{"id":703798,"date":"2026-01-08T23:33:13","date_gmt":"2026-01-08T23:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703798\/"},"modified":"2026-01-08T23:33:13","modified_gmt":"2026-01-08T23:33:13","slug":"wie-die-berliner-wirtschaft-das-wohnungsproblem-loesen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/703798\/","title":{"rendered":"Wie die Berliner Wirtschaft das Wohnungsproblem l\u00f6sen will"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBKld tspBKle\">Die Wohnungssituation in der Hauptstadt ist weiter angespannt. Das zeigen Zahlen des WohnBarometers von ImmoScout24, die das Wohnungs-Inserate-Portal am Donnerstagvormittag vorstellte. Demnach steigen in Berlin die Kaufpreise f\u00fcr Wohnungen deutschlandweit am meisten. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/leute.tagesspiegel.de\/?utm_source=tagesspiegel.de&amp;utm_campaign=newsletter-signup&amp;utm_medium=website&amp;utm_content=link&amp;icid=single-topic_15115694___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCZpr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menschen aus der Nachbarschaft und Lesestoff zu vielf\u00e4ltigen Themen in unseren Berliner Bezirks-Newslettern, die Sie hier bestellen k\u00f6nnen: www.tagesspiegel.de\/bezirke <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Im Vergleich zum dritten Quartal stiegen die Preise f\u00fcr Neubau im vierten Quartal 2025 um 2,2 Prozent, f\u00fcr Bestandswohnungen (unter die ImmoScout24 Wohnungen z\u00e4hlt, die \u00e4lter als zwei Jahre sind) um 2,3 Prozent. Im Schnitt der deutschen Metropolen stiegen die Preise nur um 1,2 Prozent im Neubau und 1,4 Prozent im Bestand.  <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">F\u00fcr die Neuvermietung von Bestandswohnungen notiert ImmoScout24 im vierten Quartal 2025 im Durchschnitt 13,13 Euro pro Quadratmeter und damit eine Preissteigerung von 0,9 Prozent zum Vorquartal. Damit war der Preisanstieg im Vergleich mit den anderen Metropolen M\u00fcnchen, Frankfurt am Main, Hamburg, K\u00f6ln und Leipzig in Berlin am niedrigsten. Bei den meisten dieser St\u00e4dte stiegen die Neuvertragsmieten zwischen ein und zwei Prozent an, in Leipzig um 2,2 Prozent, bei insgesamt aber einem niedrigeren Mietniveau von 8,85 Euro pro Quadratmeter im vierten Quartal.<\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Daf\u00fcr war der Anstieg f\u00fcr Neubaumieten in Berlin im Vergleich mit den anderen am heftigsten, n\u00e4mlich bei 1,7 Prozent, dicht gefolgt von M\u00fcnchen mit 1,4 Prozent. Die anderen Metropolen hatten hier Preissteigerungen von knapp einem Prozent. Nach den ImmoScout24-Zahlen liegen die Angebotsmieten f\u00fcr Neubauwohnungen in Berlin jetzt bei 21 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">\u201eDie Nachfrage am Mietmarkt ist auf einem hohen Niveau, geht aber deutlich zur\u00fcck\u201c, sagt Gesa Crockford, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von ImmoScout24. Man beobachte, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen. \u201eDas l\u00e4sst sich auf die stetig steigenden Mieten und die unsichere Wirtschaftslage zur\u00fcckf\u00fchren.\u201c Sie fordert: \u201eDie Politik muss dringend Rahmenbedingungen schaffen, die den Bau bezahlbarer Mietwohnungen f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<p> Arbeitgeber werten Wohnraumknappheit als Problem <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Solche Rahmenbedingungen fordern auch die Unternehmensverb\u00e4nde Berlin-Brandenburg (UVB) und der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Sie stellten, ebenfalls am Donnerstagvormittag, im Hopfingerbr\u00e4u am Brandenburger Tor ein Konzept vor, wie Berlin 100.000 neue Wohnungen bis 2035 schaffen k\u00f6nnte: \u201eMehr Wohnraum ist machbar\u201c ist das Papier \u00fcberschrieben. