{"id":703670,"date":"2026-01-08T22:19:12","date_gmt":"2026-01-08T22:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703670\/"},"modified":"2026-01-08T22:19:12","modified_gmt":"2026-01-08T22:19:12","slug":"darlings-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703670\/","title":{"rendered":"Darlings | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Berliner Grundschullehrerin Lena (<strong>Thea Rasche<\/strong>) f\u00e4hrt mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten Ole (<strong>Paul Boche<\/strong>) und dessen j\u00fcngerem Bruder Lasse (<strong>Tom B\u00f6ttcher<\/strong>) \u00fcbers Wochenende in deren Heimatdorf. Oles und Lasses Mutter will ihr leer stehendes altes H\u00e4uschen verkaufen und ihre S\u00f6hne sollen es f\u00fcr den Verkauf herrichten. Was wie eine winterliche Reise in die Vergangenheit der beiden Br\u00fcder beginnt, entwickelt sich nach und nach zum Horrortrip, je mehr Ole mit seinen Freunden von fr\u00fcher, allen voran dem aggressiven Henry (<strong>Felix Maria Zappenfeld<\/strong>), abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Improvisierte Landpartie<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Liste von Thrillern \u00fcber ungesunde Paarbeziehungen ist lang. Allein die 1980er und 1990er brachten Klassiker des Genres wie <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2023\/08\/eine-verhaengnisvolle-affaere\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re<\/a> (1987), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2023\/03\/der-feind-in-meinem-bett\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Feind in meinem Bett<\/a> (1991), Weiblich, ledig, jung sucht\u2026 (1992), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/07\/basic-instinct\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Basic Instinct <\/a>(1992) oder Enth\u00fcllung (1994) hervor. Auff\u00e4llig an diesen Filmen ist, dass die Frau als Antagonistin \u00fcberwiegt. Von der krankhaften Stalkerin bis zum m\u00e4nnermordenden Vamp ist alles vertreten, was den Beziehungstaten im wahren Leben Hohn spricht. Sp\u00e4testens seit der #MeeToo-Debatte hat sich der Wind jedoch gedreht. Filme wie <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/02\/der-unsichtbare\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Unsichtbare<\/a> (2020), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/08\/promising-young-woman\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Promising Young Woman<\/a> (2020), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2023\/03\/alice-darling\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alice, Darling<\/a> (2022), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2022\/09\/dont-worry-darling\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Don\u2019t Worry Darling<\/a> (2022), <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2022\/04\/fresh\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fresh<\/a> (2022) oder <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2024\/08\/blink-twice\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blink Twice<\/a> (2024) r\u00fccken das Bild von der irren Femme fatale gerade und zeigen auf mal mehr, mal weniger realistische, fantastische und verspielte Art auf, dass sich eher die Frauen vor den M\u00e4nnern h\u00fcten m\u00fcssen als umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn das deutsche Thriller-Drama Darlings nun also damit wirbt, \u201everborgene Machtmechanismen zwischen M\u00e4nnern und Frauen und eskalierende Gewalt in Liebesbeziehungen\u201c sowie \u201edie zerst\u00f6rerische Wirkung von patriarchalem Verhalten\u201c zu thematisieren, dann sind die Erwartungen so hoch, wie die eingangs erw\u00e4hnten filmischen Vorl\u00e4ufer hochwertig. Doch sie werden ma\u00dflos entt\u00e4uscht. Was zum einen daran liegt, dass Darlings mehr Drama als Thriller ist. Zum anderen liegt es am geringen Budget, das keinerlei Schauwerte zul\u00e4sst, und am Entstehungsprozess. Denn Darlings wurde mit nur 20 Seiten Drehbuch und viel Improvisation umgesetzt.<\/p>\n<p>Leerlauf, Langeweile und Unglaubw\u00fcrdigkeit<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Improvisation ist ein zweischneidiges Schwert, das sich vor allem in Kom\u00f6dien bew\u00e4hrt hat. Einige der gr\u00f6\u00dften Szenen der Filmgeschichte, etwa <strong>Julia Roberts\u2018<\/strong> ansteckendes Lachen in der Romcom <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/12\/pretty-woman\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pretty Woman<\/a> (1990), als ihr von <strong>Richard Gere<\/strong> gespieltes Gegen\u00fcber eine Schmuckschatulle unerwartet zuklappt, standen nicht im Skript. Am Ende blieb die Szene im Film und z\u00e4hlt zu den ikonischsten aus Roberts\u2018 Karriere. Einen kompletten Film \u00fcberzeugend zu improvisieren, kommt hingegen einem Ding der Unm\u00f6glichkeit gleich. Auch in Darlings \u00fcberwiegen die negativen Seiten der Improvisation die positiven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den besten Momenten wirken die Figuren und Dialoge nat\u00fcrlich, scheint deren Alltag aus dem Leben gegriffen und wird beinahe dokumentarisch dargeboten. Auf der Kehrseite schlagen Langeweile, Leerlauf, Einfallslosigkeit und Unglaubw\u00fcrdigkeit zu Buche, was die Dialoge, die Dramaturgie, die Inszenierung und die Entwicklung der Figuren anbelangt. Improvisierte Gespr\u00e4che sind eben selten so pointiert wie gut geschriebene. Dass sich die Figuren angesichts eines zunehmend verst\u00f6renden Verhaltens lieber anschweigen, als \u00fcber dieses Verhalten zu reden, erscheint unrealistisch. Und wenn schlie\u00dflich selbst der freundlichste und friedfertigste Mann sexuell \u00fcbergriffig und gewaltt\u00e4tig werden muss, nur um ins vorgefertigte Erz\u00e4hlmuster der toxischen M\u00e4nnlichkeit zu passen, dann unterminiert der Film seine eigene Aussagekraft. Als feministischer Verb\u00fcndeter w\u00e4re dieser Mann, der selbst ein Opfer des Patriarchats ist, \u00fcberzeugender gewesen, als stattdessen vom Opfer zum T\u00e4ter zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Richtig schlimm wird es schlie\u00dflich ganz am Schluss, wo es eigentlich spannend zugehen sollte. Ein Thrill will sich aber beim besten Willen nicht einstellen. Was unter anderem daran liegen k\u00f6nnte, dass die zwei Frauen mit ihrem Auto im R\u00fcckw\u00e4rtsgang (!) bei gef\u00fchlter Schrittgeschwindigkeit vom Hort des Schreckens fliehen. Beim Kinopublikum l\u00f6st das keine G\u00e4nsehaut, sondern allenfalls ein Schmunzeln aus. Warum das Regie- und Drehbuchduo <strong>Lea de Boor<\/strong> und <strong>Steffen Maurer<\/strong> das Auto in ihrem Skript nicht in Fahrtrichtung eingeparkt hat, um am Ende der Handlung Vollgas geben zu k\u00f6nnen, bleibt ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong> \u201eDarlings\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong> Deutschland<br \/><strong>Jahr:<\/strong> 2024<br \/><strong>Regie:<\/strong> Lea de Boor, Steffen Maurer<br \/><strong>Drehbuch:<\/strong> Lea de Boor, Steffen Maurer<br \/><strong>Musik:<\/strong> Robert Zimmermann<br \/><strong>Kamera:<\/strong> Manuel Ruge<br \/><strong>Besetzung:<\/strong> Thea Rasche, Paul Boche, Tom B\u00f6ttcher, Felix Maria Zappenfeld, Ina-Lene Dinse<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf \u00fcber diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass f\u00fcr euch Mehrkosten entstehen. 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