-millionen-barrel-us-praesident-fordert-oel-verkauf-von-venezuela-und-will-erloes-selbst-kontrollieren.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von \u00d6l und Geld die Rede<\/a> sei. Moral spiele in der \u00f6ffentlichen Begr\u00fcndung kaum eine Rolle. Steingart argumentierte, dass eine amerikanische wirtschaftliche Dominanz dem Land sogar helfen k\u00f6nne. Fr\u00fcher h\u00e4tten US-Regierungen ihre eigentlichen Gr\u00fcnde verschleiert, sagte er, heute trete Donald Trump offener auf.<\/p>\n<p>Die Debatte spitzte sich zu, als es um die Reaktion Deutschlands ging. Maischberger zitierte Bundeskanzler Friedrich Merz, der erkl\u00e4rt hatte, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6958e5e8666ac1993e7cc0db\/reaktionen-merz-kritisiert-maduro-nach-us-angriff-china-fordert-dessen-sofortige-freilassung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6958e5e8666ac1993e7cc0db\/reaktionen-merz-kritisiert-maduro-nach-us-angriff-china-fordert-dessen-sofortige-freilassung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die v\u00f6lkerrechtliche Lage sei \u201ekomplex\u201c<\/a>. Markus Prei\u00df widersprach deutlich: \u201eEs ist nicht komplex. Es ist ein V\u00f6lkerrechtsbruch. Es zeigt, wie schwach wir gerade sind.\u201c Steingart wiederum verteidigte Merz\u2019 Zur\u00fcckhaltung als strategisch klug. Es gehe darum, europ\u00e4ische Interessen im Blick zu behalten, nicht um moralische Selbstvergewisserung.<\/p>\n<p>Maier kritisierte genau diese Haltung. Von Merz und der Bundesregierung erwarte sie, einen solchen Angriff klar zu verurteilen. Deutschland setze damit eine Politik der doppelten Standards fort und mache sich international l\u00e4cherlich. Die Sendung zeigte hier einen zentralen Konflikt deutscher Au\u00dfenpolitik: den Spagat zwischen normativem Anspruch und realpolitischer Vorsicht.<\/p>\n<p>Gabriel f\u00fcr mehr Realismus in der Au\u00dfenpolitik<\/p>\n<p>Mit dem Auftritt des CDU-Au\u00dfenpolitikers Armin Laschet und des ehemaligen SPD-Vizekanzlers Sigmar Gabriel verlagerte sich die Diskussion. Laschet erinnerte daran, dass Milit\u00e4reins\u00e4tze auch in der Vergangenheit ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrates erfolgt seien \u2013 etwa in Jugoslawien, im Irak oder im Iran.<\/p>\n<p>Gabriel stellte die Grundsatzfrage, ob es \u00fcberhaupt noch eine durchsetzbare globale Ordnung gebe. \u201eEs gibt keine Instanz, die bereit ist, das (V\u00f6lkerrecht, Anm.) durchzusetzen.\u201c Die USA seien lange ein berechenbarer B\u00fcndnispartner gewesen, heute jedoch unberechenbar. Dennoch sei Amerika unverzichtbar, wenn es darum gehe, den Ukraine-Krieg zu beenden. Deutschland m\u00fcsse lernen, eigene Interessen klarer zu formulieren, sagte Gabriel.<\/p>\n<p>Gabriel verwies auf den Globalen S\u00fcden, wo westliche Doppelstandards besonders bitter aufsto\u00dfen w\u00fcrden. Wertebasierte oder gar feministische Au\u00dfenpolitik, so seine Einsch\u00e4tzung, nehme Europa dort kaum noch jemand ab: \u201eWie weit sind wir gekommen mit der wertebewussten Au\u00dfenpolitik, mit der feministischen Au\u00dfenpolitik? Es nimmt uns keiner f\u00fcr voll.\u201c<\/p>\n<p>Sicherheitsberater Bolton rechnet mit politischer Krise nach US-Intervention auf Gr\u00f6nland<\/p>\n<p>Maischberger trieb die geopolitischen Szenarien weiter. Donald Trumps \u00c4u\u00dferungen zu Gr\u00f6nland, Kuba und Mexiko f\u00fchrten zur Frage, wo die von ihm beanspruchte westliche Hemisph\u00e4re ende. Das Wort \u201eImperialismus\u201c ist oft gefallen. Was, so ihre zugespitzte Frage, w\u00e4re, wenn die USA nach einem Nato-Partner griffen?