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCTo4\">\n<p>Wenn Unternehmen Leute von au\u00dfen gewinnen wollen, ist es eine gro\u00dfe H\u00fcrde, dass die Mitarbeiter keinen Wohnraum finden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCTo5\"><strong>Alexander Schirp<\/strong>, UVB-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Wenn er zu Hemmnissen bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Berliner Unternehmen gefragt werde, bek\u00e4me er immer wieder die Berliner Wohnungsnot gespiegelt, berichtet UVB-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Alexander Schirp: \u201eNicht die Energiekosten sind auf Platz eins der Probleme, nicht die B\u00fcrokratie: Das wichtigste Problem ist fehlender Wohnraum. Wenn Unternehmen Leute von au\u00dfen gewinnen wollen, ist es eine gro\u00dfe H\u00fcrde, dass die Mitarbeiter keinen Wohnraum finden.\u201c <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Er gehe auf jeden Fall davon aus, dass das ein wichtiges Thema bleibe, f\u00fcr die Abgeordnetenhauswahl im September, aber auch wegen der Bev\u00f6lkerungsprognosen, die f\u00fcr Anfang der Drei\u00dfigerjahre eine Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe von \u00fcber vier Millionen Menschen in Berlin voraussagen. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">\u201eWir m\u00fcssen bauen, bauen, bauen\u201c, sagte Schirp. \u201eIm Moment gelingt uns das noch nicht hinreichend hier in der Stadt.\u201c Der Senat verfehle sein Neubauziel von 20.000 Wohnungen Jahr f\u00fcr Jahr. Man m\u00fcsse alle Potenziale in den Blick nehmen. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">F\u00fcr das vorgestellte Papier hat der UVB nun solche Potenziale zusammengetragen. Zun\u00e4chst einmal geht es um die Frage, auf welchen Fl\u00e4chen die Wohnungen entstehen sollen. Der UVB spricht von einem \u201eWohnungsbaupotenzial bis 2035\u201c, mit dem, man, wenn ausgesch\u00f6pft, bei knapp \u00fcber 100.000 Wohnungen landen w\u00fcrde: 36.000 Wohnungen seien durch die \u00dcberbauung von Superm\u00e4rkten zu gewinnen, 30.000 Wohnungen durch die Umwandlung von B\u00fcrofl\u00e4chen. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Durch eine konsequentere Ahndung der Zweckentfremdung von Wohnungen lie\u00dfen sich 26.000 neue Wohnungen schaffen, durch die Aufstockung von Mehrfamilienh\u00e4usern 7000 Wohnungen und die Randbebauung des Tempelhofer Feldes 5000 Wohnungen. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Ein wenig \u00fcberraschend ist bei dieser Z\u00e4hlung, dass zwar das \u00e4u\u00dferst kontroverse Vorhaben, das Tempelhofer Feld am Rand zu bebauuen, mitgez\u00e4hlt wird, daf\u00fcr aber nicht die rund 70.000 Wohnungen, die das Land in den gro\u00dfen Bauprojekten der Neuen Stadtquartiere errichten will. Deren Planung und teilweise Bau ist schon deutlich fortgeschrittener sind, w\u00e4hrend f\u00fcr das Tempelhofer Feld bis auf Weiteres das 2014 durch einen Volksentscheid beschlossene Gesetz gilt, das dieses Areal f\u00fcr eine Bebauung komplett sperrt.<\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Zu dem umstrittenen Thema der Randbebauung des Tempelhofer Feldes f\u00fchrte Schirp aus, 5000 Wohnungen am Rand w\u00fcrden keine Beeintr\u00e4chtigung des Kerngebietes des ehemaligen Flugfeldes bedeuten. \u201eWir sehen es n\u00fcchtern: Man muss M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Wohnungsbau, die es gibt, auch benennen.\u201c<\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Genau genommen ist allerdings auch die st\u00e4rkere Zweckentfremdungsahndung, bei der bestehende, aber etwa als Feriendomizile genutzte oder leerstehende Wohnungen wieder einer regul\u00e4ren Wohnnutzung zugef\u00fchrt w\u00fcrden, kein Neubau. Und bei den Potenzialen, die f\u00fcr die Umwandlung von <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wirtschaft\/neuer-berliner-architektenprasident-im-interview-dann-wurde-die-miete-uber-die-jahre-immer-billiger-14192213.html?icid=in-text-link_15115694\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">leeren B\u00fcrofl\u00e4chen in Wohnraum<\/a> oder der \u00dcberbauung von Superm\u00e4rkten angef\u00fchrt werden, handelt es sich um Maximalwerte aus Studien, die sich wohl aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden, die aber <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berliner-wirtschaft\/immer-mehr-buroleerstand-in-berlin-warum-die-umwandlung-in-wohnen-trotzdem-nur-langsam-anlauft-13476514.html?icid=in-text-link_15115694\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auch dort nicht unbedingt als vollst\u00e4ndig umsetzbar<\/a> dargestellt werden. <\/p>\n<p> Bauturbo-Pflicht f\u00fcr die Bezirke? <\/p>\n<p class=\"tspBKld\">Insgesamt d\u00fcrfte es sich bei der Zahl der 100.000 Wohnungen also eher um eine virtuelle Zahl handeln, die die Forderungen von UVB und BBU untermauern sollen. Vereinfachte Genehmigungsverfahren und B\u00fcrokratieabbau, die UVB und BBU sich w\u00fcnschen, k\u00f6nnten, je nach Ausgestaltung, wom\u00f6glich tats\u00e4chlich dazu f\u00fchren, dass die einst\u00f6ckigen Superm\u00e4rkte, die seit Jahren keine Wohnungen aufs Dach bekommen haben, nun endlich aufgestockt werden. Bisher habe sich das einfach nicht gerechnet f\u00fcr die privaten Eigent\u00fcmer, meint Schirp. <\/p>\n<p class=\"tspBKld\"><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bezirke\/steglitz-zehlendorf\/ein-richtig-fettes-ding-im-berliner-innovationszentrum-fubic-beginnt-der-innenausbau-14616701.html?icid=in-text-link_15115694\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maren Kern<\/a>, Vorst\u00e4ndin des BBU, fordert die Entschlackung von Bauvorschriften, wie sie der Senat auch bereits in einem \u201eEinfach-Bauen-Gesetz\u201c vorbereitet. Sie lobt den Senat, mit welcher Schnelligkeit er das \u201eSchneller-Bauen-Gesetz\u201c in die Wege geleitet habe. Nun m\u00fcsse letzteres aber auch in den Verwaltungen umgesetzt werden, es m\u00fcsse sich dort eine \u201eErm\u00f6glichungskultur\u201c einspielen. Sie fordert au\u00dferdem eine konsequente Umsetzung des auf Bundesebene beschlossenen Wohnungsbauturbos. Im UVB-Papier hei\u00dft es sogar, die \u201eBezirke sollten angewiesen werden, die neuen Beschleunigungsinstrumente verbindlich anzuwenden.\u201c Das d\u00fcrfte in den Bezirken selbst nicht unbedingt auf Begeisterung sto\u00dfen. <\/p>\n<p>Mehr zum Berliner Wohnungsmarkt: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berlin-verscharft-regeln-zum-mietschutz-verbot-von-wohnen-auf-zeit-kommt--mehr-personal-fur-die-bezirke-15108852.html?icid=topic-list_15115694___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Ganz wichtig ist Schirp und Kern au\u00dferdem eine klare Absage an die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/ermoglicht-keine-enteignungen-cdu-und-spd-legen-entwurf-fur-ein-vergesellschaftungsrahmengesetz-vor-15058335.html?icid=in-text-link_15115694\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vergesellschaftung <\/a>der Best\u00e4nde gro\u00dfer Wohnungskonzerne: Eine m\u00f6gliche Enteignung schrecke Investoren ab und schade dem Standort Berlin. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Wohnungssituation in der Hauptstadt ist weiter angespannt. 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