<\/p>\n<p>Laschet antwortete unmissverst\u00e4ndlich: Sollte es nicht gelingen, die USA davon abzuhalten, w\u00e4re die Nato tot. John Bolton, ehemaliger Sicherheitsberater von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der ebenfalls in der Sendung zu Gast war, sah es genau so. \u201eDas w\u00e4re wohl das Ende der Nato\u201c, sagte Bolton.<\/p>\n<p>Er zeichnete ein besonders d\u00fcsteres Szenario. Es gebe Stimmen im Umfeld des Pr\u00e4sidenten, die eine Invasion Gr\u00f6nlands und eine Zerst\u00f6rung der Nato als \u201emehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen\u201c bezeichnen w\u00fcrden. Sollte Trump sich zu einem Milit\u00e4rschlag in Gr\u00f6nland entschlie\u00dfen, f\u00fcrchtet Bolton \u201eeine vulkanartige Explosion in den Vereinigten Staaten. Es w\u00e4re eine politische Krise in der Regierung, wie wir sie vielleicht seit dem B\u00fcrgerkrieg nicht mehr erlebt haben.\u201c<\/p>\n<p>In Gegensatz zu einer m\u00f6glichen Intervention in Gr\u00f6nland bef\u00fcrwortet Bolton ein \u00e4hnliches Vorgehen wie in Venezuela auch in Kuba und Nicaragua. Er glaube, \u201edass auch das Post-Castro-Regime in Kuba fallen k\u00f6nnte. Und ebenso das Ortega-Regime in Nicaragua. Und ich hoffe, dass alle drei fallen\u201c, sagte Bolton.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rexpertin Claudia Major ordnete die Gefangennahme Maduros abschlie\u00dfend als geopolitisches Machtsignal ein, vor allem an Russland und China. Venezuela arbeite eng mit beiden zusammen, verkaufe \u00d6l billig nach China. Auch Russland und der Iran h\u00e4tten dort Interessen. F\u00fcr den Krieg in der Ukraine sei das kein gutes Zeichen. \u201eMomentan lohnt es sich f\u00fcr Russland mehr, weiterzumachen\u201c, sagte Major. Europa fehlten die Instrumente, um ausreichend Druck aufzubauen.<\/p>\n<p>Dennoch hielt sie einen milit\u00e4rischen Zugriff der USA auf Gr\u00f6nland f\u00fcr unwahrscheinlich. Eine Einsch\u00e4tzung, die kaum ausgesprochen war, da holte sie die Realit\u00e4t ein: Noch w\u00e4hrend der Sendung sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, dass das Wei\u00dfe Haus \u201eeine Vielzahl von Optionen\u201c diskutiere, um sich Gr\u00f6nland anzueignen: ausdr\u00fccklich auch milit\u00e4rische. Es war einer dieser Momente, in denen politische Theorie und aktuelle Machtpolitik kollidieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Venezuela, Gr\u00f6nland und die USA: Bei \u201eMaischberger\u201c rechnet Sigmar Gabriel mit der wertegeleiteten Au\u00dfenpolitik ab, ein ARD-Journalist kritisiert&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":703667,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1773],"tags":[23136,46911,29,214,162380,20361,30,37203,103009,51028,11632,110,65404,12093,471,1780,35625,162379,215,64,1700],"class_list":{"0":"post-703666","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-armin","9":"tag-bolton","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-gabor","13":"tag-gabriel","14":"tag-germany","15":"tag-john","16":"tag-laschet","17":"tag-maduro","18":"tag-maischberger","19":"tag-newsteam","20":"tag-nicolas","21":"tag-sandra","22":"tag-serien","23":"tag-series","24":"tag-sigmar","25":"tag-steingart","26":"tag-unterhaltung","27":"tag-usa","28":"tag-venezuela"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115861798606231186","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703666","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=703666"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703666\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/703667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=703666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=703666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=703666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}